{"id":64711,"date":"2017-06-19T00:00:00","date_gmt":"2017-06-19T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=64711"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"GUILDO-HORN-WDR4-singt-mit-Guil-64710","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/GUILDO-HORN-WDR4-singt-mit-Guil-64710\/","title":{"rendered":"GUILDO HORN <br \/>WDR4 sing(t) mit Guildo Horn!"},"content":{"rendered":"<p>Stephan Imming hat mitgesungen \u2013 sein Fazit: tolle Veranstaltung, schwache Redaktion!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WDR 4 &ndash; sing(t) mit Guildo &ndash; im Rahmen des 60er-Jahre-Wochenendes von WDR4 kam man auf die Idee, ein Mitsingkonzert mit dem &bdquo;Meister&ldquo; und seinen orthop&auml;dischen Str&uuml;mpfen zu organisieren. Da Guildo Horn ja &bdquo;eigentlich&ldquo; f&uuml;r den Schlager steht, wollte ich bei dem historischen Ereignis dabei sein und habe mich um Tickets beworben &ndash; und siehe da &ndash; ich geh&ouml;rte zu den gl&uuml;cklichen 80 Gewinnern, die eins der exklusiven Tickets ergattern konnten.<\/p>\n<p>P&uuml;nktlich um 15 Uhr fanden wir uns also beim WDR in K&ouml;ln ein, um dem legend&auml;ren Happening beizuwohnen. WDR4-Redakteur Reinhard Kr&ouml;hnert begr&uuml;&szlig;te die Zuschauer und fragte, wer denn heute schon WDR4 geh&ouml;rt h&auml;tte &ndash; zun&auml;chst meldeten sich nur wenige der Anwesenden &ndash; er stellte die Frage dann noch vier- bis f&uuml;nf Mal, bis schlie&szlig;lich die meisten Leute im Publikum aufzeigten &ndash; damit d&uuml;rfte endlich das Geheimnis gel&ouml;st sein, wie es zu den kuriosen Umfrageergebnissen von WDR4 kommt.<\/p>\n<p>Kr&ouml;hnert war es auch, der dem &bdquo;Meister&ldquo; die Titel f&uuml;r das Mitsingkonzert hat zukommen lassen. Zum Gl&uuml;ck hat Horn das Programm mit einigen Schlagern &bdquo;angereichert&ldquo;.<\/p>\n<p>Guildo begr&uuml;&szlig;te seine &bdquo;Mits&auml;nger&ldquo; mit dem Hinweis, dass er fr&ouml;hlich sei, dass sich um Sendesaal mehr Zuschauer eingefunden h&auml;tten als bei der zeitgleich stattfindenden Demo (der Muslime). Zum &bdquo;Warmsingen&ldquo; durften Guildos S&auml;nger erst mal &bdquo;DEN&ldquo; Hit der Sechziger Jahre Singen: &bdquo;<strong>Bruder Jakob<\/strong>&ldquo; &ndash; der Kanongesang funktionierte erstaunlich gut.<\/p>\n<p>Dann kam richtig Stimmung auf &ndash; Guildo begann mit dem Udo-J&uuml;rgens-Klassiker &bdquo;<strong>Siebzehn Jahr&rsquo;, blondes Haar<\/strong>&ldquo;. F&uuml;r das Publikum sichtbar, wurde der Text eingeblendet, was aber kaum notwendig war &ndash; fast jeder konnte den Song auch so mitsingen. Der Meister band seine Fans gleich mit ein und holte sogar einen Fan mit auf die B&uuml;hne &ndash; vermutlich ein Udofan&hellip;..<\/p>\n<p>Der J&uuml;rgens-Song war aus dem Jahr 1965. Der erste Song, der offensichtlich von WDR4-Redakteur Kr&ouml;hnert ausgesucht wurde, war &bdquo;<strong>Diana<\/strong>&ldquo; von Paul Anka. Dazu ist zu sagen, dass der Titel im&nbsp; Jahr 1957 ein Hit war &ndash; offensichtlich z&auml;hlt das auch noch zu den &bdquo;Sechziger Jahren&ldquo;. Anka war mit dem Titel Platz 11 in Deutschland, Conny Froboess auf Platz 2 (Quelle: Chartsurfer.de). Auch Peter Kraus machte den Titel in deutscher Sprache popul&auml;r. Selbst wenn die Leute begeistert mitsangen, stellt sich die Frage, warum ein englischsprachiger Song, der auf Deutsch weit hierzulande weit gel&auml;ufiger ist, aus den f&uuml;nfziger Jahren ausgesucht wurde.<\/p>\n<p>Nicht nur gesungen, sondern auch geschunkelt wurde bei Guildo Horn. Kr&ouml;hnert w&auml;hlte als n&auml;chsten Song &bdquo;Que Sera, Sera&ldquo; von Doris Day aus &ndash; einen Titel aus dem Jahre 1956. Wer langsam zu zweifeln anfing, auf der richtigen Veranstaltung zu sein, wurde eines Besseren belehrt. 1969 war &bdquo;<strong>Proud Mary<\/strong>&ldquo; von Creedance Clearwater Revival in Deutschland ein Hit. Erstmals kam &bdquo;Steffi&ldquo;, die im Hintergrund die Texte einblendete, ins Schwitzen. Und weil man bei englischen Popsongs ja die Texte nicht so gut kennt, war das Mitsingen ohne Text schwierig m&ouml;glich &ndash; das hatte man aber schnell wieder im Griff, zumal Gitarrist Philipp Kegelmann die Massen mit einem seiner tollen Gitarrensoli zu begeistern wusste.<\/p>\n<p>Ebenfalls Ende 1969 und damit &bdquo;noch soeben&ldquo; aus den 60er Jahren stammt der Song &bdquo;<strong>Venus<\/strong>&ldquo; der niederl&auml;ndischen Band Shocking Blue, bei dem es die Mits&auml;nger nicht mehr auf den Sitzen hielt.<\/p>\n<p>Anno 1968 hatte Tom Jones mit &bdquo;<strong>Delilah<\/strong>&ldquo; einen gro&szlig;en Erfolg. Dass die deutsche Version von Peter Alexander vermutlich besser mitzusingen gewesen w&auml;re, interessiert WDR4 ja seit einigen Jahren niemanden mehr, folglich durfte Guildo die englischsprachige Originalversion bringen und zog dabei eine f&uuml;r ihn typische Show inklusive Tanzeinlagen ab.<\/p>\n<p>Beim n&auml;chsten Titel wurde das Publikum in zwei Gruppen aufgeteilt: Die &bdquo;Eunuchen&ldquo;-Gruppe durfte einen extrem hohen Ton intonieren, w&auml;hrend die &bdquo;Wim-o-wei&ldquo;-Gruppe die Begleitung singen durfte. Klar, dass es sich hier um &bdquo;<strong>The Lion Sleeps Tonight<\/strong>&ldquo; handelt. Im Jahr 1962 schafften die &bdquo;Tokens&ldquo; es mit ihrem in Deutschland einzigen Hit bis auf Platz 23 &ndash; Grund genug f&uuml;r Reinhard Kr&ouml;hnert, diesen Titel ins Programm aufzunehmen&hellip;.<\/p>\n<p>Gleich zwei Beatles-Songs schlossen sich an &ndash; zun&auml;chst ging es mit &bdquo;<strong>Hey Jude<\/strong>&ldquo; los. Den Titel hat der &bdquo;Meister&ldquo; sonst gerne zusammen mit Michael Holms &bdquo;Tr&auml;nen l&uuml;gen nicht&ldquo; im Programm. Den Titel konnte man aber nicht bringen, weil der ja aus den 70ern ist (na ja, nicht so schlimm) und noch dazu deutschsprachig (Ausschlusskriterium f&uuml;r WDR4).<\/p>\n<p>Richtig kurios wurde es mit dem n&auml;chsten Titel. Bei dem hat Guildo n&auml;mlich in seiner Beatles-Euphorie einfach losgelegt und die f&uuml;r die Texteinblendungen zust&auml;ndige &bdquo;Steffi&ldquo; zur Verzweiflung gebracht. Der Text wurde nicht eingeblendet &ndash; und da kapitulierte dann auch das mitsingfreudige Publikum &ndash; man kennt zwar den Song, aber nicht alle Strophen, wie das vielleicht bei Schlagern der Fall ist. Vielleicht h&auml;tte geholfen, die popul&auml;re Howard-Carpendale-Version zu intonieren &ndash; aber man besteht ja auf die englische Sprache. Und so wurde es mit dem &bdquo;<strong>Ob la di<\/strong>&ldquo;-Klasssiker recht schwierig, aber der Meister machte das Beste draus &ndash; und entschuldigte sich artig bei Steffi daf&uuml;r, dass er den Songablauf anscheinend etwas durcheinanderbrachte.<\/p>\n<p>Einen Akt der &Ouml;ffnung, der L&auml;uterung, vergleichbar mit dem griechischen Theater, pr&auml;sentierte der Meister mit einem Titel, der &bdquo;aus Versehen&ldquo; wieder in deutscher Sprache gehalten wurde. &bdquo;<strong>Maaaamaaa<\/strong>&ldquo; von Heintje aus dem Jahr 1968 sorgte f&uuml;r etwas Wehmut beim Publikum. Mit &bdquo;<strong>Born To Be Wild<\/strong>&ldquo; kam dann ein Song, der die ganze Vielseitigkeit des &bdquo;Meisters&ldquo; und seiner &bdquo;orthop&auml;dischen Str&uuml;mpfe&ldquo; unter Beweis stellte. &bdquo;Mama&ldquo; war anno 1968 &uuml;brigens Platz 1, der Steppenwolf-Song Nummer 20 in den Charts&hellip;<\/p>\n<p>Das &bdquo;offizielle Programm&ldquo; war damit beendet &ndash; und Guildo verabschiedete sich mit einem Medley aus &bdquo;<strong>Vielen Dank f&uuml;r die Blumen&ldquo; <\/strong>und<strong> &bdquo;Wer hat an der Uhr gedreht<\/strong>&ldquo;. Kurios: bei den Titeln wurde kein Text eingeblendet, das Publikum sang trotzdem mit &ndash; der Gegenentwurf von &bdquo;Ob la di, Ob la da&ldquo; &ndash; woran das liegt, kann sich sicher jeder selber denken&hellip;<\/p>\n<p>Mit &bdquo;The Banana Boat Song&ldquo; (1957!!!), &bdquo;Unchained Melody&ldquo; (1965) und dem vom Meister sicher selbst ausgew&auml;hlten &bdquo;Mendocino&ldquo; (1969) endete dann der WDR4-Mitsing-Nachmittag, dessen Idee grunds&auml;tzlich gut ist und auch sehr viel Spa&szlig; gemacht hat. F&uuml;r die Einladung kann ich mich auch nur bedanken.<\/p>\n<p>Dennoch kann ich nicht umhin, Worte des Schlagertextdichters Dr. Michael Kunze aus dem Jahr 1988 zu zitieren &ndash; fast 30 Jahre her, aber angesichts des WDR4-Wahnsinns aktueller denn je:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/wdr4_1.jpg\" style=\"width: 512px; height: 337px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/wdr4_2.jpg\" style=\"width: 512px; height: 411px;\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Quelle: Der Musikmarkt, 15.12.1988)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Die Idee war toll, die Veranstaltung war toll, Guildo Horn und seine Band waren toll. Warum WDR4 aberwitzigerweise so tut, als habe es in den 1960er Jahren keinen Schlager gegeben, obwohl der damals in Deutschland mindestens(!) so erfolgreich und popul&auml;r war wie die Popmusik, ist nicht nachvollziehbar. Lieber gleich drei F&uuml;nfziger-Jahre-Songs ins Programm zu nehmen statt einen der zahlreichen &uuml;beraus erfolgreichen Schlagerhits der Marke &bdquo;Marmor, Stein und Eisen bricht&ldquo;, &bdquo;Ganz in wei&szlig;&ldquo; und &bdquo;Liebeskummer lohnt sich nicht&ldquo; &ndash; das wirft schon ein bezeichnendes Licht auf die Denkweise von WDR4. Vielleicht schafft man es bei einer &auml;hnlichen Veranstaltung ja einmal, deutsche Schlager zu finden, bei denen alle auch dann mitsingen k&ouml;nnen, wenn &bdquo;Steffi&ldquo; nicht die richtigen Texttafeln finden kann&hellip;<\/p>\n<p>\n&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/FvZW4IOwphQ\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Stephan Imming, 18.06.2017<\/p>\n<p>http:\/\/www.guildo-horn.com\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stephan Imming hat mitgesungen \u2013 sein Fazit: tolle Veranstaltung, schwache Redaktion!\u00a0 WDR 4 &ndash; sing(t) mit Guildo &ndash; im Rahmen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":64712,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64711"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64711"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64711\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/64712"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64711"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64711"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64711"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}