{"id":118600,"date":"2013-02-27T00:00:00","date_gmt":"2013-02-27T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=118600"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"smago-INFORMIERT-Von-der-digit-118599","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/smago-informiert\/smago-INFORMIERT-Von-der-digit-118599\/","title":{"rendered":"smago! INFORMIERT <br \/> Von der digitalen Revolution zu einem &#8222;Digital New Deal&#8220;&#8230;!"},"content":{"rendered":"<p>Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des BVMI, zur aktuellen Ausgabe des Digital Music Report&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der internationale Musikmarkt schl&auml;gt nach langen Jahren erdrutschartiger Einbr&uuml;che, die zu einer Halbierung des Umsatzniveaus im letzten Jahrzehnt gef&uuml;hrt haben, langsam wieder einen Kurs der Erholung ein. Grund daf&uuml;r sind vor allem die Zuw&auml;chse in den digitalen Gesch&auml;ftsfeldern, die acht der zwanzig weltweit wichtigsten Musikm&auml;rkte derzeit sogar wieder zu Wachstum verhelfen. Die mittlerweile zehnte Ausgabe des Digital Music Reports dokumentiert exemplarisch f&uuml;r die Musikindustrie den digitalen Wandel, der sich in der gesamten Kultur- und Kreativwirtschaft in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, aber unaufhaltsam vollzieht. Er zeugt davon, dass sich die Anstrengungen und Investitionen der vergangenen Jahre auszuzahlen beginnen:<\/p>\n<p>&bull; Die Musikwirtschaft hat sich neuen innovativen Vertriebswegen ge&ouml;ffnet und ihr Repertoire in unterschiedlichen digitalen Kontexten &ndash; und vor dem Hintergrund der nach wie vor massiven illegalen Musiknutzung nicht ohne Risiken &ndash; lizenziert.<\/p>\n<p>&bull; Online-Anbieter haben im Schulterschluss mit den Musikfirmen trotz des gest&ouml;rten Markts im Netz in die Attraktivit&auml;t und Nutzerfreundlichkeit ihrer Plattformen investiert und damit die technische Grundlage f&uuml;r das legale Angebot im Internet geschaffen.<\/p>\n<p>\nW&auml;hrend sich die anf&auml;ngliche Euphorie des digitalen Fortschritts mit Blick auf die Musiknutzung h&auml;ufig auf die illegale und kostenlose Beschaffung im Netz konzentriert hat, ist heute ein digitaler Markt entstanden, der zwar noch nicht in der Lage ist, das Umsatzniveau oder die verlorenen Arbeitspl&auml;tze aus den Zeiten vor der digitalen Revolution zur&uuml;ckholen, aber dennoch ein St&uuml;ck weit das Abschmelzen des physischen Gesch&auml;fts kompensieren kann. &Uuml;bereinstimmend mit der internationalen Entwicklung beobachten wir in Deutschland bereits seit 2011 einen vorsichtigen Trend zur Marktstabilisierung. Dabei ist es gerade die Mischung aus digitalem Wachstum und gebremsten R&uuml;ckg&auml;ngen im klassischen Tontr&auml;gergesch&auml;ft, die dem deutschen Markt zu seiner aktuellen St&auml;rke verhilft und zu einem der st&auml;rksten Musikm&auml;rkte der Welt macht. Es stellt sich in diesem Kontext immer wieder die Frage, ob der hohe physische Marktanteil ein Zeichen digitaler Tr&auml;gheit der Deutschen sei. Eine Frage, die eine differenzierte Betrachtung erfordert: W&auml;hrend in vielen L&auml;ndern der hohe digitale Marktanteil nicht nur im Anstieg in den digitalen Gesch&auml;ftsfeldern, sondern vor allem auch im Absturz der physischen Verk&auml;ufe begr&uuml;ndet liegt, vollzieht sich der digitale Wandel in Deutschland moderater, aber mit klarem Kurs: Den seit Jahren zweistelligen Zuw&auml;chsen im digitalen Segment steht ein r&uuml;ckl&auml;ufiger, aber nach wie vor starker physischer Markt zur Seite.<\/p>\n<p><b>Der digitale Musikmarkt ist erwachsen geworden<\/b><\/p>\n<p>\nDeutschland hat im letzten Jahrzehnt wichtige H&uuml;rden des digitalen Wandels erfolgreich gemeistert. Downloads sind heute analog der CD als Mainstream im Markt angekommen, zugleich feiert der &ldquo;Newcomer&ldquo; Streaming in Deutschland seit dem letzten Jahr beachtliche Erfolge und kann, nachdem der neue Nutzungstrend auch im Meinungsmarkt angekommen ist, dem gesamten Musikmarkt positive Impulse geben. Der immer wieder bem&uuml;hte Vorwurf gegen die Rechteinhaber, es gebe keine oder nicht genug legale Angebote im Netz oder die Musikindustrie h&auml;tte die Zeiten des Internets verschlafen, ist offensichtlich &uuml;berkommen: Musik ist auf rund 70 Plattformen im Netz legal verf&uuml;gbar, der Fan kann aus &uuml;ber 20 Millionen verschiedenen Titeln frei w&auml;hlen. Damit ist die Musikwelt insgesamt vielf&auml;ltiger geworden: Es wird mehr experimentiert, ausprobiert, entdeckt. Neben den individuellen musikalischen Vorlieben wird auch die Frage der Musiknutzung zunehmend zu einer Frage des pers&ouml;nlichen Stils.<\/p>\n<p>Es ist aber nicht nur der erfolgreiche Aufbau des legalen Angebots, der zur aktuellen Markterholung gef&uuml;hrt hat. Vor allem auch die konsequente Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums hat dem legalen Markt den R&uuml;cken gest&auml;rkt, indem das Unrechtsbewusstsein bei der illegalen Beschaffung von Musik forciert wurde. Gerade hier, in der anhaltenden illegalen Nutzung von Musik im Netz, liegt auch im Jahr 2013 nach wie vor die gr&ouml;&szlig;te Wachstumsbremse f&uuml;r die weitere Entwicklung des Musikmarkts und damit die zentrale Herausforderung f&uuml;r alle, die am legalen Vertrieb kreativer Inhalte partizipieren.<\/p>\n<p><b>Noch immer fehlt der politische Gestaltungswille<\/b><\/p>\n<p>\nEs geht aber um mehr als um den Vertrieb von Musik oder anderen Kulturg&uuml;tern im Netz, sondern um die grunds&auml;tzlichen Spielregeln und Wertsch&ouml;pfungsketten in einer neuen Digitalen &Ouml;konomie. Damit diese prosperieren kann, ist es dringend erforderlich, dass alle Akteure an einem Strang ziehen und sich gemeinsam f&uuml;r ein legales und faires Umfeld einbringen: Kultur- und Kreativwirtschaft, Internetwirtschaft, Werbeindustrie, Anbieter von Bezahlsystemen und nat&uuml;rlich die Politik. Was wir brauchen ist eine Art &ldquo;Digital New Deal&ldquo;, der von der Politik gesteuert wird und schlussendlich auch den Konsumenten eine einfache Frage beantwortet: &ldquo;Was darf ich als Nutzer und warum ist das so?&ldquo;<\/p>\n<p>Ausgangspunkt einer solchen gemeinsamen &Uuml;bereinkunft sollte der Respekt vor anderen Personen und ihren Leistungen sein. Insbesondere aber d&uuml;rfen die Urheber und ihre Partner nicht schutzlos gestellt werden. Der Schutz des geistigen Eigentums muss auch im Internet auf durchsetzbaren, klaren und belastbaren Regeln beruhen. Haftungsfragen m&uuml;ssen eindeutig geregelt sein, die Rechtsdurchsetzung darf nicht allein auf die Inhaber von Rechten des geistigen Eigentums abgew&auml;lzt werden. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen auch alle anderen Akteure, die letztlich zumindest in Teilen am Gesch&auml;ft mit Rechtsverletzungen mitverdienen, Verantwortung daf&uuml;r &uuml;bernehmen, den Zugriff auf rechtsverletzende Angebote unattraktiv zu machen und einzud&auml;mmen.<\/p>\n<p><b>Unser Kerngesch&auml;ft ist Musik!<\/b><\/p>\n<p>\nDie Rechteinhaber befinden sich seit Jahren in der ungl&uuml;cklichen Situation, selbst Ermittlungsarbeit im Internet leisten zu m&uuml;ssen sowie auch selbst gegen Rechtsverletzer aktiv werden zu m&uuml;ssen. Ein notgedrungener Selbstschutz, der mit enormem Aufwand und den bekannten Kollateralsch&auml;den verbunden ist &ndash; und ganz und gar nicht Aufgabe der Musikwirtschaft sein sollte.<\/p>\n<p>Als Gesch&auml;digte wurden wir bislang mit der Eind&auml;mmung der massenhaften Urheberrechtsverletzungen allein gelassen. Nach jahrelangem Stillstand muss die Politik hier endlich aktiv werden und Regelungen und ggfs. Strukturen schaffen, die den Schutz von Kreativen und ihren Partnern sicherstellen, so dass die Musikfirmen sich wieder ihrem eigentlichen Business zuwenden k&ouml;nnen: K&uuml;nstler zu f&ouml;rdern, aufzubauen und im Markt zu platzieren. Das nat&uuml;rlich auch, um Gewinne damit zu machen, was in einer Marktwirtschaft auch nichts Ungew&ouml;hnliches sein sollte. Etwa ein Sechstel der Ums&auml;tze der Musikfirmen flie&szlig;en j&auml;hrlich zur&uuml;ck in die Suche und den Aufbau neuer Talente. Damit diese Investitionen nicht zu einem unkalkulierbaren Risikokapital werden, m&uuml;ssen die grunds&auml;tzlichen Rahmenbedingungen gekl&auml;rt werden. Nationale und internationale Rechtsdurchsetzung, Aufkl&auml;rung der Internetnutzer, bessere Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden &ndash; es ist an der Zeit, dass die Politik ihren Gestaltungswillen endlich erkennt und auch gestaltend t&auml;tig wird, so dass die Vorzeichen geschaffen werden, die nicht nur gesellschaftliche Teilhabe, sondern auch die Sicherheit der Nutzer und faires Wirtschaften im Netz bef&ouml;rdern. Der Bundestagswahlkampf w&auml;re der ideale Zeitpunkt, dieses gesamtgesellschaftliche Thema endlich auf die politische Agenda zu heben.<\/p>\n<p>\n<em>Foto-Credit: BVMI \/ Markus Nass<\/em><\/p>\n<p>www.musikindustrie.de<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des BVMI, zur aktuellen Ausgabe des Digital Music Report&#8230;:\u00a0 Der internationale Musikmarkt schl&auml;gt nach langen Jahren<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":118601,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[33],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118600"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118600"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118600\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/118601"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=118600"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=118600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}