{"id":105556,"date":"2014-03-05T00:00:00","date_gmt":"2014-03-05T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=105556"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-und-die-BILD-Zeit-105555","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-und-die-BILD-Zeit-105555\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/> &quot;&#8230;und die BILD-Zeitung jubelt: Ist das nicht toll?&quot; &#8211; CD-Kolumne von Stephan Imming zur &quot;Mitten im Leben&quot; von Udo J\u00fcrgens!"},"content":{"rendered":"<p>Der Udo-J\u00fcrgens-&#8222;Experte&#8220; kann die allgemeine Begeisterung f\u00fcr die neue Udo-CD zwar nachvollziehen, sieht aber zumindest einige Songs des Albums kritisch, weil ihre Texte nach seiner Meinung im Stil von BILD Zeitungs-Schlagzeilen formuliert wurden! Aber lesen Sie selbst&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorab muss ich bekennen, dass ich mit mir gehadert habe, ob ich zu den kritischen Aspekten des aktuellen Albums &uuml;berhaupt etwas schreiben sollte. Dagegen sprechen gleich mehrere Aspekte:<\/p>\n<p>&#8211; In Udos letztj&auml;hrigem Infobrief formulierte er: &quot;<em>Bei 95 % euphorischer Zustimmung muss man auch bereit sein, die verletzenden und b&ouml;sen Briefe hinzunehmen&quot; und &quot;Unruhe, Halb-Informationen, Verwirrung, H&auml;me, Selbstdarstellung, haneb&uuml;chene Kommentare, Fehleinsch&auml;tzungen; Deutungshoheit &uuml;ber mein Leben, meine Karriere, mein Management,&#8230;was ich als sehr verletzend empfinde<\/em>&quot;. Das hei&szlig;t f&uuml;r mich, dass es f&uuml;r ihn da nur &quot;schwarz&quot; oder &quot;wei&szlig;&quot; gibt &#8211; dass man ihn als K&uuml;nstler zutiefst verehrt und dennoch gewisse Dinge kritisch sieht, scheint er sich nicht vorstellen zu k&ouml;nnen und empfindet wohl negative Kritik als verletzend und b&ouml;se, obwohl zumindest ich genau DAS eben absolut ihm gegen&uuml;ber nicht sein m&ouml;chte.<\/p>\n<p>&#8211; Dennoch schlie&szlig;e ich mich Forenschreibern an, die die Gefahr einer Selbstdarstellung sehen und sich fragen &quot;<em>Wer bin ich eigentlich, &uuml;ber das Werk eines Weltklasse-Musikers zu urteilen?<\/em>&quot; &#8211; ja, den Aspekt muss man im Hinterkopf haben, wenn man sich zu Udos neuester Ver&ouml;ffentlichung &auml;u&szlig;ert.<\/p>\n<p>&#8211; &quot;<em>Muss denn ein Lied Parole sein, ein Vorschlaghammer, ein Plakat &#8211; ein Manifest, ein Meilenstein &#8211; verlangt Ihr nicht zu viel<\/em>&quot;? Diese Udo-Zeilen haben sicher noch immer G&uuml;ltigkeit.<\/p>\n<p>&#8211; Es ist zu lesen, dass es respektlos sei, einen fast 80-j&auml;hrigen Vollprofi zu kritisieren.<\/p>\n<p>Und genau DIESER Aspekt hat mich dazu veranlasst, zumindest HIER bei <em>smago! <\/em>neben all der vollkommen berechtigten Begeisterung, die bei gef&uuml;hlten &quot;95 %&quot; (sic) zu sp&uuml;ren ist &#8211; und die ich absolut teile, auch ein paar kritische Aspekte zu nennen. Udo betont ja selber, dass er eben kein &quot;Katze kraulender Rentner&quot; sei, sondern eben &quot;mitten im Leben&quot; stehe. Ich finde, dann darf man ihn auch beim Wort nehmen und ihm respektvoll den eigenen Standpunkt darlegen, weil man ihn eben NICHT als &quot;Tattergreis&quot; sieht, sondern nach wie vor als im Leben stehender Vollblutmusiker. Will sagen: ICH empfinde es als respektlos, Udos aktuelles Werk nur deshalb nicht auch kritisch zu sehen, weil man ihn angesichts seines Alter nicht mehr ernst nimmt.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund der zutiefst empfundenen Verehrung f&uuml;r Udo J&uuml;rgens und sein Lebenswerk sind die folgenden Zeilen zu lesen:<\/p>\n<p>Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch an Udo J&uuml;rgens zur sehr guten Charts-Platzierung seines aktuellen Albums &quot;Mitten im Leben&quot;. Dass er mit 79 Jahren immer noch in der obersten Liga mitspielt, ist erst mal hoch erfreulich. Platz 3 in Deutschland, sogar Platz 2 in &Ouml;sterreich &ndash; das sind fast schon historisch gute CD-Platzierungen. Es ist sch&ouml;n, dass neben all den Bushidos, Hinterseers, Amigos und Sidos dieser Welt noch Musik Erfolg hat, die ein Mindestma&szlig; an musikalischem Anspruch und \/ oder textlichem Niveau beinhaltet.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite ist mein subjektiver Eindruck der, dass genau dieser kommerzielle Erfolg den k&uuml;nstlerischen Anspruch &#8211; wenn auch nicht dramatisch, so doch sp&uuml;rbar &#8211; reduziert hat, womit ich in erster Linie die Texte und in Teilen auch die Produktionen meine. Udos Kompositionen sind &#8211; wie gesagt aus meiner subjektiven Sicht &#8211; &uuml;ber jeden handwerklichen Zweifel erhaben &#8211; bestenfalls ist es Geschmackssache, ob man lieber den swingenden Jazz-Udo mag, wie wir ihn auf der letzten CD deutlicher vernommen haben &#8211; oder den melancholisch-leisen Udo mit dennoch bombastischen Arrangements, wie sie auf der aktuellen CD (zumindest f&uuml;r mich &quot;gef&uuml;hlt&quot;) zu vernehmen sind.<\/p>\n<p>Was die Texte angeht, ist mir da (zu) viel der breiten Masse geschuldet. Der Titel des Albums deutet das ja schon an: Man zielt auf die breite Masse und ist dabei wenig originell. So haben Udos Schlager-Kollegen Roland Kaiser (, der ja zu allem &Uuml;berfluss sogar vom gleichen Produzenten betreut wird wie Udo), Bernhard Brink, Johnny Hill und Karel Gott ein Album gleichen Namens (!!!) herausgebracht. Das muss man sich mal vorstellen: vier namhafte Schlagerinterpreten haben bereits vor Udo ihr Album &quot;<strong>Mitten im Leben<\/strong>&quot; genannt. Mit dieser Vorgehensweise will man vermutlich das Schlager-Publikum von Helene Fischer und Andrea Berg in die Udo-Welt ziehen.<\/p>\n<p>Dass es auch ganz anders geht, zeigt der textlich wohl gelungenste Song des Albums &#8211; nach meinem Eindruck enth&auml;lt das Lied &quot;<strong>Vogel im K&auml;fig<\/strong>&quot; stark autobiografische Z&uuml;ge, zumal Udo ja als Textdichter (neben Uli Heuel) angegeben ist. Von au&szlig;en habe ich den Eindruck, als steckte Udo in Zw&auml;ngen: Seine K&uuml;nstler-Seele w&uuml;rde vielleicht viele der Lieder (gemeint ist NICHT &quot;Vogel im K&auml;fig&quot;) anders texten &#8211; aber zu Gunsten der Verkaufszahlen wird dann vieles glatt geb&uuml;gelt, was zumindest auch den Ratgebern geschuldet ist, die an m&ouml;glichst guten Verkaufszahlen nat&uuml;rlich interessiert sind. (Wie inzwischen bekannt, ist diese Rechnung ja hochprozentig auch aufgegangen).<\/p>\n<p>In vielen F&auml;llen geht es darum, den kleinsten gemeinsam Nenner zu finden. Beim Lesen der Texte kommt mir manchmal die Bildzeitung in den Sinn. Alles soll plakativ und einfach sein, jeder H&ouml;rer soll nicken und &bdquo;Ja genau!&ldquo; sagen. In der Politik nennt man solch plakative &Uuml;berlegungen wohl &bdquo;Populismus&ldquo;. Eigentlich ist das unter Udos Niveau, wenn ihm der kommerzielle Erfolg nicht derart wichtig w&auml;re. Hintergrund k&ouml;nnte sein, dass Udo J&uuml;rgens ohne diese &ouml;ffentliche Anerkennung und all den Schw&auml;rmereien nicht viel mehr bliebe als Leere und Einsamkeit in einem goldenen K&auml;fig &#8211; und genau von diesen in meinen Augen extrem wichtigen Schl&uuml;sselthemen handeln ja auch die textlich st&auml;rksten Songs &#8211; neben dem angesprochenen &quot;Vogel im K&auml;fig&quot; ist hier &quot;<strong>Zehn nach elf<\/strong>&quot; zu nennen &#8211; ein wundersch&ouml;ner Abschiedssong, der die Einsamkeit des K&uuml;nstlers nach dem Konzert beschreibt &#8211; nach meinem Eindruck ein Lied, das auch aus Sicht sehr vieler Udo-Fans einen (wenn nicht DEN) H&ouml;hepunkt des Albums darstellt.<\/p>\n<p>Das pauschale Schimpfen auf die moderne Technik oder die Banker etc. ist vielleicht auch seinem Alter geschuldet und sei Udo ja auch zugestanden. Ich finde sogar super, dass es sein Anspruch ist, auch aktuelle &quot;hei&szlig;e Eisen&quot; anzupacken, die wirklich fast tagesaktuell sind, wenn es z. B. um schwule Fu&szlig;baller oder zur&uuml;ckgetretene P&auml;pste geht. (&quot;<strong>Liebe bleibt Liebe<\/strong>&quot;). Aber dieses undifferenzierte Geschimpfe auf die moderne Technik im Allgemeinen und das Internet im Besonderen finde ich grenzwertig. Im vor etwa einem Jahr ver&ouml;ffentlichten Infobrief hat Udo sich da mit deutlichen Worten Luft verschafft &#8211; da war von &quot;<em>blindw&uuml;tige Diskussionen im Netz<\/em>&quot; und &quot;<em>Berufs-N&ouml;rgelei<\/em>&quot; die Rede, die ihm &quot;<em>Mut rauben<\/em>&quot;. Einerseits bezieht Udo klar Stellung &#8211; das ist in Ordnung und unterscheidet den Infobrief von Formulierungen in seinen aktuellen Liedern. Andrerseits sagt er doch, dass er selber nicht ins Internet geht. Wenn ihm dann sein Umfeld quasi als &quot;Abfangj&auml;ger&quot; nur die Texte aus dem Netz vorlegt, die auf diese Vorurteile zielen, ist das weniger dem (aus seiner Sicht wohl nicht &quot;sozialen&quot;) Netzwerk (&quot;<strong>Gefangen im Netz<\/strong>&quot;) zur Last zu legen, sondern viel mehr denjenigen, die ihm einseitig derartige Texte vorlegen, die seine Vorurteile bedienen &#8211; und nat&uuml;rlich auch ihm selbst, der er sogar mit massivem Nachdruck (auf jedem Album der letzten Jahre findet sich mindestens ein Song, der den technischen Fortschritt bzw. Internet zum Thema hat) &uuml;ber etwas singt, was er selber gar nicht nutzt, wie er ja nicht m&uuml;de wird, in Interviews zu bekennen.<\/p>\n<p>&Uuml;brigens &ndash; in einem aktuellen Bild-Interview &auml;u&szlig;ert sich Udo J&uuml;rgens zum Thema wie folgt: <em>Viele chatten lieber, als mit jemandem direkt in Kontakt zu treten. Und wenn ich h&ouml;re, dass schon Zehnj&auml;hrige auf Pornoseiten unterwegs sind, mache ich mir Sorgen um ihre Entwicklung. Die bekommen doch ein v&ouml;llig verzerrtes Bild von Erotik, das angesiedelt ist <u>zwischen Fantasie und Onanie, und nicht zwischen Romantik und Sinnlichkeit<\/u>, wie es eigentlich sein sollte.&ldquo;<\/em> &ndash; Ich finde, solche deutlichen Worte wie &bdquo;Erotik angesiedelt zwischen Fantasie und Onanie&ldquo; erf&uuml;llen durchaus auch lyrischen Anspruch, sind aber weit deutlicher &ndash; solche drastischen Worte will er in seine Songs aber wohl nicht (mehr) einbauen, wie mir scheint &ndash; eben im Sinne des gew&uuml;nschten Schielens auf den &bdquo;kleinsten gemeinsamen Nenner&ldquo;.<\/p>\n<p>Was das Thema &bdquo;Berufs-N&ouml;rgeln&ldquo; angeht&hellip; Udo selber hat sich ja bei seiner letzten Konzert-Tourn&eacute;e in einer Song-Ansage (zu &quot;<strong>Fehlbilanz<\/strong>&quot;) &uuml;ber das Wort &quot;Gewinnoptimierung&quot; ausgelassen. Den Gedanken hat er nun zu einem &#8211; wie ich finde &#8211; textlich ausgesprochen schwachen &quot;N&ouml;rgel&quot;-Song verarbeitet &#8211; &quot;<strong>Die riesengro&szlig;e Gier<\/strong>&quot;. Lediglich die originelle letzte Strophe bzw. Bridge des Songs (&quot;<em>Nur ein Gedanke macht mich krank &#8211; w&auml;r&#39; diese Erde eine Bank &#8211; ich h&auml;tte glatt gewettet &#8211; sie w&auml;re l&auml;ngst gerettet!<\/em>&quot;) ist sprachlich originell, wie ich finde. Was die &quot;<em>Treibjagd nach dem Geld, die wie ein wildes Tier die Welt in Atem h&auml;lt<\/em>&quot; angeht, muss Udo sich fragen lassen, warum er denn bei seiner Tour hochprozentig die gro&szlig;en Arenen bespielt, obwohl er laut eigener Aussage doch viel lieber intime Konzert-Erlebnisse mag. Oder man k&ouml;nnte sich fragen, warum seine CD zeitgleich in zwei Ausgaben erscheint, die sich musikalisch in nichts unterscheiden &#8211; lediglich in der &quot;Aufmachung&quot; der CD. Von den Ticket-Preisen m&ouml;chte ich da gar nicht erst reden (, wobei ich dar&uuml;ber nicht meckern w&uuml;rde, weil Udo ja mit Weltklasse-Orchester unterwegs ist).<\/p>\n<p>Last but not least ist hinsichtlich der Texte nat&uuml;rlich noch die Single-Auskopplung &quot;<strong>Der Mann ist das Problem<\/strong>&quot; zu besprechen, der sich ja zum veritablen Rundfunk-Hit entwickelt hat und in &Ouml;sterreich sogar die Single-Charts erklommen hat. Wie viele andere Texte des Albums ist auch dieser Song sehr auf kommerzielle Aspekte ausgelegt &#8211; in DIESEM Fall finde ich das aber in Ordnung, eben weil der Song das Zugpferd der CD ist, wenngleich in den einschl&auml;gigen Foren ja &uuml;ber gewisse Unzul&auml;nglichkeiten der Formulierungen diskutiert wurde (&quot;<em>ernste Themen wie &quot;Fokushima&quot; wirken in diesem Zusammenhang auch irgendwie fehlplaziert<\/em>&quot;; &quot;<em>Grunds&auml;tzlich finde ich es immer etwas fragw&uuml;rdig, zwischen den Geschlechtern in gut und schlecht zu kategorisieren<\/em>&quot;;&nbsp; &quot;<em>Aneinanderreihung von Klischees<\/em>&quot;). &#8211;<\/p>\n<p>Aufgabe einer solchen &quot;Zugpferd-Single&quot; ist ja genau das Finden eines m&ouml;glichst gro&szlig;en gemeinsamen Nenners. Wenn dann mit einer 4 1\/2-Minuten-Single noch ein Radio-Hit gelingt und dar&uuml;ber hinaus &uuml;ber einen Schlager (so sehe ich dieses Lied, nicht das Album) so kontrovers diskutiert wird, ist die Aufgabe erf&uuml;llt &#8211; da verzeihe ich in dem Fall die Nebeneinanderstellung plakativer Schlagworte oder Schlagzeilen. Ob es wirklich n&ouml;tig war, im Beisein des Pepe Lienhard Orchesters den Song bei &quot;Wetten, dass&hellip;&quot; Vollplayback zu bringen, steht auf einem anderen Blatt.<\/p>\n<p>Was die Kompositionen angeht, bin ich vom aktuellen Album sehr angetan. Ganz gro&szlig;e Highlights, wie sie auf dem letzten &quot;Wahnsinn&quot;-Album vorkamen wie &quot;Schenk mir einen Traum&quot;, &quot;Wenn ein Lied so w&auml;r&#39; wie Du&quot; und &quot;Gegen den Wind&quot; (subjektive Auswahl) finden sich zwar nicht, dennoch ist insbesondere hinsichtlich der Instrumentierung mit &quot;echten&quot; Weltklasse-Musikern Udo eine Liga f&uuml;r sich &#8211; diesen sehr dicken Pluspunkt kann man nicht stark genug betonen.<\/p>\n<p>Musikalisch gefallen mir fast alle Songs des Albums. Meinen pers&ouml;nlichen Geschmack treffen immer jazzige Swing-Nummern, von denen mit &quot;<strong>Alles aus Liebe<\/strong>&quot; auf diesem Album nur ein St&uuml;ck enthalten ist, das mich musikalisch und vom Arrangement her etwas an &quot;Jetzt oder nie&quot; erinnert &#8211; ein starkes St&uuml;ck Musik mit einem sehr sch&ouml;nen Blechbl&auml;ser-Solo &#8211; ich freue mich schon sehr auf die Live-Umsetzung.<\/p>\n<p>&Uuml;berhaupt liebe ich die vielen Soli, die auch auf Udos neuem Werk wieder zu h&ouml;ren sind &#8211; exemplarisch seien das Saxophon-Solo von &quot;<strong>Der Mann ist das Problem<\/strong>&quot;, &quot;<strong>Liebe bleibt Liebe<\/strong>&quot; und &quot;<strong>Mitten im Leben<\/strong>&quot;, Horn-Soli in &quot;<strong>Das Leben bist Du<\/strong>&quot;, das Violin-Solo in &quot;<strong>Mein Ziel<\/strong>&quot; und &quot;<strong>Zehn nach elf<\/strong>&quot; (beide Songs wunderbar opulent instrumentiert &#8211; ganz gro&szlig;es musikalisches Kino), das Gitarrensolo in &quot;<strong>Die riesengro&szlig;e Gier<\/strong>&quot; und &quot;<strong>Gefangen im Netz<\/strong>&quot; (musikalisch finde ich beide letztgenannten Songs enorm stark, nur eben textlich meines Erachtens sehr schwach) genannt.<\/p>\n<p>Was ich an Udo-Kompositionen immer wieder liebe und was er erneut zelebriert, sind die Ritte durch Tonarten oder Verzicht auf Fade-Outs zugunsten von durchdachten Outros der Songs. Diesbez&uuml;glich hat er auch mit seinem aktuellen Werk sein hohes Niveau gehalten.<\/p>\n<p>Hoch erfreulich ist, dass Udo nach langer Zeit eine alte Tradition hat aufleben lassen &#8211; er hat zum &quot;Durchschnaufen&quot; zwischen den Songs sch&ouml;ne kleine Zwischenspiele eingeflochten, f&uuml;r die Katharina Gerwens gewohnt lyrische Worte gefunden hat. Die in den 80er Jahren gefundene Form (&quot;Opening&quot;, &quot;Finale&quot; usw.) hat mir allerdings noch besser gefallen &#8211; aber das ist sicher Geschmackssache.<\/p>\n<p>Was die Produktion angeht, schlie&szlig;e ich mich der Kritik einiger Forenschreiber an, die die schlagerhafte Produktionsart eines Peter Wagners kritisch sehen (Sterilit&auml;t der Blechbl&auml;ser, die nicht &quot;satt&quot; klingen und nicht authentisch klingender Drum-Sound werden hier gerne exemplarisch genannt).<\/p>\n<p>Der unglaubliche Text-Lapsus im Song &quot;<strong>Liebe bleibt Liebe<\/strong>&quot; (ist die Bahn nun ein Witz oder nicht? J) wurde hier bei Smago! ja bereits ausf&uuml;hrlich diskutiert.<\/p>\n<p>Kurz noch ein Wort zur Promotion &#8211; w&auml;hrend in fr&uuml;heren Jahren da sehr viel schief gelaufen ist, hat man wohl einiges gelernt. Insgesamt haben sowohl Management als auch die &quot;Fan-Base&quot; sich sehr vern&uuml;nftig verhalten. Ob das &quot;Pre-Listening&quot; des gesamten Albums vorab Sinn macht &#8211; ich habe meine Zweifel. Ganz offensichtlich hat dem K&uuml;nstler selber diese Vorgehensweise nicht gefallen &#8211; so kam es wohl bei der CD-Pr&auml;sentation in Berlin r&uuml;ber. Und ob man nun wirklich unbedingt zu Lanz und zu Nebel muss, um da Vollplayback zu schauspielern (- gleichzeitig nennt Udo das in Interviews &bdquo;Betrug am Publikum&ldquo;-) &ndash; dar&uuml;ber kann man trefflich streiten.<\/p>\n<p>Erfreulich ist, dass im Gegensatz zu fr&uuml;her die Beteiligten (Plattenfirma, Management, Facebook-Site, Homepage-Betreuer und nicht zuletzt die Fans) deutlich koordinierter miteinander gearbeitet haben als man das von fr&uuml;her kannte, was ich sehr erfreulich finde. Vielleicht kann man sich ja zum 80. Geburtstag wirklich mal auf eine gro&szlig;artige Ver&ouml;ffentlichung jenseits der Best Of-Einfallslosigkeit freuen &ndash; lassen wir uns &uuml;berraschen.<\/p>\n<p>Fazit: Mit &quot;Mitten im Leben&quot; legt Udo J&uuml;rgens eine solide CD vor, die (von oben geschilderten kleineren Schw&auml;chen abgesehen) zeitgem&auml;&szlig; ist. Dass ein 79-j&auml;hriger immer noch derart mit aktuellen(!) Produktionen im Gesch&auml;ft mitmischt, sucht seinesgleichen &#8211; daf&uuml;r geb&uuml;hrt ihm h&ouml;chster Respekt und Anerkennung. Ich bin sehr gespannt auf die Live-Umsetzung und freue mich schon jetzt auf die in diesem Jahr stattfindendeTourn&eacute;e, bei der Udo ja immer am allerbesten sein wahres K&ouml;nnen zeigen kann. Oft passiert es mir, dass ich Songs erst in der Live-Umsetzung richtig aufnehme &ndash; vielleicht geht mir das ja auch mit dem einen oder anderen Lied des aktuellen Albums so.<\/p>\n<p>Eins von den unendlich vielen &quot;Liedern, die im Schatten stehen&quot; von Udo J&uuml;rgens hei&szlig;t &quot;<strong>Deine besten Jahre<\/strong>&quot;, 1977 von Eckart Hachfeld genial getextet. In diesem Lied werden im 20-Jahres-Abstand verschiedene Lebens-Situationen beschrieben. Offensichtlich befindet sich der Meister in seinen &quot;besten Jahren&quot; &#8211; wie er es mit Herrn Hachfeld schon damals formuliert hat (auch wenn eigentlich der 20-Jahre-Abstand-Logik folgend nun eine weitere Strophe f&auml;llig w&auml;re :)):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Deine besten Jahre k&ouml;nnen die sp&auml;ten sein,<\/em><br \/>\n<em>wo du G&uuml;te gro&szlig; schreibst und die Ehre klein,<\/em><br \/>\n<em>wo du dich in Menschen nicht mehr irrst,<\/em><br \/>\n<em>wo du geduldig und leise wirst,<\/em><br \/>\n<em>wo dich kein Hass oder Neid mehr st&ouml;rt,<\/em><br \/>\n<em>wo deine Zeit nur noch dir geh&ouml;rt.<\/em><\/p>\n<p><em>Deine besten Jahre k&ouml;nnen die sp&auml;ten sein,<\/em><br \/>\n<em>deine besten Jahre k&ouml;nnen die sp&auml;ten sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Deine besten Jahre, die k&ouml;nnen immer sein.<\/em><\/p>\n<p>Stephan Imming<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Udo-J\u00fcrgens-&#8222;Experte&#8220; kann die allgemeine Begeisterung f\u00fcr die neue Udo-CD zwar nachvollziehen, sieht aber zumindest einige Songs des Albums kritisch,<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":105557,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105556"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105556"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105556\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}