{"id":212918,"date":"2023-11-05T00:00:20","date_gmt":"2023-11-04T23:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws2\/?p=212918"},"modified":"2023-11-04T14:32:29","modified_gmt":"2023-11-04T13:32:29","slug":"pepe-lienhard-wir-denken-jeden-tag-an-udo-juergens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/pepe-lienhard-wir-denken-jeden-tag-an-udo-juergens\/","title":{"rendered":"PEPE LIENHARD <br>&#8222;Wir denken jeden Tag an Udo J\u00fcrgens!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie HIER ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch von Steffen Ru\u0308th mit Pepe Lienhard, dem langj\u00e4hrigen Bandleader von Udo J\u00fcrgens &#8230;:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schweizer PEPE LIENHARD (77) war 37 Jahre lang der Bandleader von Udo Ju\u0308rgens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anl\u00e4sslich der am 10.11.2023 anstehenden Ver\u00f6ffentlichung des 3-CD Box-Sets \u201eDie sch\u00f6nsten Lieder zur Weihnachtszeit\u201c f\u00fchrte Steffen Ru\u0308th ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch mit &#8222;Mr. &#8218;Swiss Lady'&#8220;:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lieber Pepe, wie bist du zur Musik gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit sieben Jahren musste ich Blockfl\u00f6te lernen, das war damals Usus, und alle\u00a0Jungs haben das Instrument gehasst. Aber ich habe es vom ersten Tag an geliebt und schon bald\u00a0die Schlager der damaligen Zeit, etwa von Vico Torriani oder Peter Kraus, an der Fl\u00f6te nachgespielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein gr\u00f6\u00dfter Wunsch jedoch war ein Saxophon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann wurde dir dieser Wunsch erfu\u0308llt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich elf war, hat mir meine Mutter, die ein Lebensmittelgesch\u00e4ft fu\u0308hrte, ein Saxophon\u00a0gekauft. Heute klingt das nicht sehr exotisch, aber damals war das krass. 580 Franken waren 1957\u00a0ein Haufen Geld. Meine Mutter hat aber immer versucht, uns Kindern jeden Wunsch zu erfu\u0308llen. Sie\u00a0wusste, dass mir das Saxophon wichtig war, und sie sollte sich nicht get\u00e4uscht haben <em>(lacht)<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schon mit zw\u00f6lf hast du dann deine erste Schu\u0308lerband gegru\u0308ndet &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir nannten uns \u201eThe College Stompers\u201c und haben schwerpunktm\u00e4\u00dfig bereits\u00a0Dixieland gespielt, also von den amerikanischen Su\u0308dstaaten inspirierten Jazz. Das war 1959, Bands\u00a0wie die Beatles gab es ja noch gar nicht. Wir spielten gern Lieder nach wie \u201eDown By The Riverside\u201c\u00a0oder \u201eWhen The Saints Go Marching in\u201c. Ein Schlu\u0308sselerlebnis hatte ich, als ich im Radio das Stu\u0308ck\u00a0\u201eMoanin\u2018\u201c von Quincy Jones h\u00f6rte. Der Sound hat mich umgehauen. Ein Jahr sp\u00e4ter gab Quincy ein\u00a0Konzert in Baden, das war nicht weit von dort, wo wir lebten. Ich war fu\u0308nfzehn und bin mit meinem\u00a0\u00e4lteren Bruder dorthin gefahren. Quincy mit seiner unfassbar guten Band zu h\u00f6ren, war der\u00a0Oberhammer. Sp\u00e4testens ab diesem Abend wusste ich: Das will ich auch machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>So kam es dann auch &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Jahre sp\u00e4ter hatte ich meine eigene Big Band, noch als Schu\u0308ler. Unsere\u00a0Arrangements schrieb ich zu der Zeit bereits alle selbst. Nebenbei hatte ich noch einen Chor und\u00a0eine Tanzband. Ich habe eigentlich Tag und Nacht Musik gemacht, entsprechend mies fiel mein\u00a0Abitur aus. Aber immerhin: Ich habe die Schule abgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum hast du danach angefangen, Jura zu studieren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lienhard: Vor allem, um die Erwartungen meines Vaters zu erfu\u0308llen, der immer gesagt hat: \u201eMusik\u00a0ist ein sch\u00f6nes Hobby, aber kein Beruf\u201c. Geliebt habe ich die Juristerei nicht, aber damals war Jura\u00a0das einfachste Studium. Nach zwei Jahren, 1969, habe ich mich jedoch entschieden,\u00a0Berufsmusiker zu werden. Ich gru\u0308ndete ein Sextett, im Stil von Hazy Osterwald oder Jochen\u00a0Brauer, denen ich nacheiferte. In der Schweiz waren wir sehr bekannt, aber ich war nun kein Schu\u0308ler\u00a0mehr, sondern ein Profi und wurde mit anderen Ma\u00dfst\u00e4ben gemessen. 1972 gelang uns der erste\u00a0Hit in der Schweiz, und 1977 nahmen wir mit \u201eSwiss Lady\u201c am ESC, der damals Grand Prix\u00a0d\u2019Eurovision de la Chanson hie\u00df, teil und kamen auf Platz sechs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eSwiss Lady\u201c wurde ein Riesenhit, oder?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Absolut, die Nummer war einzigartig. Vor allem wegen des Alphorns wurden wir zu\u00a0echten Sympathietr\u00e4gern in ganz Europa und waren fortan sehr pr\u00e4sent. Wir waren sogar in\u00a0Finnland in der Hitparade, sind Privatjet geflogen, und irgendwie war das toll. Der Haken war: Wir\u00a0waren eine sehr gute Band, aber wir wurden reduziert auf diesen einen Song. Die Pepe Lienhard\u00a0Band konnte noch so tight sein, immer hie\u00df es nur \u201eSwiss Lady\u201c. Noch dazu war das unser einziges\u00a0Lied in deutscher Sprache, sonst haben wir nur englische und amerikanische Musik gemacht. Wir\u00a0wurde bewusst, dass ich keine Lust hatte, noch mit sechzig die \u201eSwiss Lady\u201c zu spielen. Okay, jetzt\u00a0mit 77 haben wir sie natu\u0308rlich immer noch im Programm <em>(lacht)<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und dann trat unerwartet Udo Ju\u0308rgens in dein Leben &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein ganz gro\u00dfer Glu\u0308cksfall, dass Udo Ju\u0308rgens aufgrund seiner Steuerprobleme in\u00a0die Schweiz zog, nach Zu\u0308rich. Das war 1977. Pl\u00f6tzlich hatten wir denselben Manager \u2013 Freddy\u00a0Burger. Freddy machte uns einander bekannt, und wir haben uns gleich gut verstanden und schnell\u00a0angefreundet. Udo spielte live damals mit einer Band aus Mu\u0308nchner Studiomusikern zusammen\u00a0und sagte zu mir: Wenn du die Band so auf die Beine stellst, wie dir das vorschwebt, dann wird das\u00a0meine Band. Er hat mich wirklich ermutigt. Und dann begann unsere Zusammenarbeit, die\u00a0insgesamt 37 Jahre lang w\u00e4hrte. 1982 spielte das Pepe Lienhard Orchester seine erste gro\u00dfe\u00a0Tournee mit Udo, insgesamt waren das 156 Konzerte in sechs Monaten. Wir haben fast jeden Abend\u00a0gespielt und sind in dieser Zeit sehr eng zusammengewachsen. Musikalisch wie menschlich hat es\u00a0erstklassig funktioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mochtest du als jemand, der vor allem amerikanischem Swing und Jazz liebte, Udos Musik?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo war ein Super-Typ, ein netter Kerl, ein gro\u00dfer Star und ein hervorragender Pianist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber klar, \u201e17 Jahr, blondes Haar\u201c, das war jetzt nicht meine Lieblingsmusik. Mit Schlager mussten\u00a0wir uns erst arrangieren, merkten aber schnell, dass Udo sehr viel mehr kann. Das zeigte er dann ja\u00a0auch und begann, anspruchsvollere Songs zu machen. Da gab es dann gar nichts mehr zu meckern\u00a0<em>(lacht)<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hat euch aneinander fasziniert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo musste k\u00e4mpfen, um sein Schlagerimage abzustreifen, und ich fand es stark, wie\u00a0ihm das immer besser gelang. Der Job, mit ihm zu spielen, wurde fu\u0308r uns immer anspruchsvoller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir tourten dann durch Amerika, durch China, wir hatten eine tolle Zeit mit Udo und verdanken ihm\u00a0sehr viel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Habt ihr auch privat Zeit miteinander verbracht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oh ja, wir hatten viel Spa\u00df zusammen. Udo war damals offiziell noch verheiratet, aber\u00a0ziemlich junggesellenm\u00e4\u00dfig unterwegs. Er war zwar zw\u00f6lf Jahre \u00e4lter als ich, aber er war einfach\u00a0cool. Wir haben uns immer super verstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hatte deine eigene Musik Einfluss auf sein Schaffen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feder will ich mir nicht an den Hut stecken. Die Songs waren alle von ihm, beim\u00a0Komponieren war ich nicht beteiligt. Bei der Live-Umsetzung hat er mich dann dazu geholt und mir\u00a0sehr schnell freie Hand gelassen. Wenn ich gesagt habe, wir brauchen drei Trompeter oder vier\u00a0Streicher, dann haben wir die bekommen. Besonders stark haben wir uns natu\u0308rlich auf der Bu\u0308hne\u00a0eingebracht. Wir alle in der Band waren kreativ beteiligt und haben unseren Beitrag geleistet. Udo\u00a0hatte auch viel Respekt vor uns Musikern. Er war zwar der Star, aber er hat uns allen viel Raum\u00a0gelassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hast du besonders an ihm bewundert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seinen Sinn fu\u0308r Melodien. Er hat mehr als tausend Songs geschrieben, die Ideen gingen\u00a0ihm niemals aus, und vieles konntest du direkt mitsingen. Bei der Zusammenarbeit hat mich vor\u00a0allem sein Wille zur Perfektion beeindruckt. Noch nach hundert Konzerten hat er Winzigkeiten\u00a0ge\u00e4ndert, er ist nie auf Autopilot gelaufen, er war Musikant bis zum letzten Tag. Musik war ihm\u00a0wichtig, und das Publikum war ihm wichtig. Er sagte immer: \u201eEs liegt an uns, die Leute zu\u00a0begeistern\u201c.<\/p>\n<p>Publikumsbeschimpfung war von ihm nie zu h\u00f6ren. Und er war diszipliniert, immer\u00a0pu\u0308nktlich. In 37 Jahren kam er kein einziges Mal zu sp\u00e4t zum Soundcheck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gibt es noch etwas?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo hat sich nie gescheut, heikle Themen anzusprechen. Das Lied \u201eGehet hin und\u00a0vermehret euch\u201c, ein harter Angriff auf die katholische Kirche, war ja Ende der achtziger sogar auf\u00a0dem Index. Oder \u201eLieb Vaterland\u201c, schon 1971 ver\u00f6ffentlicht. Ein Aufruf fu\u0308r Wachsamkeit und gegen\u00a0das Verdr\u00e4ngen der Kriegsschuld. Nur Herzschmerz, das war nicht sein Ding.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo hat immer\u00a0gesagt: \u201eUnterhaltung hat mit Haltung zu tun\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hat sich euer Verh\u00e4ltnis mit den Jahren ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, es wurde immer besser. Udo hat ja seine letzten Jahre am Bodensee verbracht, in\u00a0Gottlieben, wo er auch gestorben ist. Und ich wohne in Frauenfeld, das ist eine Viertelstunde mit\u00a0dem Auto entfernt. In den letzten drei Jahren seines Lebens haben wir viele sehr pers\u00f6nliche und\u00a0private Gespr\u00e4che gefu\u0308hrt. Wir haben u\u0308ber Gott und die Welt geredet. Das war wundersch\u00f6n. Und\u00a0ich vermisse unsere Unterhaltungen bis heute sehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie erinnerst du dich an eure letzte Begegnung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend vor Udos Tod waren wir zu viert zusammen essen, Udo und seine Partnerin,\u00a0meine Frau Christine und ich. Er wollte nach dem ersten Teil unserer Tournee, die ein absoluter\u00a0Triumph war, einen Monat in seinem Haus in Portugal ausspannen. Unser Abschied war sehr\u00a0emotional. Wir umarmten uns alle und dachten natu\u0308rlich, in einem Monat sehen wir uns wieder, um\u00a0die ausverkaufte Tournee fortzusetzen. Und am n\u00e4chsten Morgen f\u00e4llt er einfach tot um.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie habt ihr euch verabschiedet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo sagte mir, was fu\u0308r ein Glu\u0308ck es sei, mich zu haben. Er dankte mir, meinte, ich hielte\u00a0ihm seit so vielen Jahren den Ru\u0308cken frei und wu\u0308rde ihm auf der Bu\u0308hne die totale Sicherheit geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Nachhinein waren das seine Abschiedsworte. Ich werde diesen Moment, der ein sehr wichtiger\u00a0fu\u0308r mich war, nie vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Daran, dass so ein Abschied auch ein Abschied fu\u0308r immer sein kann, denkt man natu\u0308rlich nicht &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein. Udo war mit achtzig auf einem H\u00f6hepunkt seiner Karriere. Wir schmiedeten schon\u00a0Pl\u00e4ne fu\u0308r die Zukunft, er war voller Ideen und Enthusiasmus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie hast du von seinem pl\u00f6tzlichen Tod erfahren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war am n\u00e4chsten Tag, dem 21. Dezember 2014, mit dem Hund spazieren, als meine\u00a0Frau anrief und sagte: \u201eUdo ist umgefallen, es sieht nicht gut aus\u201c. Da wussten wir noch nicht, dass\u00a0er tot ist. Sp\u00e4ter erfuhren wir, dass er in den Armen von Billy Todzo, unserem Perkussionisten, der\u00a0ihn privat h\u00e4ufig fuhr, gestorben ist. Pl\u00f6tzlicher Herzstillstand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie hast du nach seinem Tod reagiert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich stand unter Schock, wie wir alle. Man konnte es so gar nicht glauben, es war so\u00a0pl\u00f6tzlich, so unerwartet. Im Radio lief Udo nun rauf und runter, das habe ich nicht ertragen. Und\u00a0wenige Tage vorher hatten wir ja sein letztes Konzert, von dem wir natu\u0308rlich nicht wussten, dass es\u00a0das letzte sein wu\u0308rde, in Zu\u0308rich aufgezeichnet. Wir mussten noch den Schnitt und den Mix\u00a0abnehmen. Das war brutal, ihn die ganze Zeit zu sehen und singen zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Inzwischen sind neun Jahre vergangen &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir denken trotzdem jeden Tag an Udo. Er ist immer ein Thema bei uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was gab es am letzten Abend zu essen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir waren beim Italiener. Es gab Kaninchen. Und einen sehr guten Wein, Terre Brune. Bei\u00a0Udo ging es immer stilvoll zu. Er hat gerne gut gegessen und liebte es, in sch\u00f6nen Restaurants zu\u00a0sein. Udo war ein Genie\u00dfer durch und durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gemeinsam mit Billy Todzo, der urspru\u0308nglich aus Ghana stammt und mit dem mich eine tolle\u00a0Freundschaft verbindet, bist du in diesem Fru\u0308hjahr in Ruanda gewesen. Was habt ihr dort gemacht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir waren bei den Berggorillas. Ich bin ein gro\u00dfer Tierfreund. Billys Partnerin und meine\u00a0Frau waren auch mit von der Partie. Diese Tiere so nah von Angesicht zu Angesicht zu sehen, das\u00a0ist ein ganz tiefes Erlebnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Macht ihr regelm\u00e4\u00dfig solche Expeditionen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich liebe V\u00f6gel und gehe mit meiner Frau gern nach Costa Rica und nach Su\u0308dafrika, um\u00a0sie zu beobachten. Aber die Gorillas waren nochmal eine andere Dimension. Die Reise war\u00a0anstrengend, aber herrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Stimmt es, dass du die gr\u00f6\u00dften Vogelvoliere der Schweiz hast?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hattest. Ich wei\u00df nicht, ob es die gr\u00f6\u00dfte war, aber zwischen 1975 und 1990, als ich noch\u00a0im Tessin, in Ascona, lebte, hatte ich eine gro\u00dfe Sammlung von Tukanen und Hornv\u00f6geln. Wir\u00a0hatten auch Flamingos im Garten, das war schon quasi ein halber Zoo. Die Natur, die Tiere, das ist\u00a0immer schon meine Passion gewesen \u2013 und ein wunderbarer Ausgleich zum Showbusiness. Heute\u00a0lebe ich in einem Bauernhaus von 1740, und wenn du dann nach einem Auftritt oder einer Tournee\u00a0nach Hause kommst und bei den Hu\u0308hnern den Mist zusammenkratzt, dann kommst du schnell\u00a0wieder auf dem Boden an. Ich gehe auch sehr gern allein mit dem Hund in den Wald. Das tut gut\u00a0und erdet \u2013 und l\u00e4sst mich die Kraft tanken, die ich brauche, um dann wieder mit Begeisterung auf\u00a0der Bu\u0308hne zu stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hast du noch weitere Tiere in deinem Bauernhaus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben einen Stall, aber keine Ku\u0308he. Nur die Hu\u0308hner und den Hund. Au\u00dferdem habe\u00a0ich dort mein Studio untergebracht sowie ein paar tausend Jazz-LPs. Und nicht zu vergessen:\u00a0Hunderte von Bu\u0308chern u\u0308ber Ornithologie, meine zweite gro\u00dfe Passion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hast du so eine App, mit der du im Wald die V\u00f6gel anhand ihres Zwitscherns bestimmen kannst?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die brauche ich nicht<em> (lacht)<\/em>. Das kann ich auch ohne App.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie ein 77-J\u00e4hriger fu\u0308hlst du dich nicht, oder?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein. Ich bin gerne aktiv und merke, wie sehr die Musik mich beflu\u0308gelt. Ich trete\u00a0regelm\u00e4\u00dfig mit dem Pepe Lienhard Orchester auf, halte Vortr\u00e4ge u\u0308ber mein Leben, spiele im\u00a0Theater Rigiblick in Zu\u0308rich in den Musikstu\u0308cken \u201eSpiel mir das Lied\u2026von Morricone\u201c sowie in\u00a0\u201eRespect! Tribute to the Greatest Soul Divas\u201c mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fu\u0308r Udo Ju\u0308rgens&#8216; neues Album \u201eDie sch\u00f6nsten Lieder zur Weihnachtszeit\u201c habt ihr zudem eine neue\u00a0Version des Klassikers \u201eMerry Christmas allerseits\u201c aufgenommen &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lienhard: Das stimmt. Wir haben nun mehr Bl\u00e4ser mit dabei, das Ganze klingt ein bisschen fetziger\u00a0als das Original, von dem wir Udos Stimme mit reingeschnitten haben. Das Stu\u0308ck ist auch nicht nur\u00a0auf Udos Album, sondern auch auf \u201eBig Band Christmas\u201c zu finden, unserem eigenen neuen Album,\u00a0auf dem wir ansonsten amerikanische Weihnachtssongs von Frank Sinatra, Dean Martin oder Bing\u00a0Crosby interpretieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie verbringst du selbst in diesem Jahr Weihnachten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lienhard: Sehr wahrscheinlich zusammen mit meiner Frau in der Sonne. Ich habe zwei T\u00f6chter, Nina\u00a0und Lara, mit meiner ersten Frau, die werden bei ihrer Mutter feiern. Nina hat gerade ihr drittes Kind\u00a0bekommen. Wir werden irgendwann bei uns feiern mit einem sch\u00f6nen Essen, aber das muss nicht\u00a0am Weihnachtstag selber sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im n\u00e4chsten Herbst wirst du mit dem Pepe Lienhard Orchester wieder auf den gro\u00dfen Bu\u0308hnen\u00a0stehen \u2013 und Udo ist, zumindest virtuell, auch dabei. Freust du dich auf die gro\u00dfe Tournee \u201eDa Capo\u00a0Udo Ju\u0308rgens\u201c?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich freue mich sogar wahnsinnig darauf. Das wird eine gro\u00dfe, phantastische Produktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir werden neue Arrangements erarbeiten, und Udo kommt u\u0308ber eine riesige LED-Wand dazu. Die\u00a0Technik ist inzwischen so weit, dass wir u\u0308berzeugt sind, Udo w\u00e4re zufrieden mit dieser Show. Wir\u00a0werden ihm auf sehr stilvolle Weise gerecht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hast du eigentlich ein Lieblingslied von Udo Ju\u0308rgens?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei sogar. \u201eWas wichtig ist\u201c beru\u0308hrt mich immer wieder sehr. Im Musical \u201eIch war noch\u00a0niemals in New York\u201c, das ich bestimmt zwanzig bis drei\u00dfig Mal gesehen habe, spielt dieser Song\u00a0zurecht eine wichtige Rolle. Und von seinen internationalen Stu\u0308cken mag ich \u201eIf I Never Sing\u00a0Another Song\u201c am liebsten. Das ist eine unglaublich melodische Nummer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wir haben anfangs u\u0308ber Quincy Jones gesprochen. Hast du dein Idol eigentlich mal kennengelernt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, 2008, als er seinen 75. Geburtstag in Montreux beim Jazz-Festival gefeiert hat. Ich\u00a0wurde gefragt, ob ich ein Konzert zu seinen Ehren zusammenstellen m\u00f6chte, daraus wurden dann fu\u0308nf Stunden Programm mit unter anderem meiner Big Band, Herbie Hancock, Chaka Khan, Al\u00a0Jarreau und Mick Hucknall. Quincy sa\u00df da und war hin und weg. Das war eine Sternstunde fu\u0308r mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er kam auf die Bu\u0308hne und hat mich umarmt. 2013 und 2016 haben wir dann erneut in Montreux\u00a0zusammengespielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gibt es sonst noch internationale Ku\u0308nstlerinnen oder Ku\u0308nstler, die dich besonders beeindruckt\u00a0haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Frank Sinatra habe ich zwei Mal, mehr oder weniger durch Zufall, in Monte Carlo\u00a0zusammengespielt. Ein gro\u00dfartiger Ku\u0308nstler. Und Shirley Bassey habe ich pers\u00f6nlich ganz gut\u00a0kennengelernt. Mit ihren Kindern war ich in den siebziger Jahren Skifahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pepe, du hast ein richtig sch\u00f6nes Leben &#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, es ist herrlich. Natu\u0308rlich habe ich meinen Teil dazu beigetragen, aber ich hatte wirklich\u00a0wahnsinnig viel Glu\u0308ck. Ich kann nur dankbar und demu\u0308tig sein und mich auf alles freuen, was\u00a0kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_212921\" aria-describedby=\"caption-attachment-212921\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-212921\" src=\"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_.jpeg\" alt=\"\" width=\"1038\" height=\"692\" srcset=\"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_.jpeg 1038w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-522x348.jpeg 522w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-800x533.jpeg 800w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-225x150.jpeg 225w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-768x512.jpeg 768w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-392x261.jpeg 392w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-130x87.jpeg 130w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-668x445.jpeg 668w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-783x522.jpeg 783w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-285x190.jpeg 285w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-435x290.jpeg 435w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-150x100.jpeg 150w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/lienhard_-370x247.jpeg 370w\" sizes=\"(max-width: 1038px) 100vw, 1038px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-212921\" class=\"wp-caption-text\"><em>Foto-Credit: <strong><a href=\"https:\/\/www.pepe-lienhard.ch\">Homepage von Pepe Lienhard<\/a><\/strong><\/em><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch von Steffen Ru\u0308th mit Pepe Lienhard, dem langj\u00e4hrigen Bandleader von Udo J\u00fcrgens &#8230;:<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":212921,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29,39],"tags":[3430,323],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212918"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=212918"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":212923,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212918\/revisions\/212923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/212921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=212918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=212918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=212918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}