{"id":67345,"date":"2017-04-06T00:00:00","date_gmt":"2017-04-06T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=67345"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"TRUCK-STOP-Die-neue-CD-Made-In-67344","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/country\/TRUCK-STOP-Die-neue-CD-Made-In-67344\/","title":{"rendered":"TRUCK STOP <br \/>Die neue CD &quot;Made In Germany&quot; &#8211; besprochen von Stephan Imming!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Die Cowboys der Nation bleiben sich treu&#8220;, so sein Res\u00fcm\u00e9e! \u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor nunmehr rund 44 Jahren wurde &bdquo;in einem Studio in Maschen&ldquo; die sicherlich bekannteste deutsche Country-Band unter dem Namen TRUCK STOP gegr&uuml;ndet. Wenngleich von der Gr&uuml;nderbesetzung nur noch Schlagzeuger Teddy Ibing dabei ist, ist sich die Band stets treu geblieben. Selbst das typische Band-Logo mit den beiden Pistolen wurde &uuml;ber Jahrzehnte nahezu beibehalten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/truckstop_logo.jpg\" style=\"width: 512px; height: 106px;\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Tod der langj&auml;hrigen Mitglieder Lucius Reichling (2012) und Cisco Berndt (2014) hatte die Band Schicksalsschl&auml;ge zu ertragen. Statt die buchst&auml;bliche Flinte ins Korn zu werfen, hat man punktuell den Generationenwechsel hinbekommen. Seit 2012 ist Andreas Cisek f&uuml;r Gesang und Bass zust&auml;ndig, 2014 sind der Geiger Tim Reese und der Leadgitarrist Chris Kaufmann zur Band gesto&szlig;en. Seit Jahrzehnten dabei sind Uwe Lost (Bass, seit 1978) und Knut Bewersdorff (Steel-Guitar, seit 1983).<\/p>\n<p>&bdquo;Jetzt erst recht&ldquo; hat man sich wohl gesagt und 2015 die CD &bdquo;M&auml;nner sind so&ldquo; auf den Markt gebracht und damit den gr&ouml;&szlig;ten Albumchartserfolg eines Produktalbums der Bandgeschichte geschafft.<\/p>\n<p>Die Messlatte f&uuml;r das neue Album liegt also denkbar hoch.&nbsp; Mit Frank Ramond und und J&ouml;rn Heilbut hat man ein hochkar&auml;tiges Produzententeam am Start &ndash; das Vorwort im Booklet der CD scheint nicht zu viel zu versprechen: &bdquo;Die Party geht weiter&ldquo;.<\/p>\n<p>Der Titelsong des Albums &bdquo;<strong>Made in Germany<\/strong>&ldquo; ist zugleich dessen erste Single, die bereits im Februar vorab ver&ouml;ffentlicht wurde. Frank Ramond bringt die Gl&uuml;ckseligkeit der Deutschen (na, sagen wir einschr&auml;nkend der deutschen M&auml;nner) auf den Punkt: Ein Dosenbier, Fu&szlig;ballspiel im Fernsehen und ein Grill reichen, um gl&uuml;cklich zu sein. Die Ballade markiert einen starken Einstieg in die neue Produktion Truck Stops.<\/p>\n<p>Im n&auml;chsten Song beweisen die Cowboys der Nation, dass es ein Vorurteil ist, dass M&auml;nner nur mit einem K&ouml;rperteil denken. Sie untermauern Statistiken, die besagen, dass die Frequenz der Youporn-Nutzung gegen Null tendiert und Bordelle wie ausgestorben sind, wenn &ndash; ja wenn der bereits im ersten Song angesprochene Fu&szlig;ball hoch priorisiert wird. Die Jungs von Truck Stop dr&uuml;cken es freilich lyrischer und sensibler aus: &bdquo;<em>Du kannst mir sp&auml;ter noch den Kopf verdreh&rsquo;n &ndash; lass mich erst das Spiel zu Ende seh&rsquo;n! &ndash; Hol mir lieber noch&rsquo;n Snickers und &rsquo;n Nuts &ndash; <strong>ich guck das Spiel, Schatz!<\/strong><\/em>&ldquo;. Bemerkenswert ist sicher auch die Zeile, die beweist, dass Cowboys auch intellektuell sein k&ouml;nnen angesichts ihrer Zeitungslekt&uuml;re: &bdquo;<em>Sex beim Fernseh&rsquo;n ist gef&auml;hrlich &ndash; das stand neulich in der FAZ &ndash; ich guck das Spiel, Schatz!&ldquo;<\/em>&hellip;. (, wobei es vielleicht besser ist, nicht nach einem zum Sportmagazin &bdquo;Kicker&ldquo; suchenden Reim zu suchen&hellip;)<\/p>\n<p>W&auml;hrend andere deutsche Schlagergruppen ihre Reiseaktivit&auml;ten in Liedern wie &bdquo;Die rote Sonne von Barbados&ldquo; verarbeiten, verarbeiten die Hamburger Jungs ihre Urlaubserz&auml;hlungen in einem Lied mit dem Titel &bdquo;<strong>Ein Hund ohne richtigen Namen<\/strong>&ldquo;. Campingurlaub kann anscheinend auch sch&ouml;n sein&hellip;<\/p>\n<p>Verglichen mit den Anfangszeiten 1973, als die Rollenverteilung der Geschlechter sehr klar definiert war, haben sich die Zeiten selbst bei Cowboys ge&auml;ndert. Die Emanzipation macht auch vor Truck Stop nicht halt, und so kann auch im Country-Segment im Jahr 2017 ein Lied &bdquo;<strong>Mama macht Karriere<\/strong>&ldquo; hei&szlig;en.<\/p>\n<p>Wer kennt es nicht, das Zaudern in entscheidenden Momenten &ndash; und dem anschlie&szlig;enden Nachtrauern einer verpassten Gelegenheit? Truck Stop thematisiert diese wohl auch durchaus typisch deutsche Eigenschaft im Song &bdquo;<strong>W&auml;re, w&uuml;rde, h&auml;tte<\/strong>&ldquo;. Schon Peer Steinbr&uuml;ck musste einsehen, dass &bdquo;h&auml;tte &ndash; h&auml;tte&nbsp; &#8211; Fahrradkette&ldquo; nicht der Weisheit letzter Schluss ist.<\/p>\n<p>Der n&auml;chste Song ist ein typischer Country-Lovesong. Interessant: Im Promo-Text zur CD und auch auf der R&uuml;ckseite des Jewelcases wird der Titel &bdquo;Wenn Du jemand suchst&ldquo; angek&uuml;ndigt. Das tut den Germanisten dieser Welt weh. Der Text stammt erneut von Frank Ramond, der genau wei&szlig;, dass es nat&uuml;rlich hei&szlig;en muss: &bdquo;<strong>Wenn Du&nbsp; jemanden (!) suchst&ldquo;.<\/strong> Ibo postulierte in den 1990er Jahren &bdquo;An Deiner Stelle n&auml;hm&rsquo; ich mich&ldquo; &ndash; im Steel-Guitar-Country-Sound greifen Truck Stop diesen Gedanken auf ihre Art und Weise auf.<\/p>\n<p>Nachdem im letzten Titel vom weiblichen Liebeskummer berichtet wurde, geht es beim folgenden Song des Albums rockiger zu &ndash; die m&auml;nnliche Seite des gebrochenen Herzens wird beschrieben &ndash; &bdquo;<strong><em>Wenn M&auml;nnerherzen brechen<\/em><\/strong><em> &ndash; dann gibt es keinen Damm mehr, der ihre Tr&auml;nen h&auml;lt<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Ein typisch deutsches Ph&auml;nomen ist die Klagewut, insbesondere, wenn es dem &bdquo;b&ouml;sen Nachbarn nicht gef&auml;llt&ldquo;, auch der &bdquo;Brief von unseren Nachbarn&ldquo; ist schlagerseitig recht bekannt. Auch diesen Aspekt greifen die Jungs von Truck Stop im Uptempo-Song &bdquo;<strong>Nachbarn&ldquo;<\/strong> auf &ndash; selbst der Rat &bdquo;<em>&Auml;rgert Dich Dein Hausgenosse &ndash; reich ihm lieber gleich die Flosse<\/em>&ldquo; hilft da nur bedingt&hellip; Schon Cindy &amp; Bert haben es erfolglos mit dem Appell versucht: &bdquo;Hallo Herr Nachbar, unsere Welt braucht Liebe&ldquo;&hellip;<\/p>\n<p>Einen typischen Country-Lovesong bringen die Hamburger mit dem getragenen &bdquo;<strong>Weil Du es bist&ldquo;<\/strong>, einer Liebeserkl&auml;rung gegen&uuml;ber einer Frau, die einen in den Wahnsinn treibt: &bdquo;<em>Du hast einfach immer diese Gabe, meine Nerven an- und abzustell&rsquo;n<\/em>&ldquo; &ndash; frei nach Howard Carpendale: &bdquo;Mit Dir verschwend ich meine Zeit &ndash; am liebsten&ldquo; konstatieren Truck Stop: &bdquo;<em>Alles vergessen, wenn Dein Mund mich k&uuml;sst<\/em>&ldquo;&hellip;<\/p>\n<p>Das ewig junge Thema Zweierbeziehung wird auch im Lied &bdquo;<strong>Ich hab keinen Plan<\/strong>&ldquo; aufgegriffen &ndash; dass nicht immer alles planbar ist und manchmal auch die Magie des Momnts zu genie&szlig;en ist, d&uuml;rfte die Kernaussage des Songs sein.<\/p>\n<p>Ein Lieblingslied des Albums ist f&uuml;r mich &bdquo;<strong>Nicht der Typ<\/strong>&ldquo;. Es ist erstaunlich, dass der Song weder im Promotext noch in ersten Rezensionen sonderlich Erw&auml;hnung findet, obwohl er ein interessantes Thema findet, das sowohl zum Zeitgeist als auch zur Countrymusic &ndash; hier wird geschildert, dass es nicht immer gut ist, mit Worten auf &bdquo;dicke Hose&ldquo; zu machen, sondern den amerikanischen Spruch &bdquo;words are words and actions are actions&ldquo; zu beherzigen. Au&szlig;erdem lernen wir ein neuen bon mot kennen: &bdquo;<em>Das Leben ist kein&hellip;. Teddyb&auml;r<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Die letzten drei Lieder ihres neuen Albums widmen die Truck Stop-Jungs wieder dem schwachen Geschlecht: Im Lovesong &bdquo;<strong>Ohne Frauen wie Dich<\/strong>&ldquo; geht es um eine sch&ouml;ne Liebeserkl&auml;rung an eine Frau, mit der man(n) seit Jahren zusammenlebt. Von der Problematik, genau diese Frau zu finden, handelt der Titel &bdquo;<strong>Raus aus meinem Kopf<\/strong>&ldquo;. Ist die Herzdame erst mal nach vielen Fehlversuchen gefunden, ist der &bdquo;<strong>letzte Halt<\/strong>&ldquo; die zufriedenstellende Endstation &ndash; vor lauter Gl&uuml;ckseligkeit werden dann die Country-typischen Instrumente noch mal in sch&ouml;nen Instrumental-Soli hervorgeholt.<\/p>\n<p>Auch nach 44 Jahren Bandgeschichte gilt bei Truck Stop klar: &bdquo;Wo Truck Stop drauf steht, ist auch Truck Stop drin&ldquo; &ndash; die Band ist sich immer treu geblieben und ihren Stil nie sonderlich ge&auml;ndert, hat dabei aber &ndash; wie auf dem aktuellen Album &ndash; dennoch den Zeitgeist nicht aus dem Blick verloren. Die Hamburger Truppe stellt ihre Songs im Fr&uuml;hjahr auch bei einer Club-Tour vor &ndash; man darf gespannt sein, ob die neue Produktion der Band &auml;hnlichen Erfolg haben wird wie das letzte Album &ndash; zu g&ouml;nnen ist es der sympathischen Gruppe.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 05.04.2017<br \/>http:\/\/www.telamo.de<br \/>http:\/\/www.truck-stop.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Cowboys der Nation bleiben sich treu&#8220;, so sein Res\u00fcm\u00e9e! \u00a0 Vor nunmehr rund 44 Jahren wurde &bdquo;in einem Studio<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":67346,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[4],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67345"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67345\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}