{"id":51349,"date":"2018-05-29T09:36:00","date_gmt":"2018-05-29T09:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=51349"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"JUERGEN-MARCUS-Juergen-Marcus-51348","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/JUERGEN-MARCUS-Juergen-Marcus-51348\/","title":{"rendered":"J\u00dcRGEN MARCUS<br \/>J\u00fcrgen Marcus &#8211; Leben und Werk!"},"content":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER &#8222;Die gro\u00dfe J\u00fcrgen Marcus Story&#8220; &#8230;:<!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der am 06.06.1948 (manche Quellen nennen f&auml;lschlicherweise 1949 als Geburtsjahr) in Herne geborene J&uuml;rgen Beumer machte als Schlagers&auml;nger unter dem Namen J&Uuml;RGEN MARCUS Karriere. J&uuml;rgen ist der zweite Sohn des &bdquo;Eisenbahners&ldquo; <em>Willi <\/em>und seiner Frau <em>Agathe<\/em> Beumer, sein &auml;lterer Bruder wurde unter dem Namen <em>Hans-Werner<\/em> geboren.<\/p>\n<p>Er absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker und wollte sp&auml;ter Ingenieur werden. W&auml;hrend seiner Ausbildung tourte &nbsp;er &uuml;ber drei Jahre lang als Mitglied einer Amateurband namens &bdquo;<em>Crashes<\/em>&ldquo;, aber auch als Solo-S&auml;nger durch das Ruhrgebiet und trat in Beat-Clubs auf. 1967 siegte er mit den &bdquo;<em>Crashes<\/em>&ldquo; beim European-Festivals in Br&uuml;ssel. &nbsp;1968 und 1969 nahm er beim damals sehr bekannten Beat-Festival von Recklinghausen erfolgreich teil.<\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich bekam er im Oktober 1969 das Angebot, die Hauptrolle (Wassermann &bdquo;Claude&ldquo;) in einer deutschen Auff&uuml;hrung des Musicals &bdquo;Hair&ldquo; &nbsp;zu &uuml;bernehmen. J&uuml;rgen Marcus kam so hervorragend an, dass er Schallplattenangebote bekam, die er aber zun&auml;chst ablehnte, weil die angebotenen Titel nicht seinen Vorstellungen entsprachen.<\/p>\n<p>W&auml;hrend seiner Tournee mit &bdquo;Hair&ldquo; kam er auch nach Berlin, wo <em>Klaus Buhl<\/em>, der damalige Manager von <em>Michael Holm<\/em>, J&uuml;rgen Beumer mit dem Erfolgsproduzenten <em>Jack White<\/em> bekannt machte. Dieser schickte J&uuml;rgen auf eigene Kosten zum Zahnarzt (Zitat &bdquo;<em>mir fiel auf, dass er fast schwarze Z&auml;hne hatte<\/em>&ldquo;) und gab ihm den K&uuml;nstlernamen &bdquo;J&uuml;rgen Marcus&ldquo;&nbsp; (Zitat &bdquo;<em>, wobei ganz wichtig war, dass Marcus mit &bdquo;c&ldquo; geschrieben wurde<\/em>&ldquo;). Mindestens genau so wichtig war bei der Wahl des K&uuml;nstlernamens wohl auch die bestehende Verwechslungsgefahr mit dem Namen des damals popul&auml;ren Eiskunstl&auml;ufers <em>Hans-J&uuml;rgen B&auml;umler<\/em>, der &auml;hnlich klingt wie J&uuml;rgens b&uuml;rgerlicher Name (J&uuml;rgen Beumer).<\/p>\n<p><em>Jack White<\/em> nahm den S&auml;nger unter Vertrag und produzierte 1970 dessen erste Single &bdquo;<strong>Nur Du<\/strong>&ldquo;, eine deutsche Version des damals popul&auml;ren internationalen <em>Simon &amp; Garfunkel<\/em>-Hits &bdquo;El Condor Pasa&ldquo;. Wenngleich das kein gigantischer Hit wurde, setzte sich die Platte gegen ca. 20 weitere auf dem Markt befindliche deutsche Coverversionen dieses Welthits gut genug durch, um mit Zuversicht in &auml;hnlichem Stil (&bdquo;modisch in der Hippietradition stehender Liebesapostel&ldquo;) weiterzumachen.<\/p>\n<p>So wurden in der Folgezeit die Songs &bdquo;<strong>Du bist mein ganzes Leben<\/strong>&ldquo; (1970), &bdquo;<strong>Nur Liebe z&auml;hlt<\/strong> (Adaption der klassischen &bdquo;Perlenfischer&ldquo; von <em>Georges Bizet<\/em>; 1971; den Titel nahm J&uuml;rgen sogar auf Englisch auf (&bdquo;<strong>In Search Of You<\/strong>&ldquo;)) und &bdquo;<strong>Warum kann ich Deine Liebe nicht vergessen?<\/strong>&ldquo; (Deutsche Version des <em>Bee-Gees<\/em>-Klassikers &bdquo;Massachussettes&ldquo;; 1971; Text: <em>Fred Jay<\/em>).<\/p>\n<p>Wenngleich der geborene Herner die beiden letztgenannten Songs in <em>Dieter Thomas Hecks<\/em> ZDF-Hitparade vorstellen konnte, blieb der ganz gro&szlig;e durchschlagende Erfolg der <em>Jack-White<\/em>-Produktionen noch aus.<\/p>\n<p>Parallel &uuml;bernahm J&uuml;rgen Marcus neben sp&auml;ter arrivierten Leuten wie <em>Ron Williams, Su Kramer <\/em>und <em>Julia Migenes<\/em> die Hauptrolle in der im Pop-TV-Oper&nbsp; &bdquo;TRIP&ldquo; (ORF-Produktion) von <em>Fatty George <\/em>und<em> Silke Schwinger<\/em> (in Zusammenarbeit mit <em>Prof. Fuchs<\/em> in Wien). &nbsp;In dieser f&uuml;r den Salzburger Opernpreis inszenierten Pop-Oper ging es um einen religi&ouml;sen Verf&uuml;hrer und Drogen &#8211; in den 70er Jahren ein brandaktuelles Thema.<\/p>\n<p>Mit seinem in Deutschland (Platz 2 der Single-Charts) erfolgreichsten Riesen-Hit &bdquo;<strong>Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben<\/strong>&ldquo; (1972) begann dann f&uuml;r J&uuml;rgen Marcus endg&uuml;ltig buchst&auml;blich ein neues Leben. J&uuml;rgen Beumer, <em>Horst Nu&szlig;baum<\/em> und <em>Friedrich Alex Jacobsen<\/em> alias J&uuml;rgen Marcus, <em>Jack White<\/em> und <em>Fred Jay<\/em> haben mit diesem Schlager mitten ins Herz der Schlagergemeinde getroffen &ndash; es entstand ein Evergreen mit bis heute anhaltender Popularit&auml;t. Neben der ersten von bemerkenswerten insgesamt acht Nummer-Eins-Platzierungen in Hecks Hitparade durfte er nun auch in den ganz gro&szlig;en TV-Shows wie der &bdquo;Starparade&ldquo; auftreten und wirkte 1972 sogar in dem <em>Jack-White<\/em>-Portrait-Kinofilm &bdquo;Heut hau&rsquo;n wir auf die Pauke&ldquo; &nbsp;mit. (Auf diesen Film wurde bereits in der &bdquo;Schlager-R&uuml;ckblick&ldquo;-Reihe im Zusammenhang mit <em>Tony Marshall<\/em> eingegangen).<\/p>\n<p>Es begann eine Reihe von &uuml;beraus erfolgreichen Jahren mit gro&szlig;en Schlager-Erfolgen &nbsp;und vielen Auszeichnungen (u. a. wurden 15 Goldene Schallplatten, vier Bravo-Ottos, vier L&ouml;wen von RTL und die Goldene Europa der Europawelle Saar verliehen. 1975 wurde er neben Richard von Weizs&auml;cker und Frank Elstner zum bestgekleideten Mann Deutschlands gew&auml;hlt. Selbst international r&auml;umte der Frauenschwarm &nbsp;Preise ab, z. B. den &bdquo;Valentino d&rsquo;Oro&ldquo; (1974) in Rom und das &bdquo;Heilige Kreuz von Jerusalem&ldquo;. 1972 erschien in Sinai sogar eine Sonderbriefmarke mit J&uuml;rgen Marcus&lsquo; Bild.)<\/p>\n<p>J&uuml;rgen Marcus&lsquo; Bruder <em>Hans-Werner Beumer<\/em> musste seinen prominenten passionierten <u>NICHT<\/u>autofahrer-Bruder schon mal 8.000 km durch Europa kutschieren in dieser Zeit.<\/p>\n<p>Gleich der Nachfolge-Hit&nbsp; von &bdquo;Eine neue Liebe&hellip;&ldquo;, &bdquo;<strong>Ein Festival der Liebe<\/strong>&ldquo;, avancierte erneut zum &nbsp;Super-Hit mit bis heute anhaltender Popularit&auml;t, so wurde die Textzeile gleich mehrfach&nbsp; f&uuml;r den allj&auml;hrlich in Hamburg stattfindenden &bdquo;Schlagermove&ldquo; als Motto gew&auml;hlt. Die beiden genannten Hits werden bis heute erfolgreich von Kult-Schlagers&auml;ngern wie <em>Guildo Horn <\/em>und <em>Dieter Thomas Kuhn<\/em> gecovert. B&ouml;se Zungen behaupten (es ist ja auch nicht zu &uuml;berh&ouml;ren), dass Elemente des heutigen Superhits von <em>Helene Fischer<\/em>, &bdquo;Atemlos&ldquo;, (gemeint ist hier das f&uuml;r beide Songs charakteristische &bdquo;<em>oohoo, oohoo<\/em>&ldquo;)&nbsp; sich schon 1973 in Marcus&lsquo; Hit &bdquo;Ein Festival der Liebe&ldquo; wiederfinden. Allerdings lebt Marcus&lsquo; Schlager (im Gegensatz zu dem von Helene Fischer) musikalisch u. a. auch von dem langen von J&uuml;rgen Marcus &uuml;bersungenen Schlagzeug-Solo. F&uuml;r den Song erhielt er den Goldenen L&ouml;wen von RTL.<\/p>\n<p>Der kommerzielle Erfolg des &bdquo;Festivals der Liebe&ldquo; (Platz 3 der deutschen Single-Hitparade) k&ouml;nnte auch mit dem Einsatz des Liedes im erfolgreichen Schlager-Kinofilm &bdquo;Blau bl&uuml;ht der Enzian&ldquo; zusammenh&auml;ngen.<\/p>\n<p>Die Hit-Serie wurde ohne Unterbrechung fortgesetzt &ndash; ebenfalls 1973 wurde &bdquo;<strong>Schmetterlinge k&ouml;nnen nicht weinen<\/strong>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht &ndash; mit diesem Song hatte J&uuml;rgen Marcus interessanterweise seinen gr&ouml;&szlig;ten Erfolg in &Ouml;sterreich &ndash; und das, obwohl J&uuml;rgen Marcus sp&auml;ter in einem Interview zu Protokoll gab, dass er das Lied habe partout nicht singen wollen, es dann aber doch auf <em>Jack Whites<\/em> Druck hin getan habe, wobei der mit Pathos gesprochene zwischenzeitliche Sprechgesang der eigentlich flotten Nummer (&bdquo;<em>Wie viele Menschen haben genau das gleiche auch schon erlebt?&#8230;<\/em>&ldquo;) schon fast an Realsatire grenzt.<\/p>\n<p>Im Jahr 1973 erhielt Marcus die Goldene Europa der Europawelle Saar und den Bronzenen Otto der Jugendzeitschrift Bravo.<\/p>\n<p>Der erste 1974er Erfolg J&uuml;rgen Marcus&lsquo; war &bdquo;<strong>Irgendwann kommt jeder mal nach San Francisco<\/strong>&ldquo;. Bewusst oder unbewusst besang der heute offen homosexuell lebende S&auml;nger quasi DAS damalige Schwulen-Mekka der Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>1974 nahm Marcus einen ersten Anlauf, am Grand Prix Eurovision teilzunehmen mit dem zum Wettbewerb &nbsp;passenden Titel &bdquo;<strong>Der Grand Prix d&rsquo;Amour<\/strong>&ldquo;. Die Jury unter dem damals zust&auml;ndigen <em>Hans-Otto Gr&uuml;nefeldt <\/em>&nbsp;vom Hessischen Rundfunk entschied sich aber lieber f&uuml;r <em>Cindy &amp; Berts<\/em> &bdquo;Sommermelodie&ldquo; &#8211; im Nachhinein wei&szlig; man, dass das (wie so oft bei solchen Juryalleing&auml;ngen) keine weise Entscheidung war. Im Gegensatz zum Eurovisions-Beitrag landete J&uuml;rgen Marcus einen Top-30-Erfolg. Lt. seiner Aussage (Quelle: Eurovisions-Buch &bdquo;Ein Lied kann eine Br&uuml;cke sein&ldquo; von <em>Jan Feddersen<\/em>) bewarb sich J&uuml;rgen &uuml;brigens auch mit den Songs &bdquo;<strong>Wunder der Liebe<\/strong>&ldquo;, &bdquo;<strong>Sternstunden der Liebe<\/strong>&ldquo; und &ndash; man h&ouml;re und staune &ndash; &bdquo;<strong>Auf dem Karussell fahren alle gleich schnell<\/strong>&ldquo; (sp&auml;terer gro&szlig;er Hit) &ndash; aber der damals zust&auml;ndige Hessische Rundfunk&nbsp; lehnte sowohl seine Vorschl&auml;ge als auch die der aus <em>Cindy und Bert<\/em> und <em>Anne-Karin<\/em> bestehenden Konkurrenz ab, wobei der Legende nach auch <em>Cindy und Berts<\/em> Titel &bdquo;Spaniens Gitarren&ldquo; durch das Raster fiel. Erst nachdem weitere Songs eingereicht wurden, entschied man sich gegen J&uuml;rgen Marcus&lsquo; &bdquo;Grand Prix d&rsquo;Amour&ldquo; und f&uuml;r <em>Cindy und Berts<\/em> &bdquo;Sommermelodie&ldquo;, die in dem Jahr gegen <em>ABBA<\/em> nicht den Hauch einer Chance hatte.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Ich hab&lsquo; die Liebe nicht erfunden<\/strong>&ldquo; endete das J&uuml;rgen-Marcus-Jahr 1974. Den Song stellte er im November des Jahres in der ZDF-Hitparade vor und konnte sich erstmals seit langem damit nicht platzieren.<\/p>\n<p>Am 3. Februar 1975 beschloss J&uuml;rgen Marcus, an der Vorausscheidung zum Grand Prix Eurovision namens &bdquo;Ein Lied f&uuml;r Stockholm&ldquo; teilzunehmen mit dem von <em>Jack White<\/em> komponierten Lied &bdquo;<strong>Ein Lied zieht hinaus in die Welt<\/strong>&ldquo;. Wenngleich <em>Joy Fleming<\/em> mit ihrem Epos &bdquo;Ein Lied kann eine Br&uuml;cke sein&ldquo; den Wettbewerb aufgrund einer Jury-Entscheidung gewann, hatte J&uuml;rgen Marcus mit seinem Lied trotz des entt&auml;uschenden 9. Platz bei der Vorentscheidung &nbsp;den weitaus gr&ouml;&szlig;eren kommerziellen Erfolg beim &bdquo;echten&ldquo; Publikum. Es wurde einer seiner gr&ouml;&szlig;ten Hits und wurde lange Zeit sp&auml;ter &uuml;ber viele Jahre als Er&ouml;ffnungslied von <em>Dieter Thomas Hecks<\/em> Erfolgs-Show &bdquo;Superhitparade &ndash; Galaabend zu Gunsten der deutschen Welthungerhilfe&ldquo; genutzt.<\/p>\n<p>F&uuml;r den Song &bdquo;Ein Lied zieht hinaus in die Welt&ldquo; erhielt J&uuml;rgen Marcus im Herbst 1975 den &bdquo;Silbernen L&ouml;wen&ldquo; in der Dortmunder Westfalenhalle und war damit zu der Zeit der &bdquo;erfolgreichste L&ouml;wen-Sammler der letzten f&uuml;nf Jahre&ldquo;, konnte allerdings vor 40 Jahren mit diesem Song nicht an <em>Udo J&uuml;rgens<\/em>&lsquo; Mega-Hit &bdquo;Griechischer Wein&ldquo; vorbeiziehen.<\/p>\n<p>Dennoch war 1975 f&uuml;r den frisch gebackenen &bdquo;Bravo-Bronzener-Otto&ldquo;-Gewinner&nbsp; ein bedeutendes Jahr, weil er am 03. April 1975 mit seiner Personality Show &bdquo;Einer f&uuml;r Viele&ldquo; (so der Name der Show) &bdquo;Premiere&ldquo; (so der Name der LP zur Show) feierte &ndash; flankiert von wichtigen TV-Shows wie der ZDF-Hitparade, die er mit dem Lied, das in die Welt hinauszieht, gewann, aber auch Ilja Richters Disco und der ZDF-Drehscheibe. In dieser Zeit wurde der Versuch gestartet, ihn als neuen deutschen Entertainer zu etablieren. Er selbst tat damals kund, er wolle &bdquo;<em>keine Eintagsfliege sein. Ich m&ouml;chte einen festen Platz in der deutschen Unterhaltungsbranche einnehmen etwa so wie Udo J&uuml;rgens oder Peter Alexander<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Das deutsche Institut f&uuml;r Herrenmode in K&ouml;ln ernannte J&uuml;rgen 1975 wie erw&auml;hnt &uuml;brigens zu einem der f&uuml;nf &bdquo;beispielhaft modern gekleideten M&auml;nnern des &ouml;ffentlichen Lebens&ldquo;.<\/p>\n<p>Am 5. Juni 1975 trat J&uuml;rgen Marcus in <em>Rainer Holbes<\/em> ZDF-Show &bdquo;Starparade&ldquo; mit dem Lied &bdquo;<strong>Ein Engel, der mich liebt<\/strong>&ldquo; auf &ndash; es wurde ein mittelpr&auml;chtiger Top-50-Erfolg. Vielleicht wurde auch nicht mehr daraus, weil J&uuml;rgen diesmal mit dem Titel nicht in der ZDF-Hitparade dabei war.<\/p>\n<p>Mit dem n&auml;chsten Titel war J&uuml;rgen wieder in der Berliner Kultsendung zu Gast &ndash; und wie: Erneut reichte es f&uuml;r eine Spitzenreiterposition mit dem Titel &bdquo;<strong>Auf dem Karussell fahren alle gleich schnell<\/strong>&ldquo;. Das Lied, das im Vorjahr von &bdquo;Fachleuten&ldquo; des Hessischen Rundfunks f&uuml;r den Grand Prix abgelehnt wurde, entpuppte sich als veritabler Hit. Das Arrangement (mit Kirmesmusik), die Dynamik des Liedes und auch der philosophisch angehauchte Text, der wehm&uuml;tig an Kindertage erinnert, an dem noch nicht jeder gegen jeden k&auml;mpft, waren Bestandteile dieses starken Schlagers.<\/p>\n<p>In Sachen Arrangement wurde mit der n&auml;chsten Single noch mal &bdquo;einer draufgesetzt&ldquo; &ndash; die Single &bdquo;<strong>Komm mit &ndash; auf die Sonnenseite der Stra&szlig;e<\/strong>&ldquo; startet mit einem von lauten Fanfaren posaunten Triumphmarsch. Der abwechslungsreiche lebensfrohe Schlager war J&uuml;rgens letzter Hit in den Niederlanden.<\/p>\n<p>Nachdem J&uuml;rgen 1974 und 1975 mit b&auml;renstarken Titeln, die teilweise gro&szlig;e Hits geworden sind, nicht f&uuml;r Deutschland am Grand Prix teilnehmen durfte, entschloss er sich mit seinem Team, in Luxemburg vorstellig zu werden, ob das Land ihn ins Rennen schicken will. &ndash; Luxemburg wollte &ndash; zum Leidwesen von <em>Marianne Rosenberg<\/em>, die es mit &bdquo;Tout peut arriver au cinema&ldquo; (franz&ouml;sische Version von &bdquo;Lieder der Nacht&ldquo;) ebenfalls probierte &ndash; die Wahl fiel aber auf J&uuml;rgen Marcus, der mit dem franz&ouml;sischsprachigen Lied &bdquo;<strong>Chanson pour ceux qui s&rsquo;aiment<\/strong>&ldquo;&nbsp; am 3. April 1976 in Den Haag f&uuml;r Luxemburg antrat &ndash; leider reichte es nur f&uuml;r einen 14. Platz. Der Misserfolg gab J&uuml;rgen einen&nbsp; ziemlichen Knacks &ndash; besonders haderte er damit, dass ihm aus Deutschland kein einziger Punkt gegeben worden war. J&uuml;rgen hat das Lied bei der Eurovision souver&auml;n gesungen, der Schlager war aber doch wohl etwas zu pathetisch und schwerf&auml;llig, auch kamen J&uuml;rgens &bdquo;Rudereien&ldquo; mit den Armen beim Vortrag wohl nicht sehr gut an.<\/p>\n<p>Die deutsche Version, &bdquo;<strong>Der Tingler singt f&uuml;r euch alle<\/strong>&ldquo;, wurde dennoch ein guter Erfolg, der erneut 3 mal in der ZDF-Hitparade vorgestellt wurde &ndash; wobei die Geister sich streiten, ob das Wort &bdquo;Tingler&ldquo; eine Jack-White-Sprachneusch&ouml;pfung ist oder nicht, wobei allerdings <em>Fred Jay<\/em> Textdichter der deutschen Version war (- wie bei fast allen von Marcus&lsquo; Single-Hits der letzten Jahre).<\/p>\n<p>Nach etwa einem Dutzend Charthiterfolgen riss die Serie im Winter 1976 &ndash; das Kleinod &bdquo;<strong>Auf dem Bahnhof der vielen Geleise<\/strong>&ldquo; schaffte es nicht zu Hitehren, der Titel kam auch nicht in der ZDF-Hitparade vor &ndash; und das trotz Vorschusslorbeeren der Plattenfirma: &bdquo;<em>J&uuml;rgen Marcus, charmanter Showstar, Liebling von Millionen, hat mit seiner neuen Single einen neuen gro&szlig;en Coup gelandet. Dieses Liebeslied ist ein traumhafter Song &ndash; nicht nur f&uuml;r Verliebte.<\/em>&ldquo; Jahre sp&auml;ter gab es davon eine neue Version (mit neuem Text) &ndash; ein Duett von <em>Andrea J&uuml;rgens<\/em> und <em>Robby Tauber<\/em>, international produzierte Jack White sogar ein Duett von <em>Audrey Landers<\/em> mit <em>Camilo Sesto<\/em>. Keine der Versionen war wirklich erfolgreich.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Die Uhr geht vor &ndash; Du kannst noch bleiben<\/strong>&ldquo; begann das Jahr 1977 gut f&uuml;r J&uuml;rgen Marcus &ndash; die Top 40 wurden &bdquo;geknackt&ldquo;. Der Schlager mit dem Text von <em>Kurt Hertha <\/em>schaffte es zum achten (allerdings damit auch zum letzten) mal auf Platz 1 der ZDF-Hitparade. Damit ist J&uuml;rgen Marcus einer der erfolgreichsten Nummer-1-Interpreten der Sendung. Erneut war die Plattenfirma voll des Lobes: &bdquo;<em>Unwahrscheinlich stark, rhythmisch und melodisch. Ein neuer J&uuml;rgen-Marcus-Erfolg. Sein Name garantiert Umsatz!<\/em>&ldquo;. Im M&auml;rz des Jahres erschien eine gleichnamige Langspielplatte, die er am 10. Februar 1977 in der ZDF-&bdquo;Starparade&ldquo; vorstellen durfte. W&auml;hrend eines Tourneeauftritts fiel J&uuml;rgen beim Vortrag dieses Liedes von der B&uuml;hne und erlitt einen Kahnbeinbruch und eine Gehirnersch&uuml;tterung, was einen l&auml;ngeren Aufenthalt in einem M&uuml;nchner Krankenhaus zur Folge hatte.<\/p>\n<p>Mit fortschreitender Zeit wurde J&uuml;rgen Marcus unzufriedener mit seinem musikalischen Stil. <em>Jack White<\/em> hingegen wollte der Erfolgslinie treu bleiben. So musste &nbsp;ein Kompromiss gefunden werden, der beiden gerecht wurde &ndash; Ergebnis war die Single mit dem bezeichnenden Titel &bdquo;<strong>Lass mich doch raus aus meiner Jacke&ldquo;. <\/strong>Genau diesen Wunsch hegte J&uuml;rgen schon lange. Nachdruck wurde seiner Forderung mit dem Foto auf dem Cover der Single verliehen, auf dem J&uuml;rgen mit weit aufgekn&ouml;pfter Jacke und darunter nacktem Oberk&ouml;rper abgebildet ist. Begeistert warb die Plattenfirma wie folgt: &bdquo;<em>Anders als seine bislang ver&ouml;ffentlichten Hits. Ein Song, der die Freiheit besingt. Das, was die riesige Zielgruppe heute h&ouml;ren will.<\/em>&ldquo; Diesmal lag die Hit-Prognose falsch &ndash; der Titel konnte sich nicht in den Charts platzieren. In der 100. Hitparade, in der Marcus als einer der gr&ouml;&szlig;ten &bdquo;Dauerbrenner&ldquo; dieser Show eingeladen war, pr&auml;sentierte er bezeichnenderweise nicht diesen neuen Song, sondern den Vorg&auml;nger-Hit &bdquo;Die Uhr geht vor&ldquo;.<\/p>\n<p>Spannend ist &uuml;brigens auch der Textdichter des Liedes &ndash; &bdquo;<em>Jon Athan<\/em>&ldquo;. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich <em>Wolfgang &nbsp;Preu&szlig;<\/em> &ndash; jener <em>Wolf<\/em>, der als m&auml;nnlicher Teil des Duos &bdquo;<em>Inga und Wolf<\/em>&ldquo; gro&szlig;e Erfolge feiern konnte.<\/p>\n<p>Die Masche mit der Jacke zog nicht, also begab man sich weiter auf die Suche nach einem neuen Stil. Im Musikmarkt vom 15.10.1977 ist zum n&auml;chsten Album, &bdquo;<strong>Das wei&szlig; die ganze Nachbarschaft<\/strong>&ldquo;, dessen von <em>Martin Mann<\/em> komponierter Titelsong als Single ausgekoppelt wurde, zu lesen: &bdquo;<em>Zehn Songs finden sich auf diesem Album &ndash; und der 29j&auml;hrige hat mit fast jedem Lied das Versprechen halten k&ouml;nnen, mehr Bandbreite und noch gr&ouml;&szlig;ere Vokalvielfalt zu pr&auml;sentieren. Produzent Jack White ist auf die neuen Ambitionen des S&auml;ngers eingegangen &ndash; was so selbstverst&auml;ndlich nicht war.&ldquo; <\/em>Leider waren J&uuml;rgens &bdquo;Ambitionen&ldquo; erneut nicht von kommerziellem Erfolg gekr&ouml;nt &ndash; und das, obwohl er kurzfristig eine kleine ZDF-Show moderieren durfte (&bdquo;Halb und halb&ldquo;).<\/p>\n<p>Nach den vermeintlichen Kurskorrekturen gewann vermutlich zwischenzeitlich <em>Jack White<\/em> wieder die Oberhand, jedenfalls war die n&auml;chste Single, &bdquo;<strong>Was hast Du heute Abend vor?<\/strong>&ldquo; wieder recht konservativ gehalten. &bdquo;<em>Ein neuer starker Song ist da. Dieser Hit spricht jeden an<\/em>&ldquo; &ndash; so meinte die Plattenfirma, die Rechnung ging allerdings nicht auf.<\/p>\n<p>In jener Zeit begann J&uuml;rgen auch selber, f&uuml;r andere(!) zu produzieren. Insbesondere ist hier <em>Gerd Baier<\/em> zu nennen, mit dem ihm laut Aussage des Buchs &bdquo;Schlagerfestival&ldquo; &bdquo;<em>ein immer tiefer werdendes Freundschaftsverh&auml;ltnis zu verbinden beginnt, in dem Baier zusehends mehr Einfluss auf J&uuml;rgens Arbeit gewinnt&ldquo;<\/em>. Was damit gemeint ist, kann man sich denken&hellip; &#8211; Jedenfalls produzierte J&uuml;rgen mit ihm die Electrola-Single &bdquo;Der Vogel Jakob&ldquo; (den Titel sang <em>Baier<\/em> als &bdquo;<em>Frank Bergen<\/em>&ldquo;) und &bdquo;Wir tanzen durch den Sommer&ldquo; &ndash; beide Schlager konnten sich beim Publikum nicht durchsetzen.<\/p>\n<p>Erfolgreicher war da die deutsche Version des italienischen Songs &bdquo;A Canzunzella&ldquo; von <em>Gli Alunni del Sole,<\/em> eines Top-3 Hits aus Italien. Textdichter Christian Heilburg textete darauf &bdquo;<strong>Davon stirbt man nicht<\/strong>&ldquo; &ndash; immerhin konnte Marcus damit wieder mehrfach in der ZDF-Hitparade punkten.<\/p>\n<p>Der Song war auf der LP &bdquo;J&uuml;rgen Marcus&ldquo; enthalten, die richtungsweisend werden w&uuml;rde. Auf dem Cover ist der S&auml;nger im Trenchcoat abgebildet, in der Werbung dazu sieht man ihn l&auml;ssig rauchend. Seine Plattenfirma schrieb dazu damals: &bdquo;<em>Nach gro&szlig;en Schlagererfolgen hat J&uuml;rgen Marcus seinen neuen Weg zum aussagestarken Text und anspruchsvollen Song beschritten<\/em>&ldquo;. In der Tat war quasi die Textdichter-Elite damals f&uuml;r J&uuml;rgen t&auml;tig, beispielsweise schrieb ihm <em>Miriam Frances<\/em> den Song &bdquo;<strong>Einer wie ich<\/strong>&ldquo; (deutsche Version des <em>Kevin Johnson<\/em>-Hits &bdquo;Over the Hills And Far Away&ldquo;. Marcus sagte selber damals dazu: &bdquo;<em>Wir haben an dieser LP ungef&auml;hr ein Jahr lang gearbeitet. Dabei wurde der gr&ouml;&szlig;te Teil der neun St&uuml;cke viermal korrigiert, umge&auml;ndert, neu geschrieben. Ich wollte das Bestm&ouml;gliche&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Einen vermeintlichen Coup konnte man damit erreichen, Deutsch-Rocker <em>Udo Lindenberg<\/em> zur Zusammenarbeit zu bewegen. Der schrieb den Text zu J&uuml;rgens n&auml;chster Single &bdquo;<strong>Luci-Ah<\/strong>&ldquo;, der deutschen Version des gleichnamigen <em>Lucio Battisi<\/em>-Hits. Trotz Motorrad-Knatterns zu Beginn des Liedes &ndash; auch dieser Versuch eines erfolgreichen Imagewechsels scheiterte, obwohl er damit sogar in der damals popul&auml;ren &bdquo;Plattenk&uuml;che&ldquo; und bei den &bdquo;Montagsmalern&ldquo; seinen Titel vorstellen durfte.<\/p>\n<p><em>Jack White<\/em> konnte sich mit dem &bdquo;neuen&ldquo; J&uuml;rgen Marcus nicht mehr identifizieren, f&uuml;r viel Geld (in einigen B&uuml;chern ist die Rede von bis zu ca. 1 Millionen DM) hat sich Marcus aus seinem Vertrag mit <em>Jack White<\/em> &bdquo;freigekauft&ldquo; und engagierte <em>Michael M&ouml;ller<\/em> als neuen Produzenten.<\/p>\n<p>Der bereits eingeschlagene Weg wurde nachhaltig weiter beschritten. Die LP &bdquo;Ein Teil von mir&ldquo; enthielt haupts&auml;chlich internationale Erfolge mit deutschen Texten von sehr etablierten Textdichtern, die in Anzeigen gleich die Zusammenarbeit mit Marcus kommentierten.&nbsp; Zur &bdquo;Freude&ldquo; vieler Schlagerkollegen sagte beispielsweise <em>Udo Lindenberg<\/em>: &bdquo;<em>Ich finde es prima, wenn jemand, der lange schlimme Schlager gesungen hat, sich um Anhebung seines Niveaus bem&uuml;ht. Keiner ist f&uuml;r alle Zeiten disqualifiziert. So gesehen ist es gut, dass J&uuml;rgen meine Batisti-Texte singt<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Kollegin <em>Miriam Frances<\/em> meinte: &bdquo;<em>Ich habe f&uuml;r J&uuml;rgen Marcus geschrieben, weil er ein anderer J&uuml;rgen Marcus geworden ist. Dass ich es tat, zeigt meine Einstellung zu ihm&ldquo;<\/em>. Die legend&auml;re <em>Frances <\/em>textete &uuml;brigens die Single-Auskopplung aus dem Album, &bdquo;<strong>Schlaf heute hier<\/strong>&ldquo;, die deutsche Version des <em>Bob-Seger<\/em>-Songs &bdquo;We&rsquo;ve Got Tonite&ldquo;. W&auml;hrend eine sp&auml;tere Version von <em>Ronan Keating und Jeanette<\/em> recht erfolgreich war, blieb die damalige Marcus-Single wie Blei in den Regalen liegen.<\/p>\n<p>Auch <em>Oliver Spieker<\/em> (von ihm stammt der Text der 2. Single der LP, &bdquo;<strong>Ein L&auml;cheln<\/strong>&ldquo;, das die deutsche Version <em>Michel Sardou<\/em>-Hits &bdquo;En chantant&ldquo; ist) und <em>Michael Kunze<\/em> arbeiteten an J&uuml;rgens 1979er LP mit. Im Musikmarkt war zu lesen: &bdquo;<em>Einfach allerdings macht er es sich und seinem Publikum nicht. Mit der Verlagerung vom unverbindlichen Rhythmus auf zeitbezogene, manchmal durchaus auch deutliche Texte und vielf&auml;ltige musikalische Strukturen, die eine Standortbestimmung momentan noch nicht zulassen und wohl auch nicht sollen, steht Marcus am Anfang eines k&uuml;nstlerischen Prozesses, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen werden kann<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Der neue Produzent <em>Michael M&ouml;ller<\/em> ahnte wohl bereits kommerzielles Ungemach, als er sich ebenfalls im Musikmarkt wie folgt &auml;u&szlig;erte: &bdquo;<em>Bei den Medien haben wir bereits sehr viel Wohlwollen, Sympathie und Unterst&uuml;tzung gefunden. Dem Publikum ist darum schon eine begr&uuml;&szlig;enswerte Hilfestellung gegeben. Wir wissen, dass der neue Weg von Marcus Ausdauer und Besonnenheit verlangt<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Diese eingeforderten Tugenden &ndash; Ausdauer und Besonnenheit &ndash; wurden nicht eingel&ouml;st. Bereits Anfang 1980 trennte sich Marcus von <em>M&ouml;ller<\/em>. Nach Darstellung des Buches &bdquo;Schlagerfestival&ldquo; waren &bdquo;Investitionsschwierigkeiten&ldquo; Hintergrund der Trennung. Das Branchenblatt &bdquo;Musik Informationen&ldquo; sprach vom &bdquo;Modellfall Marcus&ldquo;. Redakteur <em>Harry Schilde<\/em> bezog im M&auml;rz 1980 in dem Blatt bemerkenswert klar Stellung &#8211; damals wurde noch nicht immer alles sch&ouml;n geredet: &bdquo;<em>Gewiss, gegen h&ouml;here Qualit&auml;tsanspr&uuml;che ist nichts einzuwenden, aber, wie das Beispiel Marcus und nicht nur dieses zeigt, wurde offenbar die Rechnung ohne den Wirt &ndash; sprich den Konsumenten &ndash; gemacht. Das Votum f&uuml;r oder gegen einen K&uuml;nstler wird n&auml;mlich immer noch im Plattenladen abgegeben und dies sollten sich endlich jene hinter die Ohren schreiben, deren vornehmliche Aufgabe seit Jahren darin zu bestehen scheint, deutschsprachigen Interpreten die Pest an die Stimmb&auml;nder zu hexen. Der &sbquo;Modellfall Marcus&lsquo; hat wohl in aller Deutlichkeit gezeigt, dass die Kumpels an der Ruhr oder die Dockarbeiter in Hamburg viel lieber ein &sbquo;Festival der Liebe&lsquo; mit ihrem Idol feiern, als sich von schwerm&uuml;tigen Balladen den Alltag noch grauer singen zu lassen. Seit Ende der White-&Auml;ra konnte sich der smarte Herner zwar die W&auml;nde mit Jubel-Zeilen tapezieren, aber sicherlich h&auml;tte er gern an gleicher Stelle die eine oder andere Edelmetallscheibe gesehen&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Der neue Ansatz sollte sein, behutsam zum alten Repertoire zur&uuml;ckzukehren, allerdings nicht hinsichtlich der Texte. Dazu wurde der etablierte Schlagerproduzent <em>Rainer Pietsch<\/em> ins Boot geholt, der sich erfahrene Schlagerleute wie <em>Michael Holm<\/em> und <em>Alexandra<\/em>-Mentor <em>Fred Weyrich<\/em> mit ins Boot holte. Gleich die erste Single, die Bombastballade &bdquo;<strong>Unser Leben<\/strong>&ldquo;, wurde zumindest ein kleiner Achtungserfolg, mit dem J&uuml;rgen Marcus im Herbst 1980 sogar noch mal auf Platz 2 der ZDF-Hitparade kam.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 1981 gelang erstmals seit langer Zeit wieder ein Verkaufshit. Die deutsche Version des <em>Frank-Duval<\/em>-Superhits &bdquo;Angels of Mine&ldquo;, &bdquo;<strong>Engel der Nacht<\/strong>&ldquo; (getextet vom &bdquo;guten Freund&ldquo; J&uuml;rgen Marcus&lsquo;,<em> Gerd Baier<\/em>) kam in die Top-40 der deutschen Singlecharts. Offensichtlich wird hier die Geschichte einer Prostituierten erz&auml;hlt &ndash; allerdings so verklausuliert, dass man den Text vielleicht auch anders deuten kann &ndash; eine Vorgehensweise, wie sie sp&auml;ter gerne die Textdichter <em>Juliane Werdings<\/em> angewendet haben. &#8211; Eine gleichnamige LP wurde produziert, auf der erneut Hochkar&auml;ter der Textdichter-Szene angeheuert wurden &ndash;u. a. auch die <em>Udo-J&uuml;rgens<\/em>-Autoren <em>Wolfgang Hofer<\/em> und (erneut) <em>Oliver Spieker<\/em>.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Wenn Du liebst<\/strong>&ldquo; verfiel J&uuml;rgen dann wieder in das Muster, sich quasi vom Schlager zu distanzieren und sagte zu seiner aktuellen &bdquo;Non-Album-Single&ldquo; im Branchenblatt &bdquo;Musik Informationen&ldquo;: &bdquo;<em>Darum soll der Operettentouch, der meinen Liedern jahrelang anhaftete, aus den K&ouml;pfen der Leute<\/em>&ldquo;.&nbsp; Die Quittung des Publikums folgte erneut auf dem Fu&szlig; &ndash; der Titel war in keiner relevanten Hitparade zu finden &ndash; und das, obwohl er den Song bei der Schlussziehung der ARD-Fernsehlotterie vorstellen durfte. Damit hat der &bdquo;<em>K&uuml;nstler, der sich im Studio ein Mitspracherecht erk&auml;mpft hat, das &uuml;ber der Norm liegt<\/em>&ldquo; (O-Ton &bdquo;Musik-Informationen&ldquo;) mit seiner Mitsprache nicht zum Erfolg beigetragen.<\/p>\n<p>Im Winter 1981 wurde erneut der Produzent gewechselt &ndash; die Produktionsregie wurde in <em>Uve Schikoras<\/em> H&auml;nde gelegt, der kurz zuvor mit <em>Peter Kent<\/em> und <em>Ireen Sheer<\/em> beachtliche Erfolge erzielt hatte. Die erste gemeinsame Single hie&szlig; &bdquo;<strong>Du<\/strong>&ldquo; &ndash; mit dem von <em>Wolfgang Hofer<\/em> getexteten Titel nahm J&uuml;rgen am 8. Februar 1982 letztmals an der ZDF-Hitparade teil &ndash; ohne sich zu platzieren.<\/p>\n<p>Am 20. M&auml;rz 1982 stellte J&uuml;rgen seine n&auml;chste Single &bdquo;<strong>Ich w&uuml;rde gerne bei Dir sein<\/strong>&ldquo; bei der Vorentscheidung zum Grand Prix 1982 vor und erreichte mit der von <em>Joachim Fuchsberger<\/em> (Text) und dessen Sohn <em>Thomas <\/em>(Musik) geschriebenen Titel einen bemerkenswerten f&uuml;nften Platz im Wettbewerb, den die sp&auml;tere Eurovisionssiegerin <em>Nicole <\/em>f&uuml;r sich entscheiden konnte. Kurz darauf erschien die LP &bdquo;Ich will Dich so wie Du bist&ldquo;. Die Plattenfirma schrieb damals dazu: &bdquo;<em>Songs aus dem Leben &ndash; engagiert, romantisch, ehrlich und optimistisch. Das ist J&uuml;rgen Marcus heute. Vielseitig ist seine musikalische Brillanz, &uuml;berzeugend seine ausdrucksstarke Stimme. Ohne Kompromisse geht der S&auml;nger seinen Weg.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>In den &bdquo;Musik Informationen&ldquo; sagte Marcus zu seiner aktuellen LP: &bdquo;<em>Als ich meine ersten Platten besang, haben immer andere bestimmt, was und wie ich zu singen hatte. Nach der Trennung von meinem ersten Produzenten Jack White kam dann eine Phase, in der ich um jeden Preis meinen eigenen Kopf durchsetzen wollte. Diesmal aber habe ich ganz bewusst das partnerschaftliche Gespr&auml;ch zur Grundlage meiner Arbeit gemacht&ldquo;<\/em>. Ergebnis dieser Vorgehensweise &nbsp;war eine Single-Auskopplung, bei der Marcus selbst Komponist war (Text: <em>Oliver Spieker<\/em>) &ndash; das eigentlich sehr kommerziell gehaltene &bdquo;<strong>Das Lied vom Gl&uuml;cklichsein&ldquo; <\/strong>war aber in Zeiten der &bdquo;Neuen deutschen Welle&ldquo; nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;.<\/p>\n<p>Damit war vorerst die langj&auml;hrige Zusammenarbeit mit der Teldec beendet, J&uuml;rgen Marcus wechselte 1983 &ndash; allerdings nur f&uuml;r zwei Singles &ndash; nach M&uuml;nchen zu <em>Ralph Siegels<\/em> Jupiter Records. <em>Siegel u<\/em>nd <em>Bernd Meinunger<\/em>, damals das wohl erfolgreichste deutsche Autorengespann, dem allerdings die &bdquo;Neue deutsche Welle&ldquo; auch zu schaffen machte, schrieben J&uuml;rgen die typische Schlagernummer &bdquo;<strong>Die Sterne l&uuml;gen nicht<\/strong>&ldquo; auf den Leib &ndash; das Schlagerpublikum hatte sich aber inzwischen von J&uuml;rgen abgewendet.&nbsp; Die vom gleichen Autorenteam geschriebene Nummer &bdquo;<strong>Ich lieb Dich mehr<\/strong>&ldquo; fand &auml;hnlich wenig Anklang beim Publikum.<\/p>\n<p>In seiner Autobiografie bedauert <em>Siegel <\/em>Marcus&lsquo; Karriereentwicklung: &bdquo;<em>J&uuml;rgen h&auml;tte eigentlich verdient, ein gro&szlig;er Star zu bleiben, aber irgendwie hat er sich in der Wahl seines Managements des &Ouml;fteren vertan und vielleicht zu viele unterschiedliche Richtungen versucht. Seine Ambitionen, Chansonnier zu werden, waren immer lobenswert, aber das Publikum hat das leider nicht honoriert&hellip; Sind K&uuml;nstler in einem bestimmten Genre erfolgreich, dann wollen die Menschen immer wieder genau die Lieder von ihren Stars h&ouml;ren, die sie von ihnen kennen, und vielleicht neue, aber eben nicht zu ambitioniert. Ein Genrewechsel funktioniert meist nicht. Die Leute sind dann entt&auml;uscht, weil sie nicht da h&ouml;ren, was sie von ihrem Star gewohnt sind, und die Zuschauer und K&auml;ufer bleiben weg<\/em>&ldquo; &ndash; eine sehr treffende Analyse des gro&szlig;en <em>Ralph Siegel<\/em> aus dessen empfehlenswerter Autobiografie.<\/p>\n<p>1986 probierte J&uuml;rgen dann eine Kehrtwende, indem er mit seinem langj&auml;hrigen Produzenten Jack White wieder gemeinsame Sache machte. Auf dem jungen Schlagerlabel Dino wurde die Single &bdquo;<strong>Ich hab Dich gesehen<\/strong>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht, ein klassischer Schlager&nbsp; &#8211; aber die Fans nahmen J&uuml;rgen dessen st&auml;ndige Stilwechsel inzwischen wohl &uuml;bel, der Song wurde auch nicht in der ZDF Hitparade vorgestellt und wurde somit kein Hit.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit einem M&uuml;nchener Kinderchor&nbsp; sang Marcus 1987 den Titelsong des Kinofilms &bdquo;Die Gl&uuml;cksb&auml;rchis 3 &ndash; Abenteuer im Wunderland&ldquo; in seinem Studio Quadrat in M&uuml;nchen ein.<\/p>\n<p>Aufgeben war offensichtlich niemals die Sache des Herners &ndash; und so ging er 1988 ganz neue Wege. In der TV-Zeitschrift H&ouml;rzu sagte er: &bdquo;<em>Auch ein Unterhaltungs-S&auml;nger entwickelt sich<\/em>&ldquo; &ndash; gemeint war damit, dass er mit &bdquo;<strong>Liberation Day<\/strong>&ldquo; eine englischsprachige Single ver&ouml;ffentlichte, die er in Europas gr&ouml;&szlig;ter TV-Show, &bdquo;Wetten, dass&hellip;&ldquo; am 14. Mai 1988 vorstellen durfte. Produziert wurde die Single von <em>Micki Meuser<\/em>, der damals u. a. die Berliner Band <em>die &Auml;rzte<\/em> sehr erfolgreich produzierte. Daf&uuml;r wurde ein Vertrag mit der internationalen Plattenfirma A &amp; M abgeschlossen. Trotz dieser unglaublichen Promotion &ndash; allein 14 Millionen Menschen sahen damals die ZDF-Show &ndash; &bdquo;J. Marcus&ldquo;, wie er sich f&uuml;r die neuen Produktionen nannte, hatte damit keinen Erfolg. Mit &bdquo;<strong>When A Tear Falls<\/strong>&ldquo; wurde das Experiment, sich mit englischsprachigen Nummern einen Namen zu machen, wieder verworfen.<\/p>\n<p>1990 kehrte J&uuml;rgen Marcus dann zur deutschen Sprache zur&uuml;ck &ndash; wieder mit einem anderen Konzept. Er probierte es diesmal mit der deutschen Version eines Hits aus dem <em>Lloyd-Webber<\/em> Musical &bdquo;Aspects Of Love&ldquo;. Aus &bdquo;Love Changes Everything&ldquo; machte Textdichter <em>Michael Kunze<\/em> &bdquo;<strong>Schau, was Liebe &auml;ndern kann<\/strong>&ldquo;. Die opulent arrangierte Single wurde mit dem Orchester der vereinigten B&uuml;hnen Wien aufgenommen.<\/p>\n<p>Was folgte, war eine Tontr&auml;gerpause, in der J&uuml;rgen dennoch in die Schlagzeilen geriet. Am 21. Juli 1991 brachte die &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo; als Top-Schlagzeile: &bdquo;<em>Die Beichte des J&uuml;rgen Marcus. Ich konnte nie eine Frau richtig lieben. Alkohol. M&auml;nnerliebe. AIDS-Angst<\/em>&ldquo;. Musikalisch war er in der Zeit recht zur&uuml;ckgezogen und arbeitetete u. a. als Produzent der &bdquo;<em>Hornettes<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Der Journalist <em>Hermann J. Huber<\/em> brachte 1992 ein Buch heraus, in dem er J&uuml;rgen Marcus als homosexuell bezeichnete. Wenngleich dieser sich ja schon ein Jahr zuvor dazu bekannte, reagierte der provokant mit den Worten &bdquo;<em>Ich liebe meine Freundin Silvia Rosse<\/em>&ldquo;. &ndash; Zwischen Zwangs-Outing und eigenen &Auml;u&szlig;erungen ist nun mal ein gewaltiger Unterschied, davon konnte sicher auch <em>Huber<\/em>-Opfer <em>Rex Gildo<\/em> ein Lied singen, der Jahre zuvor in &auml;hnlicher Weise von diesem &bdquo;Journalisten&ldquo; angegangen wurde.<\/p>\n<p>Eine Bauchspeicheldr&uuml;senerkrankung und schwere Gastritis warf den S&auml;nger 1992 gesundheitlich zur&uuml;ck, er wurde aber nach l&auml;ngerem Krankenhausaufenthalt &ndash; um 5 Kilo &bdquo;aufgepeppt&ldquo; wieder entlassen &ndash; alle AIDS-Ger&uuml;chte blieben nur Ger&uuml;chte.<\/p>\n<p>Die zu Beginn der 1990er Jahre popul&auml;ren Hit-Mixes und Medleys machten auch vor J&uuml;rgen Marcus nicht halt, so entstand 1993 ein Medley namens &bdquo;<strong>Jive<\/strong>&ldquo; und f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter der &bdquo;<strong>HitMix<\/strong>&ldquo; von J&uuml;rgen Marcus &ndash; jeweils mit den Erfolgen der <em>Jack-White<\/em>-&Auml;ra.<\/p>\n<p>1997 nahm J&uuml;rgen unter der Produktion des Kollegen <em>Peter Orloff<\/em> den Titel &bdquo;<strong>Das Gl&uuml;cksrad des Lebens<\/strong>&ldquo; (Komposition und Text: <em>Peter Orloff)<\/em> auf &ndash; ohne nennenswerten Erfolg.<\/p>\n<p>Erst 1998 gab es wieder einen mehr beachteten Tontr&auml;ger von J&uuml;rgen Marcus. Mit dem von <em>Ralph Siegel <\/em>und<em> Bernd Meinunger<\/em> bei Jupiter Records erschienenen Lied &bdquo;<strong>Mach&rsquo;s gut bis zum n&auml;chsten Leben<\/strong>&ldquo; gewann er die von <em>Uwe H&uuml;bner<\/em> am 5. M&auml;rz 1998 moderierte Vorentscheidung f&uuml;r den in jenem Jahr einmalig ausgetragenen Wettbewerb &bdquo;Grand Prix des Schlagers&ldquo;. Im internationalen Wettbewerb, der am 25. April in M&uuml;nchen stattfand, reichte es aber &bdquo;nur&ldquo; zum 6. Platz, was angesichts der Konkurrenz auch als Erfolg angesehen werden kann &ndash; auf Platz 10 landete n&auml;mlich sp&auml;ter der Titel &bdquo;Ein Stern, der Deinen N amen tr&auml;gt&ldquo; &ndash; damals in der Version von Michael Stern.<\/p>\n<p>Bereits 1999 schrieb ein weiterer Gro&szlig;meister des deutschen Schlagers einen bemerkenswerten Song f&uuml;r J&uuml;rgen Marcus angesichts dessen Lebenssituation: &bdquo;<strong>Auch an ander&rsquo;n Ufern bl&uuml;hen Blumen<\/strong>&ldquo; &ndash; das Lied wurde erst neun Jahre sp&auml;ter ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Im Sommer 2004 ist es erneut <em>Micki Meuser<\/em>, der eine neue bemerkenswerte CD mit J&uuml;rgen Marcus produzierte: &bdquo;<strong>Ich glaub&lsquo; an die Welt<\/strong>&ldquo;. Als erste Single erschien daraus der Titel &bdquo;<strong>Noch mal mit Dir<\/strong>&ldquo;, geschrieben von <em>Pit L&ouml;w<\/em> und <em>Wolfgang Hofer<\/em>. Weitere Auskopplungen waren der Titelsong (deutsche Version des Hits &bdquo;The Man Of the World&ldquo; der Gruppe <em>The Window Speeks<\/em>, ebenfalls von <em>Wolfgang Hofer<\/em> getextet) , &bdquo;<strong>Ich bereue nichts<\/strong>&ldquo;, &nbsp;&bdquo;<strong>Geh mit der Sonne!<\/strong>&ldquo;, &bdquo;<strong>Nur mein Herz weint<\/strong>&ldquo;&nbsp;&nbsp; und schlie&szlig;lich &bdquo;<strong>Deine Sorgen m&ouml;cht ich haben<\/strong>&ldquo;, ein Lied f&uuml;r N&ouml;rgler und Besserwisser, die keine anderen Probleme als die Gr&ouml;&szlig;e der Gartenzwerge auf dem Nachbargrundst&uuml;ck haben.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund dieses kleinen Comebacks wurde im Oktober 2005 auch eine &bdquo;Best Of&ldquo; mit den Originalaufnahmen der unter <em>Jack Whites<\/em> Regie entstandenen Aufnahmen ver&ouml;ffentlicht &ndash; Motto: &bdquo;Ein Lied zieht hinaus in die Welt&ldquo;.<\/p>\n<p>Im Winter 2006 wurde dann eine L&uuml;cke geschlossen, die kaum ein Schlagers&auml;nger offen l&auml;sst &ndash; unter dem Motto &bdquo;Tausend Lichter, tausend Kerzen&ldquo; ver&ouml;ffentlichte J&uuml;rgen seine erste Weihnachts-CD. Die 12 Lieder der CD wurden mit gro&szlig;em Orchester produziert und nicht mit Computer-Samples. Im Jahr 2008 ging er mit dem Programm sogar (gemeinsam mit Kollegin <em>Rosanna Rocci<\/em>) auf Deutschland-Tournee.<\/p>\n<p>Das n&auml;chste &bdquo;normale&ldquo; Studioalbum J&uuml;rgen Marcus&#39;, &bdquo;<strong>F&uuml;r immer<\/strong>&ldquo;, erschien 2008 &#8211; kurz vor J&uuml;rgens 60. Geburtstag. Alle darauf enthaltenen Titel wurden von <em>Christian Bruhn<\/em> komponiert und produziert, die Texte stammen von angesehenen Textdichtern wie <em>Michael Kunze<\/em>, <em>Stefan Waggershausen<\/em>, <em>Robert Jung<\/em> und <em>Tobias Reitz<\/em>. Das Album wurde bereits 2006 produziert, der bestehende Vertrag mit &bdquo;Artists And Acts&ldquo; musste erst verl&auml;ngert werden. Das vom k&uuml;rzlich verstorbenen <em>Robert Jung<\/em> getextete Titellied war erste Single des Albums. Neben &bdquo;<strong>In wei&szlig;en Jeans<\/strong>&ldquo; wurde der gerade schon angesprochene Titel &bdquo;<strong>Auch an andern Ufern<\/strong>&ldquo; (Text: <em>Peter Zentner<\/em>) wurde nun auch als Single ausgekoppelt.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 2009 beteiligte sich J&uuml;rgen an dem Projekt &bdquo;<em>Alle f&uuml;r alle<\/em>&ldquo;, um den Verein Dunkelziffer zu st&auml;rken, der sich f&uuml;r die Vermeidung sexueller Gewalt an Kindern einsetzt. Gemeinsam mit Schlager-Kollegen sang er die Single &bdquo;<strong>Zeig Dein Gesicht!<\/strong>&ldquo; ein.<\/p>\n<p>Auch 2009 erschien eine weitere Best Of-CD mit alten <em>Jack-White<\/em>-Songs &#8211; Motto: &bdquo;Die gro&szlig;en Erfolge 2009&ldquo;. Darauf enthalten ist ein sehr guter &Uuml;berblick des Schlagerschaffens J&uuml;rgens 1970 bis 1977. Privat lief es in dem Jahr nicht so gut, er zog sich einen komplizierten Schulterbruch zu, von dem er sich nur langsam erholte.<\/p>\n<p>Erst 2011 war die Zeit buchst&auml;blich wieder reif f&uuml;r ein neues Album. J&uuml;rgen fand eine neue Plattenfirma (Osnaton) und ein neues Produzententeam (Helmut Kohlpaintner und Michael Schinkel). Die erste Auskopplung aus dem Album &bdquo;Zeitreif&ldquo; war &bdquo;<strong>Ich schau in mein Herz<\/strong>&ldquo;. Auf der zweiten Auskopplung pr&auml;sentiert J&uuml;rgen seine Meinung zur Unaufrichtigkeit und Unwahrheit &#8211; er hat &bdquo;<strong>Keine Zeit f&uuml;r L&uuml;gen<\/strong>&ldquo;. Weitere Auskopplungen aus dem Album waren &bdquo;<strong>Was kann ich daf&uuml;r?<\/strong>&ldquo; und &bdquo;<strong>Engel fliegen leise<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>2013 wurde es ganz bitter f&uuml;r J&uuml;rgen Marcus. Er kaufte sich f&uuml;r seine Altersvorsorge ein Mietshaus in Berlin &#8211; die Mieter zahlten seine Miete nicht. Das ist lt. Aussage des S&auml;ngers der Hintergrund daf&uuml;r, dass er Privatinsolvenz anmelden musste. Das hat den J&uuml;rgen offensichtlich sehr mitgenommen &#8211; seither ist kein neuer Tontr&auml;ger bzw. keine neue Aufnahme von ihm mehr erschienen.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass &bdquo;die Stimme&ldquo;, wie J&uuml;rgen oftmals genannt wird, wieder auf die Beine kommt und sein Publikum mit sch&ouml;nen Auftritten und vielleicht noch mal guten Produktionen begeistern wird.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 02.03.2015<\/p>\n<p>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCrgen_Marcus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER &#8222;Die gro\u00dfe J\u00fcrgen Marcus Story&#8220; &#8230;: Der am 06.06.1948 (manche Quellen nennen f&auml;lschlicherweise 1949 als Geburtsjahr) in<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51350,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51349"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51349"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51349\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}