{"id":71077,"date":"2016-12-07T00:00:00","date_gmt":"2016-12-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=71077"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"GUENTER-KALLMANN-Kallmann-Chor-71076","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/oldies\/GUENTER-KALLMANN-Kallmann-Chor-71076\/","title":{"rendered":"G\u00dcNTER KALLMANN <br \/>Kallmann-Chor Originals Vol. 1 und 2 &#8211; rezensiert von Stephan Imming!"},"content":{"rendered":"<p>Polydor \/ Universal Music erinnert mit 2 CDs an den international bekannten Chorleiter, der in diesem Jahr verstorben ist &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit zwei CDs, auf denen jeweils 2 LPs der 1960er Jahre festgehalten wurden (, wobei auf der zweiten H&auml;lfte von CD 2 die Singles im Fokus stehen), kommen Freunde der gehobenen Unterhaltungsmusik fr&uuml;herer Zeit auf ihre Kosten. Erfreulich ist, dass nicht nur Perlen vergangener Jahre musikalisch ausgebuddelt wurden, sondern dazu noch ein sehr interessanter und kompetent geschriebener Begleittext von Suitbert Kempkes im Booklet abgedruckt ist &ndash; daf&uuml;r ein dickes Extra-Lob!<\/p>\n<p>So erfahren wir, dass der 1927 geborene G&uuml;nter Kallmann nach seinem Musikstudium zun&auml;chst als Trompetenspieler aktiv war, aber schon in fr&uuml;hen Jahren internationale Gesangsensembles gemocht hat. Davon befl&uuml;gelt, wirkte er mit seiner Baritonstimme in diversen Gruppierungen dieser Art mit, um sich ab 1959 ganz dem Gesang zu widmen. Er heuerte bei der Polydor mit dem von ihm gegr&uuml;ndeten und nach ihm benannten Chor an und wirkte bei vielen Studioproduktionen mit. Das Konzept war, mit vier S&auml;ngerinnen und drei S&auml;ngern unterschiedlicher Stimmlage den Sound eines gro&szlig;en Chores zu simulieren, was recht gut funktioniert hat.<\/p>\n<p>Der damals sehr bekannte und erfolgreiche Produzent Hans Bertram kam auf die Idee, mit dem Chor ein bekanntes Instrumentalst&uuml;ck in Vokalform auf den Markt zu bringen. Nachdem G&uuml;nter Kallmann mit seinem Solost&uuml;ck &bdquo;Die Sommerbraut&ldquo; 1961 noch kein Erfolg beschieden war, wurde Ger&uuml;chten zufolge ein Duett mit Bibi Johns gar nicht erst ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Stattdessen gelang mit der &bdquo;Elisabeth Serenade&ldquo; des G&uuml;nter Kallmann <u>Chores<\/u> ein Riesenhit. Das Singlecover zeigte nur den Hinweis, dass es sich um die &bdquo;deutsch gesungene Originalfassung&ldquo; des Liedes handelte &ndash; der Chor oder sein Leiter wurde damals nicht abgebildet. &bdquo;Markenzeichen&ldquo; des Chores war von Anfang an eine Vielzahl kleiner Gl&ouml;ckchen, die &ndash; wie wir dem Booklet entnehmen k&ouml;nnen &#8211; Hans Poehl, seines Zeichens Schlagzeuger von Paul Kuhn, einem Variet&eacute;k&uuml;nstler abgekauft hatte und unter dem K&uuml;nstlernamen Jacky Brown einspielte &ndash; der Name ist auch auf der damaligen Polydor-Single als &bdquo;Solist&ldquo; gef&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Die Single wurde ein gro&szlig;er Erfolg und st&uuml;rmte die deutschen (Top-3) und sogar britischen (Top-40) Hitlisten. Vor diesem Hintergrund war nahe liegend, eine LP folgen zu lassen, die 1962 auf den Markt kam und ebenfalls &bdquo;Elisabeth Serenade&ldquo; genannt wurde und international ver&ouml;ffentlicht wurde. Die Erstauflage der LP trug &uuml;brigens die Bestellnr. &bdquo;46810&ldquo;; die im Booklet angegebene Nr. &bdquo;237310&ldquo; ist die Bestellnr. einer Folgeauflage. &#8211; Bekannte Orchester wie das Orchester Kurt Edelhagen begleiteten den Chor. Interessant: Auch auf dem Cover der LP wurde nicht etwa der Chor, sondern eine attraktive junge Dame abgebildet. Lediglich der Chorleiter ist auf der R&uuml;ckseite mit einem kleinen Foto zu sehen. So war niemandem bekannt, wer sich hinter dem Chor verbarg. Suitbert Kempkes hat das Geheimnis im Booklet der CD gel&uuml;ftet: Mitglieder des Chores waren noch Karl-Heinz Welbers, Bernd Golonsky, Ulla Wiesner, Blanche Birdsong, Angelika Neuenfeld und Ute Hellermann. Den Herren gelang sp&auml;ter u. a. mit Leo Leandros als &bdquo;Five Tops&ldquo; ein weiterer gro&szlig;er Hit (&bdquo;Rag Doll&ldquo;). Ulla Wiesner vertrat Deutschland solo bei der Eurovision, Blanche Birdsong wurde als Harfespielerin bekannt, und Ute Hellermann (sp&auml;tere Ehefrau von Paul Kuhn) gr&uuml;ndete sp&auml;ter ein eigenes Vokalensemble, die Ute-Mann&ndash;Singers. Fraglich ist, warum der Chor auf den Schallplatten damals nicht abgebildet wurde &ndash; eine m&ouml;gliche Erkl&auml;rung ist in der Tat, die Illusion nicht zerst&ouml;ren zu wollen, der Chor sei gr&ouml;&szlig;er.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Der Reigen<\/strong>&ldquo; versuchte man, an den Superhit Anschluss zu finden &ndash; auch der Titel wurde als Instrumentalst&uuml;ck bekannt: Oscar Straus komponierte den Walzer f&uuml;r den gleichnamigen Film, Kurt Feltz fand die Worte darauf. Die Single wurde allerdings kein gro&szlig;er Erfolg mehr. Auch die Auskopplungen &bdquo;<strong>Glocken-Serenade&ldquo;<\/strong> und &bdquo;<strong>La Montanara&ldquo;<\/strong>, ebenfalls Lieder der ersten LP, schafften den Sprung nicht mehr in die Hitparaden.<\/p>\n<p>Die zweite LP des G&uuml;nter Kallmann Chores, &bdquo;Serenade im Schlosspark&ldquo;, war etwas popul&auml;rer und weniger konzertant gehalten. Absolut kurios sind die Falschangaben der Titel auf der B-Seite auf dem Original-LP-Cover. Dort ist als erstes St&uuml;ck der zweiten Seite &bdquo;Abendsonne (Serenade von Braga)&ldquo; vermerkt. Das f&uuml;nfte St&uuml;ck der zweiten Seite sei &bdquo;Largo&ldquo;. Die beiden Titel sind aber gar nicht auf dem Album enthalten &ndash; stattdessen finden sich die Lieder &bdquo;Liebe, die nie vergeht&ldquo; und &bdquo;Hinter den blauen Bergen&ldquo; auf dem Album.<\/p>\n<p>Als erste Single daraus wurde der &bdquo;<strong>Finkenwalzer<\/strong>&ldquo; ausgew&auml;hlt &ndash; ein Lied, das sp&auml;ter nochmal von den Fischer Ch&ouml;ren ver&ouml;ffentlicht wurde &ndash; laut Angaben des Booklets mit dem gleichen von Werner Twardy arrangierten Playback wie dem, das der Kallmann-Chor verwendet hat. Mit &bdquo;<strong>Liebe, die nie vergeht<\/strong>&ldquo; ging man die deutsche Version des Klassikers &bdquo;Cuando calienta el sol&ldquo; an, wobei sich letztlich die Version von Vittorio Cassagrande auf dem deutschen Markt durchsetzte. Den Text dazu schrieb &uuml;brigens Joe Menke, Musikproduzent und Vater von &bdquo;Frl. Menke&ldquo; (Franziska Menke).<\/p>\n<p>Recht maritim kam die dritte LP des G&uuml;nter Kallmann Chores daher, &bdquo;Serenade am Meer&ldquo;. Klassiker wie &bdquo;Seemann, lass das Tr&auml;umen&ldquo; (Lolita), La Paloma, Capri-Fischer, Lilli Marleen und &bdquo;Gl&uuml;hw&uuml;rmchen&ldquo; waren darauf zu h&ouml;ren. Als Single wurde allerdings der Titel &bdquo;<strong>Alte M&uuml;hlen, junge Herzen<\/strong> ausgew&auml;hlt&ldquo; &ndash; es blieb bei dieser einen Single aus dem Album.<\/p>\n<p>1965 und sp&auml;ter erschienen weitere Singles &ndash; die werden in Vol. 2. der &bdquo;Kallmann Chor Originals&ldquo; auch aufgef&uuml;hrt. &bdquo;<strong>Rote Rosen der Liebe<\/strong>&ldquo; war die deutsche Version des Bobi-Martin-Hits &bdquo;Don&rsquo;t Forget I Still Love You&ldquo;. Auch die Nachfolgesingle, &bdquo;<strong>Brot und Butter<\/strong>&ldquo;, ist ein Coversong &ndash; diesmal ging es um die deutsche Version des Newbeat-Songs &bdquo;Bread And Butter&ldquo;.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Fern im tiefen S&uuml;den<\/strong>&ldquo; ging man 1966 neue Wege &ndash; erstmals wurde der G&uuml;nter Kallmann Chor auch auf dem Single-Cover abgebildet. Bei dem Titel handelte es sich um die deutsche Version des Songs &bdquo;Wyoming Lullaby&ldquo; von Alan Williams.<\/p>\n<p>Hoch interessant finde ich die erste 1966 erschienene Single. Es handelt sich dabei um eine Vokalversion der exorbitant erfolgreichen Filmmusik &bdquo;Somewhere My Love&ldquo;. Mehr als ein Jahr hielt sich Maurice Jarre mit der Melodie &bdquo;Lara&rsquo;s Theme&ldquo; aus dem Film &bdquo;Doktor Schiwago&ldquo; in den Hitlisten &ndash; f&uuml;r damalige Verh&auml;ltnisse und &uuml;ber lange Jahre ein absoluter Rekord. Elisabeth Bertram schrieb unter ihrem Pseudonym &bdquo;Lilibert&ldquo; dazu einen deutschen Text: &bdquo;<strong>Wei&szlig;t Du, wohin<\/strong>&ldquo;. Kurz darauf erschien bei der gleichen Plattenfirma (Polydor) eine weitere Version des Hits von Karel Gott &ndash; der war damit deutlich erfolgreicher und landete einen gro&szlig;en Hit mir dem Schlager.<\/p>\n<p>Mary Lou Collingston hatte einen Hit mit &bdquo;Wish Me A Rainbow&ldquo; &ndash; darauf textete Elisabeth Bertram &bdquo;<strong>All&rsquo; meine Liebe<\/strong>&ldquo; &ndash; fertig war eine Single aus dem Jahre 1967. Nachdem der Erfolg auf sich warten lie&szlig;, entschied man sich f&uuml;r einen echten Klassiker (&bdquo;<strong>Schneewalzer<\/strong>&ldquo;). Ende der 1960er Jahre gab es die letzten Ver&ouml;ffentlichungen des G&uuml;nter Kallmann Chores. Die letzte Single war &bdquo;Rosen f&uuml;r Elisabeth&ldquo; &ndash; damit schloss sich dann der Kreis &ndash; der erste gro&szlig;e Erfolg war die Elisabeth Seranade &ndash; und eben jener Elisabeth &uuml;berreichte man Rosen.<\/p>\n<p>Wenn man die sch&ouml;nen mehrstimmigen Arrangements des G&uuml;nter Kallmann-Chores h&ouml;rt, fragt man sich, warum dies Konzept heutzutage nicht mehr so gefragt ist. Es ist sehr l&ouml;blich, dass Polydor die Sch&auml;tze der Vergangenheit gehoben hat und die sch&ouml;nen deutschsprachigen Aufnahmen des Kallmann-Chores verf&uuml;gbar gemacht hat.<\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/kallmann1(1).jpg\" style=\"width: 512px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/kallmann2.jpg\" style=\"width: 512px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>Stephan Imming, 04.12.2016<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Polydor \/ Universal Music erinnert mit 2 CDs an den international bekannten Chorleiter, der in diesem Jahr verstorben ist &#8230;:\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":71078,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[24],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71077"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71077"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71077\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71078"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}