{"id":69385,"date":"2017-02-07T00:00:00","date_gmt":"2017-02-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=69385"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"HERWIG-MITTEREGGER-Die-neue-Sol-69384","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/HERWIG-MITTEREGGER-Die-neue-Sol-69384\/","title":{"rendered":"HERWIG MITTEREGGER <br \/>Die neue Solo-CD &quot;Sol mayor&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Der Ex-&#8222;Spliff&#8220;-Schlagerzeuger mag es noch einmal wissen!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten von uns kennen <strong>HERWIG MITTEREGGER<\/strong> &ndash; &uuml;brigens geb&uuml;rtiger &Ouml;sterreicher (was die wenigsten von uns wissen) &#8211; als Schlagzeuger der vollkommen zu Unrecht der Neuen Deutschen Welle zugeordneten Deutschrock-Band &bdquo;Spliff&ldquo;, die 1979\/80 aus der einstigen Begleittruppe von Punkchanteuse Nina Hagen hervorgegangen war. &bdquo;Carbonara&ldquo;, &bdquo;Heut&lsquo; Nacht&ldquo;, &bdquo;Das Blech&ldquo;, &bdquo;Deja Vu&ldquo;, &bdquo;Radio&ldquo;, &bdquo;Telephon-Terror&ldquo; (Gru&szlig; an wen auch immer&hellip; der Verf.), gelten als die gr&ouml;&szlig;ten Hits von &bdquo;Spliff&ldquo;, die sich 1985, nach dem famosen Album &bdquo;Schwarz auf Wei&szlig;&ldquo;, aufgrund pers&ouml;nlicher Differenzen aufl&ouml;sten.<\/p>\n<p>Schon 1983 hatte Herwig die bahnbrechende Solo-LP &bdquo;Kein Mut &ndash; Kein M&auml;dchen&ldquo; vorgelegt&#8230; es folgten weitere Deutschrock-H&ouml;hepunkte, wie &bdquo;Immer mehr&ldquo; (1985 &ndash; bis heute einer meiner Ewigkeitsfavoriten), &bdquo;Blinder Passagier&ldquo; (1987), &bdquo;Mitteregger&ldquo; (1990 &ndash; mit dem eindringlich-rohen Blues vom &bdquo;Niederrhein&ldquo; und dem lakonischen Abschiedsgru&szlig; &bdquo;Aus und vor&uuml;ber&ldquo;) oder &bdquo;Wie im Leben&ldquo; (1992). Dar&uuml;ber hinaus produzierte er ebenso geniale Genre-Kollegen, wie z.B. Ulla Meinecke, Dr. Manfred Maurenbrecher oder das (wenn auch phantastische) Ein-Hit-Wunder &bdquo;Sternhagel&ldquo;.<\/p>\n<p>Nach einigen Jahren Pause, die der heute 64j&auml;hrige Multiinstrumentalist in Spanien verbrachte, kehrte er nach dem Millennium in die BR Deutschland zur&uuml;ck und lie&szlig; sich mit seiner Familie in Hamburg nieder. Dort begr&uuml;ndete er sein eigenes Label &bdquo;Manoscrito Music&ldquo; und ver&ouml;ffentlichte im Eigenvertrieb die bei Fachleuten, Kennern und Beinhart-Fans auffallend beliebten Scheiben &bdquo;Insolito&ldquo; (2008) und &bdquo;FanDango&ldquo; (2009), die ich in jenen Tagen auch mit Wonne auf verschiedenen Musikportalen vorgestellt hatte.<\/p>\n<p>Nun liegt, nach acht Jahren kreativer Zur&uuml;ckhaltung, Herwigs aktuelles Album <strong>&bdquo;SOL MAYOR&ldquo;<\/strong> (Manoscrito Music\/Vertrieb: EDEL Kultur) vor: Ein verschn&ouml;rkeltes, au&szlig;erordentlich textbezogenes, zudem sehr gitarrenorientiertes, stets latent vom ehrlich-geradlinigen Blues durchzogenes Meisterwerk, welches einerseits deutlich an &bdquo;Immer mehr&ldquo;-H&ouml;henfl&uuml;ge der 80er Jahre erinnert, andererseits frisch, zeitnah und &ndash; im Grunde genommen &ndash; &uuml;ber jede Zweifel erhaben inszeniert wurde, wobei Herwig alle Songs nicht nur selbst geschrieben, sondern auch in G&auml;nze in Eigenregie eingespielt hat.<\/p>\n<p>Der Er&ouml;ffner <strong>&bdquo;Kammamasehn&ldquo;<\/strong> ist ein breitgef&auml;cherter (Akustik-)Gitarrenrock, gehalten im mittleren Tempo, verbunden mit einem kernigen, sogleich ins Ohr gehenden Groove, der sich inhaltlich mit dem m&ouml;chtegern-kosmopolitischen Gehabe oberfl&auml;chlicher Hedonisten auseinandersetzt. <strong>&bdquo;Kann ja gar nicht sein&ldquo;<\/strong> ist dagegen ein grazil swingender, relaxter, nahezu minimalistischer Gitarrenpop, der sich thematisch um die Selbsterkenntnis dreht, das Leben sei letztlich &ndash; in negativer, wie ein positiver Hinsicht &#8211; ein regelrechter Zirkus.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;All die langen N&auml;chte&ldquo;<\/strong> stellt einen lauten, sehr opulent, vertrackt und zugleich modern arrangierten, liebevollen Rocksong mit moderaten Tempowechseln und fetten Keyboard-Passagen dar. <strong>&bdquo;Sommerwind&ldquo;<\/strong> ist wiederum ein erholtes, sp&uuml;rbar sommerliches, intim-vertr&auml;umtes Liebeslied auf lockerer Gitarrenbasis, woraufhin mit <strong>&bdquo;F&uuml;r immer&ldquo;<\/strong> ein brodelndes, geradezu nerv&ouml;ses, aussichtslos aufscheinendes Gitarren-plus-Keyboard-Melodram folgt.<\/p>\n<p>Die reflektierend-philosophische, knapp sechsmin&uuml;tige Ballade <strong>&bdquo;Schmetterling&ldquo;<\/strong> wurde im Gegensatz dazu immens sanft und zur&uuml;ckhaltend ausgekleidet, w&auml;hrend sich <strong>&bdquo;Messi im Verein&ldquo;<\/strong> als so wiegender, wie erdig-authentischer Slow-Swamp-Blues den Weg durch die Lautsprecher bahnt.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Alles ist gut&ldquo;<\/strong> ist eine romantisch-schwebende, optimistisch-surreale Poprock-Ballade mit tollem Piano und ausgefeilten Synthi-Kaskaden in bester 80er Jahre-Tradition. An diese schlie&szlig;t die traumwandlerische, nur instrumental am Piano gespielte, beinahe als klassisch zu klassifizierende <strong>&bdquo;Serenade&ldquo;<\/strong> an.<\/p>\n<p>Wehend, nachdenklich, gleichsam aufmunternd, anregend und erquicklich, kommt der perlende Gitarrenpop <strong>&bdquo;Hellster Stern&ldquo;<\/strong> daher &ndash; ein als rigoroses Kompliment aufzufassendes Lied f&uuml;r den hellsten Stern im Himmel des Lied-Ichs -; <strong>&bdquo;Sieben Gazellen&ldquo;<\/strong> bedeutet einen tiefsinnigen, intimen, innig-gef&uuml;hligen Bar-Piano-Blues-Schleicher, der den Rezipienten in gewisser Weise an die legend&auml;ren US-Singer\/Songschreiber Tom Waits oder Randy Newman&nbsp; gemahnen l&auml;sst.<\/p>\n<p>Dementgegen dr&ouml;hnend und phonstark erklingt das knallige, aufreibende, m&uuml;hsame Funk\/Rock\/Blues-Gebr&auml;u <strong>&bdquo;Winnetou&ldquo;<\/strong>, wohingegen es sich bei <strong>&bdquo;Davon&ldquo;<\/strong> &ndash; folgend auf das kurze (wie der Name schon sagt) Synthi-\/Piano-Drama <strong>&bdquo;Drama&ldquo;<\/strong> &ndash; um einen legeren, abgekl&auml;rten, hochmelodischen Akustik-Gitarrenrock mit atmosph&auml;rischen Blues-und Country-Einsprengseln handelt.<\/p>\n<p>Mit der krachenden, bluesigen Gitarrenrock-Orgie <strong>&bdquo;Ich erleb nix mehr&ldquo;<\/strong> endet ein wahrhaftiger Meilenstein des traditionsbewussten und dennoch zeitgem&auml;&szlig; umgesetzten Deutschrock. <strong>HERWIG MITTEREGGER<\/strong> hat mit <strong>&bdquo;SOL MAYOR&ldquo;<\/strong> einmal mehr eindrucksvoll, imposant und nachhaltig bewiesen, dass er ein absoluter K&ouml;nner auf seinem Gebiet ist und fraglos weiterhin zu einem Conf&eacute;rencier der einheimischen Rockszene ausgerufen werden muss. F&uuml;r den &bdquo;Nebenbei-Musikh&ouml;rer&ldquo; ist <strong>&bdquo;SOL MAYOR&ldquo;<\/strong> sicherlich nichts, aber jeder, der sich in die Gefilde einer so extravaganten, wie brillanten Pers&ouml;nlichkeit, als solche man <strong>HERWIG MITTEREGGER<\/strong> zweifelsohne zu bezeichnen hat, begeben m&ouml;chte, sich in seine lyrischen, wie musikalischen Kunstst&uuml;cke einf&uuml;hlen mag, hat mit <strong>&bdquo;SOL MAYOR&ldquo;<\/strong> einwandfrei das richtige und treffliche Kunstwerk in H&auml;nden, in Ohren und im Hirn!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 04. bis 06. Februar 2017<br \/>http:\/\/manoscrito-music.de\/ManoscritoMusic_SolMayor.html<br \/>http:\/\/www.herwig-mitteregger.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ex-&#8222;Spliff&#8220;-Schlagerzeuger mag es noch einmal wissen!\u00a0 Die meisten von uns kennen HERWIG MITTEREGGER &ndash; &uuml;brigens geb&uuml;rtiger &Ouml;sterreicher (was die<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":69386,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69385"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69385"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69385\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/69386"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}