{"id":67855,"date":"2017-03-23T00:00:00","date_gmt":"2017-03-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=67855"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"PURPLE-SCHULZ-Die-CD-Der-Sing-d-67854","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/PURPLE-SCHULZ-Die-CD-Der-Sing-d-67854\/","title":{"rendered":"PURPLE SCHULZ <br \/>Die CD &quot;Der Sing des Lebens&quot; ((immer noch KEIN Schreibfehler !!!)) im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Ein Album zum H\u00f6ren UND ZU-H\u00f6ren!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&bdquo;Verliebte Jungs&ldquo;<\/em>&hellip; <em>&bdquo;Nur mit Dir&ldquo;<\/em>&hellip; <em>&bdquo;Kleine Seen&ldquo;<\/em>&hellip; diese und noch viele, viele Lieder mehr aus der Feder des K&ouml;lner S&auml;ngers und Songschreibers <strong>PURPLE SCHULZ<\/strong> haben unserer Generation, die wir Mitte der 80er Jahre unsere Adoleszenz erlebten, die Erste Liebe vers&uuml;&szlig;t und den ersten Liebeskummer erleichtert.<\/p>\n<p>1984\/85\/86\/87, als sich die deutsche Popmusik von der ausgelutschten Neuen Deutschen Welle freigeschwommen hatte, und Genrekollegen, von Klaus Lage &uuml;ber Wolf Maahn bis &bdquo;BAP&ldquo; oder Herbert Gr&ouml;nemeyer, das einheimische Geschehen zwischen Pop und Rock pr&auml;gten, dabei unz&auml;hlige Klassiker schufen, z&auml;hlte PURPLE SCHULZ &ndash; seinerzeit in Trio-Formation &#8211; zu den ganz gro&szlig;en Helden unserer Jugend.<\/p>\n<p>Bis in die 90er Jahre hinein, gl&auml;nzte der heute 59j&auml;hrige mit oft schier brillanten LPs\/CDs &ndash; aber, auch danach war er nie so richtig &sbquo;weg vom Fenster&lsquo;. In verschiedenen Besetzungen, mal als Duo, als Trio, mal mit Band, begeisterte der plietsche Liedschreiber ein ums andere Mal sein treues Publikum. Erst 2015 traten er und sein damaliger Gitarrist Schrader &ndash; einfach Schrader, so wie der Tisch Tisch hei&szlig;t (vgl. Wolfgang Borchert) &#8211; bei uns in Gelsenkirchen-Buer mit einem Unplugged-Programm im Zuge des &bdquo;III. Rock am Dom&ldquo;-Festivals auf und zogen weit &uuml;ber 300 hingerissene 80er-Kinder an.<\/p>\n<p>Nebenbei ist Purple &ndash; und dies ist als besonders lobenswert zu bezeichnen &ndash; karitativ &auml;u&szlig;erst aktiv und setzt sich seit Jahren f&uuml;r demenzkranke Menschen ein, deren Sorgen und N&ouml;te in unserer h&auml;ufig nicht sehr humanen Glitzerwelt oft ein ungutes Randdasein einnehmen.<\/p>\n<p>Dieser Tage erschien bei RAKETE Medien ein brandaktuelles Album des Deutschpop-Heroen der 80er Jahre, insgesamt seine 14. Longplay-Produktion: <strong>&bdquo;DER SING DES LEBENS&ldquo;<\/strong> &ndash; &bdquo;Sing&ldquo; ist kein Tippfehler! &ndash;, welcher da besteht aus zwei Silberscheiben. Auf der ersten befinden sich zehn brandneue Titel, eingespielt im Bandkontext, und auf der zweiten nochmals zwei Handvoll Liveaufnahmen, die ihm Rahmen der 2016er-Tournee unter dem Motto &bdquo;Der Kleine mit dem Unterschied&ldquo; mitgeschnitten wurden &ndash; wobei, von den zwei 80er-Evregreens &bdquo;Sehnsucht&ldquo; (1983 &ndash; in einer 2017er-Version) und &bdquo;(Viel zu wenig) Zeit&ldquo; (1987), ausschlie&szlig;lich neuere Lieder, Geheimtipps von fr&uuml;her bzw. bisher noch nie auf Tontr&auml;ger vorgelegte Titel f&uuml;r diese Live-CD bedacht wurden.<\/p>\n<p>Der offensive Er&ouml;ffner <strong>&bdquo;Das ist die Zeit&ldquo;<\/strong>, ein klassischer Gitarren-plus-Piano-Pop\/Rock-Song, einwenig an &bdquo;U2&ldquo; gemahnend, res&uuml;miert das Heute und Hier, zwischen ausgelassener Party und dumpfen Stammtischparolen, spritzig-sarkastisch wird&rsquo;s daraufhin im von knarzender Blues-Harp gef&uuml;hrten Country-Talking-Blues <strong>&bdquo;Du bist da&ldquo;<\/strong>, ein liebevoll-widerspenstiger Lobgesang auf selbstlose, sich aufopfernde Rettungssanit&auml;ter, Krankenhaus-Clowns und allgemein das Pflegepersonal in Hospit&auml;lern.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Da denkste jetzt mal dr&uuml;ber nach&ldquo;<\/strong> parodiert, sehr textintensiv und den Lieben Gott direkt ansprechend, die Sch&ouml;pfungsgeschichte auf der Basis eines gitarrenbetonten Beat-Couplets mit Ragtime-Einfl&uuml;ssen; <strong>&bdquo;Es reicht&ldquo;<\/strong> ist ein philosophisches, enorm zeitkritisches Rockchanson, wiederum mit typisch britischen Beat- und trockenen Blues-Elementen angereichert.<\/p>\n<p>Die tr&ouml;pfelnd-perlende Pianoballade <strong>&bdquo;Schweigen&ldquo;<\/strong> ist ein zerbrechliches Abschiedslied, garniert mit einer ged&auml;mpft d&auml;mpfenden Violine &ndash; ebenso ernsthaft, streichergef&uuml;hrt, zun&auml;chst ohne jeglichen Rhythmus, schleicht folkrockig, zunehmend aufmuckender, rockiger, deftiger, nun die munter-und mutmachende Aufforderung, Vergangenes hinter sich zu lassen, und gerade <em>heute<\/em> neu zu starten, <strong>&bdquo;Ab heute ist f&uuml;r immer&ldquo;<\/strong>, durch die Lautsprecher. Die augenzwinkernd-zweideutige Ode auf das &Auml;lterwerden und dessen deutlich sichtbare physische Folgen, <strong>&bdquo;Das ist nicht fair&ldquo;<\/strong>, eine rasant-flotte (Country-)Pop-Nummer im klanglichen Sinne von &bdquo;Walking on Sunshine&ldquo;, hatte Purple schon am 13. Juni 2015 in Gelsenkirchen-Buer &sbquo;live&lsquo; aufgef&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Im stillen, so sch&uuml;chternen, wie wiegenden, ann&auml;hrend bluesigen Gitarren-Chanson <strong>&bdquo;Ich w&uuml;nsch&lsquo; mir, Du bleibst&ldquo;<\/strong>, hofft das Lied-Ich, die zu ihm nicht so recht passende Freundin m&ouml;ge, aller Differenzen zum Trotz, bei ihm bleiben; <strong>&bdquo;Nimm es mit&ldquo;<\/strong> ist der wehend-poppige Rat an ein aufwachsendes Kind, in seinem Leben alles aufzunehmen, aufzusaugen, mitzunehmen, was ebenjenes Leben f&uuml;r sie bzw. ihn &uuml;brig hat, was es ihr\/ihm schenken m&ouml;chte. Ein kaum h&ouml;rbares, atmosph&auml;risches Piano, zun&auml;chst eine nur ganz im Hintergrund vernehmbare Violine, die bald darauf in regelrechten Streicherw&auml;llen aufgeht, und Purples eindringlicher Gesang, bestimmen das Abschlusslied der 10-Titel-Studio-CD, <strong>&bdquo;Das letzte Mal&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Live-CD beginnt mit einer ausdrucksstarken-energiegeladenen Blues-Version &ndash; Akustik-Gitarre plus Mundharmonika plus introvertierte Streicher und unaufdringlichem, dann donnernden Rhythmus &#8211; von &bdquo;Sehnsucht&ldquo;, demjenigen legend&auml;ren Deutschrock-Markenzeichen, mit dem Purple Schulz zur Jahreswende 1984\/85 seinen endg&uuml;ltigen Durchbruch an die Spitze des damaligen Ph&auml;nomens deutschsprachiger Rock- und Popmusik zu erzielen vermochte. <strong>&bdquo;Sehnsucht 2017&ldquo;<\/strong> wurde am 02. Januar d.J. vor 85.000 Zuschauern bei einer spektakul&auml;ren Neujahrs-Veranstaltung aufgezeichnet und stellt das geschichtstr&auml;chtige Original in puncto Emotionalit&auml;t, klanglicher Dimension und Leidenschaft wom&ouml;glich noch in den Schatten.<\/p>\n<p>Von einer Frauenstimme vorgelesene, zusammengeschnittene Zitate aus dem Lexikonartikel zum Thema &bdquo;Zeit&ldquo; aus Wikipedia.de, leiten eine k&uuml;hl-entschlackte, &uuml;ber siebenmin&uuml;tige Neufassung der &ndash; in jenen Tagen von Tato Gomez letztlich &uuml;berproduzierten &ndash; ersten 1987er-Single <strong>&bdquo;(Viel zu wenig) Zeit&ldquo;<\/strong> ein, woraufhin erw&auml;hnte Satire &uuml;ber das Altern, <strong>&bdquo;Das ist nicht fair&ldquo;<\/strong>, als Konzertaufnahme ert&ouml;nt. Die Popballade <strong>&bdquo;Weitergehen&ldquo;<\/strong> entstammt im Original der 1992er-CD &bdquo;HaHa&ldquo;, und stellt sich als ein surreal anmutendes Lied &uuml;ber Flucht und Liebe dar, welches thematisch im zeitlichen Umfeld der ausl&auml;nderfeindlichen Krawalle in jener &Auml;ra anzusiedeln ist. <strong>&bdquo;Kinderleicht&ldquo;<\/strong>, entnommen der 1997er-CD &bdquo;Pop&ldquo;, ist ein sehns&uuml;chtig-vertr&auml;umtes, im wahrsten Sinne des Wortes &sbquo;kinderleichtes&lsquo;, &uuml;beraus liebenswertes, vor sich hin perlendes, Ruhe und Geborgenheit ausstrahlendes Gitarrenpop-Schmankerl, ausstaffiert mit gem&auml;chlicher Blues-Harp. In dieselbe stimmungsbezogene Kerbe schl&auml;gt der romantische Schleicher <strong>&bdquo;Spiegeln&ldquo;<\/strong> aus der 2012er-CD &bdquo;So und nicht anders&ldquo;, gehalten in feinstem Streichersound. &Uuml;ber sechs Minuten lang huldigt Purple daraufhin, solo zum Piano, dem <strong>&bdquo;Letzten Koffer&ldquo;<\/strong>, welcher inhaltlich ein grazi&ouml;s-feinf&uuml;hliges Abschiedsszenario (dto.) bedeutet, bevor wir die &ndash; erneut sehr leise und besinnlich und dennoch rhythmisch-aufwirbelnde und voranstrebende, mit einem speziellen Fluidum ausgestattete 1990er-Ballade <strong>&bdquo;Unter der Haut&ldquo;<\/strong> &ndash; aus der LP &bdquo;Purple Schulz&ldquo; und von jeher ein Livefavorit &ndash; in nahezu akustischem Ambiente genie&szlig;en k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Die beiden zuvor unver&ouml;ffentlichten Titel <strong>&bdquo;Kleine Geschichte vom Ende einer gro&szlig;en Liebe&ldquo;<\/strong> &ndash; ein dezent-verhaltenes Pianochanson &uuml;ber die Trennung eines so lange (zumindest vordergr&uuml;ndig) verliebten Paares, das sich lyrisch, &auml;hnlich, wie Purples grandioser 1987er-Beitrag &bdquo;Vorbei&ldquo;, an Erich K&auml;stners &bdquo;Sachlicher Romanze&ldquo; orientiert &#8211; , sowie das sehr modern, beinahe partyschlagergem&auml;&szlig;, &uuml;berzeichnet s&uuml;dl&auml;ndisch inszenierte, reich polemische, kabarettistische Couplet &uuml;ber die Fl&uuml;chtlingskrise, <strong>&bdquo;Wir werden das schaffen&ldquo;<\/strong> &ndash; gesungen aus der Sicht eines Migranten &#8211; den hochspannenden Live-Part glorios beschlie&szlig;t.<\/p>\n<p>Fazit: Der Purple Schulz des Jahres 2017 klingt nicht weniger erfrischend, gef&uuml;hlvoll und provokativ, als der Purple Schulz a.D. 1985. Musikalisch weniger poppig, als zu EMI-Zeiten vor 30\/32 Jahren, das satirische Moment kommt, ob des fehlenden Kommerzzwangs, dagegen weitaus mehr und eindeutiger zum Vorschein, als zu Zeiten der &sbquo;verliebten kleinen Seen&lsquo;. In <strong>&bdquo;DER SING DES LEBENS&ldquo;<\/strong> muss der Rezipient direkt einsteigen, sich mit Musik und Texten und der durchgehend trefflichen Verbindung beider aufmerksam und konzentriert besch&auml;ftigen. F&uuml;r Freunde deutscher Popmusik, die Musik nicht nur h&ouml;ren, sondern ihr gleicherma&szlig;en ZU-h&ouml;ren m&ouml;chten, ist <strong>&bdquo;DER SING DES LEBENS&ldquo; <\/strong>von <strong>PURPLE SCHULZ<\/strong> genau das richtige!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 21.\/22. M\u00e4rz 2017<br \/>http:\/\/www.rakete-medien.de\/<br \/>http:\/\/www.purpleschulz.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Album zum H\u00f6ren UND ZU-H\u00f6ren!\u00a0 &bdquo;Verliebte Jungs&ldquo;&hellip; &bdquo;Nur mit Dir&ldquo;&hellip; &bdquo;Kleine Seen&ldquo;&hellip; diese und noch viele, viele Lieder mehr<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":67856,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67855"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67855"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67855\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67856"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67855"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}