{"id":148508,"date":"2020-06-15T00:00:17","date_gmt":"2020-06-14T22:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/online.smago.de\/ws2\/?p=148508"},"modified":"2020-06-14T21:55:43","modified_gmt":"2020-06-14T19:55:43","slug":"rainhard-fendrich-heute-15-06-2020-orf-2-die-80er-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/liedermacher\/rainhard-fendrich-heute-15-06-2020-orf-2-die-80er-jahre\/","title":{"rendered":"RAINHARD FENDRICH <br>Heute (15.06.2020), ORF 2 &#8211; \u201eDie 80er Jahre\u201c:"},"content":{"rendered":"<p>Teil 4 der \u201eMenschen &amp; M\u00e4chte\u201c-Serie \u201eJahrzehnte in Rot-Wei\u00df-Rot\u201c \/\/ 20:15 Uhr!<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der sechsteiligen \u201eMenschen &amp; M\u00e4chte\u201c-Serie \u201eJahrzehnte in Rot-Wei\u00df-Rot\u201c zeigt der ORF ab 18. Mai jeweils Montag um 20.15 Uhr in ORF 2 eine von Andreas Novak konzipierte Zeitgeschichte-Serie \u00fcber \u00d6sterreichs Alltags-, Politik- und Gesellschaftsgeschichte zwischen 1950 und den 2000er Jahren. Am 15. Juni steht die von Wolfgang Stickler und Andreas Novak gestaltete Dokumentation \u00fcber \u201eDie 80er Jahre\u201c auf dem Programm: Der Film zeichnet den dramatischen Wandel, den die Zweite Republik in den 1980er Jahren durchlebte. Zahlreiche prominente Zeitzeuginnen und Zeitzeugen analysieren die gesellschaftspolitischen Entwicklungen und geben Einblick in das Lebensgef\u00fchl der 80er Jahre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Skandale haben mich reich gemacht\u201c, bekennt Manfred Deix im Interview mit Wolfgang Stickler. Die 80er Jahre, ein wunderbares Jahrzehnt f\u00fcr Karikaturisten. Oft \u00fcbertrifft die Wirklichkeit die k\u00fcnstlerisch zugespitzte Reproduktion. \u201eSuper war das Wort der 80er, alles war super\u201c, erinnert sich Robert Kratky, \u00d63-Moderator und Muntermacher der Nation. Kurz war es tats\u00e4chlich \u201esuper\u201c. Anfang der 80er Jahre sieht es nicht schlecht aus auf der \u201eInsel der Seligen\u201c. Wohlstand, Besch\u00e4ftigungsrekorde, soziale Sicherheit. Zehn Jahre Kreisky, wer sonst? So lange war noch nie einer Kanzler. \u00d6sterreich ist wieder wer in der Welt. Doch dann machen die Anschl\u00e4ge pal\u00e4stinensischer Terrorkommandos recht brutal deutlich, dass es vorbei ist mit Ruhe, Ordnung und Sicherheit. Die Arbeitsmarktprognosen werden d\u00fcster, die Budgetdefizite steigen. \u00d6sterreich ist keine \u201eInsel der Seligen\u201c mehr. Willkommen in der Realit\u00e4t und Normalit\u00e4t Europas. Die normative Kraft des Faktischen zieht ins Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1983, nach Kreiskys R\u00fccktritt, wird ein Mann Bundeskanzler, der schon nicht Vizekanzler werden wollte: Fred Sinowatz. \u201eDas hat er ausschlie\u00dflich aus Loyalit\u00e4t zu Kreisky gemacht\u201c, analysiert die Innenpolitik-Journalistin Anneliese Rohrer. Als Unterrichtsminister war er die Popularit\u00e4tslokomotive der Kreisky-Regierungen. Nun wird er in den Chefsessel eines politischen Experiments gezwungen, das zwei Altvordere basteln, Bruno Kreisky und Friedrich Peter: Die sozial-liberale Koalition aus SP\u00d6 und FP\u00d6 ist von Krisen gepr\u00e4gt. \u00d6sterreich wird zur Skandalrepublik: der Konflikt um die Hainburger Au und der umstrittene Polizeieinsatz, der Handschlag des FP\u00d6-Verteidigungsministers Friedhelm Frischenschlager mit Walter Reder oder die Waldheim-Aff\u00e4re. Zu allem \u00dcbel gibt es auch noch \u201eReblaus-Alarm\u201c. Durch den Pantscher-Skandal bricht 1985 der Weinexport v\u00f6llig zusammen. \u201eAKH\u201c, \u201eNoricum\u201c und \u201eLucona\u201c werden ebenfalls zu Synonymen f\u00fcr politische Skandale. 1986, nach dem Waldheim-Sieg, tritt Kanzler Sinowatz zur\u00fcck und \u00fcbergibt an seinen Wunschnachfolger Franz Vranitzky.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 80er Jahre sind ein Jahrzehnt der Wende, des Paradigmenwechsels, des Abschiednehmens von alten Dogmen und bisher wohlge\u00fcbter nationaler Selbstspiegelung. Das gilt auch f\u00fcr die Verstaatlichte Industrie und die jahrzehntelang praktizierte Subventionspolitik. Die Wirtschaftskonzepte der Nachkriegszeit oder die politischen Antworten der 70er Jahre, die Aufschwung, Wohlstand und Sicherheit gebracht hatten, taugen nicht mehr zur L\u00f6sung der Probleme der 80er Jahre. Den von europ\u00e4ischen Einfl\u00fcssen weitgehend immunen \u201e\u00f6sterreichischen Weg\u201c gibt es nicht mehr. Nicht nur die Wirtschaftspolitik muss zunehmend europ\u00e4ischer und globalisierter gedacht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer st\u00e4rker dringen die Medien in private Lebensbereiche vor. Die Phase der \u201ePrivatisierung von Politik\u201c beginnt. Politiker werden beim Sport, im trauten Heim, beim Skifahren oder Wandern abgelichtet. \u201eHomestorys\u201c dienen der politischen Umwegrentabilit\u00e4t. Doch die kann sich rasch ins Gegenteil verkehren, denn das Medienzeitalter bef\u00f6rdert auch den Aufdeckungsjournalismus, akribische Recherchen nach Beteiligten, Bestochenen und politischen Verantwortlichen von Skandalen. Die Aff\u00e4ren der 80er Jahre f\u00fchren zu einer Erosion der politischen Glaubw\u00fcrdigkeit. Skandalpolitiker in der Skandalrepublik, davon sollte k\u00fcnftig ein Jungpolitiker profitieren: J\u00f6rg Haider, der in diesem Jahrzehnt die Republik von K\u00e4rnten aus \u201eaufzurollen\u201c beginnt. Politische Missst\u00e4nde und wachsendes Bewusstsein f\u00fcr die Schattenseiten von Wachstum und Wohlstand f\u00f6rdern die St\u00e4rkung der Zivilgesellschaft und deren \u00d6ffentlichkeitsfaktor. B\u00fcrgerbewegungen werden zu politischen Parteien. Nach der Hainburgkrise kommen \u201eDie Gr\u00fcnen\u201c ins Parlament.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAus der Idee Bruno Kreiskys, alle Lebensbereiche mit Demokratie zu durchfluten, wird in den 80er Jahren eine Durchflutung aller Gesellschaftsbereiche mit Konsum\u201c, analysiert der ehemalige Verstaatlichten- und Finanzminister Ferdinand Lacina. Die Generation der Yuppies erobert die B\u00f6rse und macht das noch unf\u00f6rmig gro\u00dfe Mobiltelefon zum Symbol eines neuen Lebensstils. \u201eDie 80er waren das Jahrzehnt der Neonfarben und der Schulterpolster \u2013 mehr Schein als Sein\u201c, fasst Robert Kratky den Zeitgeist zusammen. Und die Kabarettistin Andrea H\u00e4ndler meint: \u201eEine recht hedonistische Ich-Gesellschaft.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Willkommen in der Zukunft. In den 80er Jahren beginnt das digitale Zeitalter, die \u201eInvasion der technischen Fremdk\u00f6rper\u201c. Die ersten Computer halten Einzug in den B\u00fcros, die ersten Videospiele in den Kinderzimmern. Nur wenige ahnten die beginnende Revolution der Beschleunigung von Kommunikation und Information. \u201eAm Anfang stand noch das Spielerische im Vordergrund\u201c, erinnert sich Rainhard Fendrich an seine ersten Begegnungen mit Samplern und digitaler Studiotechnik. Mit seinem Titel \u201eI am from Austria\u201c gelingt ihm Ende des Jahrzehnts ein Hit, der zur heimlichen Bundeshymne \u00d6sterreichs werden sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie 80er Jahre sind eines der spannendsten Jahrzehnte der Zweiten Republik\u201c, meint Franz Vranitzky, ab 1984 Finanzminister und ab 1986 Bundeskanzler. \u201eEs passierte Ungeheuerliches in einer Dramatik und Beschleunigung, wie ich sie vorher und nachher nicht erlebt habe\u201c, so der Politologe Anton Pelinka, einer der besten Kenner und Analytiker dieses Jahrzehnts. Am Ende des Jahrzehnts steht eine neue globale Ordnung: Ostblock und Warschauer Pakt brechen zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 4 der \u201eMenschen &amp; M\u00e4chte\u201c-Serie \u201eJahrzehnte in Rot-Wei\u00df-Rot\u201c \/\/ 20:15 Uhr!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":148509,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[21,128],"tags":[1169],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148508"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=148508"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148508\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148511,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148508\/revisions\/148511"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/148509"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=148508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=148508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=148508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}