{"id":62113,"date":"2017-09-20T00:00:00","date_gmt":"2017-09-20T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=62113"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"MAROT-WERNER-CD-Besprechung-Ori-62112","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/MAROT-WERNER-CD-Besprechung-Ori-62112\/","title":{"rendered":"MAROT WERNER <br \/>CD-Besprechung &quot;Originale&quot; &#8211; 2 Alben auf 1CD: &quot;Und f\u00fcr jeden kommt der Tag&quot; \/ &quot;Nur eine Frau&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Zwei bemerkenswerte Margot Werner Alben aus den Jahren 1974 und 1977 haben nun erstmals den Weg auf eine CD gefunden &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Freude vieler Fans anspruchsvoller Chansons hat das &bdquo;Originale&ldquo;-Team der Universal vor zwei Jahren Margot Werners Album-Klassiker &bdquo;Wasser, Feuer, Luft und Erde&ldquo;, auf dem u. a. ihr gro&szlig;er Hit &bdquo;So ein Mann&ldquo; enthalten war, wiederver&ouml;ffentlicht. Im Rahmen der Reihe &bdquo;Originale 2 auf 1&ldquo;, bei der gleich zwei LPs auf eine CD gebrannt werden, hat man nun auch die von Abi Ofarim produzierten Alben &nbsp;1 und 3 der gro&szlig;en Chansons&auml;ngerin nachgelegt. Viele der Songs sind erstmals auf CD erh&auml;ltlich und wurden in guter Klangqualit&auml;t nun neu ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Margot Werners erstes Album erschien im Jahr 1974: &bdquo;<strong>Und f&uuml;r jeden kommt der Tag<\/strong>&ldquo;, das auch als Single ausgekoppelt wurde, er&ouml;ffnet das gleichnamige Album. Im Titellied folgt auf melodi&ouml;se Strophen ein bombastischer Marsch-Refrain. Der zweite Titel aus dem Album ist &bdquo;<strong>Das kann nur Liebe sein<\/strong>&ldquo; &ndash; eine leicht kitschige Ballade mit hymnenhaften Refrain und viel Pathos vorgetragen. Nach diesem Titel wurde kurz darauf eine Bertelsmann-Compilation auf den Markt gebracht.<\/p>\n<p>Neben dem originellen Text besticht die Nummer &bdquo;<strong>So ein Herz<\/strong>&ldquo; mit dem Arrangement, in dem durchgehend ein Herzschlag zu h&ouml;ren ist (der Song f&auml;ngt &auml;hnlich an wie das sp&auml;ter erschienene &bdquo;Neue M&auml;nner braucht das Land&ldquo; von Ina Deter). &nbsp;Die sp&auml;ter im &bdquo;Munich Sound&ldquo; genannten Disco-Strings fanden schon damals ihre Anwendung in diesem Song &ndash; kein Wunder, wurde das Album doch in den M&uuml;nchner Arco-Studio produziert.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Ich bin&rsquo;ne kleine Frau<\/strong>&ldquo; kokettiert Margot mit dem typisch-weiblichen Rollen-Klischee, das teilweise bewusst eingesetzt wird (&bdquo;<em>ich bin so klein, mein Herz ist rein<\/em>&ldquo;) &ndash; &auml;hnlich wie sp&auml;ter Lucilectric ja konstatierten &bdquo;weil ich n M&auml;dchen bin&ldquo;.<\/p>\n<p>Der folkloristisch angehauchte Titel &bdquo;<strong>Wei&szlig;e V&ouml;gel<\/strong>&ldquo; (hier &bdquo;bringt Margot uns die Fl&ouml;tent&ouml;ne bei&ldquo;) &uuml;berrascht mit einem im Refrain stattfindenden Rhythmuswechsel. Der anspruchsvolle Titel kann als &bdquo;schwere Kost&ldquo; bezeichnet werden. &ndash; Nachdem Margot zwei Lieder zuvor mit ihrer eigenen K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e kokettierte, legt sie den Finger mit dem n&auml;chsten Lied in die m&auml;nnliche Wunde: &bdquo;<strong>Er war ein Grande<\/strong>&ldquo; klingt zwar erst mal gut, weiter geht es hingegen mit &bdquo;<em>aber er war sehr klein<\/em>&ldquo;. (In diesem Fall hat der Mann es aber auch nicht besser verdient, weil die Rede von einem Torero ist.) Der im Flamenco-Stil gehaltene Titel beginnt wie der Klassiker &bdquo;Granada&ldquo;.<\/p>\n<p>Das exotische, kompositorisch nach leicht t&uuml;rkischer Folklore klingende &bdquo;<strong>Liebe ist wie ein Buch<\/strong>&ldquo; er&ouml;ffnet die B-Seite von Margots Debut-LP, wobei sie melancholisch konstatiert: &bdquo;<em>Bald vergilbt das Blatt &ndash; die Augen, die werden Dir matt<\/em>&ldquo;. Trotz des heiter klingenden Titels ist &bdquo;<strong>Kleiner Hampelmann<\/strong>&ldquo; ein Chanson mit ernsterem Hintergrund &ndash; der kleine Hampelmann kommt &bdquo;<em>tief in der Nacht in meine Tr&auml;ume<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Der Schauspieler Reiner Sch&ouml;ne schrieb den erotisch angehauchten Titel &bdquo;<strong>In unser&rsquo;m Park<\/strong>&ldquo; &ndash; hier gibt Margot die Femme Fatale. In &bdquo;<strong>Und wenn man Gl&uuml;ck hat<\/strong>&ldquo; macht die S&auml;ngerin sich Gedanken &uuml;ber das &Auml;lterwerden &ndash; und wie gut es ist, wenn man im Alter jemanden hat, der in guten und schlechten Zeiten f&uuml;r ihn da ist. Angesichts ihres Freitods war Margot selbst dieses Gl&uuml;ck nicht beschieden. Die Namensvetterin Eskens verfolgte ja einmal einen &auml;hnlichen Gedanken &ndash; &bdquo;ein Herz, das kann man nicht kaufen &ndash; doch wenn man Gl&uuml;ck hat(!), bekommt man es geschenkt&hellip;<\/p>\n<p>Mit dem poppigen &bdquo;<strong>Von Herzen gern<\/strong>&ldquo; gibt die Interpretin die emanzipierte Frau, die sich gerne verf&uuml;hrerisch gibt und nicht immer &bdquo;nein&ldquo; sagt, wobei das ann&auml;hernde Kennenlernen auch eine Rolle spielt (&bdquo;Von Herzen gern, aber wir beide kennen uns nur von fern&ldquo;). Selbstironisch (bezogen auf die verf&uuml;hrerische M&auml;nnerwelt) klingt das Debut-Album Margot Werners aus: &bdquo;<strong>Ich fall immer wieder rein<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>F&uuml;r Margots drittes Album gilt das, was auch f&uuml;r ihre beiden ersten Produktionen gilt: Abi Ofarim hat mit ihr eine qualitativ hochwertige, aber leider nicht wirklich kommerziell erfolgreiche LP produziert.<\/p>\n<p>Das Titelst&uuml;ck wurde von Suzanne Doucet, die damals auch als Autorin u. a. f&uuml;r Udo J&uuml;rgens und Katja Ebstein und nat&uuml;rlich f&uuml;r sich selbst t&auml;tig war, (mit) geschrieben. In &bdquo;<strong>Nur eine Frau<\/strong>&ldquo; gibt Margot einem Mann eine Liebeserkl&auml;rung der besonderen Art &ndash; trotz all seiner Fehler und Schw&auml;chen steht sie zu ihm.<\/p>\n<p>Auch der n&auml;chste Text wurde von einem bis heute prominenten Textdichter verfasst: Wolfgang Hofer beschrieb in seinem Text &bdquo;<strong>Wie eine Dame<\/strong>&ldquo;, wie es ist, wenn man sich bei gesellschaftlichen Anl&auml;ssen nicht immer regelkonform benimmt, in Fettn&auml;pfchen tritt und dennoch den aufrechten Gang bewahrt.<\/p>\n<p>Das Thema &bdquo;junger Mann liebt reife Frau&ldquo; war im Schlager der 1970er Jahre recht beliebt, man denke an Dalidas &bdquo;Er war gerade 18 Jahr&ldquo; oder Peter Maffays &bdquo;Und es war Sommer&ldquo;. Margot Werners Beitrag&nbsp; zu diesem Thema war &bdquo;<strong>Bleib die kleine Stunde bist zum Morgen<\/strong>&ldquo;. Die Ballade schildert, wie sie versucht, ihren jungen Freund zum Bleiben zu animieren.<\/p>\n<p>Vielleicht einen ironischen Gegenentwurf zum Hildegard-Knef-Chanson &bdquo;In Japan ist alles so klein&ldquo; (Text: Kurt Tucholsky) verfasste erneut Wolfgang Hofer mit &bdquo;<strong>In Amerika<\/strong>&ldquo; <em>(&bdquo;&hellip; so riesengro&szlig;, da staunt man blo&szlig;..&ldquo;<\/em>). Nachdenklicher gibt sich Margot wieder mit &bdquo;<strong>Das Haus, in dem ich nicht lebe<\/strong>&ldquo;, das musikalisch &uuml;brigens etwas an den sp&auml;ter erschienenen Udo-J&uuml;rgens-Klassiker &bdquo;Liebe ohne Leiden&ldquo; erinnert.<\/p>\n<p>Originell ist der Song mit der Aneinanderreihung typisch italienischer Begriffe (&auml;hnlich ist sp&auml;ter ja noch einmal die Band &bdquo;Schrott nach 8&ldquo; bei &bdquo;Zuppa Romana&ldquo; vorgegangen). &bdquo;<strong>Mein Spaghetti Kavalier<\/strong>&ldquo; z&auml;hlt zu den noch heute bekannten Titeln Margot Werners.<\/p>\n<p>Eine Single aus dem Album war &bdquo;<strong>Du bist zu hei&szlig;<\/strong>&ldquo;, was nur auf den ersten Blick als Kompliment aussieht, weil Margot eher die negativen Punkte des Gegen&uuml;bers schonungslos aufdeckt. &ndash; Eher philosophisch gibt sie sich in dem Lied &bdquo;<strong>Das Leben f&auml;ngt mit einem L&auml;cheln an&ldquo;<\/strong>. Melancholisch stellt sie fest, dass es mit einer Tr&auml;ne aufh&ouml;re &ndash; es aber bis dahin Sinn mache, das eine oder andere F&auml;sschen aufzumachen.<\/p>\n<p>Dass Margot Werner auch als gef&uuml;hlvolle Balladens&auml;ngerin eine Gr&ouml;&szlig;e war, bewies sie mit dem gef&uuml;hlvoll vorgetragenen &bdquo;<strong>Bleib da!<\/strong>&ldquo;. &ndash; Angesichts ihrer sexy Figur wirkt der satirische Titel &bdquo;<strong>Schlank sein wie ein Mannequin<\/strong>&ldquo; sehr kokett.&nbsp; Vierzig Jahre sp&auml;ter &ndash; im Zeitalter von &bdquo;Germany&rsquo;s Next Topmodel&ldquo;, ist dieser Song wohl aktueller denn je.<\/p>\n<p>Neben ihrem Produzenten Abi Ofarim holte Margot Werner damals namhafte Songautoren ins Boot. Mit dabei war auch Frank Duval, der seinerzeit anfing, &uuml;beraus erfolgreich f&uuml;r Krimiserien die Musik zu machen und sp&auml;ter mit &bdquo;Angel of Mine&ldquo; und anderen Titeln auch selber gro&szlig;e Erfolge feiern konnte. F&uuml;r Margot schrieb Duval &bdquo;<strong>So frei zu sein<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Das Album schlie&szlig;t mit dem offensichtlich autobiografisch angehauchten &bdquo;<strong>Wie eine Ballerina<\/strong>&ldquo;. Schon als Kind tr&auml;umte Margot davon, T&auml;nzerin zu werden &ndash; ihr Wunsch sollte sich bald erf&uuml;llen, so wurde sie vom Bayerischen Staatsballett engagiert.<\/p>\n<p>Einmal mehr kann man als Freund guter Musik dem &bdquo;Originale&ldquo;-Team nur danken &ndash; mit dem Ausspruch &bdquo;Weiter so!&ldquo; &ndash; und was damit gemeint ist, haben Fan-Foren bereits ausgemacht. Man w&uuml;nscht sich n&auml;mlich auch noch die Wiederver&ouml;ffentlichung der Margot-Werner-Alben &bdquo;Ich hab&lsquo; im Leben nichts bereut&ldquo; und &bdquo;H&auml;ng Dich bei mir ein!&ldquo; sowie &bdquo;Lieder von gestern &ndash; Lieder von heute&ldquo;.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 18.09.2017<\/p>\n<p>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Margot_Werner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei bemerkenswerte Margot Werner Alben aus den Jahren 1974 und 1977 haben nun erstmals den Weg auf eine CD gefunden<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":62114,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62113"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62113\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62114"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}