{"id":68773,"date":"2017-02-28T00:00:00","date_gmt":"2017-02-28T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=68773"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"GUNTER-GABRIEL-Nicht-ich-bin-de-68772","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/country\/GUNTER-GABRIEL-Nicht-ich-bin-de-68772\/","title":{"rendered":"GUNTER GABRIEL <br \/>&quot;Nicht ich bin der deutsche Johnny Cash, sondern Cash ist der amerikanische Gabriel!&quot;"},"content":{"rendered":"<p>Wie dem auch immer sei &#8230; es ist in der Tat fast schon erschreckend, wie nah Gabriel dem Original kommt &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sitzt ein alter Mann im Halbdunkel, seitlich zum Beobachter, eine Gitarre in seinen H&auml;nden haltend und singt. Etwas br&uuml;chig, leise, eindringlich. &bdquo;Ain`t No Grave&ldquo; &ndash; Nebel umwabert ihn. Es ist still. Das ist nicht nur ein Lied, das ist ein Statement. Der Mann ist Johnny Cash, die US-amerikanische Country Ikone, oft verkannt und falsch eingesch&auml;tzt, bel&auml;chelt und leichtfertig abgetan, und der noch in seinem letzten Lebensjahrzehnt mit seinen American Recordings eine Br&uuml;cke zwischen den Generationen, zwischen Alt und Jung baute. Und den am Ende seines Lebens sogar MTV f&uuml;r sich entdeckte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>\n<strong>Hello I`m Johnny Cash auf den Musical-B&uuml;hnen<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gunter Gabriel spielt Johnny Cash. Das sollte zweifelsohne die Paraderolle f&uuml;r den eckigen Sangesbarden aus B&uuml;nde \/ Westfalen sein. Viele Jahre schon singt er die Lieder der US-Country Ikone in deutscher &Uuml;bersetzung und immer wieder bezeichnete man ihn als den &bdquo;deutschen Cash&ldquo;, was er gar nicht so gern h&ouml;rt: &bdquo;Nicht ich bin der deutsche Johnny Cash, sondern Cash ist der amerikanische Gabriel!&ldquo; Nun steht Gabriel mit 68 Jahren zum ersten Mal auf einer Theaterb&uuml;hne. Allein das ist eine riesige Herausforderung an den S&auml;nger, ein Sprung<em> &bdquo;ins kalte Wasser&ldquo;,<\/em> mit dem er sich hier darstellerisch fast allein benetzt. Denn die tragende Rolle in &bdquo;Hello I&#39;m Johnny Cash&ldquo; ruht auf seinen Schultern, denn Gabriel ist Cash.<\/p>\n<p>Es ist fast schon erschreckend, wie nah Gabriel dem Original kommt. Die Haare (nat&uuml;rlich eine Per&uuml;cke), die authentische Mimik und Gestik, ja sogar die sprachliche Betonung, dazu die gesamte Erscheinung in schwarz. Gabriel t&auml;nzelt um sein Mikrofon, die Gitarre hochgezogen, fast schon unterm Kinn, und spielend im &bdquo;Anschlag&ldquo;. &bdquo;I Walk The Line&ldquo;. Es ist zun&auml;chst noch die Probe f&uuml;r das gro&szlig;e, bald beginnende Konzert. Von Cash kommen immer wieder Zwischenrufe an die Technik, an seine Musikanten: <em>&bdquo;Spiel den Bass anders&ldquo;, &bdquo;Mach meine Stimme lauter&ldquo;, &bdquo;Bischen mehr Hall&ldquo; &hellip;&nbsp;<\/em> Dann schickt er die Musiker nach hinten, eine Rauchen. Er selbst setzt sich auf die B&uuml;hnenkante und spricht einen Monolog &uuml;ber seine Gitarre, die er &uuml;ber alles liebt und die Armeezeit in Deutschland. Da werden Erinnerungen wach. Ein wenig wehm&uuml;tig denkt er an diese Zeit und singt noch einmal ganz f&uuml;r sich die guten alten Lieder von damals, &bdquo;Goodnight Irene&ldquo; &bdquo;I Hung My Head&ldquo; oder die so komisch klingende Nummer, die Elvis immer sang: &bdquo;Muss i denn zum St&auml;dtele hinaus&hellip;&ldquo;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gabriel und Cash<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<em>&quot;Ich habe alle seine Lieder auf Vinyl, CDs und Kassetten, auf Notenpapier und unz&auml;hligen Schreibmaschinenseiten. Ich h&ouml;re ihn morgens beim Rasieren und nachts auf der Autobahn. Ich war und bin Bewunderer seiner Kunst.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nSchon sein erster gro&szlig;er Plattenerfolg war ein eingedeutschtes Lied seines Idoles Johnny Cash: &bdquo;Ich werd` gesucht&ldquo;. Gunter Gabriel hat es 1973 einfach f&uuml;r sich adaptiert und auch deklariert. Kurze Zeit sp&auml;ter hat er sein Idol sogar pers&ouml;nlich kennengelernt und es entwickelte sich sogar eine Freundschaft zwischen den beiden K&uuml;nstlern, die so unterschiedlich sind, aber doch viele Gemeinsamkeiten besitzen.<\/p>\n<p>Wie das Leben des US-amerikanischen S&auml;ngers verlief auch Gabriels Lebensgeschichte wie eine Achterbahn, eine pulsierende Sinuskurve, ein turbulenter Rodeoritt. Die Parallelit&auml;t in den Lebenslinien von Gabriel und Cash ist manchmal schon verbl&uuml;ffend: Beide machen sich mit ihren Liedern zum Sprachrohr von Unterdr&uuml;ckten oder Randgruppen der Gesellschaft. Cash singt &uuml;ber Gefangene, Ureinwohner und die Eisenbahn, Gabriel &uuml;ber Trucker, Arbeitslose und immer wieder Frauen. Doch: Beide kommen mit ihrem schnellen Ruhm nicht klar. Bei Cash &uuml;bernehmen Alkohol und Tabletten das Kommando, Gabriel trinkt, verliert Millionen und wohnt ein Jahrzehnt in einem Wohnwagen. Beide waren Anfang der 1990er Jahre auf einem privaten und k&uuml;nstlerischen Tiefpunkt angelangt. Was aber kaum jemand f&uuml;r m&ouml;glich hielt: Beide konnten sich auch wieder aus diesem Sumpf nach oben arbeiten, sich befreien aus den Klauen der Drogen, der damit verbundenen Frustration und sie bahnten sich den Weg aus der k&uuml;nstlerischen Sackgasse.<\/p>\n<p>\n<em>&quot;Mein erster Song in der Hitparade war ein Lied von Cash, geschrieben von Bob Dylan, der ein wenig von mir &#39;umgebaut&#39; wurde. &Auml;hnlich wie &#39;Folsom Prison&#39;, das von einem gewissen Jenkins geschrieben wurde und von Cash &#39;adaptiert&#39; wurde. Cash sagte sich: diesen Kerl will ich kennen lernen, der so &auml;hnliche Sachen macht wie ich. Was nat&uuml;rlich so nicht stimmte, denn er war weit &uuml;ber mir. Die Einfachheit, dass ich zu ihm nach Hause kommen konnte, hat mich begeistert. Daraus ist unsere Freundschaft entstanden. Es war ein gro&szlig;artiges Gl&uuml;ck f&uuml;r mich.&quot;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/gabriel_cash.jpg\" style=\"width: 352px; height: 235px;\" \/><\/p>\n<p>Foto-Credit Gunter Gabriel (mit dem &quot;Protest&quot;-Zeichen &#8211; siehe oben): Marco Lang<\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>AWP RECORDS (Textvorlage)<br \/>http:\/\/www.awmusic.de\/<br \/>https:\/\/www.guntergabriel.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie dem auch immer sei &#8230; es ist in der Tat fast schon erschreckend, wie nah Gabriel dem Original kommt<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":68774,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[4],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68773"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}