{"id":71401,"date":"2016-11-28T00:00:00","date_gmt":"2016-11-28T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=71401"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Merci-Udo-Premiu-71400","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Merci-Udo-Premiu-71400\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>&quot;Merci, Udo!&quot; &#8211; Premium Edition (2\/3): CD 2 \u2013 Karriereh\u00f6hepunkte der 60er bis fr\u00fchen 80er Jahre, gern geh\u00f6rte Hits und einige Rarit\u00e4ten!"},"content":{"rendered":"<p>Udo-J\u00fcrgens-Kenner Stephan Imming bespricht die 24 (!) Tracks des zweiten Albums &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>1. Siebzehn Jahr, blondes Haar (1965, Orchester Rudi Bauer)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erneut kann man sagen: Dass ich das noch erleben darf &ndash; Sony Music verkoppelt erstmals die urspr&uuml;ngliche Original-Version des Klassikers &bdquo;17 Jahr&ldquo; &ndash; bislang wurde ausnahmslos die von Udo so gehasste Version, die erstmals auf der LP &bdquo;Stars in Gold&ldquo; ver&ouml;ffentlicht wurde, auf den Markt gebracht. (Dass Udo die 1972er Version grauenhaft fand, hat er mal in einem Interview gesagt, das ich bei Youtube hochgeladen habe. Das wurde vorsichtshalber dort aber wieder gel&ouml;scht&hellip;..). Alleine auf mindestens 16 Udo-CDs findet sich die ungeliebte Version, dar&uuml;ber hinaus auf unz&auml;hligen Samplern. Nun endlich hat man die im damals typischen Beat-Rhythmus, der etwas an den Supremes-Sound erinnert, gehaltene Version auf CD gebracht, die bislang nur auf dem bereits erw&auml;hnten Laserlight-Sampler zu h&ouml;ren war &ndash; klasse!<\/p>\n<p>Spannend ist, dass der von Kumpel Thomas H&ouml;rbiger (mit) getextete Klassiker bereits ein Top-5-Hit in Deutschland war, bevor Udo mit &bdquo;Merci Cherie&ldquo; bei der Eurovision antrat. National hatte er seinen Durchbruch also durchaus bereits vor seinem Grand-Prix-Sieg, der ihm dann aber international weitere T&uuml;ren &ouml;ffnete. Bis heute ist der Titel ein Evergreen, der gerne gecovert wird &ndash; u. a. von Dieter Thomas Kuhn, Mike Bauhaus und Frank Zander.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>2. Reach For the Stars (Woher ich auch komm) (1961 \/ 1967)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1960 kam Udo mit seinen eigenen Kompositionen bei der Plattenfirma Polydor nicht weiter. So kam es, dass sein WG-Kumpel Frank Forster den Titel &bdquo;Woher ich auch komm &ndash; wohin ich auch geh&ldquo; 1960 aufnahm und als B-Seite einer Single ver&ouml;ffentlichte. &Uuml;ber durch Ralph Maria Siegel, dem Vater von Ralph Siegel, vermittelte Kontakte gelangte der Song zu Shirley Bassey, die den Titel 1961 aufnahm und am 15. September 1961 f&uuml;r eine Woche zu einem Nummer-1-Hit in Gro&szlig;britannien machte. Erst Jahre sp&auml;ter, 1967, nahm Udo den Titel selbst noch mal f&uuml;r die bei Vogue erschienene LP &bdquo;Portrait in Musik Folge 2&ldquo; auf. Erstmals &uuml;berhaupt ist diese Aufnahme nun auf CD erh&auml;ltlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>3. Du sollst die Welt f&uuml;r mich sein (1965, Orchester Rudi Bauer)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitte der 1960er Jahre war man (bzw. konkret Hans R. Beierlein) bem&uuml;ht, Udo international aufzubauen, insbesondere ging die Reise hin zum franz&ouml;sischen Chanson. Die beiden franz&ouml;sischen Textdichter Andr&eacute; Salvet und Claude Carrere, die sp&auml;ter auch den franz&ouml;sischen Text von Udos &bdquo;Merci Cherie&ldquo; verfassten, schrieben auf eine Komposition Udos den Text &bdquo;Quand l&rsquo;amour nous tient&ldquo;. Der Titel wurde auch auf Englisch ver&ouml;ffentlicht (&bdquo;Without You&ldquo;). In deutscher Fassung verfasste der sehr bekannte und renommierte Textdichter Ernst Bader den Text &bdquo;Du sollst die Welt f&uuml;r mich sein&ldquo;, der auf der B-Seite der Eurovisions-Single &bdquo;Sag ihr, ich lass sie gr&uuml;&szlig;en&ldquo; verewigt wurde.<\/p>\n<p>Erstmals &uuml;berhaupt ist Udos Version des Titels auf CD erh&auml;ltlich &ndash; bislang konnte man nur die bemerkenswerte Fassung Ren&eacute; Kollos digital erwerben, der das Chanson in der TV-Show &bdquo;Musik war meine erste Liebe&ldquo; vortrug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>4. Sag mir wie (1966, Orchester Hans Hammerschmid)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Nachfolgehit von &bdquo;Merci Cherie&ldquo; war auch ein Riesen-Erfolg in Deutschland &ndash; genau wie &bdquo;Merci Cherie&ldquo; kam Udo mit dem von Joachim Relin (b&uuml;rgerlich Hans-Joachim Balke) getexteten Song bis auf Platz 4 der deutschen Charts. Die hier verkoppelte Originalversion wurde zuvor lediglich auf dem Laserlight-Sampler ver&ouml;ffentlicht &ndash; sehr sch&ouml;n, dass der tolle &bdquo;Kracher&ldquo; nun endlich wieder verf&uuml;gbar ist.<\/p>\n<p>Udo hat den Titel mehrfach neu aufgenommen &ndash; 1978 in einer von Joachim Heider produzierten Disco-Version f&uuml;r die LP &bdquo;Lieder, die auf Reisen gehen&ldquo; und 20 Jahre sp&auml;ter f&uuml;r die CD &bdquo;Aber bitte mit Sahne II&ldquo;. Das eindringliche Original ist meines Erachtens klar die beste Version.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>5. Geh vorbei (1967)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im Oktober 1966 fand in Rio de Janeiro das &bdquo;Festival Internacional da Cancao Popular&ldquo;&acute;statt &ndash; ein s&uuml;damerikanisches Songfestival. Udo J&uuml;rgens sang als Vertreter &Ouml;sterreichs den von G&uuml;nther Loose getexteten Titel &bdquo;Geh vorbei&ldquo; (interessanterweise ist auf alten Platten als Songautor &uuml;brigens NUR Udo J&uuml;rgens genannt). Udos Live-Auftritt war gigantisch, mit gro&szlig;em Orchester lie&szlig; er anklingen, was f&uuml;r ein Entertainer in ihm steckt. Dennoch reichte es &bdquo;nur&ldquo; f&uuml;r einen Platz im guten Mittelfeld (10. von 27). Im Jahr 1967 wurde der Titel als Single ausgekoppelt und kam sogar in die Charts (als &bdquo;Umseite&ldquo; des Lieds &bdquo;Es ist noch nicht zu sp&auml;t&ldquo;). Der TV-Moderator G&uuml;nther Jauch hat im Fernsehen erz&auml;hlt, dass dieser Titel von Udo seine erste Single war, die er je besessen hat. Mit diesem Song war Udo letztmals f&uuml;r die Plattenfirma &bdquo;Vogue&ldquo; in den Charts, fortan erschienen seine Hits unter dem Ariola-Label. Auch dieses Chanson war bislang nur auf der Laserlight-CD zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>6. Mathilda (1968, Orchester Alain Goraguer)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Herbst 1968 schaffte Udo es mit einem in englischer Sprache gesungenen Cover-Song in die Charts. Eine erfolgreiche Version aus dem Jahr 1953 von Harry Belafonte war bereits ein Hit, aber auch Udos Version kam sehr gut an &ndash; er schaffte es bis auf Platz 6 der Single-Charts. Von dem Lied gibt es eine (lange) Album-Version und eine (verk&uuml;rzte) Single-Version. In diesem Fall wurde auf die (recht weit verbreitete) lange Version zur&uuml;ckgegriffen. Die Internetseite &bdquo;Wikipedia&ldquo; berichtet dar&uuml;ber, worum es in diesem hoch anspruchsvollen Lied geht: &bdquo;<em>Das Lied handelt davon, dass Mathilda ihrem Liebhaber das Geld, welches er unter dem Kopfkissen versteckt hat und mit dem er ein Haus und Land kaufen wollte, stiehlt und damit nach Venezuela verschwindet.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>7. Anuschka&nbsp; (1969, Orchester Robert Opratko)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1969 ging es recht frivol zu &ndash; auch der Nachfolgehit von &bdquo;Es wird Nacht Senorita&ldquo; war recht schl&uuml;pfrig, wobei das f&uuml;r Udo ja nichts wirklich Neues war: &bdquo;<em>Die Taktik war nicht neu &ndash; ich fuhr mit ihr ins Heu<\/em>&ldquo; &ndash; aber: &bdquo;<em>Liebe&nbsp; heut nix gut<\/em>&ldquo;. Auch das russische Wort f&uuml;r &bdquo;auf Wiedersehen&ldquo; (&bdquo;do swidanja&ldquo;) ist bei Udo recht beliebt &ndash; beispielsweise hat er ein Jahr zuvor ein melancholisches gleichnamiges Lied auf den Markt gebracht, das &uuml;brigens vom gleichen Textdichter getextet wurde wie &bdquo;Anuschka&ldquo; (Walter Brandin). Jahre sp&auml;ter bem&uuml;hte Udo das Wort erneut in seinem Hit &bdquo;Ich sah nur sie&ldquo;. Vielleicht sind das Belege f&uuml;r Udos offensichtlich vorhandene Affinit&auml;t zu Russland.<\/p>\n<p>Zur&uuml;ck zur Anuschka &ndash; die damalige Klamauk-Schiene lief super. Der Song war &uuml;brigens Udos allererste Single. &Auml;hm &ndash; nein, das stimmt nat&uuml;rlich nicht &ndash; aber diese Behauptung hat er kurioserweise mehrfach bei Konzerten seiner letzten &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;-Tour aufgestellt. Vielleicht hat ihm das seine damalige Lebensgef&auml;hrtin so &bdquo;ins Ohr gefl&uuml;stert&ldquo; &ndash; &auml;hnlich haarstr&auml;ubenden kompletten&nbsp; Unsinn hat die ja auch in anderen Zusammenh&auml;ngen ge&auml;u&szlig;ert &ndash; Widerspruch war da zwecklos &ndash; leierd hat man dann offensichtlich lieber das Nostalgie-Medley aus dem Konzert genommen als richtigzustellen, dass Udo sehr wohl auch schon vor &bdquo;Anuschka&ldquo; Tontr&auml;ger ver&ouml;ffentlicht hat. &ndash; Der Song schaffte es bis auf Platz 6 der deutschen Single-Bestenliste.<\/p>\n<p>Urspr&uuml;nglich wurde die Single in einer sehr kurzen Version ver&ouml;ffentlicht, sp&auml;ter dann in einer l&auml;ngeren Version. Erstmals wird auf &bdquo;Merci Udo&ldquo; die k&uuml;rzere urspr&uuml;ngliche Single-Version digital ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>8. Zeig mir den Platz an der Sonne (1971, Arrangeuer Boris Jojic)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine langj&auml;hrige Tradition war im vergangenen Jahrhundert, j&auml;hrlich ein Lied f&uuml;r die Fernsehlotterie &bdquo;Ein Platz an der Sonne&ldquo; zu k&uuml;ren. Leider sind die ausgew&auml;hlten Lieder nur selten zu Hits geworden &ndash; den gr&ouml;&szlig;ten Erfolg eines Fernsehlotterie-Liedes d&uuml;rfte Udo mit seinem von Eckart Hachfeld getexteten Schlager &bdquo;Zeig mir den Platz an der Sonne&ldquo; gehabt haben, so dass man ihn zwei weitere Male das Lotterie-Lied schrieben lie&szlig; (&bdquo;Lied f&uuml;r alle, die einsam sind&ldquo;, 1976 und &bdquo;Ist das nichts&ldquo;, 1980).<\/p>\n<p>Sehr typisch f&uuml;r die damalige Zeit ist, dass Textdichter Hachfeld auch nachdenklich-kritische T&ouml;ne anschlug (&bdquo;<em>Wen k&uuml;mmern noch des Nachbarn Schmerzen? Wer hilft dem N&auml;chsten durch die Tat? Wir haben Riegel vor den Herzen &ndash; und um die Seele Stacheldraht!<\/em>&ldquo;). Musikalisch erinnert der Schlager merklich an den damaligen Superhit &bdquo;Butterfly&ldquo; von Danyel Gerard. Udo war halt immer dran am Zeitgeist&hellip;<\/p>\n<p>Von besonderer Bedeutung ist der &bdquo;Sonne&ldquo;-Song f&uuml;r einen Fu&szlig;ballverein. Der Gladbecker Medizintechniker Gerd Heim verpasste sich 1972 den K&uuml;nstlernamen Gerd Recat. Der kaufte f&uuml;r 444 DM die Playbackrechte am Udo-Hit und gab dem Song einen eigenen Namen: &bdquo;Zeig mir den Platz in der Kurve &ndash; wo alle Schalker zusammensteh&rsquo;n&ldquo;. Die Single verkaufte sich ordentlich und wird bis heute &bdquo;auf Schalke&ldquo; gerne gesungen &ndash; ein weiterer Beleg f&uuml;r Udos Fu&szlig;ball-Affinit&auml;t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>9. Der Teufel hat den Schnaps gemacht (1973, Produktion: Ralph Siegel)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1973 befand sich Udo in einem kleinen Karriereloch. Das von ihm geschriebene Musical &bdquo;Helden, Helden&ldquo; wurde nicht so angenommen, wie er sich das erhofft hatte. Seine letzten Schallplatten (&bdquo;Ich bin wieder da&ldquo;, &bdquo;Vergiss die Liebe nicht&ldquo;) verkauften sich nicht so wie die fr&uuml;herer Tage. In jener&nbsp; Zeit kam es zum Kontakt zur Grand-Prix-Ikone Ralph Siegel. Dessen Vater hat ja, als Verleger von Udos Songs, schon einen sehr guten Draht zu Udo gehabt. Nun nahm sich der Junior Udos an &ndash; und holte direkt einen gro&szlig;en Hit heraus. Mit &bdquo;Der Teufel hat den Schnaps gemacht&ldquo; schaffte er es bis auf Platz 11 der Single-Hitliste und mahnte und warnte die M&auml;nnerwelt: &bdquo;<em>wer zu viel s&auml;uft, ist leider oft &ndash; nur noch ein halber Mann<\/em>&ldquo;. Musikalisch originell war der Einsatz der Mundharmonika in dem Schlager. &#8211; Viele Jahre sp&auml;ter coverte Udo sich selber und produzierte f&uuml;r das WM-Album &bdquo;Sempre Roma&ldquo; die Verballhornung seines Liedes mit dem neuen Text &bdquo;Der Teufel hat den Straps gemacht&ldquo;. Zw&ouml;lf Jahre zuvor hielt Udo den Song ebenfalls f&uuml;r WM-kompatibel &ndash; die damalige Nationalelf durfte noch den Originaltext interpretieren. Vielleicht findet ja auch diese Version mal den Weg auf eine CD?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>10. Du trinkst zuviel (1974, Produktion: Ralph Siegel)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anscheinend war die &Auml;ra Ralph Siegels durchzogen von Saufliedern.. &ndash; kleiner Scherz.. &ndash; aber auf dem von Ralph Siegel produzierten Album &bdquo;Udo heute&ldquo; findet sich der witzige Titel &bdquo;Du trinkst zuviel&ldquo;, den Udo genial in seiner 1977er TV-Show vortrug inklusive Schauspielerei eines Besoffenen &ndash; verglichen mit dem, was Udo im &bdquo;Mann mit dem Fagott&ldquo;, im &bdquo;Traumschiff&ldquo; und im &bdquo;Schloss am W&ouml;rthersee&ldquo; so gezeigt hat, war die Betrunkenen-Rolle sehr authentisch &ndash; vielleicht, weil er &ndash; wie er ja in sp&auml;ten Jahren selber zugabt &ndash; in seinen gro&szlig;en Karrierejahren schon ein Alkoholproblem hatte. Hinsichtlich einer Beurteilung dieses Liedes d&uuml;rften sich &ndash; wie so oft bei Udo &ndash; zwei Lager finden lassen: Die einen lieben es, die anderen hassen es. Ich z&auml;hle mich zu Ersteren, weil ich gerade diesen Kontrast von nachdenklichen, pathetischen Chanson auf der einen Seite und humorvollen Schlagern auf der anderen Seite an Udo liebe.<\/p>\n<p>&Uuml;brigens &ndash; &auml;hnlich wie bei &bdquo;Die Sonne und Du&ldquo; (in Bezug auf Sunshine Reggae) gibt es bei dem Lied Plagiatsvorw&uuml;rfe. Es gibt einen irischen Song namens &bdquo;Seven Drunken Nights&ldquo; &ndash; in deutscher Version &bdquo;Trunkenbold&ldquo;, der inhaltlich und teilweise auch musikalisch starke Parallelen zu &bdquo;Du trinkst zu viel&ldquo; aufweist. &ndash; Sei es, wie es sei, jedenfalls ist es hoch erfreulich, dass auch dieser Schlager erstmals &uuml;berhaupt auf CD verf&uuml;gbar gemacht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>11. Geschieden (1974, Produktion: Ralph Siegel)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der franz&ouml;sische Chansonnier&nbsp; Michel Delpech hatte einen Hit mit dem Titel &bdquo;Les divorces&ldquo;. Textdichter Eckart Hachfeld hat den Titel quasi w&ouml;rtlich ins Deutsche &Uuml;bersetzt und daraus &bdquo;Geschieden&ldquo; gemacht. Auch der Song ist aus dem Zeitgeist zu sehen &ndash; das Schuldprinzip (&bdquo;<em>Du musst die Schuld alleine tragen<\/em>&ldquo;) gibt es nicht mehr, auch ist es heute nicht mehr so, dass eine Frau sich nun eine Arbeit suchen muss (&bdquo;<em>solange bis Du Arbeit findest<\/em>&ldquo;), sondern im Zweifel bereits berufst&auml;tig ist. Die Ralph-Siegel-Produktion &ndash; ebenfalls aus dem &bdquo;Udo heute&ldquo;-Album &ndash; wurde 1974 als Single herausgebracht, Udo stellte sie in Ilja Richters &bdquo;Disco&ldquo; vor &ndash; aber f&uuml;r das Publikum war das wohl zu schwere Kost, einen echten Hit konnte Udo damit nicht landen. Die weit kommerziellere Umseite (&bdquo;Wilde Kirschen&ldquo;) wurde recht oft auf Udo-Samplern ver&ouml;ffentlicht, &bdquo;Geschieden&ldquo; hingegen findet sich bis dato nur auf dem nicht mehr im Handel erh&auml;ltlichen Album &bdquo;Meine Lieder der 70er&ldquo; &ndash; so gesehen ist es f&uuml;r Fans erfreulich, dass der Song wieder &bdquo;zu haben&ldquo; ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>12. Griechischer Wein (1974, Produktion: Ralph Siegel)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ende 1974 kam die von Ralph Siegel produzierte LP &bdquo;Meine Lieder&ldquo; auf den Markt. Als erste Single daraus wurde ein Lied gew&auml;hlt, bei dem Udo J&uuml;rgens schon lange eine Melodie hatte, aber keinen geeigneten Text. Dr. Michael Kunze bot ihm &bdquo;Sonja wach auf!&ldquo; an &ndash; Udo winkte aber ab. Irgendwann hatte Kunze dann den genialen Einfall: &bdquo;Griechischer Wein&ldquo; &ndash; ein Lied &uuml;ber Fernweh bzw. Sorgen und N&ouml;te der damaligen &bdquo;Gastarbeiter&ldquo; in Deutschland. Damit traf Udo erneut voll ins Schwarze und den Zeitgeist &ndash; der Titel wurde 1975 Hit des Jahres in Deutschland und entpuppte sich zur einzigen Single-Nummer 1, die Udo Zeit Lebens erreichen konnte. (Insofern d&uuml;rfte &bdquo;Griechischer Wein&ldquo; zumindest in Deutschland Udos kommerziell erfolgreichster Song sein und nicht etwa &bdquo;Buenos Dias Argentina&ldquo;).<\/p>\n<p>Zum Leidwesen Udos mutierte der Titel im Lauf der Jahre immer mehr zu einem Partysong, so dass der inhaltliche Aspekt verlorenzugehen drohte. Wenngleich Udo dem versuchte entgegenzusteuern, indem er bei Live-Konzerten zun&auml;chst ohne Schlagzeug sehr langsam den Titel ansingt (, um sofortiges Mitklatschen zu vermeiden und zum Zuh&ouml;ren anzuregen,) ist die sehr kommerzielle Melodie des Songs da wohl Fluch und Segen zugleich &ndash; sp&auml;testens beim Refrain singen alle quasi automatisch mit. &Auml;rgerlich ist in dem Zusammenhang, dass ausgerechnet der Literaturkritiker Hellmuth Karasek dem Song den &bdquo;Ausdruck einer typisch deutschen Ferienseligkeit&ldquo; attestierte &ndash; offensichtlich hat auch der sich nicht mit Udos Text auseinandergesetzt&hellip;<\/p>\n<p>Der Titel wurde unz&auml;hlige Male gecovert &ndash; teilweise auch mit anderem Text (z. B. sang J&uuml;rgen von Manger &bdquo;Bottroper Bier&ldquo; und die Band J. B. O. bejubelte &bdquo;Fr&auml;nkisches Bier&ldquo;). F&uuml;r seine CD &bdquo;Mit 66 Jahren&hellip; was wichtig ist&ldquo; hat Udo den Song selbst noch mal neu aufgenommen (wie &uuml;blich, konnte die Neuaufnahme nicht mit dem Original mithalten). Der Legende nach hat Bing Crosby sein letztes Album nach der englischen Version des Klassikers benannt (&bdquo;Come Share the Wine&ldquo;). Auch Al Martino hat den Song in sein Repertoire aufgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>13. Ein ehrenwertes Haus (1974, Produktion: Ralph Siegel)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Erfolgsalbum &bdquo;Meine Lieder&ldquo; enthielt einen weitern gro&szlig;en Hit &ndash; Udos Abrechnung mit dem Spie&szlig;b&uuml;rgertum: &bdquo;Ein ehrenwertes Haus&ldquo;. Auch diesem Klassiker lassen sich gesellschaftliche Ver&auml;nderungen ablesen &ndash; die damalige Zeile <em>&bdquo;&hellip;weil wir als Paar zusammen leben und noch immer ohne Trauschein sind..<\/em>&ldquo; w&uuml;rde man heute wohl nicht mehr so schreiben, weil bei weitem nicht mehr alle Paare verheiratet sind. Andere Aspekte des Songs sind wiederum erstaunlich aktuell: &bdquo;<em>die Witwe, die verhindert hat, dass hier ein Schwarzer einziehen kann<\/em>&ldquo; &ndash; wenn man an die von Herrn Gauland angezettelte unsinnige Diskussion um den Nachbarn Jerome Boateng denkt, ist es schon erschreckend, wie aktuell manche Aspekte der &bdquo;Anti-Spie&szlig;b&uuml;rger-Hymne&ldquo; so sind.<\/p>\n<p>Schon kurze Zeit nach Ver&ouml;ffentlichung hat der Countrybarde Gunter Gabriel den Song gecovert, Udo selbst ver&ouml;ffentlichte im Jahr 2000 noch mal eine neue &bdquo;Version 2000&ldquo; seines Klassikers auf der CD &bdquo;Mit 66 Jahren &hellip; was wichtig ist&ldquo;. Dar&uuml;ber hinaus nahm er auf der gleichen CD diesen Song mit seinem urspr&uuml;nglichen Text noch mal neu auf (somit wurde dieser Titel 2000 gleich doppelt in Neuaufnahme den Fans pr&auml;sentiert). &ndash; Bemerkenswert ist &uuml;brigens die damalige B-Seite von Udos Erfolgssingle: Udo nahm den Titel &bdquo;Illusionen&ldquo;, den er 1968 mit Alexandra schrieb (Komposition Udo, Text Alexandra) und der von dieser auch ver&ouml;ffentlicht wurde, erstmals in eigener Version auf. International wurde der Titel ein gro&szlig;er Hit als &bdquo;If I Never Sing Another Song&ldquo;, den Sammy Davis jr. als Abschlusstitel seiner Konzerte w&auml;hlte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>14. Aber bitte mit Sahne (1976, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Interview mit dem&nbsp; Journalisten Christian Simon beschrieb Udo den Inhalt seines Erfolgshits wie folgt: &bdquo;<em>Vier Frauen fressen sich in einer Konditorei zu Tode, fallen der Reihe nach vom Stuhl, fahren in den Himmel empor und bitten den Herrgott, dass er ihnen den Weg noch mit Sahne bahne<\/em>&ldquo;. Wegen genau dieser letzten Zeile warf man Udo &bdquo;Gottesl&auml;sterung&ldquo; vor, der Titel wurde zeitweise im Bayerischen Rundfunk nicht gespielt &ndash; geschadet hat es nicht, die von Eckart Hachfeld und Wolfgang Spahr getextete Nummer kam bis auf Platz 5 der deutschen Charts. Udo selbst sprach im Zusammenhang mit dem Song &nbsp;davon, dass der so etwas wie einen &bdquo;Tanzdruck&ldquo; erzeuge und damals sehr modern produziert worden sei &ndash; dem kann ich mich nur anschlie&szlig;en, Joachim Heider ist sicher ein Ausnahmetalent unter den deutschen Produzenten &ndash; er zeichnete f&uuml;r die Produktion, die der LP &bdquo;Meine Lieder 2&ldquo; entnommen wurde, verantwortlich.<\/p>\n<p>Viele Jahre sp&auml;ter war gerade der &bdquo;Sahne&ldquo;-Song einer der Ausl&ouml;ser f&uuml;r eine neue Schlagerwelle. Udo ver&ouml;ffentlichte anl&auml;sslich seines 60. Geburtstages einen &bdquo;Best Of&ldquo;-Sampler namens &bdquo;Aber bitte mit Sahne&ldquo;, einige Jahre sp&auml;ter erschien er &bdquo;Erste-Sahne-Mix&ldquo;. Die Kult-Schlagers&auml;nger Guildo Horn und Dieter Thomas Kuhn nahmen sich seines Songs an, sogar auch die Thrash-Metal-Band &bdquo;Sodom&ldquo;.&nbsp; 1978 sang Udo selber eine Fu&szlig;ball-Version zu seinem Sahne-Song f&uuml;r die Erfolgs-LP &bdquo;Buenos Dias, Argentina&ldquo;. F&uuml;r die CD &bdquo;Aber bitte mit Sahne II&ldquo; wurde noch ein &bdquo;Neu-Mix&lsquo;98&ldquo; hergestellt &ndash; alle Versuche misslangen, die gro&szlig;artige Heider-Produktion auch nur im Ansatz qualitativ zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant ist &uuml;brigens die B-Seite der Single &ndash; &bdquo;Vier Stunden in der Woche&ldquo; &ndash; inhaltlich und musikalisch total kontr&auml;r zur A-Seite &ndash; die h&auml;tte thematisch gut zu &bdquo;Geschieden&ldquo; gepasst&hellip; &#8211; vielleicht bei der n&auml;chsten Hit-Kopplung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>15. Tante Emma (1976, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Durchbl&auml;ttern durch Manuskripte des Textdichters Eckart Hachfeld stie&szlig; Udo auf einen Text, den dieser f&uuml;r die Hamburger Rentnerband vorgesehen hatte. Udo war von der Textidee so begeistert, dass er darum bat, sich selbst des Lieds anzunehmen. Gesagt &ndash; getan: Mit &bdquo;Tante Emma&ldquo; gab Udo ein Pl&auml;doyer f&uuml;r den individuellen Einzelhandel ab &ndash; und das alles Jahrzehnte vor Amazon und Co. &ndash; echte Tante-Emma-L&auml;den gibt es heutzutage kaum noch. Dennoch hat Udo den ebenfalls aus dem &bdquo;Meine Lieder 2&ldquo; stammenden Song bei einem der &bdquo;Einfach ich&ldquo;-Tour 2009 noch mal gen&uuml;sslich &bdquo;ausgebuddelt&ldquo;. Wie so oft, gab es auch hier Diskussionen wegen der &Auml;hnlichkeit zu einem Popsong &ndash; diesmal f&uuml;hlten sich einige musikalisch an Sailors &bdquo;Girls Girls Girls&ldquo; erinnert.<\/p>\n<p>Im Jahr 2000 hat Udo auch diesen Klassiker f&uuml;r sein Album &bdquo;Mit 66 Jahren &hellip; was wichtig ist&ldquo; noch einmal neu aufgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>16. Gefeuert (1977, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit seinem fast 40 Jahre alten Song hat Udo, wie so oft, ein noch immer aktuelles Thema aufgegriffen: Die Arbeitslosigkeit bzw. die Angst um den Job &ndash; insbesondere dann, wenn man treu und langj&auml;hrig seiner Arbeit nachgegangen ist. Im stampfenden Discosound unter der erneut exzellenten Produktion Joachim Heiders macht Udo beklemmend auf die Gef&uuml;hle eines Mannes aufmerksam, der seinen Job verloren hat. Trotz der schweren Kost konnte der Song es bis auf Platz 22 der Charts schaffen &ndash; Udo stellte ihn erneut u. a. in Ilja Richters &bdquo;Disco&ldquo; vor.<\/p>\n<p>Der aus dem Album &bdquo;Meine Lieder 77&ldquo; stammende Song hat auch eine tolle B-Seite &ndash; das Lied ist heute fast popul&auml;rer als &bdquo;Gefeuert&ldquo;, n&auml;mlich: &bdquo;Mein Bruder ist ein Maler&ldquo; &ndash; ein Lied, das Udo seinem Bruder Manfred gewidmet hat und auf Tourneen immer mal wieder ausgegraben hat. Im Jahr 1996 nahm Udo beide(!) Songs im Rahmen des &bdquo;Gestern &ndash; Heute &ndash; Morgen&ldquo;-Projekts noch mal neu auf.<\/p>\n<p>In dem Zusammenhang eine kleine pers&ouml;nliche Erinnerung: Anno 1997 gab es bei Udo-Konzerten so genannte &bdquo;VIP-Tickets&ldquo;, die u. a. eine kurze Begegnung mit Udo beinhalteten. In dieser launigen Pausen-Runde regte ein Zuschauer beim Konzert in der Dortmunder Westfalenhalle an, doch das Lied &bdquo;Gefeuert&ldquo; zu spielen. Udo winkte ab und sagte, das k&ouml;nne er in Dortmund nicht machen. Die Probleme seien dort gerade zu gro&szlig;, und er wolle den Leuten ja Ablenkung von ihrem Alltag bieten und sie nicht belasten. Sprach er &ndash; und welchen Song gab es 15 Minuten sp&auml;ter zu h&ouml;ren? Richtig: &bdquo;Gefeuert&ldquo; &ndash; in meinen Augen eine ganz typische Udo-Anekdote&hellip;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>17. Mit 66 Jahren (1977, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1977 war f&uuml;r Udos Karriere &ndash; ja, f&uuml;r Udos Leben ein entscheidendes Jahr. Er trennte sich von seinem bisherigen Manager Hans R. Beierlein und engagierte den jungen Freddy Burger. Bestehende Vertr&auml;ge f&uuml;r Beierleins &bdquo;Edition Montana&ldquo; mussten aber noch erf&uuml;llt werden. So wurde 1977 noch das Album &bdquo;Lieder, die auf Reisen gehen&ldquo; ver&ouml;ffentlicht, das es nicht in die Charts schaffte. Auch die erste Auskopplung daraus, &bdquo;Boogie Woogie Baby&ldquo;, konnte in Deutschland nicht wirklich punkten (, wobei der Song in &Ouml;sterreich und der Schweiz jeweils die Top-10 erreichen konnte).<\/p>\n<p>Erst mit der zweiten Auskopplung landete Udo wieder einen echten Volltreffer &ndash; mit der Aussicht, wie das Leben wohl als Senior aussehen mag. Im Booklet wird der Song &bdquo;<em>Motivations-Soundtrack f&uuml;r Generationen von Rentnern<\/em>&ldquo; genannt. Eine Premiere der besonderen Art gab es im TV &ndash; erstmals &uuml;berhaupt trat Udo mit diesem Song in der ZDF-Hitparade auf. Obwohl der Song einer der gr&ouml;&szlig;ten Evergreens Udos &uuml;berhaupt ist, schaffte er es in den Charts &bdquo;nur&ldquo; bis auf Platz 23 in Deutschland. Dennoch hat er mit dem Song einen Nerv getroffen &ndash; auch international wurde der Titel ein Hit, beispielsweise in der norwegischen Version von Wencke Myhre. Richtig authentisch ausgelebt wurde er, als Udo im Jahr 2000 66j&auml;hrig unter dem Motto &bdquo;Mit 66 Jahren&ldquo; auf gro&szlig;e Tour ging. Passend zu dem Anlass hat er seinen Oldie noch mal neu aufgelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>18. Der Mann mit der M&uuml;tze (1978, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1978 trainierte der damalige Bundestrainer Helmut Sch&ouml;n mit der Nationalelf, deren Trainer er seit 1964 war, sein letztes Turnier. &Uuml;berragende Erfolge pflasterten seinen Weg &ndash; leider gab es statt eines kr&ouml;nenden Abschlusses die &bdquo;Schmach von Cordoba&ldquo; &ndash; Deutschland unterlag &Ouml;sterreich und schaffte es&nbsp; daher nicht unter die ersten Vier des Turniers.<\/p>\n<p>Dennoch hat Helmut Sch&ouml;n einen guten Abschied verdient, und den haben ihm Udo J&uuml;rgens als Interpret, Dr. Michael Kunze als Textdichter und nicht zuletzt die deutsche Nationalelf als &bdquo;Chor&ldquo; wohl bereitet. In Udos TV-Show &bdquo;Ein Mann und seine Lieder&ldquo; anno 1978 trug Udo das r&uuml;hrselige Lied vor &ndash; Sch&ouml;n rang sichtlich nach Fassung &ndash; und ein vers&ouml;hnlicher Abschluss seiner &uuml;beraus gro&szlig;en Karriere wurde m&ouml;glich gemacht.<\/p>\n<p>Der Titel wurde aus dem Erfolgsalbum &bdquo;Buenos Dias Argentina&ldquo; ausgekoppelt, das es bis auf Platz 1 der deutschen Albumcharts schaffte. Ironie des Schicksals: Gleich das erste Album, das nicht mehr unter dem Einfluss Beierleins stand (kein Zusatz &bdquo;Montana&ldquo;) wurde das erfolgreichste aller Zeiten. &#8211; Im Vinylformat gelang das nur mit zwei Alben: Mit Udo live und eben mit dem Fu&szlig;ball-Album. Beide Alben sind bis heute nie auf CD erschienen &ndash; da darf man froh sein, dass wenigstens dieses Kleinod nun erstmals digital verf&uuml;gbar gemacht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>19. Nur ein L&auml;cheln (1979, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Recht erstaunlich ist, dass nach dem Sensations-Erfolg &bdquo;Buenos Dias&ldquo; das Folgealbum &bdquo;Nur ein L&auml;cheln&ldquo; floppte. Offensichtlich fehlte dem Album ein Hit, dennoch birgt das Album viele wunderbare Perlen. Allein das Titelst&uuml;ck ist sehr bewegend mit einem gro&szlig;artigen Text von Wolfgang Hofer (&bdquo;<em>nur ein L&auml;cheln &ndash; es verhindert keinen Krieg, doch es tr&auml;gt ein St&uuml;ckchen Frieden in die Welt. Nur ein L&auml;cheln &ndash; ja das ist es, was uns heut in dem so genannten &sbquo;Ernst des Lebens&rsquo; fehlt&ldquo;<\/em>.)<\/p>\n<p>Es ist eine gute Idee, den Track mit auf das Album zu nehmen, da das Original bei den gro&szlig;en Best Of-Kopplungen bislang nicht zum Zuge kam &ndash; lediglich die &bdquo;bem&uuml;hte&ldquo; Neuaufnahme bei der &bdquo;Sahne II&ldquo;-CD fand sich auf einer gr&ouml;&szlig;eren Hitzusammenstellung. Hinweis: Auch der Song &bdquo;Superstar&ldquo; aus dem Album bietet sich f&uuml;r eine Auskopplung an &ndash; oder gar der bislang nie auf CD erschienene Song &bdquo;Musik war meine erste Liebe&ldquo; &ndash; den gibt es lediglich im Duett-Format mit Ren&eacute; Kollo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>20. Alles im Griff (1980, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1980 ging Udo wieder auf gro&szlig;e Deutschland-Tournee. Das gro&szlig;artige Konzert &bdquo;Meine Lieder sind wie H&auml;nde&ldquo; ist ja auch auf dem DVD-Set verewigt. Aufgrund des gro&szlig;en Erfolges wurden im&nbsp; Herbst 1980 Wiederholungskonzerte einberaumt. Um daf&uuml;r Werbung zu machen, gab es einige TV-Termine (&bdquo;Der gro&szlig;e Preis&ldquo; und &bdquo;Show-Express&ldquo;), f&uuml;r die eine neue Single produziert wurde. Die beliebte Original-Version von &bdquo;Paris-einfach so nur zum Spa&szlig;&ldquo; findet sich auf CD 1 &ndash; die Umseite ist aber auch hier zu finden. Auch hier l&auml;sst sich in der Pop-Historie ein Song finden, der gewisse (Sound-)&Auml;hnlichkeiten aufweist: &bdquo;Could You Be Loved&ldquo; von Bob Marley.<\/p>\n<p>Den Song hat Udo 2009 bei seiner &bdquo;Einfach ich&ldquo; mit aktualisiertem Text neu pr&auml;sentiert und sich Gedanken zu Obama und den Lehman Brothers gemacht. Ob er zu Trump und Fl&uuml;chtlingskrise auch die passenden Worte gefunden h&auml;tte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>21. Vielen Dank f&uuml;r die Blumen (TV-Versionen) (1981, Produktion: Joachim Heider)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1981 wurde die Zeichentrickfilmserie Tom und Jerry vom ZDF ausgestrahlt. Udo J&uuml;rgens sang die von Siegfried Rabe getextete Titelmelodie dazu &ndash; mit einem Klavier-Intro, das an Genialit&auml;t kaum noch zu &uuml;berbieten ist. Auch das ist wieder einer dieser typischen Klassiker, die nie in den Hitlisten waren, aber dennoch sehr bekannt sind.<\/p>\n<p>Oft stellt sich ja die Frage: Was war zuerst da: Das Huhn oder das Ei? Die Frage stellt sich auch bei dem &bdquo;Blumen&ldquo;-Song. Auf Udos gro&szlig;artiger &bdquo;Willkommen in meinem Leben&ldquo;-LP, auf der viele Evergreens versammelt sind (&bdquo;Gaby wartet im Park&ldquo;, &bdquo;Der gekaufte Drachen&ldquo;, &bdquo;Schenk mir noch eine Stunde&ldquo;) findet sich n&auml;mlich nicht die TV-Fassung, sondern eine (sehr witzige) andere Geschichte. Auf der &bdquo;Merci&ldquo;-Kopplung wurde nun &ndash; erstmals auf einer Udo-CD &ndash; die Original-TV-Fassung verkoppelt. Damit nicht genug: Der (vom Originaltext abweichende) Text der TV-Fassung wurde in der von Barbara Sch&ouml;neberger moderierten Show &bdquo;Merci Udo &ndash; Deutschland sagt Danke&ldquo; gleich zu Beginn vom Publikum gesungen. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss man aber sagen, dass sehr wohl der Titel bereits auf CD erschienen ist, n&auml;mlich auf den Samplern &bdquo;Fernseh-Hits&ldquo; und &bdquo;TV-Hits&ldquo;. Dennoch eine tolle Idee, diesmal die TV-Version zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>22. Lust am Leben (1983, Produktion: Robert Ponger)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Abschluss des ersten Teils der erfolgreichen &bdquo;Lust am Leben&ldquo;-Tour traf sich Udo mit dem damals angesagten Produzenten (und Falco-Entdecker) Robert Ponger, um &uuml;ber eine k&uuml;nftige Zusammenarbeit zu verhandeln. Man vereinbarte die Produktion einer Single, deren Titel das damalige Tour-Motto ausmachte, weil es dazu keinen Titel gab. Ponger produzierte dann tats&auml;chlich die Single &ndash; mit dem Ergebnis waren damals weder Udo noch Ponger zufrieden. Dem Vernehmen nach gab sich Ponger als Produzent zu dominant &ndash; und Udo beschloss, seine n&auml;chste LP (&bdquo;Traumt&auml;nzer&ldquo;) selber zu produzieren &ndash; absolut ungew&ouml;hnlich in Udos Karriere: &bdquo;Lust am Leben&ldquo; ist eine Single eines Produzenten, der sofort mit dem n&auml;chsten Produkt wieder ausgebootet wurde.<\/p>\n<p>Sowohl Vorder- als auch R&uuml;ckseite (&bdquo;Ich war niemals fort von Dir&ldquo;) produzierte Udo 1996 noch einmal neu f&uuml;r seine &bdquo;Gestern &ndash; Heute &ndash; Morgen&ldquo;-CD. Wie &bdquo;gut&ldquo; Udo das Original des Liedes gefiel, erkennt man daran, dass die Single-Version nie wieder auf irgendeinem Tontr&auml;ger erschienen ist &ndash; nun liegt es erstmals in CD-Version vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>23. Das w&uuml;nsch&rsquo; ich Dir (1982, Produktion: Harold Faltermeyer)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die (leider) letzte Produktion Udos mit dem Erfolgsproduzenten Harold Faltermeyer war die Single &bdquo;Das w&uuml;nsch&rsquo; ich Dir&ldquo;. Der Titel hat schon alleine deshalb Geschichte geschrieben, weil er als A-Seite gew&auml;hlt wurde, da die B-Seite (&bdquo;Ich war noch niemals in New York&ldquo;) wohl nicht erfolgversprechend schien &ndash; auch damals waren echte &bdquo;Experten&ldquo; am Werk. Dennoch ist das Abschiedslied, das textlich inhaltlich etwas an &bdquo;Merci Cherie&ldquo; erinnert, nicht zu untersch&auml;tzen. Im Rahmen der &bdquo;Jetzt oder nie&ldquo;-Tour hat Udo den Song mit einem sensationellen, gro&szlig;artigen Arrangement neu vorgetragen &ndash; unvergesslich..<\/p>\n<p>\n&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>24. Udo J&uuml;rgens und Xavier Naidoo &ndash; &bdquo;Ich glaube&ldquo; (2000)<\/u><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was heutzutage angeblich technisch nicht realisierbar ist, war 2000 noch eine Selbstverst&auml;ndlichkeit: Live-Gesang. Bei Udos am 09. September 2000 aufgezeichneter Geburtstagsgala zum 66. Geburtstag mussten ALLE Beteiligten live singen und musizieren &#8211; so konnte der junge Xavier Naidoo zeigen, was er kann und sang mit Udo im Duett &bdquo;Ich glaube&ldquo; &ndash; eine Sternstunde, die nun erstmals auf Tontr&auml;ger verf&uuml;gbar gemacht wurde.<\/p>\n<p>Weiterhin bleibt r&auml;tselhaft, warum die Kooperation Udos mit den S&ouml;hnen Mannheims (&bdquo;Und wenn ein Lied&ldquo; wurde angeblich gemeinsam eingesungen) noch immer im Giftschrank steht und nicht &ouml;ffentlich zug&auml;nglich gemacht wird &ndash; na ja, so gibt es immerhin noch weitere Ziele&hellip;<\/p>\n<p>Stephan Imming, 27.11.2016<br \/>https:\/\/www.sonymusic.de\/catalog-and-media-concepts<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Udo-J\u00fcrgens-Kenner Stephan Imming bespricht die 24 (!) Tracks des zweiten Albums &#8230;:\u00a0 1. 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