{"id":71074,"date":"2016-12-07T00:00:00","date_gmt":"2016-12-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=71074"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"ANDREAS-GABALIER-Die-Doppel-CD-71073","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/alpen-rock\/ANDREAS-GABALIER-Die-Doppel-CD-71073\/","title":{"rendered":"ANDREAS GABALIER <br \/>Die Doppel-CD &quot;MTV Unplugged&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Teils atemberaubend, teils g\u00e4nsehauterzeugend \u2013 Andreas Gabalier meistert seinen stromlosen Abend mit Bravour!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der in K&auml;rnten geborene und in Graz aufgewachsene S&auml;nger <strong>ANDREAS GABALIER<\/strong> war der allererste &ouml;sterreichische Musiker, der seitens des Musiksenders MTV angefragt wurde, eine Aufwartung in der legend&auml;ren Sendereihe &bdquo;MTV Unplugged&ldquo; zu absolvieren. An einem sch&ouml;nen Sp&auml;tsommerwochenende, 10.\/11. September 2016, im &bdquo;Odeon Theater&ldquo; im II. Wiener Bezirk, zelebrierte der polarisierende &sbquo;VolksRock&rsquo;n&rsquo;Roller&lsquo;, begleitet von 40 (!) Orchestermusikern, welche von Multitalent Christian Kolonovits dirigiert wurden, und einigen Starg&auml;sten, eine 23teilige Show der Superlative &ndash; kein schwitziger Stadionrock auf der B&uuml;hne, keine Handys oder Feuerzeuge im Zuschauerraum des Theaters, nur Andreas, seine Freunde und sein Orchester, &nbsp;vor geladenen G&auml;sten.<\/p>\n<p>Wer nicht geladen war, kann sich nun allerdings in Bild und Ton von dieser au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Veranstaltung verzaubern lassen. Denn seit rund zehn Tagen liegen Doppel-CD und Doppel-DVD <strong>&bdquo;ANDREAS GABALIER &ndash; MTV-UNPLUGGED&ldquo;<\/strong> via Electrola\/UNIVERSAL vor, auf denen der K&uuml;nstler, der sich allgemein gegen kulturpolitischen Mainstream und ideologisch bedingte Denkverbote einsetzt, einen ganz speziellen, teils atemberaubenden, teils g&auml;nsehauterzeugenden &ndash; oder auch beides zusammen &ndash;, Auftritt darbietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Los geht&rsquo;s mit dem 1866 von Johann Strauss jun. komponierten, instrumental gehaltenen Walzer <strong>&bdquo;An der sch&ouml;nen blauen Donau&ldquo;<\/strong>, bevor der Meister des Abends seine rasante Ode auf die <strong>&bdquo;Bergbauernbuam&ldquo;<\/strong> (Original: 2010, aus der CD &bdquo;Herzwerk&ldquo;) mit stromloser Begleitung, untermalt von vielen Geigen, aber dennoch knackig-rockig ausgerichtet, munter schmettert. Ged&auml;mpft, sacht, aber knisternd swingend, setzt &ndash; auf Englisch gesungen &ndash; die bluesige, einwenig folk-angehauchte Ballade <strong>&bdquo;Home, sweet Home&ldquo;<\/strong> (Titellied des 2013er-Albums) das sehr gew&auml;hlt zusammengestellte &bdquo;Unplugged&ldquo;-Repertoire fort. Still, gem&uuml;tlich, instrumentell aufs n&ouml;tigste reduziert, ausstaffiert mit Country-m&auml;&szlig;igen Gitarren, gebremsten Percussions und einem wehenden Akkordeon, erklingt danach das weitere Heimatlied <strong>&bdquo;Daham bin i nur bei Dir&ldquo;<\/strong> (aus der 2011er-CD &bdquo;VolksRock&rsquo;n&rsquo;Roller&ldquo;). Nun darf sich FDP-Rainer Br&uuml;derle &uuml;ber das fetzige Swingchanson <strong>&bdquo;Dirndl lieben&ldquo;<\/strong> (2015, aus &bdquo;Mountain Man&ldquo;) freuen; betr&uuml;blich-elegisch hingegen wirkt folgend die innige und dem zum Trotz wom&ouml;glich hoffnungsvolle Botschaft an eine verflossene Liebe, <strong>&bdquo;Es w&auml;r&lsquo; an der Zeit&ldquo;<\/strong> (2013). Eine tadellos liebenswerte Mixtur aus Volkst&uuml;mlichem, Stubenmusi und Schlager der 50er Jahre, stellt die stimmungsvoll, akkordeonbetont dargebotene Ode auf das <strong>&bdquo;Edelwei&szlig;&ldquo;<\/strong> (2015) dar. <strong>&bdquo;You&rsquo;re just being you&ldquo;<\/strong> (2013) kommt als schleppender, unverkennbar US-amerikanisch umgesetzter Country-Blues daher, <strong>&bdquo;In Deine Arm zu liegn&ldquo;<\/strong>, ein romantisches Liebeslied aus Andreas 2009er-Deb&uuml;t-Album &bdquo;Da komm ich her&ldquo;, t&ouml;nt schmeichelnd, vertr&auml;umt und hochemotional.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Zusammen mit dem deutschen Hip-Hop-Duo <strong><em>&bdquo;257ers&ldquo;<\/em><\/strong> , intoniert Andreas daraufhin seinen grandiosen 2015er-Ohrwurm <strong>&bdquo;Hulapalu&ldquo;<\/strong>, was insofern ungew&ouml;hnlich ist, als dass die beiden Rapper und der personifizierte <sub>&sbquo;<\/sub>VolksRock&rsquo;n&rsquo;Roller&lsquo; bekanntlich aus zwei vollkommen divergierenden Genres stammen &ndash; und trotzdem klanglich hervorragend harmonieren; <strong>&bdquo;So liab hob i Di&ldquo;<\/strong> (2009) ist dagegen ein vor Liebe und Zuneigung nur so strotzender Bluespop. Der baden-w&uuml;rttembergische Singer\/Songwriter <strong><em>Gregor Meyle<\/em><\/strong> gibt den Duettpartner bei dem streicherverzierten, feudal schwebenden Schleicher <strong>&bdquo;In diesem Moment&ldquo;<\/strong>, der im Original von dem im M&auml;rz diesen Jahres verstorbenen Jazzs&auml;nger Roger Cicero stammt. Gleichfalls in langsamer Geschwindigkeit verharrt, von wiegenden Geigen gepr&auml;gt und pianobetont, <strong>&bdquo;F&uuml;r mich bist Du sch&ouml;n&ldquo;<\/strong> (2013), wohingegen das typisch alpenl&auml;ndische Schmankerl <strong>&bdquo;Der Himmel&ldquo;<\/strong> (dto.) auf der Basis von Akkordeon und Akustikgitarren lieblich und zugleich sehr aufregend vor sich hin perlt. Den vorherigen Stadionrocker a la Springsteen, <strong>&bdquo;Sie&ldquo;<\/strong> (2011), singt Andreas im Zwiegesang gewohnt energetisch und voranstrebend gemeinsam mit dem Karlsruher Liedermacher <strong><em>Max Giesinger<\/em><\/strong>. Akkordeon und zierliche Streicher zeichnen die &bdquo;Unplugged&ldquo;-Version des vergebenden, traurigen, flehenden und doch latent positiv in die Zukunft blickenden Liebesliedes <strong>&bdquo;Ohne Di&ldquo;<\/strong> (2009) aus.<\/p>\n<p>Da es bei &bdquo;MTV-Unplugged&ldquo;-Konzerten die Regel ist, dass der jeweilige K&uuml;nstler auch &ndash; zumindest &ndash; eine Coverversion auf der Liste haben muss, griff Andreas Gabalier bei dem ihm zur Verf&uuml;gung stehenden Abend im II. Wiener Bezirk auf den 1968 entstandenen Beinahe-Gospel <strong>&bdquo;You can&rsquo;t always get, what you want&ldquo; <\/strong>von den &bdquo;Rolling Stones&ldquo; zur&uuml;ck, der swingend-bluesorientiert zum Zuge kommt. <strong>&bdquo;Vergiss die Heimat nie&ldquo;<\/strong> (2013) repr&auml;sentiert in z&auml;rtlichem, klanglichen Gewand steirischen Lokalpatriotismus pur.<\/p>\n<p>Der nicht unumstrittene Mannheimer Pops&auml;nger <strong><em>Xavier Naidoo<\/em><\/strong> erklimmt gleich darauf auf die B&uuml;hne und singt, in vokalistischer Kooperation mit Andreas, dessen (sehr zu unterschreibendes) wohl politischstes und provokativstes Lied <strong>&bdquo;A Meinung haben&ldquo;<\/strong> zu zur&uuml;ckhaltenden Streicherkl&auml;ngen, bevor ein Medley, bestehend aus dem bluesrockigen, melodisch\/harmonisch an den Robert Johnston-Standard &bdquo;Dust my Broom&ldquo; angelehnten &bdquo;12 Ender Hirsch&ldquo; (2011), dem &bdquo;Tulsa Time&ldquo;\/Clapton-&auml;hnlich arrangierten Mid-Tempo-Rocker <strong>&bdquo;Es wird alles wieder gut&ldquo;<\/strong> (2015) und dem 2010er-Megahit <strong>&bdquo;I sing a Liad f&uuml;r Di&ldquo;<\/strong>, die Zuschauer im &bdquo;Odeon Theater&ldquo; in konsequente Begeisterung versetzt und Andreas&lsquo; ironische &sbquo;Selbstbezichtigung&lsquo; <strong>&bdquo;VolksRock&rsquo;n&rsquo;Roller&ldquo;<\/strong> (2011) weiterhin konstruktives, stark bejubeltes &ndash; eben &ndash; VolksRock&rsquo;n&rsquo;Roll-Flair verbreitet.<\/p>\n<p>Den Abschiedsgesang auf Familienangeh&ouml;rige, die nicht mehr weiterleben wollten, wurde als so melancholisches, wie prickelndes Duett mit der derzeit wohl prominentesten Operns&auml;ngerin, der 1971 geborenen Russin <strong><em>Anna Netrebko<\/em><\/strong>, aufgenommen. F&uuml;r <strong>&bdquo;Amoi seg&lsquo; ma uns wieder&ldquo; <\/strong>(2009) interpretierten die beiden ebendiesen Hymnus, der f&uuml;r Andreas gleicherma&szlig;en eine musikalische Aufarbeitung mancher Geschehnisse innerhalb seiner eigenen Familie bedeutete.<\/p>\n<p>Ein klassisch-bombastisch ausgekleidetes <strong>&bdquo;Encore&ldquo;<\/strong> beschlie&szlig;t schlussendlich das weitestgehend real famose <strong>&bdquo;MTV-UNPLUGGED&ldquo;<\/strong>-Programm von <strong>ANDREAS GABALIER<\/strong>.<\/p>\n<p>Paul McCartney &ndash; der 1991 mit diesem Reigen der &bdquo;Unplugged&ldquo;-CDs startete &#8211; , Eric Clapton, Herbert Gr&ouml;nemeyer, Udo Lindenberg, k&uuml;rzlich ja auch unser aller Marius M&uuml;ller-Westernhagen &ndash; nat&uuml;rlich auch K&uuml;nstler anderer Genres, mit denen der traditionsbewusste Musikfreund eher weniger anfangen kann, z.B. &bdquo;Nirvana&ldquo;, &bdquo;De la Soul&ldquo;, &bdquo;Babyface&ldquo; oder &bdquo;Korn&ldquo; &#8211;&nbsp; taten das Ihrige dazu, diese spezifische Art und Weise der stromlosen Auff&uuml;hrung ihrer Hits zu etablieren. Nun erhielt <strong>ANDREAS GABALIER<\/strong> die Chance hierf&uuml;r und hat selbige &ndash; dies belegen seine diesbez&uuml;gliche Doppel-CD und Doppel-DVD in aller Form &ndash; wahrhaftig mit Bravour gemeistert!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 05.\/06. Dezember 2016<\/p>\n<p>http:\/\/www.andreas-gabalier.at\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teils atemberaubend, teils g\u00e4nsehauterzeugend \u2013 Andreas Gabalier meistert seinen stromlosen Abend mit Bravour!\u00a0 Der in K&auml;rnten geborene und in Graz<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":71075,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[37],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71074"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71074"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71074\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}