{"id":235133,"date":"2024-12-25T10:21:48","date_gmt":"2024-12-25T09:21:48","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws2\/?p=235133"},"modified":"2024-12-25T10:22:58","modified_gmt":"2024-12-25T09:22:58","slug":"reinhard-mey-helene-fischer-spektakulaeres-duett-wir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/liedermacher\/reinhard-mey-helene-fischer-spektakulaeres-duett-wir\/","title":{"rendered":"REINHARD MEY &#038; HELENE FISCHER <br>Spektakul\u00e4res Duett: &#8222;Wir&#8220;!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ganze 34 Jahre lie\u00df der richtige Moment auf sich warten, bis die richtige Partnerin nun endlich kam, um aus <em>Wir<\/em> das Duett zu machen, das schon immer in dem Lied angelegt war &#8230;:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der richtige Moment l\u00e4sst zuweilen sehr lange auf sich warten. Doch ist er endlich da, ist man \u00fcberw\u00e4ltigt von seiner Intensit\u00e4t. Helene Fischer war sechs Jahre alt und gerade erst im sich wiedervereinenden Deutschland mit ihren Eltern angekommen, als Reinhard Mey dieses Chanson schrieb. Er hat es 1990 f\u00fcr sein 16. Studio-Album <em>Farben a<\/em>ufgenommen und es damals als Ausklang an das Ende der Platte gesetzt. Es war schon damals ein Duett, nur sang er es allein. Die versetzten Perspektiven waren im Booklet mit \u201eEr:\u201c und \u201eSie:\u201c kenntlich gemacht, doch man erkannte bei genauem Zuh\u00f6ren auch ohne den Text mitzulesen, aus wessen Perspektive er gerade sang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ist dieses verzweifelte Bem\u00fchen mit allerletzter Kraft in der Erkenntnis des drohenden Scheiterns, was dieses Lied so viel gr\u00f6\u00dfer geraten l\u00e4sst als mit Streichern \u00fcberladene Liebes-Aus-Balladen. Die Reste Zuversicht werden gleichwohl melancholisch und mutig zusammengefegt, um mit wackliger Entschlossenheit das Liebes-Aus zu verhindern. Nicht Du, nicht ich, nur wir k\u00f6nnen es schaffen, zusammen \u2013 wir!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganze 34 Jahre lie\u00df der richtige Moment auf sich warten, bis die richtige Partnerin nun endlich kam, um aus <em>Wir<\/em> das Duett zu machen, das schon immer in dem Lied angelegt war. Helene Fischer f\u00fchlt sich in dieses Lied ein, als sei es ihr eigenes. Sie nimmt sich zur\u00fcck, zeigt Verletzlichkeit und hebt <em>Wir<\/em> auf diese Weise ganz sanft auf eine noch h\u00f6here Ebene. Es hat schon etwas Magisches, wie seine alte und ihre junge Stimme sich in den gemeinsam gesungenen Passagen umarmen. Aufrichtig, innig, echt. Wer da an Genre-Grenzen denkt, hat das Wesen der Musik nicht verstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer f\u00fcrchterlich auf Status und Glamour fixierten Welt, k\u00f6nnte man an dieser Stelle jetzt viel von Gipfeltreffen fabulieren oder von Mega-Duett des Jahres. Der seit weit \u00fcber 50 Jahren erfolgreichste Liedermacher des deutschen Sprachraums, Reinhard Mey, der erst vor wenigen Monaten mit seinem neuen (inzwischen 29.) Album wieder einmal Platz 1 der Charts belegt hat, der auf seinen Tourneen die gr\u00f6\u00dften Hallen des Landes binnen Stunden bis auf den letzten Hocker ausverkauft \u2013 und der mit Abstand erfolgreichste weibliche Popstar der letzten 15 Jahre, Helene Fischer, die Stadien pro Stadt an zwei Tagen in Folge f\u00fcllt und alle Verkaufs- und Streaming-Rekorde bricht, singen im Duett \u2013 Wahnsinn, unerwartet! Das w\u00e4re alles Unfug und w\u00fcrde dem, was hier eigentlich passiert nicht im Ansatz gerecht! Dieses Duett ist mehr, viel mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w\u00e4re leicht gewesen, wenn man diesen billigen Superstar-Effekt gewollt h\u00e4tte, gemeinsam <em>\u00dcber den Wolken<\/em> zu singen (zumal dieser Mey-Klassiker in diesem Jahr 50 Jahre alt wurde und es daf\u00fcr somit sogar einen begr\u00fcndeten Anlass gegeben h\u00e4tte) oder zum Ende der Helene Fischer Show 2024 gemeinsam <em>Gute Nacht, Freunde<\/em> mit einem dezenten modernen Groove unterlegt zu performen. Dieses Lied aber will mehr, weil Helene Fischer es will, weil Reinhard Mey es will. Es will (und wird) Menschen ber\u00fchren. Mehr als eine gemeinsame Version eines zuvor schon allseits bekannten Hits es je k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen doch; genau jetzt, wo ich das schreibe, Sie das lesen, dass es ganz sicher viele Paare gibt, die nach zehn, zwanzig, drei\u00dfig gemeinsamen Jahren, sich in einer \u00e4hnlichen Situation befinden, die in <em>Wir <\/em>beschrieben wird: Eigentlich ist doch alles gut und doch ist irgendwie gar nichts gut. Es wird Paare geben, die <em>Wir <\/em>von Reinhard Mey und Helene Fischer h\u00f6ren werden und dadurch ber\u00fchrt und best\u00e4rkt, melancholisch mutig die Reste ihrer Zuversicht zusammenfegen und mit wackliger Entschlossenheit das Liebes-Aus verhindern. Musik kann das!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum gehen Helene Fischer und Reinhard Mey seit Jahrzehnten und seit noch viel mehr Jahrzehnten immer wieder auf die B\u00fchne, jeder auf seine Weise, maximaler Kontrast. Er: immer allein, Scheinwerfer, Gitarre und sein Lied, mehr nicht. Sie: mit maximaler, perfekter B\u00fchnen-Show und gro\u00dfen Arrangements &#8211; aber beide tun es immer, um Menschen zu ber\u00fchren. <em>Wir <\/em>ist der Beweis, dass Musik viel mehr ist als eine Klangtapete im Alltag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><strong>\u00a0&#8222;Wir&#8220; &#8211; 5:04\u00a0<\/strong><br \/>\n(Written by Reinhard Mey;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\">Published By: edition reinhard mey GmbH)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><strong>Produced by Lukas Loules<\/strong><br \/>\nAn Odeon recording + release; (P) 2024 Universal Music GmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganze 34 Jahre lie\u00df der richtige Moment auf sich warten, bis die richtige Partnerin nun endlich kam, um aus Wir<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":235134,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[21,29,39],"tags":[70,1267,4191],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235133"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=235133"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":235136,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235133\/revisions\/235136"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/235134"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=235133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=235133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=235133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}