{"id":222246,"date":"2024-04-17T06:56:14","date_gmt":"2024-04-17T04:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws2\/?p=222246"},"modified":"2024-04-18T11:28:05","modified_gmt":"2024-04-18T09:28:05","slug":"smago-informiert-jeder-deutsche-verliert-2-600-euro-durch-energiekrise-in-folge-des-ukrainekriegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/smago-informiert\/smago-informiert-jeder-deutsche-verliert-2-600-euro-durch-energiekrise-in-folge-des-ukrainekriegs\/","title":{"rendered":"smago! INFORMIERT <br>Jeder Deutsche verliert 2.600 Euro durch Energiekrise in Folge des Ukrainekriegs!"},"content":{"rendered":"<p>Sendetermin: \u201ePanorama\u201c \u2013 heute (18.04.2024), Das Erste \/ ARD,\u00a0um 21.45 Uhr im Ersten!<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer Berechnung der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung f\u00fcr das ARD Magazin \u201ePanorama\u201c (NDR) verliert jeder Deutsche im Schnitt etwa 2.600 Euro pro Jahr durch die Energiekrise in Folge von Putins Angriffskrieg in der Ukraine. Damit schrumpft das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) durch die Kriegsfolgen deutlich st\u00e4rker als das anderer L\u00e4nder, so Professor Sebastian Dullien, Wirtschaftswissenschaftler der gewerkschaftsnahen Hans-B\u00f6ckler-Stiftung. Deutschland hat demnach f\u00fcnf Prozent seines BIPs verloren. Umgerechnet ergibt das 2.600 Euro pro Kopf. \u00a0In Schweden sind es 1.700 Euro, in Italien 230 Euro. Der Durchschnitt im EU-Raum liegt bei etwa 880 Euro. Die Verluste f\u00fcr Deutsche sind damit im Schnitt fast dreimal so hoch wie die anderer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diese Zahlen zu ermitteln, hat Professor Dullien als Grundlage die Sch\u00e4tzung des Internationalen W\u00e4hrungsfonds aus dem Herbst 2021 f\u00fcr das Bruttoinlandsprodukt f\u00fcr die Jahre bis 2024 genommen. Diese Sch\u00e4tzung war die letzte vor der Ukraine-Invasion und dem Energiepreisanstieg, der schon im Winter 2021 begann, als Russland begann, weniger Gas zu liefern. Dieses damals erwartete BIP hat Dullien mit der aktuellen Sch\u00e4tzung (Januar 2024) des BIPs f\u00fcr 2024 verglichen. Die Differenz kann man grob als Folge der Ukraine-Invasion betrachten, weil diese die gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung der Rahmendaten seit 2021 ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDeutschland hat ein paar strukturelle Charakteristika, die es besonders verwundbar gemacht haben\u201c, sagt Professor Dullien: \u201eWir haben einen sehr gro\u00dfen Industriesektor. Das hei\u00dft, wir verbrauchen viel Energie. Zweitens: Sehr viel dieser Energie kam in Form von Gas aus Russland. Und drittens hat die deutsche Bundesregierung relativ sp\u00e4t eingegriffen in die Gasm\u00e4rkte.\u201c In der Summe ergebe sich daraus eine besonders starke Belastung f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lie\u00dfe sich der Verlust also ausgleichen, indem Deutschland wieder in gro\u00dfem Stil Gas aus Russland kauft, wie von einigen Parteien wie dem B\u00fcndnis Sarah Wagenknecht und der AfD gefordert wird? Sarah Wagenknecht sagt, es gebe zu russischem Gas \u201ekeine realistische Alternative, die sich auf einem \u00e4hnlichen Preislevel bewegt\u201c. Der energiepolitische Sprecher der AfD Steffen Kotr\u00e9 sagt, Russland liefere \u201epreiswertes Gas f\u00fcr unsere Wirtschaft. Die haben uns nie im Stich gelassen. Es gab keinerlei Einfluss auf die Politik\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Recherchen zeigen aber: Es w\u00fcrde der deutschen Wirtschaft nur wenig helfen, wenn Deutschland wieder Gas aus Russland beziehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00d6sterreich etwa bezieht bis heute umfangreich Pipeline-Gas aus Russland. Im Januar 2024 kam sogar 97 Prozent des Rohstoffs per Pipeline aus Russland, im Februar waren es immer noch 87 Prozent. Billig ist das Gas dort dennoch nicht. Laut dem Preismonitor des Instituts f\u00fcr H\u00f6here Studien (IHS) ist der Gaspreis f\u00fcr Endkunden in \u00d6sterreich in den vergangenen Jahren sogar st\u00e4rker gestiegen als in Deutschland. Und: Das gilt auch f\u00fcr die absoluten Preise. In \u00d6sterreich ist Gas sogar teurer als in Deutschland. In Deutschland liegt der Gaspreis f\u00fcr Verbraucher 2024 bei etwa 9 Cent pro kWh, in \u00d6sterreich bei etwa 12 Cent. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh zahlt ein Haushalt in Deutschland etwa 1800 Euro, in \u00d6sterreich 2.400 Euro im Jahr. (Quelle: HEPI, <a href=\"http:\/\/energypriceindex.com\/\">energypriceindex.com<\/a>, Werte gerundet).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Gasmarkth\u00e4ndler und \u00d6konomen glauben zudem, dass eine R\u00fcckkehr zu russischem Gas Deutschlands Industrie eher schw\u00e4chen w\u00fcrde und ein Standortnachteil w\u00e4re. Deutschlands Wirtschaft sei gerade deshalb so stark eingebrochen, weil es so abh\u00e4ngig vom russischen Gas war. Ein Transformationsschock, der so kurzfristig nicht abgefedert werden konnte. Mittlerweile hat Deutschland stabile neue Lieferanten gefunden, die Gaspreise sinken wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Nordstream voll einsatzf\u00e4hig w\u00e4re und Russland wieder Gas liefern w\u00fcrden, w\u00fcrde das laut Professor Dullien wenig bringen: \u201eF\u00fcr die Investitionsentscheidungen der Unternehmen und auch f\u00fcr die Entscheidung, ob bestimmte Standorte hier weiterbetrieben werden, ist nicht nur der aktuelle Preis wichtig, sondern die Frage: Wie sicher und wie verl\u00e4sslich ist sowohl die Lieferung als auch der Preis in der Zukunft? Russland ist kein verl\u00e4sslicher Partner f\u00fcr Gaslieferungen. Daran \u00e4ndert sich auch nichts, wenn die Pipelines repariert sind.\u201c Hei\u00dft: Sollte Deutschland wieder gro\u00dfe Mengen aus Russland importieren, k\u00f6nnte es sogar dazu f\u00fchren, dass Unternehmen deshalb ihre Produktionsst\u00e4tten nicht hier ansiedeln. Auf Anfrage bleiben das BSW und die AfD bei Ihrer Haltung, russisches Gas importieren zu wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sendetermin: \u201ePanorama\u201c \u2013 heute (18.04.2024), Das Erste \/ ARD,\u00a0um 21.45 Uhr im Ersten!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":222247,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[33],"tags":[60],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222246"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=222246"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222246\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":222263,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222246\/revisions\/222263"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/222247"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=222246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=222246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=222246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}