{"id":71314,"date":"2016-12-01T00:00:00","date_gmt":"2016-12-01T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=71314"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Das-3-DVD-Set-Merc-71313","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Das-3-DVD-Set-Merc-71313\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>Das 3-DVD-Set &quot;Merci, Udo!&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Dessen Fazit zu dieser umfangreichen: DVD-Kollektion: &#8222;umwerfend und faszinierend&#8220;!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der n&auml;chste folgt sogleich&hellip; vor ein paar Tagen habe ich an dieser Stelle die im wahrsten Sinne des Wortes einwandfrei erarbeitete Dreier-CD <strong>&bdquo;MERCI, UDO!<\/strong> von <strong>UDO J&Uuml;RGENS<\/strong> vorgestellt (siehe <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/77463\/\">HIER &#8230;:<\/a><\/strong>)<\/p>\n<p>Ja, und nun nahm ich mir vom vergangenen Wochenende an das dazugeh&ouml;rige Drei-DVD-Set vor. Warum nur, warum, hat es f&uuml;r meine Verh&auml;ltnisse recht lange gedauert, bis dieser heute und hier ver&ouml;ffentlichte Artikel druckreif fertig geworden ist? Darauf kann ich nur ehrlich und aufrichtig antworten: Weil die &bdquo;Katalogis&ldquo; von Ariola\/SONY, mitsamt ihrer Helfer, auch in diesem Falle eine wahrhaft phantastische Arbeit geleistet haben &ndash; und auf insgesamt drei DVDs, ebenfalls unter dem Titel <strong>&bdquo;MERCI, UDO!&ldquo;<\/strong>, mehr als acht (!) Stunden durchwegs sehenswertes, musik- und kulturhistorisch &uuml;beraus relevantes Material aus f&uuml;nf Dekaden Udo J&uuml;rgens liebevoll und gewissenhaft zusammengestellt haben, wovor ich nur in aller Demut meinen Hut ziehen kann.<\/p>\n<p>Die erste DVD von <strong>&bdquo;MERCI, UDO!&ldquo;<\/strong> versammelt ganze 50 (!) tolle, rare TV-Beitr&auml;ge des gro&szlig;en K&auml;rntner Chansoniers in einer Gesamtl&auml;nge von &ndash; sage und schreibe &ndash; drei Stunden und acht Minuten, aus den Jahren von 1960 bis 2014.<\/p>\n<p>Die ersten Titel sind nat&uuml;rlich noch in Schwarzwei&szlig; gehalten. Wir h&ouml;ren und sehen zu Beginn von DVD-01 z.B. die herzerweichende Superschnulze <strong>&bdquo;Jenny&ldquo;<\/strong>, mit der Udo am 28. Juli 1960 beim belgischen &bdquo;Songfestival von Knokke&ldquo; f&uuml;r Deutschland teilnahm, den feschen, aber nicht selbstgeschriebenen &sbquo;Rockin&lsquo; Mambo&lsquo; <strong>&bdquo;Swing am Abend&ldquo;<\/strong> (1961), den schw&uuml;lstigen Blues <strong>&bdquo;Frag nie&ldquo;<\/strong> aus der WDR-Sendung &bdquo;Prisma des Westens&ldquo;, oder das kesse <strong>&bdquo;Beautiful Dreamgirl&ldquo;<\/strong>, die Single-B-Seite des Hits &bdquo;Warum nur, warum&ldquo;, als surreale Marionetten-Animation.<\/p>\n<p>Aus der &bdquo;DDR&ldquo;-Show &bdquo;Mit ganzem Herzen dabei&ldquo; (25.12.1965) fanden <strong>&bdquo;Sag ihr, ich lass sie gr&uuml;&szlig;en&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Siebzehn Jahr, Blondes Haar&ldquo;<\/strong> und eben <strong>&bdquo;Warum nur, warum&ldquo;<\/strong>, begleitet von einem ostzonalen Showorchester, den Weg auf &bdquo;Merci, Udo!&ldquo;. Das melodramatische Chanson <strong>&bdquo;Sag mir wie&ldquo;<\/strong> gab&rsquo;s am 14. Februar 1966 im legend&auml;ren Ratgeber- und Boulevardmagazin des ZDF, &bdquo;Die Drehscheibe&ldquo;, in Form einer Playback-Darbietung in einem herbstlichen Park zu sehen, zu h&ouml;ren; der wilde Gospelpop <strong>&bdquo;Nobody knows&ldquo;<\/strong>, basierend auf einem der bekanntesten Spirituals der Welt, welches bereits 1925 erstmals von der US-Operns&auml;ngerin Marian Anderson aufgenommen und 1957 von ihrer Kollegin Mahalia Jackson zu einem Hit gemacht worden war, f&uuml;hrte Udo in der ZDF-Silvestergala des Jahres 1966, &bdquo;Es funkeln die Sterne&ldquo;, begleitet von skurrilen, im Fitness-Kost&uuml;m bekleideten T&auml;nzerinnen, auf. Im ZDF-Informationsmagazin &bdquo;Paris Aktuell&ldquo;, am 20.M&auml;rz 1967, pr&auml;sentierte Udo die franz&ouml;sische Version seines 1966er-Siegertitels beim &bdquo;Grand Prix Eurovision de la Chanson&ldquo;, <strong>&bdquo;Merci, Cherie&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Zu <strong>&bdquo;Geh vorbei&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Was ich Dir sagen will&ldquo;<\/strong> wurden 1967 f&uuml;r die Ausstrahlung in der &bdquo;ZDF-Drehscheibe&ldquo; zwei Videoclips gedreht; erstere Ballade fand am Siegestor in M&uuml;nchen-Schwabing bei Nacht seine visuelle Umsetzung; letzteres Liebesgest&auml;ndnis in einem Riesen Fu&szlig;ballstadion.<\/p>\n<p>Willkommen in den 70er Jahren: <strong>&bdquo;Es wird Nacht, Senorita&ldquo;<\/strong> &ndash; ohnehin mit einem frivoleren Text von Walter Brandin ausstaffiert &ndash; sang Udo in der einst&uuml;ndigen, f&uuml;r damalige Verh&auml;ltnisse recht schl&uuml;pfrigen ZDF-Sp&auml;tabendshow &bdquo;Nightclub&ldquo;, die von dem Schauspieler und Synchronsprecher Gerd Vespermann geleitet wurde. Und nun noch mal ein kleiner R&uuml;ckschritt in die ausgehenden 60er: Die 1967er-Singles <strong>&bdquo;Morgen wirst Du nicht mehr allein sein&ldquo;<\/strong>, ein zickiger Beat-Schlager, und das von Joachim &bdquo;Blacky&ldquo; Fuchsberger betextete, philosophische Chanson &uuml;ber das oft traurige Ende von Lebensphasen, wie Kindheit, Schulzeit, Erster Liebe etc., <strong>&bdquo;Der gro&szlig;e Abschied&ldquo;<\/strong>, boten am 13. Januar 1968 das musikalische Rahmenprogramm in Hans-Joachim Kulenkampffs ARD-Quizsendung &bdquo;Einer wird gewinnen&ldquo; &ndash; &bdquo;und das alles in Farbe&ldquo;, da der damalige Vizekanzler und Au&szlig;enminister Willy Brandt (SPD, ein Parteifreund von &bdquo;Kuli&ldquo;) am 25. August 1967, um 10.57 Uhr, auf der 25. Gro&szlig;en Berliner Funkausstellung feierlich per (wenn auch misslungenen) Knopfdrucks die &Auml;ra des Farbfernsehens er&ouml;ffnet hatte.<\/p>\n<p>Am 28. April 1968 hatte der franz&ouml;sische Chansons&auml;nger Gilbert Becaud eine eigene Personality-Show, die da hie&szlig; &bdquo;Monsieur 100.000 Volt&ldquo; im Deutschen Fernsehen, bei der der &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo;-Mentor Truck Branss die Regie f&uuml;hrte. Udo war hier zu Gast und intonierte den swingenden Piano-Jazz <strong>&bdquo;Ol&lsquo; Man River&ldquo;<\/strong>, den Jerome Kern und Oscar Hammerstein II 1927 f&uuml;r das Musical &bdquo;Show Boat&ldquo; komponiert hatten.<\/p>\n<p>Dito in der &bdquo;Drehscheibe&ldquo; &ndash; dieses Mal in der Ausgabe vom 14. September 1969 &ndash; ert&ouml;nte die nicht so bekannte Single <strong>&bdquo;Hier bin ich zu Hause&ldquo;<\/strong>, eine Walzerballade, im Zuge deren Darbietung Udo von seiner Kindheit in K&auml;rnten, im Schloss Ottmanach, dem Reiseschloss von Napoleon, wo er aufgewachsen ist, r&uuml;ckblickend erz&auml;hlte.<\/p>\n<p>In der damals neuen ZDF-Donnerstagabend-Show &bdquo;Drei mal Neun&ldquo;, mit Wim Thoelke, gastierte Udo am 10. September 1970, mit der erst wiegenden, dann aufbrausenden Chanson-Arie <strong>&bdquo;Deine Einsamkeit&ldquo;<\/strong>, einer Single aus ebenjenem Jahr, sowie mit dem bunten Hippie-Tanz <strong>&bdquo;Peace now&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Das umstrittene Protestlied <strong>&bdquo;Lieb Vaterland&ldquo;<\/strong> trug Udo am 26. April 1971 (Mensch, da gab es mich schon 11 Tage lang auf Erden ;-), im zeitgem&auml;&szlig;en Popelin-Mantel bekleidet, mal wieder in der &bdquo;Drehscheibe&ldquo; vor; in ebenjener ZDF-Sendung vom 07. November 1971, h&ouml;rten wir (also, ich vielleicht gerade im Kinderwagen&hellip;) das Lied zur ARD-&bdquo;Fernsehlotterie&ldquo; meines Geburtsjahres, <strong>&bdquo;Zeig mir den Platz an der Sonne&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Abermalig f&uuml;r die sich &bdquo;dreh&ldquo;hende &bdquo;Scheibe&ldquo; fuhr am 21. Juli 1972 Udo in die Miniaturwelt &bdquo;Mini Mundus&ldquo; in Klagenfurt und interpretierte dort den typisch f&uuml;r die fr&uuml;hen 70er Jahre stehenden Power-Schlager <strong>&bdquo;Vergiss die Liebe nicht&ldquo;<\/strong>, arrangiert mit starken, eindringlichen Rhythmen und vielen Bl&auml;sern.<\/p>\n<p>Beim gesch&auml;tzten Kollegen Ilja Richter reichte er &ndash; allerdings im Vollplayback-Verfahren &ndash; das teils sehr wahre Schlagerchanson <strong>&bdquo;Der Teufel hat den Schnaps gemacht&ldquo;<\/strong> dar (dann aber dennoch wohl nicht sooo realit&auml;tsbezogen, da mir Erwin Teufel bislang eher als CDU-Ministerpr&auml;sident von Baden-W&uuml;rttemberg zwischen 1991 und 2005 bekannt war, denn als Hersteller hochprozentiger Alkoholika) ;- )<\/p>\n<p>Auf der weltweit gr&ouml;&szlig;ten Musikmesse &bdquo;Midem&ldquo; in Cannes, lie&szlig; Udo am 27. Januar 1973 den Zigan <strong>&bdquo;Spiel, Zigan, spiel&ldquo;<\/strong> spielen; das freche Couplet <strong>&bdquo;Wilde Kirschen<\/strong>, Doppel-A-Seite von &bdquo;Geschieden&ldquo;, 1974, stellte Udo am 06. April jenen Jahres bei Heinz Schenks kultiger Bembel-Verschenk-Show &bdquo;Zum Blauen Bock&ldquo; (von meinem Herrn Vater stets trefflich als &bdquo;Zum Geilen Bock&ldquo; betitelt) (leider erneut &sbquo;Playback&lsquo;) vor. Die zweite Seite dieser 45er, <strong>&bdquo;Geschieden&ldquo;<\/strong>, kam hingegen am 08. Juni 1974 bei Iljas &bdquo;Disco&ldquo; zum Einsatz.<\/p>\n<p>In derselben Sendung sang Udo dito am 01. Februar 1975 sowohl den gef&uuml;hlvollen Tophit <strong>&bdquo;Griechischer Wein&ldquo;<\/strong>, als auch die bitterb&ouml;se Spie&szlig;er-Parodie <strong>&bdquo;Ehrenwertes Haus&ldquo;<\/strong>; die weiteren Allzeit-Rei&szlig;er <strong>&bdquo;Aber bitte mit Sahne&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Tante Emma&ldquo;<\/strong> gab Udo am 16. Oktober 1976 in der seinerzeit sehr gefragten ZDF-Show &bdquo;Starparade&ldquo; zum Besten, die von dem Phantasten und sp&auml;teren Verschw&ouml;rungstheoretiker Rainer Holbe (also, einer Art Xavier Naidoo der 70er Jahre&hellip;) moderiert wurde.<\/p>\n<p>Das rockig-trotzige <strong>&bdquo;Gefeuert&ldquo;<\/strong> (25.06.1977) und einer <em>DER<\/em> Udo-Gassenhauer schlechthin, <strong>&bdquo;Mit 66 Jahren&ldquo;<\/strong>, (23.01.1978) &ndash; inkl. eines kurzen Live-Intros von &bdquo;Sahne&ldquo; &#8211; wurden mal wieder von Herrn von und zu Richter in dessen &bdquo;Disco&ldquo; angesagt; der obligatorische Fu&szlig;ball-Hymnus <strong>&bdquo;Buenos Dias, Argentina&ldquo;<\/strong> untermalte, gemeinsam mit der (damaligen) Deutschen Nationalmannschaft, das &bdquo;Aktuelle Sportstudio&ldquo; des ZDF am 18. Februar 1978, ein paar Monate vor der Fu&szlig;ball-WM in Argentinien.<\/p>\n<p>Seinen 13. Auftritt in Rainer Holbes &bdquo;Starparade&ldquo; zelebrierte Udo am 20. Dezember 1979 mittels zweier Titel aus seiner LP &bdquo;Udo &acute;80&ldquo;, die da hei&szlig;en <strong>&bdquo;Ich wei&szlig;, was ich will&ldquo;<\/strong> und &bdquo;<strong>Sie ist nicht wie Du&ldquo;<\/strong>; die im Herbst 1980 ver&ouml;ffentlichte Non-Album-Single <strong>&bdquo;Paris &ndash; einfach so nur zum Spa&szlig;&ldquo;<\/strong> wurde &sbquo;Playback&lsquo; am 25. September jenen Jahres bei Michael Schanzes &bdquo;Show-Express&ldquo; &sbquo;performt&lsquo; (wie man neudeutsch so (un)sch&ouml;n sagt).<\/p>\n<p>Als meine Familie und ich uns in den Fr&uuml;hjahrsferien 1982 gerade in Timmendorfer Strand (im &bdquo;Hotel Wohlburg&ldquo;) befanden, lief eines sch&ouml;nen donnerstagabends mal wieder die genannte Musikshow Michael Schanzes im ZDF, in der Udo, neben seinem deutlich NDW-beeinflussten Synthi\/Wave-Verschnitt <strong>&bdquo;Die Glotze (&hellip;und das alles in Farbe)&ldquo;<\/strong> &ndash; seinerzeit erste Singleauskoppelung aus der sehr stilvielf&auml;ltigen 1982er-LP &bdquo;Silberstreifen&ldquo; &ndash;, auch zum ersten Male &uuml;berhaupt den heutzutage nicht mehr wegzudenkenden Kultschlager <strong>&bdquo;Ich war noch niemals in New York&ldquo;<\/strong> sang (resp. &sbquo;performte&lsquo;&hellip;), was letzten Endes eine Urauff&uuml;hrung dieses l&auml;ngst zu deutschem Kulturgut avancierten Liedes bedeutete.<\/p>\n<p>Mit dem von Falco-Entdecker Robert Ponger produzierten, hymnisch-kritischen Edel-Synthipop <strong>&bdquo;Lust am Leben&ldquo;<\/strong> diente Udo am 05. Mai 1983 als Stargast in der Personality-Show &bdquo;Zu meinem Gl&uuml;ck geh&ouml;rt Musik&ldquo; der gro&szlig;en griechischen Diva Nana Mouskouri. Zu Vollplayback und Akkordeon gab&rsquo;s am 15. Oktober 1983 in Frank Elstners Gro&szlig;er Samstagabendshow &bdquo;Wetten, dass&hellip;&ldquo; den eing&auml;ngigen Pop-Reggae <strong>&bdquo;Die Sonne und Du&ldquo;<\/strong> zu h&ouml;ren und zu sehen.<\/p>\n<p>Daran anschlie&szlig;end findet sich der Original-Videoclip zum Titellied von Udos 1983er-LP <strong>&bdquo;Traumt&auml;nzer&ldquo;<\/strong> auf &bdquo;Merci, Udo!&ldquo;, f&uuml;r dessen Dreh sich der Weltklasse-S&auml;nger per Hubschrauber, mitsamt eines echten Pianos, auf das Jungfraujoch in den Berner Alpen fliegen lie&szlig;, um dort bei Eisesk&auml;lte diesen sehr imposanten und ausdrucksstarken, kleinen Musikfilm zu drehen.<\/p>\n<p>Am Donnerstag, dem 04.Oktober 1984, einen Tag vor den Herbstferien, nach einem langen Schultag mit Gemischtquadratischen Gleichungen in Mathematik bei Herrn Gl&ouml;er, der &bdquo;Schachnovelle&ldquo; von Stefan Zweig in Deutsch bei Herrn von Stanislawski und &bdquo;The Hound of Baskervilles&ldquo; im Englischunterricht bei Frau Petersen, genossen wir zu Hause einmal mehr die aktuelle Ausgabe der Anfang 1984 gestarteten &bdquo;Show-Express&ldquo;-Nachfolgereihe &bdquo;Show &amp; Co. mit Carlo&ldquo; (von Tiedemann! der Verf.), in derselben Udo, zwar nicht &sbquo;live&lsquo;, aber trotzdem begleitet vom ph&auml;nomenalen &bdquo;Orchester Pepe Lienhardt&ldquo;, die zwei Singles aus seiner gefeierten 1984er-LP &bdquo;Hautnah&ldquo; darreichte: <strong>&bdquo;Rot bl&uuml;ht der Mohn&ldquo;<\/strong>, &uuml;ber das tragische Schicksal eines Drogenabh&auml;ngigen, und <strong>&bdquo;Liebe ohne Leiden&ldquo;<\/strong>, ein gef&uuml;hlvolles Duett mit seiner fl&uuml;gge gewordenen Tochter Jenny.<\/p>\n<p>Den (diesmal tats&auml;chlich!) Live(!)-Mitschnitt des Calypso-Standards <strong>&bdquo;Mathilda&ldquo;<\/strong> genossen wir am 26. M&auml;rz 1989 in der ZDF-Personality-Show des unschlagbaren Weltenbummlers Harry Belafonte, als Zwiegesang von Udo mit &nbsp;demselben, w&auml;hrend der offensive Kabarettpop <strong>&bdquo;Na Und?&ldquo;<\/strong> (aus der 1991er-LP &bdquo;Geradeaus&ldquo;), gemeinsam mit der &ouml;sterreichischen Anarcho-Combo &bdquo;Erste Allgemeine Verunsicherung&ldquo; (deren Songschreiber Thomas Spitzer f&uuml;r den spritzig-querdachten Text verantwortlich zeichnete!) am 10. Oktober 1991 in der von Pit Weyrich moderierten ZDF-Show &bdquo;Die bessere H&auml;lfte&ldquo; zu Geltung kam!<\/p>\n<p>Obwohl Udo auf seiner 1995er-CD &bdquo;Z&auml;rtlicher Chaot&ldquo; die damals sehr beliebte Volkst&uuml;mliche Welle konkurrenzlos vergackeierte (&bdquo;Humptata und T&auml;t&auml;r&auml;&ldquo;), brachte er seinen ebenjener Silberscheibe entstandenen, &bdquo;Pet Shop Boys&ldquo;-artigen Synthirocker <strong>&bdquo;Heute beginnt der Rest Deines Lebens&ldquo;<\/strong> am 30. Mai 1996 in der &ndash; man h&ouml;re und staune &ndash; &bdquo;Volkst&uuml;mlichen Hitparade&ldquo; zu Geh&ouml;r.<\/p>\n<p>Der famosen 2005er-CD &bdquo;Jetzt oder nie&ldquo;, entstammt die furiose Ballade <strong>&bdquo;Bis ans Ende meiner Lieder&ldquo;<\/strong>, die Udo in der Weihnachtsfolge von &bdquo;Willkommen bei Carmen Nebel&ldquo; am 22. Dezember 2015 auff&uuml;hrte, w&auml;hrend zwei Jahre sp&auml;ter &#8211; 2007 &ndash; in der &bdquo;ZDF-Hitparty&ldquo; zu Silvester zum &ndash; naja, nicht unbedingt tiefg&auml;ngigen &ndash; <strong>&bdquo;Erste Sahne Mix&ldquo;<\/strong> fr&ouml;hlich und ausgelassen getanzt wurde, der Fragmente aus den Titeln &bdquo;Es lebe des Laster&ldquo;, &bdquo;Aber bitte mit Sahne&ldquo;, &bdquo;Ehrenwertes Haus, &bdquo;Mit 66 Jahren&ldquo;, &bdquo;Ich war noch niemals in New York&ldquo;, &bdquo;Vielen Dank f&uuml;r die Blumen&ldquo;, &bdquo;Boogie Woogie Baby&ldquo;, &bdquo;Tante Emma&ldquo; und &bdquo;Frauen&ldquo; beinhaltete.<\/p>\n<p>2014, kurz vor seinem Tod, trat Udo mit dem krossen Boogie-Rocker <strong>&bdquo;Der Mann ist das Problem&ldquo;<\/strong> (aus seinem letzten Studioalbum &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;) nochmals bei &bdquo;Wetten, dass&hellip;&ldquo; auf &ndash; seinen wehm&uuml;tigen und doch noch so offensiven Abschiedsgesang <strong>&bdquo;Mein Ziel&ldquo;<\/strong> konnten die Fans, sicherlich nicht wenige von uns mit Tr&auml;nen in den Augen, erst nach seinem Tod, am 25.12.2014 in der &bdquo;Helene-Fischer-Show&ldquo; betrachten.<\/p>\n<p>Die zweite DVD bietet eine Spielzeit von zwei Stunden und 33 Minuten auf und zeigt zuerst die am 07. April 1969 erstausgestrahlte Dokumentation <strong>&bdquo;Udo und seine Musik&ldquo;<\/strong>, die in einer Kooperation von ZDF und ORF kreiert worden war und mehrheitlich klingende Expertisen aus den LPs &bdquo;Was ich Dir sagen will&ldquo; (1967) und &bdquo;Udo&ldquo; (1968) in sich tr&auml;gt. Wir sehen Konzertmitschnitte, extra f&uuml;r die Sendung hergestellte Musikvideos, Impressionen betreffs der Vorg&auml;nge hinter der B&uuml;hne, aus dem Tonstudio, sowie Eindr&uuml;cke aus Udos Familienleben mit seinen Kindern Johnny und Jenny.<\/p>\n<p>Als musikalische Leckerbissen innerhalb dieser sehr eingehenden Darstellung von Udos damaligem Dasein als K&uuml;nstler und Mensch, vernehmen wir z.B. den 1927 entstandenen Blues-Swing-Verschnitt <strong>&bdquo;Lonesome Road&ldquo;<\/strong>, der zuvor von Jazz-Gr&ouml;&szlig;en, wie Louis Armstrong, Frank Sinatra oder Ella Fitzgerald, eingesungen worden war, den&nbsp; einschmeichelnden Popblues <strong>&bdquo;Jeder Traum hat ein Ende&ldquo;<\/strong> aus der zweiten 1968er-LP &bdquo;Mein Lied f&uuml;r Dich&ldquo; &ndash; eine deutsche Version von &bdquo;At the End of a Rainbow&ldquo; (1958) des US-Pianisten und Organisten Earl Grant -, die romantische Swing-Ballade <strong>&bdquo;The Shadow of your Smile&ldquo;<\/strong>, die wir von Frank Sinatra, Tony Bennet, Oscar Peterson oder gar dem anderen Udo, also Udo Lindenberg (auf Deutsch, als sarkastische Kohl-Parodie &bdquo;Helmut Owiewohl &ndash; mein Sexidol&ldquo;), kennen oder den 1930er-Jazz-Standard <strong>&bdquo;On the Sunny Side of the Street&ldquo;<\/strong>, den es wiederum in verschiedenen Interpretationen, gleichfalls von &bdquo;Onkel Satchmo&ldquo; und &bdquo;Ol&lsquo; Blue Eyes&ldquo; gibt, wie von Nat King Cole oder Barry Manilow.<\/p>\n<p>Der Musical-Showstopper <strong>&bdquo;Ol&lsquo; Man River&ldquo;<\/strong> (aus &bdquo;Showboat&ldquo;) und das von Udo noch 2005 auf seiner Setlist f&uuml;r seine solistischen Darbietungen, nur am Piano, (festgehalten auf der DVD &bdquo;Live am Gendarmenmarkt, V&Ouml;: 2006) notierte Jazz-Sahnest&uuml;ckchen <strong>&bdquo;That Lucky Old Sun&ldquo;<\/strong>, sind desgleichen Bestandteile von &bdquo;Udo und seine Musik&ldquo;.<\/p>\n<p>Als deutschsprachige Titel fanden z.B. <strong>&bdquo;Jenny<\/strong>&ldquo;, <strong>&bdquo;Sag ihr, ich lass sie gr&uuml;&szlig;en&ldquo;<\/strong>, dessen Single-B-Seite <strong>&bdquo;Du sollst die Welt f&uuml;r mich sein&ldquo;<\/strong>, der coole Bossa Nova <strong>&bdquo;Ich frage nicht&ldquo;<\/strong>, der gef&uuml;hlsbetonte Schleicher <strong>&bdquo;Wenn die Nacht vergeht&ldquo;<\/strong>, oder der fetzige Popsong <strong>&bdquo;Du lebst in dieser Stadt&ldquo;<\/strong> in das Repertoire von dieser TV-Dokumentation.<\/p>\n<p>Schlussendlich spielte Udo &ndash; unter der Nutzung einer Melodica &ndash; den US-Folksong <strong>&bdquo;Cottonfields&ldquo;<\/strong> &sbquo;live&lsquo;, danach eine &uuml;berdrehte Swing-Version des Gospels <strong>&bdquo;Nobody knows&ldquo;<\/strong>, seinen 1966er-&bdquo;Grand Prix&ldquo;-Siegertitel &nbsp;<strong>&bdquo;Merci, Cherie&ldquo;<\/strong> und als Zugaben das frivole Chanson <strong>&bdquo;Es wird Nacht, Senorita&ldquo;<\/strong> und bereits erw&auml;hnten Edelcalypso <strong>&bdquo;Mathilda&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Seitens Fans und Experten von jeher sehr begehrt, ist das am 08. Januar 1977 in der Rhein-Main-Halle zu Wiesbaden f&uuml;r das ZDF gefilmte Konzert <strong>&bdquo;Udo &acute;77&ldquo;<\/strong>. Die Ausstrahlung erfolgte am 12. M&auml;rz 1977. Bei der f&uuml;r &bdquo;Merci, Udo!&ldquo; reanimierten Show handelt es sich um dieselbe, wie die auf der genauso betitelten Ariola-Doppel-LP festgehaltene, wobei die Duette mit den damals als Starg&auml;ste gebuchten Souls&auml;ngerinnen der &bdquo;Supremes&ldquo; (wohl aus rechtlichen Gr&uuml;nden) a.D. 2016 entfallen. Die rare Doppel-LP wurde bis heute nie auf CD neuaufgelegt, sie ist nur noch &ndash; sehr selten &#8211; im Zweite-Hand-Bereich erh&auml;ltlich. Udo wurde supportiert vom vielk&ouml;pfigen Orchester Willy Uebelherr, der insgesamt 14 Jahre lang als Bandleader f&uuml;r ihn t&auml;tig war.<\/p>\n<p>Mit einem zeittypischen blauen Anzug bekleidet, startete Udo nach einem orchestralen Intro, bestehend aus <strong>&bdquo;Was ich Dir sagen will&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Sag Ihr, ich lass&lsquo; sie gr&uuml;&szlig;en&ldquo;<\/strong>, den wahrhaftig immens mitrei&szlig;enden Konzertabend mit ein paar Strophen aus seinen immerw&auml;hrenden Kn&uuml;llern <strong>&bdquo;Immer wieder geht die Sonne auf&ldquo;<\/strong>,&nbsp; <strong>&bdquo;Siebzehn Jahr, Blondes Haar&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Anuschka&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Zeig mir den Platz an der Sonne&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Auf ein paar Bruchst&uuml;cke aus &bdquo;<strong>Wenn ich Deine Liebe brauche&ldquo;<\/strong> (1975, aus der LP &bdquo;Ein neuer Morgen&ldquo;), folgen zun&auml;chst <strong>&bdquo;Aber bitte mit Sahne&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Griechischer Wein&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Tante Emma&ldquo;<\/strong> in voller L&auml;nge und daraufhin ein bluesig-jazzig arrangiertes Potpourri aus der amerikanischen Folkballade <strong>&bdquo;Clementine&ldquo;<\/strong>, dem ferner aus den USA stammenden Anti-Kriegs-Lied <strong>&bdquo;Down by the Riverside&ldquo;<\/strong>, dem afroamerikanischen Gospel <strong>&bdquo;Joshua fit the Battle of Jericho&ldquo;<\/strong> und dem Spiritual <strong>&bdquo;He&rsquo;s got the whole World in his Hand&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Nun gab Udo bei der Juxnummer <strong>&bdquo;Du trinkst zu viel&ldquo; <\/strong>den lallenden Besoffenen; bei <strong>&bdquo;Spiel, Zigan, spiel&ldquo;<\/strong> ist ein Solo-Geiger mit von der Partie, bevor der Kinderchor &bdquo;Die Sonntagskinder&ldquo; (die &uuml;brigens auch Heino auf seiner 1978er-LP &bdquo;Hurra, wir fahren ins Gr&uuml;ne&ldquo; vokalistisch unterst&uuml;tzten) die B&uuml;hne st&uuml;rmte und den Star des Abends bei den liebenswerten James-Kr&uuml;ss-Vertonungen <strong>&bdquo;Der kleine Bolivianer&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Es reift so viel Weizen&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Der Johnny und die Jenny, die reisten durch die Welt&ldquo;<\/strong> (aus der 1971er-LP &bdquo;Johnny und Jenny &ndash; Alle Kinder dieser Welt&ldquo;) zu begleiten, wobei darauf hingewiesen werden muss, dass auch die sp&auml;tere TV-Moderatorin und Kom&ouml;diantin Anke Engelke elfj&auml;hrig bei den &bdquo;Sonntagskindern&ldquo; und eben bei diesem Auftritt aktiv war.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Der Zirkus darf nicht sterben&ldquo;<\/strong> (aus der 1976er-LP &bdquo;Meine Lieder II&ldquo;), das sehr authentisch ausformulierte Scheidungsdrama <strong>&bdquo;Vier Stunden in der Woche&ldquo;<\/strong> (dito), und das unvermeidliche <strong>&bdquo;Ehrenwerte Haus&ldquo;<\/strong>, leiteten &uuml;ber in ein instrumentales Medley aus <strong>&bdquo;Cottonfields&ldquo;<\/strong>, und <strong>&bdquo;Es wird Nacht, Senorita&ldquo;<\/strong>, bei dem ziemlich fragw&uuml;rdige, karnevalistisch anmutende Halb-Nackt-T&auml;nzerinnen eher d&uuml;mmlich herumkreuchten und fleuchten, bevor neuerlich Udo die B&uuml;hne enterte, mit <strong>&bdquo;Mathilda&ldquo;<\/strong> aufwartete, und in Folge eine deutsch\/englisch\/franz&ouml;sische Sichtweise von <strong>&bdquo;Was ich Dir sagen will&ldquo;<\/strong> sang.<\/p>\n<p>Es erklangen bald darauf, rund f&uuml;nf Minuten lang, am Piano sozusagen &sbquo;gesungene Memoiren&lsquo; unter dem Titel <strong>&bdquo;Mein Leben&ldquo;<\/strong>, in denen Udo selbstironisch und mit viel Humor beseelt, viele seiner Hits, zumeist mit von Wolfgang Hofer aktualisierten bzw. abge&auml;nderten Texten, darbot, auf diese Weise sein bisheriges musikalisches Schaffen Revue passieren lie&szlig; und dabei sogar mit einer augenzwinkernden Bemerkung auf seine damaligen &sbquo;steuerlichen Probleme&lsquo; einging, die dem Vernehmen nach zu seiner Trennung von Manager Hans R. Beierlein f&uuml;hren sollten.<\/p>\n<p>Die knallig-vornehme Disco-Auslegung von <strong>&bdquo;Siebzehn Jahr, Blondes Haar&ldquo;<\/strong>, im Stile Donna Summers, George Bensons oder Nile Rodgers&lsquo;, ein weiteres, swingend-bl&auml;sergetriebenes Gospel-Medley &ndash; <strong>&bdquo;Glory, Glory, Halleluja&ldquo;<\/strong> traf hierbei auf <strong>&bdquo;When the Saints go marching in&ldquo;<\/strong> &ndash; und eine donnernde Fassung von <strong>&bdquo;Merci, Cherie&ldquo;<\/strong> als Zugaben, beendeten eine konzert&auml;re Aufwartung, die objektiv keinerlei W&uuml;nsche offen lie&szlig;, weshalb der Ariola\/SONY insbesondere in diesem Fall in aller Form gedankt werden muss, dass sie diesen so lange verschollenen Schatz nun endlich im Rahmen von &bdquo;Merci, Udo!&ldquo; abermals der &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich gemacht hat.<\/p>\n<p>Als Bonus-Beigabe f&uuml;r DVD-02 suchten die Katalog-Kollegen aus M&uuml;nchen einige wirklich sehr seltene, s&auml;mtlich in Schwarzwei&szlig; gehaltene TV-Ausschnitte von ganz fr&uuml;hen Udo-J&uuml;rgens-Titeln heraus, die zu allererst bei Polydor bzw. Vogue erschienen waren. So den von Eddie White geschriebenen Swing-Titel <strong>&bdquo;Bonjour, Bon Soir, Bonne Nuit&ldquo;<\/strong>, mit dem der Interpret am 28. Juli 1960 am &bdquo;Songfestival Van Knokke&ldquo; in der in Westflandern gelegenen, belgischen Stadt Knokke-Heist teilnahm, den Mid-Tempo-Big-Band-Jazz <strong>&bdquo;My Baby Goodbye&ldquo;<\/strong>, mitgeschnitten im ORF-&bdquo;Schlagerkarussell&ldquo; am 17. Juni 1961, die liebliche Theo-Mackeben-Komposition <strong>&bdquo;Bei Dir war es immer so sch&ouml;n&ldquo;<\/strong>, oder &ndash; auf Englisch &ndash; das Chanson <strong>&bdquo;Caterina&ldquo;<\/strong>, die beide dem 1963er-TV-Film &bdquo;Weekend in Schwarzwei&szlig;&ldquo; entstammen. Udos 1965er-Evergreen <strong>&bdquo;Warum nur, warum&ldquo;<\/strong> kam am 09. Januar ebenjenen Jahres in der WDR-Sendung &bdquo;Prisma des Westens &ndash; 30 Minuten Aufenthalt&ldquo; vor.<\/p>\n<p>Nun widmen wir uns der zwei Stunden und 47 Minuten langen, dritten DVD von &bdquo;Merci, Udo!&ldquo;: Diese beginnt mit einem 90min&uuml;tigen Jubil&auml;umskonzert unter dem Motto <strong>&bdquo;Meine Lieder sind wie H&auml;nde&ldquo; <\/strong>in der ausverkauften K&ouml;lner Sporthalle, welches am 12. und 13. September 1980, mitten w&auml;hrend des Bundestagswahlkampfes, aufgezeichnet, und am 27.Dezember desselben Jahres im ZDF gezeigt wurde. Diesen Auftritt gibt es auch &ndash; nur unwesentlich ver&auml;ndert &ndash; auf einer Doppel-LP &ndash; genau &#8211; namens &bdquo;Meine Lieder sind wie H&auml;nde&ldquo; zu h&ouml;ren, die allerdings bis heute noch nie auf CD wiederver&ouml;ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Los geht&rsquo;s mit dem eigens f&uuml;r die Show verfassten Titelgeber <strong>&bdquo;Meine Lieder sind wie H&auml;nde&ldquo;<\/strong>, den Udo erst solistisch am Klavier darbot, bevor das Orchester von Willy Uebelherr die B&uuml;hne betrat. Gemeinsam mit diesem, folgten nun <strong>&bdquo;Alles, was ich bin&ldquo;<\/strong> (aus der LP &bdquo;Udo &acute;80&ldquo;), der bl&auml;serverst&auml;rkte Gospelpop <strong>&bdquo;Wir singen f&uuml;r Dich&ldquo;<\/strong> (aus der ersten 79er-LP &bdquo;Nur ein L&auml;cheln) und die item dieser tollen Scheibe entstammende, versp&auml;tete Liebeserkl&auml;rung <strong>&bdquo;Ich schrieb nie Lied f&uuml;r Karin&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Das philosophische Synthirock-Epos <strong>&bdquo;Tausend Jahre sind ein Tag&ldquo;<\/strong> leitete &uuml;ber zu der weiteren James-Kr&uuml;ss-Bearbeitung <strong>&bdquo;So viele Sprachen hat die Erde&ldquo;<\/strong>, eine Swing-Gospel-Mixtur aus der 1978er-LP &bdquo;Die Blumen bl&uuml;hen &uuml;berall gleich&ldquo; (auf deren Backcover der damalige UNO-Generalsekret&auml;r und sp&auml;tere &ouml;sterreichische Bundespr&auml;sident Dr. Kurt Waldheim seine Pflicht erf&uuml;llte und ein Original-Faksimile daf&uuml;r zur Verf&uuml;gung stellte). Bei diesem Lied, wie auch bei der 1980er-Erkennungsmelodie der ARD-Fernsehlotterie &bdquo;Ein Platz an der Sonne&ldquo;, <strong>&bdquo;Ist das nichts?&ldquo;<\/strong> (aus &bdquo;Udo &acute;80&ldquo;), schmetterte Udo zusammen mit dem Schulchor des Amerikanischen Gymnasiums zu Bonn-Bad Godesberg.<\/p>\n<p>Den auf Englisch gesungenen Reggae <strong>&bdquo;Jamaica Mama&ldquo;<\/strong> habe ich eigentlich immer f&uuml;r &sbquo;F&uuml;llmaterial&lsquo; der davon abgesehen sehr gehaltvollen LP &bdquo;Udo &acute;80&ldquo; gehalten; trotzdem wurde ihm in der 1980er-Show ein nicht unbedeutender Platz zugewiesen. Konzentrieren wir uns jedoch lieber auf das daran anschlie&szlig;ende Feudalchanson <strong>&bdquo;Du allein&ldquo;<\/strong> aus der 1971er-LP &bdquo;Zeig mir den Platz an der Sonne&ldquo;, dem eine witzig-kabarettistische Auseinandersetzung mit erw&auml;hntem Bundestageswahlkampf, dem wohl, ob der Kanzlerkandidaturen der vermutlich kl&uuml;gsten, weitsichtigsten und rhetorisch gewandtesten Politiker der deutschen Nachkriegsgeschichte, Helmut Schmidt (SPD) und Franz Josef Strau&szlig; (CDU\/CSU), h&auml;rtesten und auch polarisierendsten seiner Art bis heute, folgte. Udo hatte 1978 f&uuml;r seine h&ouml;chst erfolgreiche Fu&szlig;ball-LP &bdquo;Buenos Dias, Argentina&ldquo; das spa&szlig;ige Swing-Couplet <strong>&bdquo;Es darf gelacht werden&ldquo;<\/strong> ersonnen, welches zwei Jahre sp&auml;ter im lyrischen &sbquo;Wahlkampf-Modus&lsquo; neu eingesetzt wurde und mit aktueller Betextung und einigen Wortspielen beim Publikum in der K&ouml;lner Sporthalle fraglos f&uuml;r einige Lacher zu sorgen vermochte.<\/p>\n<p>Instrumental erdr&ouml;hnte geradezu nun die dramatische Flamenco-Symphonie <strong>&bdquo;Matador&ldquo;<\/strong> (aus der 1968er-LP &bdquo;Udo&ldquo;), die auf erw&auml;hnter, zu dieser ZDF-Show ver&ouml;ffentlichten Doppel-LP &uuml;brigens fehlt. Ob &sbquo;live&lsquo; oder aus der Konserve (&hellip;), k&ouml;nnen wir uns folgend an einer der monumentaltesten und intensivsten Udo-Arbeiten &uuml;berhaupt delektieren. In Absprache mit dem Dirigenten Herbert von Karajan, schrieb er, gemeinsam mit dem Duisburg Textdichter Oliver Spieker, die nahezu klassische Komposition <strong>&bdquo;Wort&ldquo;<\/strong>, die als Studioversion auf der LP &bdquo;Udo&acute;80&ldquo; bedacht worden war und nun auch Eingang in das Konzertprogramm von &bdquo;Meine Lieder sind wie H&auml;nde&ldquo; fand. Der im &bdquo;Samstag-Abend-Sound&ldquo; (Zitat: U.J.), vulgo &bdquo;Munich-Disco-Sound&ldquo;, gehaltene <strong>&bdquo;Disco-Stress&ldquo;<\/strong> von &nbsp;&bdquo;Udo &acute;80&ldquo;) lie&szlig; einmal mehr, garniert mit herrlich komischen Tanzeinlagen, die ironische Note des K&uuml;nstlers aufflackern.<\/p>\n<p>Nachfolgend am&uuml;sierte uns Udo mit gleich zwei Medleys hintereinander. Im ersten wurden <strong>&bdquo;Was wirklich z&auml;hlt auf dieser Welt&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Siebzehn Jahr, Blondes Haar&ldquo;<\/strong> (in der grellen Disco-Inszenierung), <strong>&bdquo;Immer wieder geht die Sonne auf&ldquo;<\/strong>, und <strong>&bdquo;Der Teufel hat den Schnaps gemacht&ldquo;<\/strong> zusammengef&uuml;gt. Bei Medley Nummer II paaren sich der elit&auml;r vor sich hin treibende Discopop <strong>&bdquo;Ich wei&szlig;, was ich will&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Merci, Cherie&ldquo;<\/strong>, beginnend im discolastigen Gewand, endend im Blues. Zur Zugabe griff Udo im September 1980 auf <strong>&bdquo;Nur ein L&auml;cheln&ldquo;<\/strong> (1979), den zeitgleich zu genannter Doppel-LP ver&ouml;ffentlichte Non-Album-Singletitel <strong>&bdquo;Alles im Griff (auf dem sinkenden Schiff)&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Was w&auml;r&lsquo; diese Welt ohne Lieder&ldquo;<\/strong> (1981) zur&uuml;ck &ndash; ein weiteres, so festliches, wie schwitziges Konzert, das die Ariola\/SONY f&uuml;r &bdquo;Merci, Udo!&ldquo; dankenswerter Weise aus den Archiven geholt hat &ndash;&nbsp; Einfach nur super!<\/p>\n<p>Eine zweite, knapp 45min&uuml;tige Dokumentation, die am 29. November 1990 im ZDF gesendet wurde, hie&szlig; <strong>&bdquo;Udo J&uuml;rgens &ndash; Die Welt braucht Lieder&ldquo;<\/strong>, die aus Anlass der 1989\/90er-Tournee zur LP &bdquo;Ohne Maske&ldquo; durchgef&uuml;hrt wurde. Der Film wurde von Detlev Ko&szlig;mann produziert und nach dem Intro zu Udos 1988er-LP &bdquo;Das blaue Album&ldquo; benannt, so wie auch sp&auml;ter die Live-Doppel-LP hiernach betitelt wurde. Wir bekommen Einblicke in Udos Leben auf Tour, seine Vorstellungen und W&uuml;nsche, und in seine Villa in Z&uuml;rich. Dar&uuml;ber hinaus h&ouml;ren, sehen wir Ausz&uuml;ge aus genannten LPs von 1988 und 1989, so z.B. <strong>&bdquo;Masken, Masken&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;S&auml;nger in Ketten&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Gehet hin und vermehret Euch&ldquo;<\/strong> (einst sehr stark diskutiert), sowie das Titellied zur LP <strong>&bdquo;Sempre Roma<\/strong>&ldquo;, die zur Fu&szlig;ball-WM 1990 konzipiert und mit der Deutschen Fu&szlig;ballnationalmannschaft eingesungen wurde. Zus&auml;tzlich geben langj&auml;hrige Wegbegleiter des K&uuml;nstlers, wie etwa Konzertmanager Fritz Rau, Udos ebenso kreativer Bruder Manfred Bockelmann, sein Schweizer Manager Freddy Burger, Panik-Kollege Udo Lindenberg, Udos Bandleader Pepe Lienhardt kurze Interviews.<\/p>\n<p>Ganz zum Schluss der DVD-03 von &bdquo;Merci, Udo!&ldquo; geht&rsquo;s noch mal tief hinein in die Schatzkiste mit Udo-TV-Aufnahmen. Die sehns&uuml;chtige Schnulze <strong>&bdquo;Maria&ldquo;<\/strong> aus Leonard Bernsteins Musical &bdquo;West Side Story&ldquo; sang Udo in der ZDF-Silvester-Gala 1966, &bdquo;Es funkeln die Sterne&ldquo;, aus dem WDR-Magazin &bdquo;Guten Abend&ldquo; vom 08. Januar 1967 zogen die Ariola-Katalogkollegen <strong>&bdquo;Ol&lsquo; Man River&ldquo;<\/strong> aus Showboat&ldquo;, den amour&ouml;sen Powerschlager <strong>&bdquo;Wo ist der Sommer geblieben?&ldquo;<\/strong>, das beat-angehauchte Jazz-Chanson <strong>&bdquo;Es ist noch nicht zu sp&auml;t&ldquo;<\/strong>, sowie&nbsp; zwei alte Interviews mit Udo in dem M&uuml;nchener Tanzclub &bdquo;Big Apple&ldquo; f&uuml;r vorliegendes DVD-Set hervor.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Merci, Cherie&ldquo;<\/strong>, als Auszug aus Gilbert Becauds ZDF-Show &bdquo;Monsieur 100.000 Volt&ldquo; vom 28. April 1968, ist ebenso mit dabei, wie die flotte Country-Chose <strong>&bdquo;Ich bin wieder da&ldquo;<\/strong> aus Rainer Holbes &bdquo;Starparade&ldquo;, gesendet am 26. Oktober 1972, oder das von Friedrich Sigismund erdachte Volks- und Wanderlied <strong>&bdquo;Mein Vater war ein Wandersmann&ldquo;<\/strong>, entnommen einer &ndash; mir allerdings g&auml;nzlich unbekannten &ndash; TV-Show, welche sich nannte &bdquo;Leise flehen meine Lieder&ldquo; und am Donnerstag, dem 11. Februar 1982, im ZDF zu betrachten war.<\/p>\n<p>Am 17. September 1982, einem mittherbstlichen Freitag, endete die sozial-liberale Koalition im Deutschen Bundestag. Kanzler Helmut Schmidt (SPD) hielt seine letzte Regierungserkl&auml;rung; die vier F.D.P-Minister (ja, damals schrieb man die FDP noch mit &sbquo;P&uuml;nktchen&lsquo; zwischen den Buchstaben) Hans Dietrich Genscher (Au&szlig;en), Gerhart R. Baum (Innen), Otto Graf Lambsdorff (Wirtschaft) und Josef Ertl (Ern&auml;hrung, Land- und Forstwirtschaft) waren am Morgen jenen Tages zur&uuml;ckgetreten, an dessen Abend Udo J&uuml;rgens im &bdquo;WWF-Club&ldquo; des WDR &ndash; Ironie der Geschichte &ndash; die geniale Synthirock-Komposition <strong>&bdquo;Das w&uuml;nsch&lsquo; ich Dir&ldquo;<\/strong> (&bdquo;&hellip;bevor Du gehst&ldquo;) vortrug, deren &ndash; trotz Trennungsschmerz dem Partner gegen&uuml;ber, sehr aufbauender, mitf&uuml;hlender und freundschaftlicher &#8211;&nbsp; Text Kanzler Schmidt bez&uuml;glich seiner (dann ehemaligen) liberaler Kabinettskollegen sicherlich niemals &uuml;ber die Lippen gekommen w&auml;re&hellip;.<\/p>\n<p>Aus bereits erw&auml;hnter &bdquo;Show &amp; Co. mit Carlo&ldquo;-Ausgabe vom 04. Oktober 1984 stammt der Titelsong von Udos 1984er-LP <strong>&bdquo;Hautnah&ldquo;<\/strong> (warum man allerdings zwecks dieser Playback-Darbietung das vollst&auml;ndige &bdquo;Orchester Pepe Lienhardt&ldquo; mit auf die B&uuml;hne gestellt hatte, das ohnehin nur als Staffage diente, bleibt jedem Rundfunkgeb&uuml;hrenzahler auf ewig ein R&auml;tsel) &ndash; und aus ebenfalls schon geschilderter Harry-Belafonte-Show vom 26. M&auml;rz 1989 gibt&rsquo;s&lsquo; zum Schluss dieser einfach nur als umwerfend und faszinierend zu bezeichnenden DVD-Kollektion Udos 1979er-Liedbeitrag <strong>&bdquo;Nur ein L&auml;cheln&ldquo;<\/strong> zu sehen!<\/p>\n<p>&bdquo;Umwerfend und Faszinierend&ldquo; &ndash; ich m&ouml;chte nun gar kein umfangreiches Fazit schreiben; sieben Din-a-4-Seiten Analyse des DVD-Dreiers <strong>&bdquo;MERCI, UDO!&ldquo;<\/strong> sind eh schon viel, viel zu lesen. Ich denke, diese Klassifizierung trifft es. Rund f&uuml;nf Tage (und teils auch N&auml;chte bzw. bis in die N&auml;chte hinein) sa&szlig; ich an vorliegender Ausarbeitung &ndash; es war einfach nur ein pures Vergn&uuml;gen, sich so ausgiebig und leidenschaftlich mit diesen drei proppevollen DVDs zu besch&auml;ftigen. Dies ist Musik- und Kulturgeschichte in Reinkultur und erweist dem gro&szlig;en <strong>UDO J&Uuml;RGENS<\/strong> ohne Umschweife eine wohlverdiente Ehre! Ich sage nur ganz flapsig: Leute, kauft Euch dat Teil &ndash; es lohnt sich!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 26. bis 30. November 2016<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dessen Fazit zu dieser umfangreichen: DVD-Kollektion: &#8222;umwerfend und faszinierend&#8220;!\u00a0 Und der n&auml;chste folgt sogleich&hellip; vor ein paar Tagen habe ich<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":71315,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71314"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}