{"id":113710,"date":"2013-07-13T00:00:00","date_gmt":"2013-07-13T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=113710"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"MATTHIAS-REIM-Interview-mit-Ma-113709","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop-schlager\/MATTHIAS-REIM-Interview-mit-Ma-113709\/","title":{"rendered":"MATTHIAS REIM <br \/> Interview mit Matthias Reim zu seiner aktuellen Tournee &quot;Unendlich &#8211; Live&quot;!!"},"content":{"rendered":"<p>14 Fragen &#8211; 14 zum Teil sehr, sehr ausf\u00fchrliche Antworten&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie sind in diesem Jahr pausenlos auf Tournee. Wie lange l&auml;uft sie noch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben die Tournee in drei Etappen geplant &ndash; die Etappen deswegen, weil ich zwischendrin ins Studio muss, das neue Album muss gemacht werden ..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angefangen haben wir im Mai, in April glaube ich sogar &#8211; Hallentour einmal quer durch Deutschland, nein nicht nur Ostdeutschland wie fr&uuml;her, sondern jetzt auch mehr im Westen und es war gro&szlig;artig. Aber jetzt kommt eigentlich mein Highlight und zwar die Open Airs. Open Airs sind einfach f&uuml;r mich das Gr&ouml;&szlig;te, da bin ich Zuhause, es ist sch&ouml;n auf einer Wiese mit tausenden von Menschen und nach M&ouml;glichkeit &ndash; bitte! &#8211; gutes Wetter. Ok -es ist viel in Osten, ich freu mich drauf, da bin ich fast zu Hause. Ja wir habe St&auml;dte wie Eberswalde, Kamenz, Chemnitz, Torgau, Gera, Oranienburg und ich glaube auch Freital, ja.<\/p>\n<p>Also St&auml;dte, wo ich schon gewesen bin, aber mit der Produktion, dem Sound und der action war ich da noch nie und deswegen freu ich mich einfach darauf die Menschen da wirklich zu &uuml;berraschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann kommt der Herbst. Und nach so einer Tour muss man nat&uuml;rlich feiern und wir feiern richtig und zwar am 27. Dezember. Da gehen wir in die O2 Arena in Berlin da machen wir das gro&szlig;e gro&szlig;e Abschlusskonzert dieser wirklich f&uuml;r mich tollen tollen Tour. Am n&auml;chsten Tag gehen wir dann noch mal nach Dortmund und machen da das Gleiche, freu ich mich drauf, das wird cool.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie sind ja nun schon seit vielen Jahren mit vielen Auftritten unterwegs. Was ist das Besondere am der diesj&auml;hrigen Tournee-Programm?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe hunderte von Auftritten hinter mir in den letzten Jahren, aber diese Tour ist anders. Das ist Gro&szlig;, das ist einfach das was ich mir immer gew&uuml;nscht habe. Tolles Licht, die besten Songs meiner Vergangenheit und die Erfolgssongs aus den Alben &quot;Unendlich&quot; und zu &quot;Unendlich&quot; kann ich nur sagen, wenn du mit dem R&uuml;ckenwind eines Nr. 1 Albums auf Tour gehst, ist es ein gro&szlig;artiges Gef&uuml;hl und ich hab auch den Eindruck, dass ich besser geworden bin, als B&uuml;hnenk&uuml;nstler reifer und ja ich bin stolz drauf was gerade passiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das ist diesmal wohl eine richtig gro&szlig;e Konzertproduktion?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;Ich glaube, viele wissen gar nicht, was so eine Tournee, so eine Konzertreise, bedeutet &#8211; wie viel Menschen da besch&auml;ftigt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind mit vier bis f&uuml;nf Trucks unterwegs, da sind die Caterer dabei, die Leute die das Licht aufbauen, die den Ton machen, vor der B&uuml;hne, hinter der B&uuml;hne, die schleppen und arbeiten und arbeiten&#8230; Also w&auml;hrend ich abends gem&uuml;tlich dann nach der Show an der Hotelbar sitze, mich mit meiner Band nett unterhalte und dann schlafen gehe, packen diese Jungs das ganze Zeug wieder ein, in den Truck &#8211; ab in den Nightliner (das ist ein Bus, in dem man auch schl&auml;ft) &#8211; und wenn ich dann am n&auml;chsten morgen gem&uuml;tlich ja mein Fr&uuml;hst&uuml;cks-Ei im Hotel aufschlage, h&auml;ngen die schon wieder oben, ja in der n&auml;chsten Halle irgendwo an diesen Gestellen, bauen die Lampen wieder auf, installieren das Ganze, dass wenn ich komme, alles am n&auml;chsten Abend wieder einsatzbereit ist und davor habe ich eine gigantische Hochachtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wenn dann eine solche Show auch noch aufgezeichnet wird, wie jetzt in Dresden f&uuml;r das Fernsehen, dann sind noch einmal 25, 30 Mann da, mit zwei &Uuml;-Wagen, 20 Kameras, wo ich selber immer nur stehe und sage: &quot;Oh mein Gott was machen die ganzen Menschen hier&quot; und jeder hat eine Funktion und jeder macht einen Job, das ist dann gigantisch und ich steh dann immer da und sage &quot;Wow&quot; das ist, ja alles wegen mir. Das ist schon toll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ein gro&szlig;en Unternehmen, mit tollen Leuten, die alle wissen, was sie tun, nicht nur der Mann da oben, der im Scheinwerferlicht erscheint&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist f&uuml;r Sie ein richtig gutes Konzert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gutes Konzert ist keine reine Aneinanderreihung von Liedern, sondern es hat eine Dramaturgie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir geht es darum die Menschen emotional zu treffen, sie mitzunehmen auf eine Reise durch Gef&uuml;hl, durch die emotionalen Welten. OK, in diesem Fall gesungen von einem Mann -aber es sind auch die emotionalen Welten einer Frau. Ich nehme sie mit und am Ende, wenn sie da herauskommen aus dem Konzert, sollen sie nicht sagen &quot;Ja, nettes Konzert&quot;, sondern sie sollen sagen &quot;Das war die Nacht meines Lebens!&ldquo;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Konzert aus dieser Tournee fand in Dresden statt und wurde dort ja auch f&uuml;r das Fernsehen und f&uuml;r eine DVD aufgezeichnet. Die Aufzeichnung kam am gestrigen Freitag (12.07.2013) als Doppel-CD, DVD und als Deluxe Edition (2 CDs + DVD) auf den Markt und wird am heutigen Samstag (13.07.) zum ersten Mal im Fernsehen gezeigt werden, und zwar an einem Samstag im Hauptprogramm abends ab 19 Uhr 50 im 3. Programm des MDR. Was gibt es dazu von Ihrer Seite aus zu sagen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe in meinen Musikerleben sehr sehr viele gute und schlechte Dinge erlebt. Ich glaube mehr gute als schlechte. Aber es gibt einige H&ouml;hepunkte, und dieses Konzert in Dresden, diese Produktion, diese TV-Aufzeichnung war mit Sicherheit einer der H&ouml;hepunkte meines musikalischen und eigentlich auch privaten Lebens. Bei dieser Tournee habe ich das erste Mal eine Konzertproduktion zeigen k&ouml;nnen, wie ich sie mir immer gew&uuml;nscht habe. Auf dieser DVD ist etwas zu sehen, von dem ich jahrelang getr&auml;umt habe. Und jetzt hoffe ich, dass m&ouml;glichst viele, viele Menschen dieses Konzert im Fernsehen erleben, oder auch auf DVD. Denn das was ihr da zu sehen bekommt, Freunde, DAS BIN ICH!<\/p>\n<p><strong>Sie haben mal gesagt, ein Konzert ist f&uuml;r Sie wie ein Treffen mit alten Freunden&#8230;Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Publikum und ich, dass ist nicht oben und unten, sondern das ist eine solche Ebene, das ist Freundschaft, das ist eine Liebesbeziehung und genau so empfinde ich das, wenn ich raus gehe&#8230; Ich gehe nicht raus, um sie zu bezwingen, sondern ich gehe raus, um Freundschaft zu schlie&szlig;en.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Songs oder meine Lieder, das sind Geschichten, das sind meine Geschichten, aber vor allem sind es auch die Geschichten meines Publikums. Es sind die Geschichten jedes Einzelnen und so haben die Menschen das auch aufgenommen. Und deswegen singen da auch tausende von Menschen mit, weil sie erz&auml;hlen mir ihre Geschichte, das ist ein gro&szlig;artiges Gef&uuml;hl. Die Stimmung des Publikums &#8211; das verbindet und je verbundener man sich f&uuml;hlt, desto mehr entsteht daraus &#8211; und irgendwann am Ende der Show ist es eine Riesenparty. Alle miteinander und ich mittendrin.<\/p>\n<p><strong>Stimmt es, dass Sie immer noch Lampenfieber haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten 100 Minuten vor dem Auftritt sind furchtbar. Das habe ich schon lange, eigentlich habe ich das schon immer. Man sollte meinen, das wird zur Routine, wenn man tausend Auftritte gemacht hat, aber das geht nicht weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist auch schwer zu beschreiben wie sich das anf&uuml;hlt, also&#8230; ich habe immer eiskalte H&auml;nde, kann mich auf keine Gespr&auml;che mehr konzentrieren und je n&auml;her es an den Showstart geht, desto schlimmer wird es. Jeden Abend wieder.<\/p>\n<p>Es ist so &#8230; Lampenfieber!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, das ist ein bisschen im Unterbewusstsein. Weil man wei&szlig;, man geht raus und da sind sehr, sehr viele Menschen mit einer Erwartungshaltung. Und ich bin ein Perfektionist und m&ouml;chte, dass die das kriegen, was sie erwarten und m&ouml;glichst noch ein bisschen mehr. Nat&uuml;rlich, das setzt einen unter Druck und dar&uuml;ber denkt man nach, auch je n&auml;her der Moment kommt. Wird es funktionieren, werde ich es schaffen, kann ich das?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich glaube das ist auch ganz gut f&uuml;r die Konzentration. Eigentlich ist Lampenfieber was Sch&ouml;nes, etwas sch&ouml;n Schreckliches. Ich wei&szlig; nat&uuml;rlich auch ganz genau: In der Sekunde, wo ich auf die B&uuml;hne gehe, ist das alles vorbei. Da wei&szlig; ich: Ich hab&#39; den sch&ouml;nsten Beruf der Welt und ich bin der gl&uuml;cklichste Mensch der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Moment vor den Menschen zu stehen, diese Energie, diese Emotionen zu sp&uuml;ren, es gibt nichts Sch&ouml;neres: Konzerte spielen, die Menschen h&ouml;ren, die Menschen f&uuml;hlen, die Menschen sehen und gemeinsam diese Stunden zu verbringen &#8211; das ist jetzt das Sch&ouml;nste, was es f&uuml;r mich gibt.<\/p>\n<p><strong>Wer sind Ihre Musiker?<\/strong><\/p>\n<p>Ich spiele mit dieser Band seit &uuml;ber 13 Jahren zusammen, da entwickelt sich eine Freundschaft, aber was sich noch mehr entwickelt, ist meine Hochachtung,weil jeder einzelne von denen ist Topmusiker, wir haben Himmel und H&ouml;lle erlebt. Erstmal die H&ouml;lle. Wir haben in Zelten gespielt vor 50\/80\/100 Leuten und wir sind da durchgegangen mit einer Vision, am Ende werden es Tausende sein.<\/p>\n<p>Wenn ich auf der B&uuml;hne stehe, dann sind das nicht die Jungs hinter mir, die ein bisschen mitspielen, sondern das ist meine Band, wir sind gleichwertig und ich drehe mich um, sie geben mir Sicherheit und einfach ein gutes Gef&uuml;hl, immer aufgefangen zu werden.<\/p>\n<p><strong>Normalerweise gibt auf Ihren Alben und auch in Ihren Konzerten vorwiegend Lieder, die Sie selber komponiert und getextet haben. Ihrem Album &bdquo;Unendlich&ldquo; und auch auf Ihren Konzerten singen Sie unter anderem den &bdquo;Schwanenk&ouml;nig&ldquo; von Karat oder auch &bdquo;Am Fenster&ldquo; von City&#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich spiele auf meinen Konzerten einige von den ganz ganz gro&szlig;en Ostrocklegenden, wie man das so gerne nennt. Ich bin in den letzten Jahren sehr viel aufgetreten in den neuen Bundesl&auml;ndern habe Menschen, Landschaften, St&auml;dte und nat&uuml;rlich auch die Musik kennengelernt und ich finde diese Songs toll. Ich mag diese Art Text, diese Art Lyrik oder Poesie &#8211; ganz ehrlich: ich verstehe sie manchmal nicht &#8211; aber sie sind trotzdem wundersch&ouml;n und ich freue mich jeden Abend auf den Moment, wenn ich diese Songs spiele.<\/p>\n<p><strong>Ihr erfolgreichster Song war und ist &bdquo;Verdammt, ich lieb Dich&ldquo; &#8211; er ist ja wohl auch einer der gr&ouml;&szlig;ten Erfolge eines deutschen Schlagers den es je gab. Sie haben ihn doch sicher schon tausende Male gesungen. K&ouml;nnen Sie ihn selber eigentlich &uuml;berhaupt noch h&ouml;ren geschweige denn singen? Anders gefragt: Singen Sie ihn noch immer im Konzert?<\/strong><\/p>\n<p>So und jetzt kommen wir zu einen Punkt, der ganz ganz wichtig ist. Tief Luft hohlen: &quot;Verdammt ich lieb dich&quot;. Das war mal so was wie der zweiter Name. Da stand Matthias Reim und Klammer auf &quot;Verdammt ich lieb dich&ldquo; &#8211; wird wahrscheinlich heute auch noch da stehen und wird wahrscheinlich noch in tausend Jahren da stehen &#8211; und wisst ihr was? Das ist auch gut so. Ich liebe diesen Song.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe ihn bestimmt hunderttausend Mal gesungen. Er geht mir nicht auf die Nerven. Jedesmal, wenn das Intro kommt und die Gitarre kommt und dann das Vorz&auml;hlen kommt 1, 2, 3, 4 und dann komme ich: &quot;Ich ziehe durch die Strasse bis nach Mitternacht&quot;: Das ist einer der sch&ouml;nsten Momente bei jeden Konzert. Ich kann einfach aufh&ouml;ren zu singen, denn die Menschen singen alleine weiter. Alle Generationen von klein bis gro&szlig; und das 23 und bald 24 Jahre nach Entstehen dieses Songs. F&uuml;r mich das gr&ouml;&szlig;te Gl&uuml;ck auf Erden, ihn zu haben: Ein Song der nicht alt wird, im Gegensatz zum K&uuml;nstler! Der Song geh&ouml;rt zu mir, er geht mir nicht auf die Nerven, ich singe ihn jedes Mal so so so gerne. Und werde das auch den Rest meines Lebens tun.<\/p>\n<p><strong>Sie sind erfolgreicher Komponist und Texter &ndash; wie entstehen eigentlich Ihre Songs? Was entsteht zum Beispiel zuerst: Der Text oder die Musik?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ungef&auml;hr so, wenn man fragt &quot;Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?&quot;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei&szlig; es eigentlich gar nicht, ich m&uuml;sste da wirklich dr&uuml;ber nachdenken, weil es ist oft verschieden. Manchmal habe ich nur eine Melodie im Kopf und suche nach Worten, die zu dieser Melodie, zu dieser Stimmung passen. Und manchmal f&auml;llt mir eine Zeile ein, &#8211; wie R&uuml;cksichtslos, Verliebt oder Verdammt ich lieb dich. Es sind die Momente, diese magischen Momente, auf die du als Texter und Komponist immer wartest, das Unterbewusstsein ist eingeschaltet &#8211; wenn du es unbedingt willst, das was kommt, kommt oft gar nichts. Und wenn du gar nicht daran denkst, hast du pl&ouml;tzlich eine Zeile oder Melodie im Kopf.<\/p>\n<p>Manchmal sitze ich im Auto und sehe ein Verkehrszeichen oder ein Wahlplakat mit einem Spruch und sage &quot;Guter Spruch&quot; und singe ihn dann schon. Manchmal telefoniere ich mit jemanden und der erz&auml;hlt mir seine Probleme und ich sage &quot;Wow, ziemlich r&uuml;cksichtslos!&quot;. Du bist r&uuml;cksichtslos, oder du liebst mich r&uuml;cksichtslos, dann geht es sofort los, was k&ouml;nnte daraus entstehen. Jede Zeile hat eine Stimmung und auch jede Harmoniefolge erzeugt eine Stimmung und daraus bauen ich mir dann meine Songs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und am Ende dieser Findungs- oder Schaffungsphase steht dann die Produktion eines Songs und das kostet sehr oft sehr viel Zeit, denn jetzt will ich es gut machen, ich m&ouml;chte, das all das, was ich mir dabei gedacht habe und was ich f&uuml;hle, auch musikalisch r&uuml;berkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sitzt man im Studio und probiert diverse Sachen aus: Machen wir den Song mit Gitarre, oder nehmen wir lieber Akustikgitarre oder: lass mich das mal mit dem Klavier probieren, vielleicht gibt das doch noch eine intensivere Stimmung. Das kostet Zeit, aber diese Zeit macht auch unheimlich viel Spass. Das muss man sich vorstellen wie ein dreitausend Teile-Puzzle, ja und man hat alles in einen Plastiksack und sch&uuml;ttet das aus und am Ende ist wirklich ein Bild entstanden, das perfekt ist und dann wei&szlig; man, hier hat alles funktioniert. Ja manchmal Tage sp&auml;ter, manchmal komme ich nachts erst runter, um 2:00\/ 3:00 Uhr, nehme mir eine Bier aus dem K&uuml;hlschrank und bin zufrieden und h&ouml;re es mir noch einmal an und sage: &quot;Ja, du hast es&quot;.<\/p>\n<p><strong>Als was f&uuml;hlen Sie sich: Als Musiker, Komponist, Texter oder als Konzertk&uuml;nstler?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe angefangen als Musiker zu arbeiten, ich hab&#39; getextet, ich hab&#39; komponiert, ich hab&#39; arrangiert, ich habe produziert. Das war lange lange Jahre mein Leben. Ich habe das gern macht, ich habe ein bisschen Geld damit verdient, ich konnte davon leben. Bis zu dem Tag an dem &quot;Verdammt ich lieb dich&quot; kam. Pl&ouml;tzlich wurde aus dem Studiomusiker, den Texter, den Komponisten, ein Popstar. Ein S&auml;nger.<\/p>\n<p>Das musste ich erst einmal lernen. Das ist gar nicht so einfach &#8211; auch auf die B&uuml;hne zu gehen, musste ich erstmal lernen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Sie sind &uuml;beraus popul&auml;r &ndash; einer Umfrage nach kennen &uuml;ber 80% der Deutschen Matthias Reim. Sicher m&uuml;ssen Sie auch viele tausend Autogramme schreiben. Tun Sie das gerne?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin ja viel unterwegs und wenn man viel unterwegs ist, ist man auch stundenlang unterwegs und irgendwann kommt der Hunger und dann gehst du in ein Lokal und hast wirklich Hunger, wirklich wirklich Hunger &#8211; und denkst einmal Spaghetti Bolognese, bitte. Und da ist diese Gabel, voll mit Spaghetti Bolognese, endlich vor deinen Mund angekommen, da tippt dir jemand auf die Schulter, &quot;Sagen Sie mal, sind Sie nicht Herr Reim? H&auml;tten Sie was dagegen, weil meine Frau ist so ein gro&szlig;er Fan von Ihnen und meine Oma auch und wenn wir nur ein Foto machen k&ouml;nnten?&quot;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und du hast diese Spaghetti Bolognese direkt vorm Mund und sagst: &quot;Nat&uuml;rlich habe ich nichts dagegen. Sehr, sehr gerne.&quot; und du legst diese Gabel mit Spaghetti Bolognese wieder runter und sagst: &quot;Oh man!&quot; &hellip;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nee jetzt mal, Spa&szlig; bei Seite. Eigentlich schreibe ich sehr, sehr gerne Autogramme und ich mache auch wirklich gerne Fotos mit den Menschen und ich finde es auch r&uuml;hrend, wenn die manchmal stundenlang, teilweise auch in Eisesk&auml;lte anstehen und diese paar Sekunden, die mich das kostet, die gebe ich wirklich gern.<\/p>\n<p><strong>Wir kommen nicht drum herum: Ihre Insolvenz&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Ich werde oft gefragt &quot;Sag mal, wie war das eigentlich mit deiner Insolvenz, mit diesen vielen Schulden?&quot; Ich habe ganz einfach vertraut, ich habe jemanden eine Unterschrift gegeben und habe ihn gebeten, kannst du das Geld, was ich gerade verdiene so verwalten, dass ich wenn die gro&szlig;e Zeit mal vorbei ist, noch etwas habe. Das war eigentlich eine ganz vern&uuml;nftige Entscheidung. Es ist schief gegangen, ich habe daf&uuml;r bezahlt, ich habe daf&uuml;r Jahre in der Insolvenz um ein Comeback gek&auml;mpft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube auch, so schlecht war das f&uuml;r mich gar nicht: Weil: unter Druck bin ich besser. Ich musste arbeiten, ich sass nicht mit Millionen auf dem Konto irgendwo in der Karibik an einem Strand und bin immer dicker und bl&ouml;der geworden, sondern ich musste arbeiten und ich habe es immer gerne getan- Es ist mein Leben, mein Beruf. Es hat mir Glaubw&uuml;rdigkeit gegeben, ich habe es thematisiert, es geh&ouml;rt zu meinen Leben und ich schreibe &uuml;ber mein Leben und meine Songs sind mein Leben und auch diese schwere Zeit tat mir und meiner Karriere und auch meinen Leben gut. Und wenn man es so sieht, ohne einen Blick zur&uuml;ck im Zorn, f&auml;hrt man auch viel besser damit.<\/p>\n<p>http:\/\/www.universal-music.de\/company\/umg\/electrola<br \/>http:\/\/www.matthias-reim.net<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14 Fragen &#8211; 14 zum Teil sehr, sehr ausf\u00fchrliche Antworten&#8230;:\u00a0 Sie sind in diesem Jahr pausenlos auf Tournee. Wie lange<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":113711,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[28],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/113710"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=113710"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/113710\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/113711"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=113710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=113710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=113710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}