{"id":68287,"date":"2017-03-13T00:00:00","date_gmt":"2017-03-13T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=68287"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"WDR4-20000-Hoerer-mehr-fuer-WDR-68286","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/WDR4-20000-Hoerer-mehr-fuer-WDR-68286\/","title":{"rendered":"&quot;WDR4&quot; <br \/>20.000 H\u00f6rer mehr f\u00fcr WDR4!"},"content":{"rendered":"<p>Stephan Imming gratuliert \u2013 allerdings nicht ganz ohne Vorbehalte und mit einem kleinen PS &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch, WDR4! Der Sender hat es tats&auml;chlich geschafft, H&ouml;rerzuw&auml;chse zu verzeichnen &ndash; von mehreren Millionen verlorenen H&ouml;rern konnten 20.000 wieder &bdquo;ins Boot geholt&ldquo; (oder neu gewonnen?) werden. Wie der Sender im &bdquo;Gesamt-Ranking&ldquo; dasteht, ist hingegen nur mittels eigener Rechnerei ermittelbar, weil WDR4 seit Anfang 2017 werbefrei ist und in der Liste der meist geh&ouml;rten Radioprogramme nur Sender mit Werbung vorkommen. Nur ganz b&ouml;se Menschen sehen einen kausalen Zusammenhang zwischen Wegfall der Werbung und Steigerung der H&ouml;rerzahlen.<\/p>\n<p>Vielleicht wagen wir mal einen Blick &uuml;ber den Tellerrand &ndash; also auf die allgemeine Radioszene. Einer der erfolgreichsten Sender Deutschlands war seit vielen Jahren Antenne Bayern. Dessen H&ouml;rfunkdirektorin Valerie Weber ist bekanntlich zu WDR4 gewandert, also von einem privaten zu einem &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender. Das ist wie in der Politik &ndash; da werden ja auch Juristinnen Wirtschaftsministerin, weil der Posten gerade frei ist &ndash; oder vermeintliche Kanzlerkandidaten Au&szlig;enminister, weil sie nicht gew&auml;hlt werden w&uuml;rden. Entsprechend ist offensichtlich beliebig, ob man die Verantwortung f&uuml;r einen privaten oder einen &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender innehat.<\/p>\n<p>Und siehe da &ndash; kaum ist Frau Weber bei Antenne Bayern weg, verliert der Sender massiv an H&ouml;rern und kriegt das Schalke-Syndrom (sofortiger Austausch des Verantwortlichen bei vermeintlicher Erfolglosigkeit). Nutznie&szlig;er des Ganzen ist doppelt und dreifach &ndash; naaaa.? Richtig: Valerie Weber. Und jetzt kommt&rsquo;s &ndash; die Aufz&auml;hlung der Erfolge ist gigantisch: Beispielsweise hat WDR2 es geschafft, 30.000 neue H&ouml;rer hinzuzugewinnen und ist das meistgeh&ouml;rte &ouml;ffentlich-rechtliche Radioprogramm Deutschlands. Auch 1Live konnte sich im Ranking verbessern und ist nun zweitmeist geh&ouml;rtes &ouml;ffentlich-rechtliches Radioprogramm Deutschlands.<\/p>\n<p>Nun kommen wieder die b&ouml;sen Erg&auml;nzungen: WDR2 hat zwar gut 30.000 H&ouml;rer hinzugewonnen, aber 1Live hat 30.000 H&ouml;rer verloren und profitiert nur davon, dass andere Sender NOCH schlechter dastehen. Der Verlust von 30.000 H&ouml;rern kann offensichtlich unterschiedlich interpretiert werden. Die Webseite quotenmeter.de formuliert es wie folgt: &bdquo;<em>Valerie Weber hat es geschafft, 1LIVE zum zweiterfolgreichsten Programm des Landes zu machen.<\/em>&ldquo; &#8211; Und: Nach wie vor ist das private H&ouml;rfunkprogramm Radio NRW mit weitem Abstand meistgeh&ouml;rter Sender Deutschlands (also das, was noch vor einigen Jahren WDR4 war) &ndash; und zwar ohne Zwangsabgabe, rein werbefinanziert. Das geb&uuml;hrenfinanzierte WDR2 hat noch immer rund 600.000 H&ouml;rer weniger als das absolut vergleichbare Radio NRW.<\/p>\n<p>Will sagen: Der einzige Anspruch, den der WDR offensichtlich hat, ist es, Quote zu machen. Mit WDR2, 1Live und WDR4 scheint man das zu erreichen. Ob man damit der deutschen Musikszene massiv schadet, ist dem WDR komplett egal &ndash; Hauptsache, die Quote stimmt. Mit Schlager k&ouml;nnte man vielleicht noch mehr Einschaltquote erreichen &ndash; das sieht man aber nicht beim WDR, weil man anscheinend noch nie die K&ouml;lnarena oder diverse Stadien besucht hat, in denen der Schlager abgefeiert wird. Auch die diversen Fernsehreportagen und Shows zum Thema Schlager nimmt man nicht wahr. Wenn irgendein Meinungsforschungsinstitut einen Alt-68-er fragt, ob er lieber Stones oder Roy Black h&ouml;rt und &bdquo;Stones&ldquo; die Antwort ist, dann reicht das allem Anschein nach als Aussage, dass Schlager keine Quote bringe. Die Zahlen m&ouml;gen dem Sender irgendwo auch Recht geben.<\/p>\n<p>Aber: Wenn man den &ouml;ffentlichen Auftrag im Hauptprogramm missachtet und den auf gleich zwei &bdquo;Elitesendern&ldquo; (WDR3 und WDR5) aufteilt, die quasi &bdquo;unter Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit&ldquo; senden, bin ich der Meinung, dass eine Rundfunkabgabe keinen Sinn mehr macht. Programm f&uuml;r die breite Masse &ndash; das kann offensichtlich Radio NRW sogar besser als der WDR &ndash; zumindest ist es das meistgeh&ouml;rte Programm. Und wenn eine Elite ihr Programm haben will, ist fraglich, ob das per Zwangsabgabe finanziert werden muss.<\/p>\n<p>Was den Schlagerfreunden trotz der positiven H&ouml;rerentwicklung im Fall WDR4 Mut machen kann, ist der Wegfall der Werbung bei dem Sender. Man musste sich n&auml;mlich entscheiden, bei einem Sender die Werbung entfallen zu lassen, weil es entsprechende gesetzliche Sachzw&auml;nge gab. Man entschied sich f&uuml;r WDR4, weil &ndash; O-Ton: &bdquo;<em>Hier m&uuml;ssen wir durch den Wegfall nur minimal in den Programmablauf eingreifen, was letztendlich auch den H&ouml;rerinnen und H&ouml;rer zugutekommt.<\/em>&ldquo;. Nach meiner Einsch&auml;tzung stellte Valerie Weber beim Ausspruch dieser These fest, dass ihre Nase eine unsch&ouml;ne Verl&auml;ngerung erfuhr und legte rasch nach: &bdquo;<em>Au&szlig;erdem entsteht dem uns durch diesen Werbeverzicht auch der vergleichsweise geringste finanzielle Schaden.<\/em>&ldquo;, womit das h&uuml;bsche N&auml;schen zum Gl&uuml;ck wieder seine attraktive Form bekam. Diese Werbefreiheit kann den Schlagerfans zugute kommen &ndash; die Arbeitshypothese beim WDR ist ja offensichtlich die, dass man mit Schlagern keine lukrativen Werbebuchungen bekommt (nach meiner Vermutung ist das totaler Bl&ouml;dsinn, sonst w&uuml;rde sich RTL in dem Bereich nicht so engagieren &ndash; aber egal). Den Druck, Werbeeinnahmen generieren zu m&uuml;ssen, hat man somit auf WDR4 nicht mehr. Wenn man behutsam kleine Inseln f&uuml;r Schlager schafft, k&ouml;nnte man damit zum Einen die nervigen Diskussionen zum Thema eind&auml;mmen, und zum Anderen vielleicht sogar noch weitere H&ouml;rer generieren &ndash; es bleibt spannend&hellip; Zumindest die &bdquo;Schallplattenbar&ldquo;, das einzige strahlende Top-Highlight des WDR4-Porgramms, d&uuml;rfte erhalten bleiben &ndash; die vielen lobenden Postings allein bei den sozialen Netzwerken sprechen da eine eindeutige Sprache &ndash; es bleibt spannend&hellip;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">PS: Nebenbei bemerkt, der Berliner Schlagersender B2 hat in der Mediaanalyse 56,5 Prozent H&ouml;rer hinzugewinnen k&ouml;nnen und ist damit deutschlandweit(!) der gr&ouml;&szlig;te Gewinner der Mediaanalyse. Radioszene.de formuliert es wie folgt: &bdquo;<strong><em>Radio B2 und Schlager sind derzeit voll im Trend<\/em><\/strong>&ldquo;. Dem ist nichts hinzuzuf&uuml;gen&hellip;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen u. a.:<\/strong><\/p>\n<p>\n<a href=\"http:\/\/www.radioszene.de\/101798\/media-analyse-ma-2017-radio-i.html\">http:\/\/www.radioszene.de\/101798\/media-analyse-ma-2017-radio-i.html<\/a><\/p>\n<p>\n<a href=\"https:\/\/presse.wdr.de\/plounge\/wdr\/unternehmen\/2016\/06\/20160630_werbereduzierung.html\">https:\/\/presse.wdr.de\/plounge\/wdr\/unternehmen\/2016\/06\/20160630_werbereduzierung.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.radioszene.de\/102176\/media-analyse-radiob2-deutschlandweit-groesste-gewinner.html\">http:\/\/www.radioszene.de\/102176\/media-analyse-radiob2-deutschlandweit-groesste-gewinner.html<\/a><\/p>\n<p>Stephan Imming, 10.03.2017<br \/>http:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr4\/<br \/>http:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr4\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stephan Imming gratuliert \u2013 allerdings nicht ganz ohne Vorbehalte und mit einem kleinen PS &#8230;:\u00a0 Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch, WDR4! 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