{"id":129900,"date":"2019-05-18T00:00:31","date_gmt":"2019-05-17T22:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/?p=129900"},"modified":"2019-05-19T02:00:14","modified_gmt":"2019-05-19T00:00:14","slug":"eurovision-song-contest-2019-die-vorab-analyse-von-frank-ehrlacher-die-ultimative-chart-show","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop\/eurovision-song-contest-2019-die-vorab-analyse-von-frank-ehrlacher-die-ultimative-chart-show\/","title":{"rendered":"&#8222;EUROVISION SONG CONTEST 2019&#8220; <br>&#8222;Die Vorab-Analyse&#8220; von Frank Ehrlacher (&#8222;Die ultimative Chart Show&#8220;!)"},"content":{"rendered":"<p>Doch: VORSICHT &#8211; SATIRE !!!<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>ARD, Hamburg, fr\u00fcher Sonntagmorgen, 0:30 Uhr:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der wichtigste Satz f\u00fcr das diesj\u00e4hrige Eurovision Bullshit-Bingo: &#8222;Also wir hier auf der Reeperbahn verstehen das \u00fcberhaupt nicht. Der Auftritt war doch so toll und die S!sters haben alles gegeben. Das muss man erst mal sacken lassen, aber Ihr in Tel Aviv habt Euch nichts vorzuwerfen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Einen weiteren Bullshit-Bingo-Satz f\u00fcr Diskussionen im Freundeskreis, im B\u00fcro oder auf Facebook am Tag danach: &#8222;Deutschland sollte endlich aus dem ESC aussteigen. Das ist eh viel zu teuer und wir bezahlen denen den Rotz. Dabei m\u00f6gen die uns nicht und geben uns nie Punkte. Alles Politik!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Beides ist nat\u00fcrlich blanker Unfug.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und damit Ihr mitreden oder dagegenreden k\u00f6nnt und weil NACHHER wieder jeder schlauer ist, versuche ich das Desaster\/schlechte Abschneiden\/Null-Punkte-Ergebnis\/letzter Platz-Fiasko (hier bitte am Sonntag noch das betreffende raussuchen) vorab zu analysieren.\u00a0 Denn auch wenn &#8222;die auf der Reeperbahn&#8220; und &#8222;der NDR&#8220; es nicht verstehen, warum es wieder nicht klappen konnte und dass man angeblich &#8222;nichts falsch gemacht hat&#8220; \u2013 es gibt handfeste Gr\u00fcnde und Fakten, dass man in Deutschland beim ESC nicht wei\u00df, was man tut.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Die Vorab-Analyse:\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Der Song:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Insbesondere NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber freute sich, dass er diesen Song (&#8222;Sister&#8220;) akquirieren und aus der Schweiz freibekommen (oder sogar &#8222;freikaufen&#8220;?) konnte. Nicht das erste Mal, \u00e4hnliche S\u00e4tze gab es 2005 bei &#8222;Black Smoke&#8220; und 2007 bei &#8222;Perfect Life&#8220;. Auch beides Totalabst\u00fcrze beim ESC. Der NDR freut sich, weil es ein &#8222;zeitgem\u00e4\u00dfer, aktueller Pop-Song&#8220; ist. Und schon da liegt die falsche Denke. Beim ESC buhlen am Finalabend 26 Lieder um die Gunst des Publikums. 26 Songs, die die meisten zum allerersten Mal h\u00f6ren und die nur wenige Sekunden Zeit bekommen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, eh man sich entscheidet, sich doch wieder seinem Bier, Wein, Snack, K\u00e4seigel oder Couchnachbarn zu widmen: &#8222;Das klingt aber auch wie schon 1.000 Mal geh\u00f6rt&#8220;. &#8222;Zeitgem\u00e4\u00dfer Pop&#8220; ist das, was uns im Radio oder von der Spotify-Playlist Tag und Nacht um die Ohren dudelt. Warum soll ich genau solch einem Song meine Stimme schenken? So funktioniert der ESC nicht und das hat schon rein statistische Gr\u00fcnde. Der ESC funktioniert n\u00e4mlich \u2013 zumindest was das Televoting betrifft \u2013 digital: &#8222;1 oder0&#8220;, der &#8222;Erste&#8220; bekommt alles, der zweite schon nichts mehr. \u00dcber 98 % der Zuschauer rufen f\u00fcr nur einen Song an, ihren Lieblingssong. Einmal oder mehrfach. So gut wie niemand macht sich die M\u00fche zu sagen: &#8222;F\u00fcr meinen pers\u00f6nlichen Platz 1 rufe ich 5 mal an, f\u00fcr meinen Platz 2 rufe ich 4 mal an, f\u00fcr meinen Platz 3 rufe ich 3 mal an&#8220;&#8230; &#8222;The Winner Takes It All&#8220;. Es ist also komplett egal, ob ich nachher in der Gunst des Zuschauers mit meinem Song 2., 3., 5. oder 26. bin \u2013 ich muss erster werden. Und das werde ich sicher nicht mit einer &#8222;zeitgem\u00e4\u00dfen Durchschnitts-Nummer&#8220;. Die Sieger der vergangenen Jahre aus der Ukraine, Portugal, aber auch Conchitas &#8222;Rise Like A Phoenix&#8220; oder Nettas &#8222;Toy&#8220; beweisen das. Das waren alles Songs, die am ESC-Abend auffielen, das Momentum nutzten und \u00fcberzeugten, aber nachher im Radio und in den Charts so gut wie nicht stattfanden. &#8222;Zeitgem\u00e4\u00dfer Pop&#8220; ist also sicher kein Schl\u00fcssel zu einer erfolgreichen Teilnahme beim ESC. Hinzu kommt: Ist &#8222;Sister&#8220; wirklich ein so guter und zeitgem\u00e4\u00dfer Pop-Song wie der NDR uns das glauben machen will? Im Radio und in den Charts findet er \u00fcberhaupt nicht statt &#8211; Versagen da die H\u00f6rer, K\u00e4ufer und Radiomacher allesamt? Oder fehlt es dem Song nicht viel mehr an einer wiedererkennbaren Melodielinie, wie sie heute sogar die Rap-Granden \u00e0 la Capital Bra und KC Rebell zu nutzen wissen, um ihre Musik an den Mann zu bringen. Das einzige, was mir von &#8222;Sister&#8220; in Erinnerung bleibt, ist, dass der Refrain aus dem wiederholt geschrienen Wort &#8222;Sister&#8220; besteht&#8230;\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong><strong><em>Die Interpreten<\/em><\/strong><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Singen k\u00f6nnen die beiden S!sters. Zweifellos. Aber dass &#8222;Singen k\u00f6nnen&#8220; inzwischen (leider) eines der unwichtigsten Kriterien ist, um Karriere in der Pop-Musik zu machen, hat selbst Dieter Bohlen erkannt und erz\u00e4hlt es seinen Casting-Teilnehmern, bis sie es nicht mehr h\u00f6ren k\u00f6nnen. Was z\u00e4hlt, ist die &#8222;Verkaufe&#8220; und auch hier, Typ und Wiedererkennungswert. Auch das belegen die Sieger der vergangenen Jahre mehr als eindeutig: Netta aus Israel, Salvador Sobral, der introvertierte Portugiese, Conchita Wurst, die Grand Dame des ESC, oder Jamila aus der Ukraine, die das Leid ihrer Familie auf der B\u00fchne sichtbar\u00a0<\/em><em>machte. Die S!sters sind vom NDR kurz vor dem Vorentscheid zusammen gecastet worden. Sie sehen gut aus, k\u00f6nnen gut singen. Wie war das? &#8222;Nett ist die kleine Schwester von schei\u00dfe&#8220;. Authentizit\u00e4t mochte noch niemand feststellen \u2013 schon bevor das Ger\u00fccht durch Tel Aviv ging, dass eine der beiden bei allen \u00f6ffentlichen Auftritten eine Per\u00fccke tr\u00e4gt, weil ihr ihre eigenen Haare nicht gefielen und sie &#8222;zu d\u00fcnn&#8220; seien&#8230;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es gibt \u00fcbrigens auch einen Gegenentwurf zu &#8222;authentisch&#8220;, der funktionieren kann: Professionell (!) gecastete Acts, die auf den Punkt funktionieren. Die Vertreter Islands in diesem Jahr m\u00f6gen so ein Beispiel sein. Oder in der ESC-Geschichte Dschinghis Khan, Bucks Fizz &#8230; aber auch in dieser Reihe sieht die S!sters niemand.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong><em>Die (Vor-)Entscheidung<br \/>\n<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nun mag ja der ein oder andere sagen: &#8222;Aber die Zuschauer sind es doch selbst schuld, sie haben ja &#8222;Sister&#8220; mit gro\u00dfer Mehrheit gew\u00e4hlt.&#8220; Haben sie, aber welche Wahl hatten sie? Da der NDR im Vorfeld beschlossen hatte, auf &#8222;zeitgem\u00e4\u00dfen Pop&#8220; zu setzen, gab es ja keine andere Wahl im Vorentscheid. Alle anderen Musikfarben (Rock, Dance, Rap, Soul, Disco, Punk, Folk, Schlager&#8230;) wurden komplett ausgeblendet, da der NDR wild entschlossen war, es im selben Stil zu versuchen wie bei den Misserfolgen der vergangenen 5 Jahre. Hinzu kommt ein verkopftes Auswahlverfahren der deutschen Acts\/Songs, bei dem \u2013 vereinfacht gesagt \u2013 ein Meinungsforschungsinstitut Menschen ESC-Lieder der vergangenen Jahre vorspielt und anhand deren Beurteilung R\u00fcckschl\u00fcsse daraus zieht, wie sehr sie den internationalen ESC-Musik-Geschmack der vergangenen Jahre repr\u00e4sentieren. Auch das kann nicht klappen, denn beim ESC entscheidet das &#8222;Momentum&#8220;, das Au\u00dfergew\u00f6hnliche \u2013 siehe oben. Das kann man nicht am Rei\u00dfbrett nachstellen und in einen Algorithmus f\u00fcttern. Zum Gl\u00fcck. Und wenn wir uns erinnern: &#8222;Sister&#8220; war der einzige Song, der nicht einmal dieses verkopfte Verfahren durchlaufen hat, sondern vom NDR eine Wild Card bekam, weil man ihn ja so gro\u00dfartig f\u00fcr den ESC fand&#8230;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Geradezu lustig in dem Zusammenhang: Noch bevor das Ergebnis 2019 feststeht und analysiert werden kann (der NDR ist sich sicher, es wird ein gro\u00dfartiger Platz f\u00fcr Deutschland, da gibt es gar nichts zu analysieren&#8230;), hat er dieses Meinungsforschungsinstitut beauftragt, Juroren f\u00fcr 2020 und hat sich bereits festgelegt, am Erfolgskonzept festzuhalten, dass uns am Samstagabend den xx. (bitte nachtragen) Platz bescheren wird.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"4\">\n<li><strong><em>Die Vorbereitungen<\/em><\/strong><\/li>\n<li><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich bin ein Gegner der These, man muss zwischen Vorentscheidung und ESC durch m\u00f6glichst viele L\u00e4nder tingeln und die internationalen Fan-Conventions besuchen, um seine Chancen zu erh\u00f6hen. Bei diesen Events trifft man zu \u00fcber 90 % auf die &#8222;ESC Bubble&#8220;, also Menschen, die wie ich den ESC lieben und die Songs eh schon kennen. Dem Rest der Menschheit ist der ESC in diesem Stadium noch ziemlich egal. Sie interessieren sich genau einen Abend im Jahr f\u00fcr den Wettbewerb \u2013 n\u00e4mlich am Finalabend. Es gibt jedoch zwei bis drei Schl\u00fcssel, mit denen man etwas bewirken kann:<br \/>\n<\/em><br \/>\n<em>&#8211; Eine gute Platzierung, zumindest in den heimischen Charts \u2013 das l\u00e4sst Europa schon mal aufhorchen, wenn es hei\u00dft, der Song steht (wie in Schweden) seit Wochen in den heimischen Top Ten und hat schon Gold oder Platin eingesackt. &#8222;Sister&#8220; stand &#8230; nicht einmal unter den Top 100. Warum sollte also Europa ein Lied m\u00f6gen, das nicht einmal das eigene Land mag?<br \/>\n<\/em><br \/>\n<em>&#8211; Ein starkes Video &#8211; Die Videos der ESC-Teilnehmer werden auf dem offiziellen Kanal und anderen YouTube Kan\u00e4len flei\u00dfig geschaut oder geteilt. &#8222;Viral&#8220; nennt man das. Die meisten Videos sind seit Ende Februar im Netz und erreichten mehrere hunderttausend Views. Das Video von &#8222;Sister&#8220; gibt es seit&#8230; vergangenen Dienstag! Vier Tage vor dem Wettbewerb. Professionell geht anders.<br \/>\n<\/em><br \/>\n<em>&#8211; Eine starke Story \u2013 die Fernseh-Kommentatoren der mehr als 40 Teilnahme-L\u00e4nder wollen etwas zu erz\u00e4hlen haben, das bei den Zuschauern h\u00e4ngen bleibt. Auch da dient als Parade-Beispiel sicher der ukrainische Sieger von 2006, in dem es um das Schicksal der Familie der Interpretin ging. Oder auch der herzkranke Salvador Sobral mit seinem zerbrechlichen Song. Und im vergangenen Jahr Netta mit der &#8222;#metoo-Hymne&#8220; &#8222;(I&#8217;m not Your) Toy&#8220;. Oder sogar Michael Schulte, der im vergangenen Jahr die Misserfolgs-Serie der deutschen Beitr\u00e4ge einmal durchbrach. Durch Text und Inszenierung hatte dann auch die letzte Hausfrau in Ascherbaidschan verstanden, wovon der lockige Mann singt. Und die Kommentatoren brachten das dem Publikum r\u00fcber. In diesem Jahr? Nachdem man Song und Band zusammengecastet hatte, versuchte man schnell eine Geschichte zu kreieren. Zuerst wurde es als &#8222;#metoo&#8220;-Song verkauft. Schnell schwenkte man auf &#8222;Frauenpower&#8220;-Hymne um, Netta Reloaded \u2013 &#8222;wir Frauen&#8220; sind Schwestern und halten zueinander. Bei der ersten ESC-Probe probierte man es dann als \u2013 t.A.t.u. l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen \u2013 Lesben-Nummer mit ganz vielen lesbischen Frauenpaaren im Hintergrund und nachdem die Presse, der man die Story ja eigentlich verkaufen wollte\/sollte nur den Kopf sch\u00fcttelte, ging man zur\u00fcck auf das &#8222;FrauenPower&#8220; Thema und l\u00e4sst die beiden sich an die Spice Girls anbiedern, in dem sie wechselweise &#8222;If You wanna be my sister&#8220; oder &#8222;Love Your sister&#8220; ins Publikum rufen. Es bleibt abzuwarten, was sie am Finalabend schreien. Ob das Konzept aber wirklich verf\u00e4ngt&#8230;?<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"5\">\n<li><strong><em>Der Auftritt<br \/>\n<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es gibt beim ESC prinzipiell zwei Wege zum Erfolg: Einen opulenten, bildgewaltigen Auftritt, der in Erinnerung bleibt (Australiens Stab-Performance ist in diesem Jahr ein gutes Beispiel) \u2013 oder die Beschr\u00e4nkung auf das minimalistische und den Interpreten selbst. Die Niederlande agieren in diesem Jahr beispielsweise so. Was machen die Sisters \u2013 sie stehen auf verschiedenen Seiten der B\u00fchne, wirken fast verloren, laufen aufeinander zu, schreien sich an, stehen R\u00fccken an R\u00fccken &#8230; in Erinnerung bleibt da nichts und authentisch und auf die K\u00fcnstler fixiert&#8230; siehe oben.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Lange Rede, kurzer Sinn:<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Welchen Grund soll der gemeine europ\u00e4ische Zuschauer am Samstagabend haben, f\u00fcr die &#8222;S!sters&#8220; anzurufen? Oder ketzerisch gefragt: Kann man eigentlich viel mehr falsch machen? Hat man nach den Misserfolgen der vergangenen Jahre-re auch nur ansatzweise verstanden, wie der ESC funktioniert.<\/em><\/p>\n<p><em>Alles andere als ein weiterer letzter Platz f\u00fcr Deutschland w\u00e4re f\u00fcr mich und inzwischen f\u00fcr die allermeisten vor Ort in Tel Aviv eine gro\u00dfe \u00dcberraschung \u2013 und ich hoffe, ich habe erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, dass das dann sicher kein Zufall oder &#8222;Ablehnung gegen\u00fcber Deutschland&#8220; ist, sondern wirklich am Song und am Auftritt liegt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Abschlie\u00dfend noch zu dem Bullshit-Bingo-Satz &#8222;Wir sollten endlich aussteigen und denen nicht mehr den ESC finanzieren, die m\u00f6gen uns eh nicht&#8220; zwei Fakten:<\/em><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><em><em>Der ESC kostet zwar Geld (in den vergangenen Jahren 300.000 bis 400.000 Euro), ist damit aber f\u00fcr eine gro\u00dfe Samstagabend-Show ein Schn\u00e4ppchen. &#8222;Wetten, dass&#8230;?&#8220; kostet(e) am Ende bis zu 2,5 Mio. und auch eine Silbereisen-Carmen-Nebel-Show ist deutlich teurer. Ganz zu schweigen von Fu\u00dfballrechten. Und irgendwas m\u00fcsste die ARD an dem Abend ja eh senden, da ist der ESC preiswert. Wenn man dann noch sieht, dass es immer noch eine der meistgesehenen Shows im ganzen Jahr in Deutschland ist, ist es sogar die vielleicht effizienteste und wirtschaftlichste Show des ganzen Jahres. Und eins kommt hinzu: Die Lust, andere scheitern zu sehen. Es gibt zwei Faktoren, die die Quoten in Deutschland in die H\u00f6he treiben. Wenn der deutsche Beitrag als Favorit gehandelt wird, weil alle mitfeiern wollen (siehe Lena oder auch Guildo Horn), oder wenn man den kompletten Absturz erwarten kann, wie in diesem Jahr. Nichts w\u00e4re schlimmer als Mittelma\u00df. Zu sehen, ob Deutschland 12., 13. oder 14. wird, w\u00e4re f\u00fcr die meisten unspannend&#8230;<\/em><\/em><em><br \/>\nPolitik spielt beim ESC viel, viel weniger eine Rolle als viele glauben. In den vergangenen Jahren kamen die sp\u00e4rlichen Punkte f\u00fcr Deutschland sogar oft aus \u00d6sterreich und der Schweiz, die uns ja angeblich nicht m\u00f6gen. Und dem Arbeiter in Nord-Mazedonien oder dem Rentner in Rum\u00e4nien ist es nachher auch recht egal, f\u00fcr welches Land er anruft \u2013 er wird f\u00fcr das anrufen, was er mag oder kennt (das &#8222;kennt&#8220; ist der Grund, warum zum Beispiel die slawischen oder skandinavischen L\u00e4nder sich angeblich &#8222;Punkte zuschieben&#8220; \u2013 auch das ist nicht politisch, sie haben einfach eine gemeinsame musikalische Kultur, sie m\u00f6gen die gemeinsame Musik und keine politischen Bande). Und es funktioniert auch gar nicht wirklich, ich kann ja nicht jemanden &#8222;abstrafen&#8220;, da ich nur f\u00fcr einen von 26 Teilnehmern anrufe (siehe oben, &#8222;digitales System&#8220;, jeder ruft nur f\u00fcr einen Interpreten ab \u2013 zu behaupten, er w\u00fcrde damit die anderen 25 &#8222;ideologisch abstrafen&#8220; ist Unfug).<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich hoffe, Ihr k\u00f6nnt es jetzt etwas besser einordnen, wenn es am Samstagabend wieder hei\u00dft: &#8222;Germany No Points&#8220; und dass es daf\u00fcr gute Gr\u00fcnde gibt \u2013 die der NDR wahrscheinlich wieder nicht analysieren wird, damit er auch 2020 am &#8222;Erfolgskonzept&#8220; festhalten kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Und sollte es doch anders kommen, erkl\u00e4re ich Euch ab Sonntag gerne, warum ich Unrecht hatte&#8230; &#x1f609;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Doch: VORSICHT &#8211; SATIRE !!!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":129535,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[27,39],"tags":[85],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129900"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=129900"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129900\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":129978,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129900\/revisions\/129978"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/129535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=129900"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=129900"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=129900"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}