{"id":111469,"date":"2013-09-20T00:00:00","date_gmt":"2013-09-20T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=111469"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"MARLA-BLUMENBLATT-Die-tollste-111468","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop-schlager\/MARLA-BLUMENBLATT-Die-tollste-111468\/","title":{"rendered":"MARLA BLUMENBLATT <br \/> Die &#39;tollste Retro-Schlager-Queen der Stunde&#39; pr\u00e4sentiert ihr Album &quot;Nur die Boys&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Das Album ist erstaunlicherweise bei Four Music, dem Label der Band &#8222;Die Fantastischen Vier&#8220;, erschienen! Und: Es kam hier eine ganz besondere Aufnahmetechnik zum Tragen&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade noch ist sie als solotanzende Diva &uuml;ber die B&uuml;hnen von Paris und Las Vegas gewirbelt, jetzt ist sie die tollste Retro-Pop-Queen der Stunde: MARLA BLUMENBLATT singt von hei&szlig;en Boys und fruchtiger Eiskrem, von feuchten Gef&uuml;hlen an sonnigen Tagen und einer rosa Badewanne im schattigen Hain, in welche sie gern sich ihre Lustknaben winkt, mit einer Geste, die keinen Widerspruch duldet. Woll&uuml;stig schnarren die Ukulelen dazu, ein schnaufender Bass und ein hechelndes Schlagzeug liefern gemeinsam den Beat. Mit plinkernden Wimpern und wehendem Rock, mit juchzenden Huhus und konvulsivischem Kieksen k&uuml;ndet Marla Blumenblatt von Leidenschaften und L&uuml;sten, am liebsten aber vom Gl&uuml;ck des Verlassenwerdens &#8211; denn nur dann ist das Girl ja wieder frei f&uuml;r den n&auml;chsten Boy.<\/p>\n<p>&quot;Immer die Boys&quot; hei&szlig;t das Deb&uuml;talbum von Marla Blumenblatt. Ihr Deb&uuml;t als K&uuml;nstlerin ist es freilich nicht, fast zehn Jahre hat sie zuvor schon getanzt. In Wien ist sie als Kind mazedonischer Eltern aufgewachsen, studierte zun&auml;chst klassisches Ballett, bis heute liebt sie auch die klassische Musik und die Oper: die gro&szlig;e Geste, das Drama, die Leidenschaft, das h&ouml;rt man immer noch in ihrer Musik. Aber die Form ist ihr dann doch zu eng gewesen, das Repertoire ist zu klein, im Ballett gibt es nur M&auml;dchenrollen, keine souver&auml;nen Frauen. Darum warf sie irgendwann alles hin, bekam ein Begabtenstipendium in New York und ging dann nach Paris.<\/p>\n<p>Drei Tage war sie in der Stadt, da hatte sie schon ein Engagement im legend&auml;ren Crazy Horse, f&uuml;r das sie wenig sp&auml;ter auch in Las Vegas auf der B&uuml;hne stand.<em> &quot;Ich war ein Showgirl&quot;, <\/em>sagt sie,<em> &quot;ich hatte alles erreicht, was ich wollte.&quot; <\/em>Doch selbst die Solorollen, die sie schnell bekam, waren ihr nicht genug:<em> &quot;Das Tanzen war mir generell nicht genug; ich wollte mich ausdr&uuml;cken, ich wusste ja, dass ich etwas zu sagen hatte.&quot; <\/em>So ging sie zur&uuml;ck nach New York und nahm dort Gesangsunterricht: nach der Method-Acting-Methode, den ganzen K&ouml;rper benutzend und in Schwingung versetzend, ohne R&uuml;cksicht auf Vorbilder oder Dogmen, nur am besten und eigensten Ausdruck orientiert.<\/p>\n<p>Und was soll man sagen: Was f&uuml;r ein Gl&uuml;ck! Denn beim Singen entfaltet sie nun endlich alle ihre Talente: das Drama und die K&ouml;rperlichkeit, die Ausdruckslust und den Perfektionswillen. Seit letztem Jahr lebt Marla Blumenblatt in Berlin, sie hat ein Team gefunden und ein Studio, hat fast ein Jahr mit dem Songschreiben und Arrangieren, dem Einspielen und Aufnehmen zugebracht.<\/p>\n<p>Denn Marla Blumenblatt ist auch eine Perfektionistin: Mit ihrem Technikwissen blamiert sie jeden m&auml;nnlichen HiFi-Nerd m&uuml;helos. Wenn man sie l&auml;sst, redet sie stundenlang &uuml;ber antike Mikrofonmarken und den warmen Sound aus R&ouml;hrenverst&auml;rkern. Die F&uuml;nfzigerjahre-Musik, die sie so liebt &ndash; Connie Francis und Caterina Valente, aber auch Frank Sinatra, klassische Surf-Songs und den Rock&#39;n&#39;Roller und sp&auml;teren James-Bond-Komponisten John Barry &ndash; h&ouml;rt sie am liebsten auf den Originalplatten. Sie hat eine gro&szlig;e Schellacksammlung zuhause und ein Grammophon.<em> &quot;Man muss Musik doch bewusst h&ouml;ren&quot;,<\/em> sagt sie, <em>&quot;diese sch&ouml;ne Umst&auml;ndlichkeit, dass man zum Grammophon geht und eine Platte auflegt und dann langsam die Nadel drauflegt &ndash; damit w&uuml;rdigt man einen K&uuml;nstler am besten, der so viel Arbeit und Liebe und Leidenschaft in seine Musik gesteckt hat!&quot;<\/em><\/p>\n<p>Selbstverst&auml;ndlich hat sie ihr Album auch nur mit dem authentischsten Vintage-Material aufgenommen &ndash; und alles in Mono! Aber das Tolle ist: &quot;Immer die Boys&quot; klingt dennoch total modern, nichts davon ist gestrig, alles erstrahlt im glei&szlig;endsten Licht der gegenw&auml;rtigsten Leidenschaft. Die Songs sind liebevoll detailreich und ornamental angerichtet und doch zugleich hinternkickend, h&uuml;ftenbesch&uuml;ttelnd und forsch, es gibt ein br&uuml;nftig bollerndes Schlagzeug wie aus der Rock&#39;n&#39;Roll-Garage zu h&ouml;ren, aber auch lasziv gestopfte Trompeten, und zum &quot;du-wi-dubi-du-ah&quot; ihrer willig sich unterwerfenden Chor-Vasallen l&auml;sst Marla Blumenblatt auch schon mal eine Kuhglocke kl&ouml;tern wie in einem Chicago-House-Track.<\/p>\n<p>Das Tollste aber ist, wie sie singt und was sie singt: doppeldeutig, erotisch, lasziv, aber niemals vulg&auml;r! Mal singt sie heiser m&auml;dchenhaft wie die junge Valente (wozu der krispe Mikrofonklang sein &uuml;briges tut), mal schwingt sie sich in ein helles Tremolo hinein; mal kichert und kiekst und gluckst und gurrt sie in ein und derselben Silbe, als k&ouml;nne sie kaum selber bannen, was da gerade aus ihr herausdr&auml;ngt an unb&auml;ndigster Lebensfreude und Lust. Zum Niederknien, wie sie &quot;Boys&quot; auf &quot;hei&szlig;&quot; reimt und &quot;Vienna&quot; auf &quot;Renner&quot;; herrlich, wie sie &ndash; keinen Widerspruch duldend &ndash; in ihren &quot;Gartenpavillon&quot; l&auml;dt, wo sie den Geliebten in einer rosa Badewanne zu empfangen geruht.<\/p>\n<p>Sp&auml;testens an solchen Stellen h&ouml;rt man nat&uuml;rlich, dass auch die heitere Unschuld nur gespielt ist; unter der Oberfl&auml;che schlummert ein schlimmes Ding. Freut sie sich, wenn man Angst vor ihr hat?<em> &quot;Angst? Vor mir? Wie kommst Du denn darauf? Ich bin doch ein ganz liebes M&auml;dchen!&quot;<\/em> Na klar, darum l&auml;sst sie sich auch am liebsten mit spitzen Vinylplattenscherben in der Hand fotografieren, die sie wie ein Messer h&auml;lt.<\/p>\n<p>Marla Blumenblatt ist es egal, ob ihre H&ouml;rer Angsthasen sind oder nicht:<em> &quot;Die Leute sollen Spa&szlig; haben! Und sie sollen tanzen! Am besten sollen sie auf den Tischen tanzen!&quot; <\/em>Hat sie einen Tanzstil, den sie bevorzugt? <em>&quot;Ach was, jeder Tanzstil ist recht. Hauptsache, die Leute sch&uuml;tteln, was sie haben!&quot; <\/em>Und dazu sch&uuml;ttelt sie so leidenschaftlich angsteinfl&ouml;&szlig;end keck und ebenso opern- wie ballett-, aber auch Crazy-Horse-haft ihren Oberk&ouml;rper, dass man sich sofort mitsch&uuml;tteln m&ouml;chte.<\/p>\n<p>Four Music (Textvorlage)<br \/>http:\/\/www.fourmusic.com\/<br \/>http:\/\/immerdieboys.marlablumenblatt.com\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Album ist erstaunlicherweise bei Four Music, dem Label der Band &#8222;Die Fantastischen Vier&#8220;, erschienen! 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