{"id":182641,"date":"2022-05-05T12:18:04","date_gmt":"2022-05-05T10:18:04","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws2\/?p=182641"},"modified":"2022-05-05T17:00:58","modified_gmt":"2022-05-05T15:00:58","slug":"lukas-hainer-mutiges-statement-zur-deutschen-radiolandschaft-von-lukas-hainer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop\/lukas-hainer-mutiges-statement-zur-deutschen-radiolandschaft-von-lukas-hainer\/","title":{"rendered":"LUKAS HAINER <br>Mutiges Statement zur deutschen Radiolandschaft von Lukas Hainer!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Wir w\u00fcnschen uns PartnerInnen, die unsere Kulturbranche ernst nehmen und mit uns zusammenarbeiten&#8220; &#8230;:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"mceTemp\"><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bezug nehmend auf\u00a0<a class=\"\" title=\"https:\/\/www.dwdl.de\/magazin\/87094\/wieso_radiosender_einen_bogen_um_deutschpop_machen\/?fbclid=IwAR2Z6q3k7MFMwfsrtelMo1ItxO6Vn57ZTmp4MZ4TPPxiTzDrWuZ99KZatYk\" href=\"https:\/\/www.dwdl.de\/magazin\/87094\/wieso_radiosender_einen_bogen_um_deutschpop_machen\/?fbclid=IwAR2Z6q3k7MFMwfsrtelMo1ItxO6Vn57ZTmp4MZ4TPPxiTzDrWuZ99KZatYk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesen Artikel des Medienmagazins DWDL.de mit dem Titel\u00a0&#8222;Wieso Radiosender einen Bogen um Deutschpop machen&#8220;<\/a>schreibt\u00a0<a class=\"\" title=\"http:\/\/www.lukashainer.com\" href=\"http:\/\/www.lukashainer.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lukas Hainer<\/a>, einer der erfolgreichsten Textdichter und Musikautoren Deutschlands und au\u00dferdem <b class=\"\">Vorstandsmitglied und Schatzmeister des Deutschen Textdichter-Verbands e.V. (<a class=\"\" href=\"http:\/\/www.textdichter-verband.de\/\">www.textdichter-verband.de<\/a>)<\/b>\u00a0nachfolgende Worte, die wir mit seiner freundlichen Erlaubnis hier publizieren d\u00fcrfen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dass deutschsprachige Musik in der deutschen Radiolandschaft keinen leichten Stand hat, ist kein neues Ph\u00e4nomen. Obwohl im letzten Jahrzehnt medial gerne schlagzeilenstark einem &#8222;Boom des Schlager-Genres&#8220; nachgegangen wurde, war davon in der Radiolandschaft nichts zu sehen. Im Gegenteil verr\u00e4umten selbst die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender den deutschsprachigen Schlager fast ausschlie\u00dflich in online abrufbare Spartenangebote. Und w\u00e4hrend deutschsprachige Popmusik mit K\u00fcnstlerInnen wie Mark Forster, Vincent Weiss oder Sarah Connor in den Radiocharts noch lange gut vertreten war, scheinen die Sender auch hier nun umzudenken: Deutschsprachige Musik testet in Umfragen zunehmend schlechter und verschwindet folgerichtig aus dem Angebot. Schuld daran seien die Kreativen selbst.<\/em><br \/>\n<br class=\"\" \/><em>Komponisten und Textdichterinnen, Produzentinnen und K\u00fcnstler\u00a0bieten Songs an, &#8222;wo heute vieles eher nach einem alten Schema produziert zu werden scheint&#8220;, sagt zum Beispiel Tanja \u00d6tv\u00f6s, Musikchefin bei Radio Hamburg, in einem Interview gegen\u00fcber DWDL. &#8222;Vor ein paar Jahren wirkten diese Titel noch deutlich innovativer als heute.&#8220;<\/em><br \/>\n<br class=\"\" \/><em>Und Niklas Gruse, Musikchef bei Radio FFN, beklagt im selben Kontext die starke Zunahme deutschsprachiger Popmusik: &#8222;Es ist wie beim Kochen: Zu viel macht das Essen nicht schmackhafter.&#8220;<\/em><br \/>\n<br class=\"\" \/><em>Dass ausgerechnet Radioredakteure Innovation in der Musiklandschaft vermissen, klingelt einem als Musikautor schon in den Ohren. Immerhin ist der Fingerzeig aufs Radio bei Songwriting und Listening Sessions stets mit der \u00dcberlegung verbunden, provokante Textzeilen zu entsch\u00e4rfen, harte Sounds weichzuzeichnen und nach zwei Schritten nach vorne vielleicht lieber nochmal einen zur\u00fcckzutreten. Und auch Herrn Gruse muss man fragen, wohin seine Essensmetapher ihn denn nun tr\u00e4gt: Sollte die Muttersprache bei deutschen Musikschaffenden vielleicht nur das Salz in der Suppe sein, mit dem man vorsichtig umgehen muss? Sollten wir doch lieber generell mehr auf ein internationales &#8222;simple English&#8220; zur\u00fcckgreifen, das auch gerne mal inhaltsarm aber mit Wohlklang die Autofahrt untermalt? Zu mehr Innovation d\u00fcrfte dieser Ansatz nicht f\u00fchren.<\/em><br \/>\n<br class=\"\" \/><em>Auch wir MusikautorInnen haben uns in den vergangenen Jahren oft gefragt, wo die Ursachen der Verdr\u00e4ngung der deutschen Sprache in unserer Radiolandschaft liegen. Immerhin ist deutschsprachige Musik aus allen Genres in vielen anderen Formaten, vom klassischen Fernsehen bis zum Streaming, weiterhin stark nachgefragt. Doch w\u00e4hrend zum Beispiel viele Streamingangebote ihre H\u00f6rerInnen schon strukturell dazu animieren, auch neue K\u00fcnstlerInnen kennenzulernen, haben die meisten Radioh\u00f6rerInnen von der zunehmenden Menge kontempor\u00e4rer, deutschsprachiger Musik, von der Herr Gruse spricht, gar nichts mitbekommen. Pr\u00e4sentiert werden bei FFN wie auch bei zahlreichen anderen privaten wie \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendern seit Jahren starke Rotationen der immer gleichen K\u00fcnstlerInnen, die auf Dauer zur Erm\u00fcdung und vielleicht auch dem Eindruck fehlender Innovation f\u00fchren, wie er bei Frau \u00d6tv\u00f6s entstanden ist. Als Musikschaffende beklagen wir diese Einseitigkeit ebenfalls schon lange und so gibt es sogar eine Initiative, die in Zeiten der Pandemie entstanden ist und die hiesigen Kreativen ebenso wie die Vielfalt im Radio st\u00e4rken m\u00f6chte: #musikvonhier. Bei #musikvonhier stellen in Deutschland beheimatete K\u00fcnstlerInnen, darunter Silbermond, Alvaro Soler, Leslie Clio oder Alle Farben, die ganze Vielfalt unserer Musiklandschaft liebevoll in einer ganz pers\u00f6nlichen Auswahl vor. Es sind engagierte KollegInnen, die dieses Format in Kooperation mit Rundfunkpartnern geschaffen haben, und die mit gro\u00dfem Einsatz an dessen Verbreitung arbeiten. Und ich bin sicher, dass genau solche Beitr\u00e4ge in der Breite auch zu einer besseren Testung des deutschsprachigen Repertoires unter den H\u00f6rern f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/em><br \/>\n<br class=\"\" \/><em>Doch noch ein zweites Ph\u00e4nomen, das Herr Gruse in seinem Kommentar anspricht, sticht ins Auge: &#8222;Die Grenzen zwischen deutscher Popmusik\u00a0und deutschem Schlager sind oft flie\u00dfend&#8220; und das sei ein Problem, denn &#8222;beide\u00a0Musikstile [sind] nicht miteinander kompatibel. Wer deutsche Popmusik\u00a0mag, steht nicht zwingend auf Schlagermusik\u00a0und erwartet diese auch nicht bei seinem Lieblingssender.&#8220;<\/em><br \/>\n<br class=\"\" \/><em>Dass Schlager und Popmusik sich in vielen Bereichen n\u00e4herkommen oder sogar verschmelzen gibt es nicht erst seit Helene Fischer. Wir MusikautorInnen beobachten diese Tendenz seit mindestens einem Jahrzehnt und sind selbst oft genug \u00fcber Genregrenzen hinweg t\u00e4tig. Und dass ein Mainstream-Radio bei so einem Repertoire Gefahr sieht, mit seinem Image aus dem Fahrwasser der jungen Zielgruppe zu geraten, ist nachvollziehbar. Aber kann die Antwort darauf sein, alles Undefinierbare auszuklammern? Es demonstriert zumindest nicht besonders viel Gef\u00fchl f\u00fcr den Zeitgeist und gibt ein schlechtes Zeugnis zur Innovationskraft des eigenen Senders, wenn die Wellen so einen offensichtlichen musikalischen Trend nicht nur nicht mitgehen, sondern im Gegenteil altbew\u00e4hrte Genrebegriffe zementieren, an Geschmacksklischees verhaften und alle Zwischenbereiche gro\u00dffl\u00e4chig umgehen.<\/em><br \/>\n<br class=\"\" \/><em>Als kreativ an Musik arbeitende Menschen in Deutschland nehmen wir gerne jede Herausforderung an, musikalische und sprachliche Innovationen zu schaffen und mit unseren Werken zu \u00fcberraschen, oder auch einfach die H\u00f6rerInnen Ihrer Wellen in Ihrem Alltag mit viel deutschsprachigem Gef\u00fchl in alle Richtungen zu begleiten. Wir w\u00fcnschen uns dabei aber PartnerInnen auf Seiten der deutschen Radiolandschaft, die uns nicht mit Pauschalurteilen abstrafen, sondern unsere Kulturbranche ernst nehmen und mit uns zusammenarbeiten, um das heimische Repertoire zu fordern und zu f\u00f6rdern. Ich f\u00fcr meinen Teil w\u00fcrde mich freuen, #musikvonhier-Beitr\u00e4ge auch bei FFN oder Radio Hamburg zu entdecken, und auch \u00fcber jede andere Form der Kooperation und des sachlichen Austauschs. Unsere Kulturlandschaft k\u00f6nnte davon besonders nach diesen schwierigen Pandemiejahren nur profitieren.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_182642\" aria-describedby=\"caption-attachment-182642\" style=\"width: 534px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-182642\" src=\"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-534x800.jpg\" alt=\"\" width=\"534\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-534x800.jpg 534w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-348x522.jpg 348w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-100x150.jpg 100w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-181x272.jpg 181w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-400x600.jpg 400w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-87x130.jpg 87w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-297x445.jpg 297w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-127x190.jpg 127w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer-193x290.jpg 193w, https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/lukashainer.jpg 667w\" sizes=\"(max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-182642\" class=\"wp-caption-text\"><em>Foto-Credit: Franziska Nehmer<\/em><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wir w\u00fcnschen uns PartnerInnen, die unsere Kulturbranche ernst nehmen und mit uns zusammenarbeiten&#8220; &#8230;:<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":182642,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":null,"_FSMCFIC_featured_image_hide":null},"categories":[27,28,29,39],"tags":[2486],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182641"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182641"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":182660,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182641\/revisions\/182660"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/182642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=182641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=182641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}