{"id":259457,"date":"2026-04-30T09:00:07","date_gmt":"2026-04-30T07:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws2\/?p=259457"},"modified":"2026-04-30T09:03:38","modified_gmt":"2026-04-30T07:03:38","slug":"udo-juergens-interview-mit-john-juergens-zu-60-jahre-merci-cherie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/udo-juergens-interview-mit-john-juergens-zu-60-jahre-merci-cherie\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br>Interview mit JOHN J\u00dcRGENS zu &#8222;60 Jahre Merci Ch\u00e9rie&#8220;!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 08.05.2026 erscheint die Picture Disc &#8222;Merci Ch\u00e9rie 60&#8220;!<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: justify;\"><span class=\"s2\"><b>60 Jahre \u201eMerci Ch\u00e9rie\u201c <\/b><\/span><span class=\"s3\"><b>Interview mit John J\u00fcrgens <\/b><\/span><span class=\"s1\">Sperrfrist: 30.04.26 <\/span><b>John, Ihr Vater Udo J\u00fcrgens gewann mit dem Lied \u201eMerci Ch\u00e9rie\u201c vor 60 Jahren den Grand Prix. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Lied?<\/p>\n<p><\/b>Erinnerungen setzen sich ja oft aus Erz\u00e4hlungen und Bildern zusammen \u2013 besonders aus der Zeit, als man selbst zu klein war. Meine Mutter erz\u00e4hlte mir, dass sie mich als Zweij\u00e4hrigen auf dem Scho\u00df hatte, w\u00e4hrend sie die Show im Fernsehen sah. Sp\u00e4ter wurde diese Szene auch in seinem Buch \u201eDer Mann mit dem Fagott\u201c und im zugeh\u00f6rigen Film thematisiert. Durch diese Beschreibung und die Filmsequenz setzt sich das Bild im Kopf schlie\u00dflich wie ein Mosaik zusammen.<\/p>\n<p><b>Das 60. Jubil\u00e4um von \u201eMerci Ch\u00e9rie\u201c feiern Sie mit einer Picture Disc. Wie kam es zu der Idee?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Wir haben die Entscheidung als Team getroffen. Mit der Picture Disc wollten wir ein besonderes Highlight f\u00fcr die Fans schaffen; durch das Design mit den Fotos von Hansi Hoffmann wird die Single so zu einem echten Sammlerst\u00fcck, das die Musik meines Vaters auch optisch w\u00fcrdigt. <\/span>Ich finde das Foto gro\u00dfartig, auf dem er am Klavier sitzt, und man im Hintergrund die Punkteliste sieht. <span class=\"s4\">In einer Zeit, in der fast nur noch gestreamt wird, wollten wir den Fans \u2013 gerade unserer Generation \u2013 wieder etwas Reales zum Anfassen geben. Klar, die Idee einer Foto-Vinyl ist nicht neu, aber man muss sie eben konsequent und hochwertig umsetzen. Zu unserem Team geh\u00f6ren PR-Spezialisten und Profis der Plattenfirma, aber nat\u00fcrlich auch wir, <\/span>die <span class=\"s4\">Familie. Wir tauschen uns dabei sogar mit der n\u00e4chsten Generation aus \u2013 unsere Kinder sind ja inzwischen Mitte zwanzig. Besonders unser Sohn Dennis bringt sich hier aktiv ein. Uns ist dieser generations\u00fcbergreifende Blick wichtig, um das Erbe meines Vaters zeitgem\u00e4\u00df und lebendig zu halten.<\/p>\n<p><\/span><b>Wie hat Ihr Vater diesen magischen ESC-Abend empfunden? War es f\u00fcr ihn im R\u00fcckblick der sch\u00f6nste Moment seines Lebens?<\/p>\n<p><\/b>Mein Vater sagte immer: Auf die Frage nach dem gr\u00f6\u00dften Moment seines Lebens h\u00e4tte er wohl antworten m\u00fcssen: \u201eDie Geburt meines ersten Kindes, meines Sohnes John.\u201c Das ist nat\u00fcrlich ein Riesenmoment und ein unvergleichliches Gef\u00fchl, das ich als dreifacher Vater absolut verstehe. Doch dieser spezifische Gl\u00fccksrausch, als er im dritten Anlauf mit \u201eMerci Ch\u00e9rie\u201c den Grand Prix in Luxemburg gewann \u2013 diesen Zustand beschrieb er als etwas ganz Eigenes, fast Unvorstellbares. Nichts reichte jemals an das Gef\u00fchl heran, das er in diesem Moment auf der B\u00fchne empfand.<\/p>\n<p><b>Er hat hart f\u00fcr diesen Sieg gek\u00e4mpft. Stimmt es, dass Ihr Vater gar nicht mehr antreten wollte, weil er nicht mehr an seinen Erfolg glaubte?<\/p>\n<p><\/b>Ja, nach zwei Anl\u00e4ufen war er eigentlich entmutigt. Es war sein Manager Hans Beierlein, der ihn massiv zur dritten Teilnahme dr\u00e4ngte. Erschwerend kam hinzu, dass ab 1966 neue Regeln galten: Jeder Teilnehmer musste zwingend in seiner Landessprache singen. Udo empfand Deutsch oft als sperrig f\u00fcr internationale Hits \u2013 eine Sorge, die er schon bei seinen Vorjahres-NBeitr\u00e4gen hatte. Seine Lieder \u201eWarum nur, warum\u201d (1964) und \u201eSag ihr, ich lass sie gr\u00fc\u00dfen\u201d (1965) belegten zwar Platz 6 und Platz 4, doch erst die englische Cover-Version \u201eWalk Away\u201c von \u201eWarum nur, warum\u201c wurde ein Welterfolg \u2013 und verschaffte ihm die finanzielle und k\u00fcnstlerische Freiheit, seine Zweifel zu \u00fcberwinden und trotz der neuen Regeln ein drittes Mal anzutreten.<\/p>\n<p><b>Hatte Ihr Vater Angst um seine Karriere, falls er beim dritten Mal nicht gewinnen w\u00fcrde?<\/p>\n<p><\/b>Absolut. Er fragte sich: Schade ich meinem Ruf, wenn ich noch einmal antrete und vielleicht nur auf Platz acht lande? Das h\u00e4tte das Ende seiner Karriere bedeuten k\u00f6nnen. Um dieses Risiko zu minimieren, suchte er nach einem internationalen Aufh\u00e4nger. Obwohl er laut Regel auf Deutsch singen musste, wollte er einen Titel, der sch\u00f6n klingt und den jeder versteht \u2013 so wie man in der Schweiz das Wort \u201eMerci\u201c verwendet. Seinem Texter Tommi H\u00f6rbiger fiel schlie\u00dflich das entscheidende Wort \u201eCh\u00e9rie\u201c ein. Damit war die Idee zu \u201eMerci Ch\u00e9rie\u201c geboren. Wenn zwei Kreative auf diese Weise zusammenfinden, entsteht manchmal etwas Unsterbliches.<\/p>\n<p><b>Stimmt die Geschichte, dass Ihr Vater kaum glauben konnte, an diesem legend\u00e4ren Abend mit \u201eMerci Ch\u00e9rie\u201c gewonnen zu haben?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Ja, er hielt die Anspannung w\u00e4hrend der Punkte-Verk\u00fcndung einfach nicht aus. Nach zwei Anl\u00e4ufen ohne Sieg konnte er es nicht ertragen, wom\u00f6glich wieder zu verlieren. Er verlie\u00df den Saal und wartete auf dem Gang \u2013 er wollte nichts h\u00f6ren und nichts wissen. Sein Fotograf Hansi Hoffmann lief unentwegt zwischen Saal und Gang hin und her und rief ihm zu: \u201eUdo, du liegst vorne! Dein Vorsprung ist uneinholbar!\u201c Doch mein Vater blockte ab: \u201eIch will es nicht h\u00f6ren, sag es nicht!\u201c Erst als Hansi endg\u00fcltig verk\u00fcndete: \u201eDu hast gewonnen!\u201c, kam er zur\u00fcck. Selbst als er unter Gl\u00fcckw\u00fcnschen wieder am Klavier sa\u00df, um den Siegertitel erneut zu spielen, konnte er diesen Moment noch gar nicht fassen.\u201c Und genau da kam ihm dieser spontane Geistesblitz: Statt nur den Songtext zu singen, schloss er das Lied mit der genialen Zeile <b>\u201aMerci, Merci, Merci, Jury\u2018 <\/b>ab. Das war seine ganz pers\u00f6nliche und spontane Verbeugung vor diesem Sieg.<\/p>\n<p><\/span><b>Der Sieg beim Grand Prix war ja erst der Anfang. Udo schaffte damit den internationalen Durchbruch \u2026<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Richtig. Von heute auf morgen war er damit ein Super-Star. Mein Vater tourte durch ganz Europa und sp\u00e4ter sogar bis nach Japan. Das Besondere war: Er hat seine Hits in unz\u00e4hligen Sprachen \u2013 von Franz\u00f6sisch \u00fcber Spanisch bis hin zu Japanisch \u2013 selbst eingesungen. Japanisch war eine besondere Herausforderung, aber er lernte diese Texte im Studio rein phonetisch anhand von Lautschrift. In seinem Nachlass habe ich \u00fcber die Jahre in unz\u00e4hligen Kisten wahre Sch\u00e4tze entdeckt, darunter die Aufnahme einer japanischen K\u00fcnstlerin, \u201eMariko\u201c. Sie coverte seinen Erfolgs-Hit \u201aWas ich dir sagen will\u2018, was dort unter dem Titel \u201aWakage no Asa\u2018 ebenfalls ein riesiger Hit wurde. Es ist faszinierend zu sehen, wie weit seine Musik damals schon gereist ist.<\/p>\n<p><\/span><b>Welche Musik haben Sie fr\u00fcher geh\u00f6rt?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">In meiner Jugend habe ich eher Led Zeppelin und Pink Floyd geh\u00f6rt. Nat\u00fcrlich lief zwischendurch auch mal \u201aGriechischer Wein\u2018, was f\u00fcr mich als Kind aber eher ein Schunkellied war. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich die wahre Bedeutung begriffen habe. Heute bin ich unheimlich stolz darauf, dass mein Vater darin die Geschichte der Gastarbeiter erz\u00e4hlt und f\u00fcr ihre Akzeptanz gek\u00e4mpft hat &#8211; f\u00fcr Menschen, die dieses Land mit aufgebaut haben, w\u00e4hrend sie oft verh\u00f6hnt oder weggew\u00fcnscht wurden.<\/p>\n<p><\/span><b>Welches ist Ihre Lieblingsversion auf der Single?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Als DJ feiere ich nat\u00fcrlich die Disco-Version, aber auch das Original bleibt ein Klassiker. Wobei es am Ende gar nicht so sehr auf die spezielle Version ankommt \u2013 das ganze Lied ist einfach unfassbar genial. Es gibt da eine Live-Aufnahme, die geht derma\u00dfen ab: Er f\u00e4ngt ganz ruhig an, und pl\u00f6tzlich verwandelt sich das Ganze in eine Art Gospel-Disco-Nummer. Das Tempo zieht total an, alle tanzen und er peitscht das Publikum so richtig auf. Diese Energie von den Leuten ist einfach Wahnsinn, das finde ich absolut mega.<\/p>\n<p><b>Sp\u00fcren Sie bei Ihren Auftritten als DJ eigentlich einen gewissen Druck, als Sohn von Udo J\u00fcrgens st\u00e4ndig seine Hits spielen zu m\u00fcssen?<\/p>\n<p><\/b>Eigentlich gar nicht. Ich darf demn\u00e4chst in Wien im Rahmen des Eurovision Song Contest auf dem Rathausplatz vor 15.000 Leuten auflegen. Tats\u00e4chlich dachte ich anfangs, der Veranstalter erwartet von mir, dass ich als Sohn von Udo J\u00fcrgens den ganzen Abend nur seine Songs spiele. Aber die Antwort war total entspannt: \u201eNein, um Gottes Willen! Mach dein Ding, spiel deinen Funk, Soul und House \u2013 sei einfach du selbst.\u201c Das hat mich echt gefreut. Trotzdem werde ich nat\u00fcrlich in diesem \u2018Udo-Jahr`, den einen oder anderen seiner Klassiker einbauen, denn so eine Disco-Version von \u201aMerci Ch\u00e9rie\u2018 ist in so einem Set einfach der absolute Knaller. Ich bin sicher, dass die Leute da richtig abgehen (<i>lacht)<\/i>.<\/p>\n<p><\/span><b>Der ESC <\/b><span class=\"s4\"><b>kehrt zum 70. Jubil\u00e4um nach \u00d6sterreich zur\u00fcck. Sind Sie und Jenny involviert, vielleicht sogar f\u00fcr eine Hommage an Ihren Vater?<\/p>\n<p><\/b>Um ehrlich zu sein: In die Hauptshow sind wir nicht eingebunden. Wir sind eher Teil des Rahmenprogramms, etwa als G\u00e4ste bei Barbara Sch\u00f6nebergers Pre-Shows. Dort geht es spielerisch um 70 Jahre ESC, wobei Tickets f\u00fcr das Finale verlost werden. Bisher war es so, dass wir noch nie offiziell zum ESC eingeladen wurden. Das lag sicherlich auch daran, dass es f\u00fcr uns als Kinder keinen direkten Anlass oder Bezug dazu gab. Umso sch\u00f6ner ist es, dass sich das in diesem besonderen Jubil\u00e4umsjahr offenbar \u00e4ndert: In diesem Jahr sind wir erstmals zum ESC- Finale als Zuschauer eingeladen. Gleichzeitig sind wir im Rahmen des Jubil\u00e4umsjahres auch bei mehreren TV-Sendern zu Gast.<\/p>\n<p><\/span><b>Gab es bei Ihnen zuhause die Tradition, den ESC gemeinsam zu verfolgen?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Nur hin und wieder. Ehrlich gesagt fiel es uns oft schwer, mit der Musik mitzugehen. Ich bin durch meinen Vater musikalisch anders gepr\u00e4gt worden; die Platten, die er mir als Kind mitbrachte, hatten mit dem Grand Prix gar nichts zu tun. Er war zwar stolz auf seinen Sieg, hat aber sp\u00e4ter mit dem Wettbewerb abgeschlossen, weil er die musikalische Entwicklung zunehmend m\u00fchsam fand. Man muss nat\u00fcrlich vorsichtig sein: Der ESC war sein T\u00fcr\u00f6ffner, und den will man nicht schlechtreden. Aber man muss auch ehrlich bleiben \u2013 vieles war uns schlicht zu trashig, auch wenn es immer wieder tolle Ausrei\u00dfer gibt. Zudem haben wir meistens alle selbst gearbeitet, wenn die Show lief. Ich kann mich mal an einen Urlaub in Portugal erinnern, da haben wir uns an diesem ESC-Abend alle Pizza bestellt und uns vor den Fernseher gesetzt. Es war aber definitiv kein j\u00e4hrliches Familienritual.<\/p>\n<p><b>Gab es ein Familienritual bei der Heimkehr Ihres Vaters von Tourneen? Was haben Sie dann gemeinsam unternommen?<\/p>\n<p><\/b>Oft dr\u00e4ngte das Management nach einer Tournee sofort mit neuen Terminen \u2013 Shows, Galas, Auftritte. Aber wenn er Zeit f\u00fcr uns hatte, egal ob zwischen zwei Jobs oder zu Hause, gab es feste Rituale. Sonntagnachmittags schauten wir oft Filme: Winnetou, alte Piratenfilme oder Klassiker wie Robin Hood. Sp\u00e4ter war die Formel 1 seine gro\u00dfe Leidenschaft; als Freund von Niki Lauda und Jochen Rindt verpasste er kein Rennen. Wenn ich ihn in Z\u00fcrich besuchte, lief eigentlich immer Sport: Tennis mit Steffi Graf, Fu\u00dfball-Bundesliga oder Radsport. Ich erinnere mich, wie er gebannt vor der Tour de France sa\u00df, als Jan Ullrich siegte \u2013 ich setzte mich einfach dazu und fieberte mit. In Z\u00fcrich genossen wir die Zeit auf seinem Motorboot auf dem See, <\/span>doch in meiner Erinnerung geh\u00f6rte Arbeit in dieser Zeit oft ganz selbstverst\u00e4ndlich <span class=\"s4\">dazu: Gemeinsam \u00f6ffneten wir Jutes\u00e4cke voller Fanpost und arbeiteten die Briefe ab. Das war einfach Teil unseres Alltags.<\/p>\n<p><b>Was w\u00fcrden Sie als die gr\u00f6\u00dfte Schw\u00e4che Ihres Vaters bezeichnen?<\/p>\n<p><\/b><\/span>\u201e<span class=\"s4\">Schw\u00e4che\u201c w\u00e4re fast zu hart formuliert, da er vielleicht gar nichts daf\u00fcr konnte \u2013 mein Vater wirkte oft etwas entr\u00fcckt und war zwischendurch einfach gedanklich abwesend. Er hatte st\u00e4ndig Musik im Kopf. Auch seine Mutter hatte ihm einmal vorgeworfen, nicht ganz da zu sein; darauf entgegnete er: \u201eDu hast keine Vorstellung davon, wie es ist, wenn man ununterbrochen Melodien h\u00f6rt.\u201c Man konnte das oft beobachten: Seine Finger trommelten auf dem Tisch, sein Fu\u00df wippte im Takt oder er nickte geistesabwesend, als w\u00fcrde er einem inneren Rhythmus, einer Baseline oder einer neuen Idee folgen. W\u00e4hrend die Welt um ihn herum ablief, lief bei ihm im Hintergrund immer sein eigener Film. Das war sicher anstrengend \u2013 f\u00fcr ihn selbst, aber auch f\u00fcr uns.<\/p>\n<p><b>Warum ber\u00fchrt \u201eMerci, Ch\u00e9rie\u201c die Menschen auch nach 60 Jahren noch so tief?<\/p>\n<p><\/b>Das Lied thematisiert den respektvollen Abschied \u2013 dieses \u201eDanke f\u00fcr die sch\u00f6ne Zeit, aber mein Weg geht woanders weiter\u201c. Es steckt voller Wehmut und Drama, meisterhaft komponiert. Fast jeder hat das wohl schon erlebt: Man erkennt, dass ein Mensch wunderbar ist, aber eben nicht f\u00fcr das ganze Leben. Man will nichts B\u00f6ses, sondern sagt einfach <b>\u201a<\/b>Merci<b>\u2018 <\/b>f\u00fcr die gemeinsamen Stunden. Das hat die Menschen damals wie heute im Kern ber\u00fchrt. Warum genau? Das m\u00fcsste man die H\u00f6rer selbst fragen. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es ohnehin etwas Besonderes und hochemotional \u2013 es ist mein Vater und eines seiner st\u00e4rksten Werke. Das Lied geh\u00f6rt definitiv zu meinen Favoriten, auch wenn es mir bei seinem riesigen Repertoire schwerf\u00e4llt, mich auf eine Top 10 festzulegen. Da gibt es auch im Verborgenen noch so viele Sch\u00e4tze.<\/p>\n<p><b>Inwieweit waren Sie als Familie oder Verwalter des Erbes in die Entscheidung eingebunden, dass die S\u00e4ngerin LEA eine eigene Version von \u201aMerci Ch\u00e9rie\u2018 aufnimmt, und was hat Sie an ihrer Interpretation besonders ber\u00fchrt?<\/p>\n<p><\/b><\/span>Wir waren in den Entscheidungsprozess selbstverst\u00e4ndlich eingebunden und finden ihre Version von <span class=\"s4\">\u201a<\/span>Merci Ch\u00e9rie<span class=\"s4\">\u2018 <\/span>sehr sch\u00f6n. Mit ihrer sehr speziellen Version findet sie einen ganz eigenen Zugang zu diesem besonderen Lied. Durch das bewusst reduzierte Arrangement und die interessante Instrumentarisierung hat sie eine sehr pers\u00f6nliche Interpretation geschaffen, ohne dabei zu versuchen unseren Vater zu kopieren, sondern sie hat etwas Eigenes daraus gemacht. Das hat mich besonders ber\u00fchrt, gerade weil ihre Stimme dadurch im Mittelpunkt steht und eine gro\u00dfe Intimit\u00e4t entsteht.<\/p>\n<p><span class=\"s4\"><b>Sowohl Ihr Vater als auch LEA gelten als K\u00fcnstler, die ihre Seele in ihre Musik legen und f\u00fcr absolute Authentizit\u00e4t stehen. W\u00e4re eine Zusammenarbeit zwischen Ihrem Vater und einer K\u00fcnstlerin wie LEA, die ja ebenfalls eine sehr starke songwriterische Handschrift hat, ein Projekt gewesen, das er sich h\u00e4tte vorstellen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><\/b><\/span>Das bleibt nat\u00fcrlich eine hypothetische Frage, denn wir k\u00f6nnen meinen Vater heute nicht mehr selbst dazu befragen. Aber er hatte immer gro\u00dfen Respekt vor K\u00fcnstler\/-innen, die wie er selbst mehr konnten als nur zu singen, also auch Instrumente spielen und auch komponieren. Vor solchen Musikerinnen und Musikern hat er den Hut gezogen, weil er diese Begabung und dieses K\u00f6nnen sehr gesch\u00e4tzt hat. Insofern kann ich mir also gut vorstellen, dass eine Zusammenarbeit mit LEA f\u00fcr ihn sehr spannend gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p><b>\u201eMerci\u201c bedeutet danke. Wof\u00fcr empfinden Sie in Ihrem Leben die gr\u00f6\u00dfte Dankbarkeit?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Zuerst einmal bin ich dankbar f\u00fcr die Gesundheit \u2013 meine eigene und die meiner Familie. Und ich bin sehr dankbar f\u00fcr meine Familie. Ich bin froh, dass ich das mit meiner Frau und unseren drei Kindern so auf die Reihe bekommen habe. Das ist ja nicht selbstverst\u00e4ndlich. Das wir dieses Familiengl\u00fcck \u00fcber fast 30 Jahre so stabil halten konnten, erf\u00fcllt mich mit gro\u00dfer Dankbarkeit.<\/p>\n<p><b>Ihr Vater war in Beziehungen zeitlebens ein Suchender. Wie hat er vor diesem Hintergrund auf Ihre Best\u00e4ndigkeit und Treue geblickt?<\/p>\n<p><\/b>Mein Vater hat unsere Ehe \u00fcber fast zwei Jahrzehnte hinweg beobachtet und war sehr stolz darauf. Er hat oft zu mir gesagt: \u201eMensch, wie du das mit der Familie machst \u2013 ich konnte das nicht.\u201c Ich habe ihm dann geantwortet, dass er eben einen anderen Weg gew\u00e4hlt hat. F\u00fcr Jenny und mich war das okay, auch wenn wir ihn nat\u00fcrlich schon vermisst haben. Wir haben akzeptiert, dass f\u00fcr ihn die Musik an erster Stelle stand. Die Familie war sein R\u00fcckzugsort, aber sein Herz schlug eben voll und ganz f\u00fcr die B\u00fchne \u2013 das war f\u00fcr ihn schlicht nicht anders m\u00f6glich.<\/p>\n<p><\/span><b>Glauben Sie, er h\u00e4tte diesen Erfolg sonst nicht gehabt?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Wahrscheinlich nicht in dieser Form. Wer wei\u00df schon, wie sich ein Leben entwickelt, wenn man andere Priorit\u00e4ten setzt? Als Familie war das alles nicht immer leicht, und mein Kinderherz hat immer mal gelitten. Dass mein Vater so h\u00e4ufig unterwegs war, war emotional belastend. Aber dennoch: Eine Garantie f\u00fcr Familiengl\u00fcck gibt es nie \u2013 auch Ehen, in denen der Vater einen geregelten B\u00fcrojob hat, zerbrechen. Am Ende muss jeder seiner Leidenschaft folgen, um gl\u00fccklich zu werden. Wenn man so eine Berufung sp\u00fcrt und einen Partner findet, der das akzeptiert, dann muss man diesen Weg gehen. Ich bin sehr stolz auf meinen Vater. Er war ein Ausnahmek\u00fcnstler, ein echtes Genie, das schon als Kind schnell Instrumente lernte und komplexe St\u00fccke komponierte \u2013 keine `Lala-Musik.` Er war in seiner Kunst schlicht zu anspruchsvoll.<\/p>\n<p><\/span><b>Das hat es sicher nicht leicht gemacht, ihn PR-m\u00e4\u00dfig zu vermarkten?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Sein Manager Hans Beierlein stand anfangs tats\u00e4chlich vor der Frage: Wie verkaufe ich diesen Mann? Seine Lieder waren eigentlich zu anspruchsvoll und nicht kommerziell genug. Beierlein hatte dann einen genialen Einfall: Er nutzte Udos Erfolge im Ausland \u2013 wo Stars wie Matt Monroe, Shirley Bassey oder Nancy Wilson seine Lieder sangen \u2013 und pr\u00e4sentierte ihn bei der R\u00fcckkehr als den gefeierten Heimkehrer. Es ist ja heute noch so: Der Prophet im eigenen Land gilt oft nichts, aber wer es im Ausland schafft, wird hierzulande erst recht bewundert. Beierlein lie\u00df Udo einfach machen, auch bei den anspruchsvolleren St\u00fccken jenseits des klassischen Schlagers. Wenn man heute bei \u201e17 Jahr, blondes Haar\u201c mal die `Schlager-Brille` absetzt und auf den Drive, die Disco-Gitarre und den Groove h\u00f6rt, merkt man: Das ist internationaler Standard und hat wahnsinnigen Druck. Wir neigen dazu, eigene K\u00fcnstler zu untersch\u00e4tzen, aber wie viele Musiker von Udos Format, die sich selbst ans Klavier setzen und solche Weltklasse Kompositionen schreiben, hatten wir in Deutschland eigentlich?<\/p>\n<p><\/span><b>Musik war f\u00fcr Ihren Vater kein Job, er brannte regelrecht daf\u00fcr. War sie das Lebenselixier, ohne das er nicht existieren konnte?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Er konnte gar nicht anders, als Musik zu machen. Es ging ihm nie darum, ber\u00fchmt zu werden oder viel Geld zu verdienen. Es war schlicht sein Ventil: Sein Innerstes, alles, was ihn bewegte, musste aus ihm heraus. Zuerst fand er dieses Ventil am Klavier; die Idee mit dem Gesang kam erst viel sp\u00e4ter. Er selbst hielt seine Stimme anfangs f\u00fcr ungeeignet \u2013 zu blechern, zu hart, zu brachial. Wenn man ihn heute bei manchen Liedern mit voller Kraft in die hohen T\u00f6ne gehen h\u00f6rt, versteht man, was er meinte. Aber er besa\u00df eine enorme Bandbreite: Er konnte diese brutale Kraft rauslassen, aber in den leisen Momenten auch wieder ganz sanft werden. Musik war f\u00fcr ihn keine Spielerei, sie war eine Notwendigkeit. Nat\u00fcrlich musste er auch Geld verdienen, aber daf\u00fcr gab es einen Plan B: H\u00e4tte es mit dem Singen nicht geklappt, w\u00e4re er eben Komponist f\u00fcr andere geblieben.<\/p>\n<p><b>Es gab sicher auch einen gewissen Erwartungsdruck vonseiten seines Vaters, oder?<\/p>\n<p><\/b>Der Druck war sp\u00fcrbar. Die Familie war <\/span>vom Unternehmertum <span class=\"s4\">gepr\u00e4gt \u2013 seine Br\u00fcder gingen in die Wirtschaft, ein Onkel war bei BP, der andere war B\u00fcrgermeister von Frankfurt. Da passte jemand, der \u201aam Klavier rumklimperte\u2018, eigentlich nicht ins Bild. Doch mein Gro\u00dfvater war letztlich sehr verst\u00e4ndnisvoll mit ihm. In einem entscheidenden Moment sagte mein Vater ihm als junger Mann mit 18 Jahren ganz ernst ins Gesicht: \u201ePapa, egal welchen Weg ich gehe \u2013 ich werde immer an diesem Klavier sitzen und Musik machen. Ich kann und will nichts anderes.\u201c Mein Gro\u00dfvater akzeptierte das, forderte aber: \u201eDann lern es richtig im Konservatorium.\u201c So studierte er erst in Klagenfurt und Salzburg, sp\u00e4ter sogar an der Juilliard School in New York, wo auch Legenden wie Miles Davis waren. Er lernte sein Handwerk von der Pike auf. Er geh\u00f6rte zur alten Schule: Er konnte an eine Melodie denken, sie kurz anspielen und die Noten dazu sofort mit dem Bleistift aufschreiben. Das war sein wahres Fundament.<\/p>\n<p><\/span><b>Neben der Verantwortung f\u00fcr das gro\u00dfe Erbe Ihres Vaters sieht man Sie immer noch an den DJ-Decks. Sie m\u00fcssten sicher nicht mehr arbeiten \u2013 was treibt Sie also heute noch an?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Im Grunde treibt mich dieselbe Leidenschaft an wie meinem Vater: Warum habe ich diesen Job urspr\u00fcnglich angefangen? Weil ich Musik liebe. Es ist schade, dass viele beim Thema Erbe nur an das Geld denken. F\u00fcr mich bedeutet es vor allem eine enorme Verantwortung \u2013 es geht darum, sein Lebenswerk zu bewahren. Egal, ob es um langfristige Visionen f\u00fcr sein Werk, ein neues Cover oder eine Picture Disc geht \u2013 die entscheidende Frage bleibt immer: \u201eWas w\u00fcrde Papa dazu sagen? W\u00fcrde es ihm gefallen?\u201c Reichtum allein macht nicht gl\u00fccklich. Meine Frau und ich hatten Zeiten, in denen wir kaum die Miete zahlen konnten \u2013 und doch war es eine unserer gl\u00fccklichsten Phasen. Wenn ich mir die Fotos von damals ansehe, wie wir mit den Kindern im Englischen Garten sa\u00dfen oder zu Hause mit Freunden, wird mir klar: Wahres Gl\u00fcck hat nichts mit dem Kontostand zu tun.\u201c Viele Lottomillion\u00e4re sind nach drei Jahren pleite, weil sie ihr Geld in Ferraris oder Porsches stecken. Am Ende sind das alles nur Gegenst\u00e4nde \u2013 die niemals eine echte Erf\u00fcllung bieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Viele Menschen stellen sich das Leben als Erbe eines Superstars sicher sehr entspannt vor \u2013 wie sieht Ihre Realit\u00e4t tats\u00e4chlich aus?\u201c<\/p>\n<p><\/b>Die Leute haben oft falsche Vorstellungen. Wir sind eher konservativ eingestellt: Wir wollen das Erbe bewahren und an die n\u00e4chste Generation weitergeben. Bis es so weit war, mussten wir aber erst einmal durch eine harte Zeit gehen, gepr\u00e4gt von Nachlassstreitigkeiten unter den Beteiligten. Das wird h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt. Klar, rein finanziell m\u00fcsste ich vielleicht nicht mehr arbeiten. Aber ein musikalischer Nachlass liegt brach, wenn man ihn nicht aktiv \u201abeackert\u2018. Das Erbe besteht ja vor allem aus Rechten, die bespielt werden wollen. Wenn ich einen coolen DJ wie \u201eFolamour\u201c in Frankreich f\u00fcr einen Remix von \u201aPeace Now\u2018 gewinne, wird Udos Musik in die Welt hinaus getragen. Das passiert nicht von alleine. Wir ruhen uns nicht auf dem Erbe aus \u2013 da w\u00fcrde uns Papa auch zu Recht die Leviten lesen! Wir haben dieses Los vom Leben zugespielt bekommen und empfinden es als Privileg, dieses wunderbare Werk weiterzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><b>Haben Sie das Gef\u00fchl, dass die Buchungsanfragen zur\u00fcckgegangen sind, weil die Leute denken, Sie h\u00e4tten es nicht mehr n\u00f6tig?<\/p>\n<p><\/b>Ja, das ist ein echtes Missverst\u00e4ndnis. Viele glauben, ich w\u00fcrde nicht mehr als DJ arbeiten oder sei mittlerweile unbezahlbar. Dazu kam nat\u00fcrlich noch die Corona-Zeit, in der ohnehin alles pausierte. Aber ich bin DJ aus Leidenschaft und stehe nach wie vor gerne hinter dem Pult. Was den Preis angeht: Wir sind immer auf dem Teppich geblieben. Nat\u00fcrlich stieg die Gage fr\u00fcher mit der Nachfrage, aber wir haben uns irgendwann auf einem realistischen Level eingependelt. Wer nicht nachfragt, erf\u00e4hrt es eben nicht \u2013 ich poste meine Preise ja nicht in den sozialen Medien. Auch wenn ich nicht mehr 32 oder 42 bin: Mit 62 kann man genauso viel Spa\u00df haben und an der ein oder anderen Stelle rei\u00dfe ich schon noch mal ein paar Partys ab. Wenn man mich bucht, komme ich und spiele mit vollem Einsatz. Ich mache das einfach immer noch wahnsinnig gerne.\u201c<\/p>\n<p><\/span><b>Ihr Vater liebte seine R\u00fcckzugsorte im S\u00fcden. K\u00f6nnten Sie sich vorstellen, Deutschland einmal ganz zu verlassen?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Komplett wegzuziehen, kann ich mir aktuell nicht vorstellen, obwohl mich die gesellschaftliche Stimmung oft umtreibt. Als \u201ainterracial\u2018 Familie erleben wir leider immer noch Rassismus \u2013 in Deutschland genauso wie in der Schweiz. Erst neulich in Z\u00fcrich gingen zwei junge M\u00e4nner an meiner Frau und mir vorbei und einer rief uns direkt ins Gesicht: \u201eDanke nochmal f\u00fcr Corona!\u201c Da ist man einfach nur sprachlos. Besonders f\u00fcr meinen Sohn ist es schwer. Unsere T\u00f6chter bleiben von solchen direkten Anfeindungen meist verschont, aber Dennis bekommt diesen Alltagsrassismus voll ab. Fr\u00fcher schon mit 13 auf dem Fu\u00dfballplatz, wo er als Schlitzauge beschimpft wurde. Heute feiern die jungen Leute zusammen ausgelassen Partys und am anderen Morgen kommen dann diese herablassenden Fragen, ob seine Eltern einen Sushi Laden h\u00e4tten, oder Gleichaltrige im Club, die sich die Augen zu Schlitzen ziehen. Das sind junge Leute zwischen 25 und 30! Da frage ich mich fassungslos: Aus was f\u00fcr einem Elternhaus kommen die? In welcher Zeit leben wir eigentlich? Wir haben weltweit so viele Probleme, die wir nur gemeinsam l\u00f6sen k\u00f6nnen. Dass Herkunft und Aussehen immer noch f\u00fcr solche Geh\u00e4ssigkeiten herhalten m\u00fcssen, macht mich einfach nur traurig. Schaut man dann auf die deutsche Politik \u2013 oft ohne Charisma, ohne echte Vorbilder \u2013, stimmt mich das wenig zuversichtlich. Die Bereitschaft, <\/span>dieses System dauerhaft mitzutragen schwindet. <span class=\"s4\">Vielleicht muss ich ernsthaft \u00fcber einen Plan B nachdenken.<\/p>\n<p><b>Welche W\u00fcnsche m\u00f6chten Sie sich k\u00fcnftig gerne erf\u00fcllen?<\/p>\n<p><\/b>Reisen steht ganz oben \u2013 Orte und L\u00e4nder, die wir noch gemeinsam entdecken wollen. Am liebsten als \u201eLa Familia Grande\u201c, also alle an Bord, aber nat\u00fcrlich auch mal als Ehepaar allein. Die Kinder haben ja zunehmend ihr eigenes Leben, auch wenn wir es jetzt noch immer wieder zusammen hinbekommen. Ich war zum Beispiel noch nie in S\u00fcdamerika. Japan und Korea haben wir zum Gl\u00fcck schon geschafft. Mir geht es beim Reisen vor allem darum, die Welt besser zu verstehen und zu erleben, wie man anderswo aufgenommen wird. Meine pers\u00f6nliche Priorit\u00e4t ist aber ganz klar meine Gesundheit. Ich m\u00f6chte meine Familie einfach noch lange begleiten und so viele Enkelkinder wie m\u00f6glich aufwachsen sehen \u2013 und das fit und gesund.<\/p>\n<p><\/span><b>Haben Sie f\u00fcr die Gesundheit Ihre Gewohnheiten ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p><\/b><span class=\"s4\">Radikale Umstellungen brauchte ich nicht, aber ich habe Alkohol fast komplett gestrichen \u2013 ein Glas Wein alle paar Wochen ist die Ausnahme, ansonsten trinke ich viel stilles Wasser. Sport steht f\u00fcr mich an erster Stelle: Fahrradfahren, Mobilit\u00e4t, Dehnung und der Erhalt der Muskulatur. Ich m\u00f6chte nicht zu viel Gewicht mit mir herumschleppen; das ist Gift f\u00fcr die Gelenke und das Herz. Diese Disziplin praktiziere ich schon lange. Fr\u00fcher gab es nach dem Oktoberfest oft ein Formtief, heute ziehe ich das Training bis Ende Dezember voll durch. <\/span>Aber ich bin auch kein Superhero und muss mich \u00fcberwinden. <span class=\"s4\">In der Weihnachtszeit lasse ich mich zwar kurz gehen, esse auch mal ein paar Kekse, aber sobald ich wieder meine Stellschrauben drehe \u2013 Wei\u00dfbrot weg, Schokolade weg \u2013, wird die gesunde Wahl im Supermarkt schnell wieder zur Gewohnheit. Meine Frau hat recht damit, wenn sie sagt: Man braucht etwa 90 Tage, um eine Gewohnheit zu \u00e4ndern. Wenn ich das durchziehe, schaffe ich es auch \u00fcber Wochen, abends keine Schokolade zu essen. Ein R\u00fcckfall dauert dann nur einen Abend, keine Wochen mehr. Diese Haltung habe ich von meinem Vater gelernt. Udo achtete extrem auf seine Figur, seine Ern\u00e4hrung und eine gute Ausstrahlung auf der B\u00fchne. Er liebte es zu schwimmen, und seine simple Pr\u00e4misse war:`Von allem etwas weniger.`Das ist heute auch mein Weg, die Kontrolle \u00fcber die eigenen Gewohnheiten zu behalten \u2013 und mich jung zu f\u00fchlen!<\/p>\n<p><i>Das Interview f\u00fchrte Martina Mack. <\/i><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 08.05.2026 erscheint die Picture Disc &#8222;Merci Ch\u00e9rie 60&#8220;!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":257805,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29,39],"tags":[3431,323],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259457"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=259457"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259457\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":259458,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259457\/revisions\/259458"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/257805"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=259457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=259457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=259457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}