{"id":104629,"date":"2014-03-29T00:00:00","date_gmt":"2014-03-29T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=104629"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"ROGER-CICERO-Wissenswertes-ueb-104628","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop\/ROGER-CICERO-Wissenswertes-ueb-104628\/","title":{"rendered":"ROGER CICERO <br \/> Wissenswertes \u00fcber seine neue CD &quot;Was immer auch kommt&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Das Album ist seit Freitag (28.03.2014) im Handel erh\u00e4ltlich!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was immer auch kommt,<br \/>\nEs kommt mir entgegen<br \/>\nInmitten des Dschungels<br \/>\nAus Mitteln und Wegen<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Intensive Seitenblicke nach links und rechts verbieten sich, w&auml;hrend man in H&ouml;chstgeschwindigkeit durch die ausgefahrenen Wege des Alltags rauscht. Am unerwarteten Ende der Stra&szlig;e dagegen werden sie unausweichlich. &bdquo;Der Mensch ist merkw&uuml;rdig: Er lebt, als w&uuml;rde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt. &#8211; So &auml;hnlich hat es der Dalai Lama einmal ausgedr&uuml;ckt. Ich bin kein Buddhist, aber mit diesem Satz kann ich viel anfangen: Man nimmt das Leben oft so selbstverst&auml;ndlich, dass man es fast aus den Augen verliert.&ldquo; Roger Cicero holt weit aus, wenn er von seinem neuen Album spricht. Denn alles darauf hat &#8211; mehr noch als die vier erfolgreichen Vorg&auml;nger &#8211; mit seiner Person zu tun; mit dem, was war, und mit dem, was kommt.<\/p>\n<p>Roger Ciceros pers&ouml;nliche Vollbremsung erfolgte, zwangsl&auml;ufig, mit der Trennung von seiner langj&auml;hrigen Freundin, der Mutter des gemeinsamen Sohnes. In dieses Ende der eigenen Lebenssituation platzte dann der Gedanke an die eigene Endlichkeit, als ein guter Freund ihn direkt vom Krankenhausbett aus anrief, kurz vor einer eilig anberaumten OP. Die R&auml;der standen pl&ouml;tzlich still. &bdquo;Der schwerste Moment ist, diesen Schwebezustand zu akzeptieren, anstatt vor ihm zu fl&uuml;chten. Eigentlich ist dieses ,Ich wei&szlig; nicht weiter&lsquo;-Gef&uuml;hl genau das, was ich brauche, um der Intuition eine Chance zu geben und wieder wirklich zu mir zu kommen. Es ist schmerzhaft, aber es ist eben auch eine Chance, all das nur vermeintlich Wichtige im Leben auszublenden &ndash; und das wirklich Wichtige in gro&szlig;er Klarheit zu sehen.&ldquo;<\/p>\n<p>Diese Momente des Innehaltens gibt es immer wieder. Einmal war Roger Ciceros Karriere fast beendet, bevor sie &uuml;berhaupt begonnen hatte. Sein Arzt stellte ihn vor die Wahl zwischen Stimme und Zigaretten, Roger entschied sich f&uuml;r Ersteres und verzichtete fortan auf Alkohol und Nikotin. &bdquo;Der K&ouml;rper ist das Instrument des S&auml;ngers, das musste ich damals annehmen; ich hatte alles noch vor mir, alles war m&ouml;glich. Jetzt bin ich Vater und keine zwanzig mehr, da sind die Gedanken andere. Aber was bleibt, ist, dass es manchmal n&ouml;tig ist, ganz auf sich selbst zur&uuml;ckgeworfen zu werden und zu sehen, wie aus der scheinbaren Leere Raum f&uuml;r Neues entsteht. Es erinnert mich daran, dass man dem Leben immer wieder einmal einen gro&szlig;en Vertrauensvorschuss geben und sich bewusst f&uuml;r das Risiko entscheiden sollte, um wirklich weiter zu kommen. Es ist wie mit einer neuen Liebe: Ein Teil des alten Lebens endet, man wei&szlig; nicht, was kommt &#8211; aber man ist sich sicher: Es wird gut.&ldquo;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p><em>Ich werd mich heut von mir trenn&lsquo;n<br \/>\nUnd lern mich morgen neu kenn&lsquo;n<br \/>\nDer Moment, in dem du alles stornierst<br \/>\nIst der Moment, in dem du kapierst<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Themen seiner neuen Songs zieht Roger Cicero aus sich selbst, aus Gedanken und Erlebtem. Doch was er daraus macht, ist keine introspektive R&uuml;ckschau, sondern allgemein g&uuml;ltig: Ein Blick nach vorn im klaren Bewusstsein dessen, was war. Dieser Tenor des Titelsongs findet sich wieder in den vielen Facetten des gesamten Albums: Es wirft Fragen auf, wie jene nach dem Umgang mit der eigenen Verg&auml;nglichkeit &#8211; die von der ersten Single &bdquo;Wenn es morgen schon zu Ende w&auml;r&ldquo; mit einem Mehr an nachdenklicher Lebensfreude beantwortet wird. Es beschreibt, untermalt von flirrender Hammond-Orgel, den meist unglamour&ouml;sen, &uuml;berraschend banalen Moment der Trennung (Hollywood), erz&auml;hlt von den unkontrollierbaren, atemlosen Momenten absoluter Leichtigkeit (Gl&uuml;ck ist leicht) und begr&uuml;&szlig;t, fanfarengleich und vor Freude spr&uuml;hend, die neue Liebe (Du bist mein Sommer). Und es ermutigt, selbst in scheinbar ausweglosen Situationen nicht zu resignieren, sondern nach verborgenen neuen T&uuml;ren zu suchen &#8211; sie sind da (Wenn du die Wahl hast).<\/p>\n<p>Der eindringlichste Moment des Albums entsteht in &bdquo;Frag nicht, wohin&ldquo;, vordergr&uuml;ndig ein Versuch, das Auseinandergehen der Eltern mit den Augen des Sohnes zu sehen, dahinter aber auch ein Ringen mit den Gespenstern der eigenen Kindheit und ein Eingest&auml;ndnis des Scheiterns als Vater, der eigentlich alles besser machen wollte.<\/p>\n<p>Rio Reisers &bdquo;Stra&szlig;e&ldquo; ist der einzige nicht aus eigener Feder stammende Titel &#8211; daf&uuml;r aber der erste, den Roger Cicero in die engere Wahl nahm, noch bevor er &uuml;berhaupt mit dem Songwriting f&uuml;r sein neues Werk begann: &bdquo;Ich bin schon immer ein gro&szlig;er Verehrer von Rio Reiser. Und in ,Stra&szlig;e&lsquo; bringt er die Gef&uuml;hls- und Gedankenwelt nach einer Trennung auf v&ouml;llig unpr&auml;tenti&ouml;se Weise derma&szlig;en auf den Punkt, dass es mich immer wieder sch&uuml;ttelt. Es war nicht ganz leicht, ein St&uuml;ck von nur zwei Akkorden in ein jazziges Gewand zu bekommen, aber die M&uuml;he hat sich gelohnt.&ldquo;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p><em>Entr&uuml;mpel all diese R&auml;ume<br \/>\nIch brauch neue Tr&auml;ume<br \/>\nMuss weg von der Schiene<br \/>\nAus blinder Routine<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das Team hinter &bdquo;Was immer auch kommt&ldquo; ist das gleiche geblieben: Kiko Masbaum und Roland Spremberg teilten sich die Produktion der Songs, eingespielt wurden sie von Roger Ciceros langj&auml;hrigem, festem Musiker-Stamm. Aber der Sound ist ein anderer, ganz bewusst: &bdquo;Insbesondere bei meinen ersten Alben stand und fiel alles mit der Bigband &#8211; vom Songwriting &uuml;ber die Arrangements bis hin zu meiner Stimme, die sich in Lautst&auml;rke und Klang meist gegen ein ganzes Orchester durchsetzen musste. Das hat seinen eigenen Reiz und macht gro&szlig;en Spa&szlig;, aber diesmal war die Grundfrage f&uuml;r mich eine andere. Nicht: Wir haben einen Klangk&ouml;rper &#8211; was machen wir daraus? Sondern: Ich habe ein Gef&uuml;hl &#8211; wie bringe ich es zum klingen?&ldquo;<\/p>\n<p>Intensit&auml;t durch Reduktion, im Leben wie in der Musik; und eine gro&szlig;e Ver&auml;nderung, um die kleinen Nuancen h&ouml;rbar zu machen: Roger Ciceros Stimme klingt so weich und vielschichtig wie nie, nach Soul im eigentlichen Wortsinn; sie erz&auml;hlt allein durch ihren Klang, weniger durch die gewohnten, technisch virtuosen Verzierungen des Ausnahmes&auml;ngers. Die Arrangements schaffen den Raum daf&uuml;r, drapieren die Instrumente behutsam um Stimme und Stimmung herum. Im Ergebnis stehen dreizehn emotional dichte Songs voll leiser Zwischent&ouml;ne und zugleich gro&szlig;er Pop-Hooklines &#8211; weiterhin, und deutlich h&ouml;rbar, von einer Jazzband gespielt. Eine schwungvolle, lang im Ohr nachhallende Aufforderung, sich auf den Tanz ins Ungewisse einzulassen. Je leichtf&uuml;&szlig;iger, desto besser. Trotz allem &#8211; und gerade deswegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p><em>Was immer auch kommt,<br \/>\nNichts kann mehr so bleiben<br \/>\nEs gibt noch kein Wort<br \/>\nMich neu zu beschreiben<br \/>\nWas immer auch kommt,<br \/>\nEs kommt mir gelegen<br \/>\nIch werde mich l&ouml;schen<br \/>\nUnd selbst &uuml;berleben<br \/>\nWas immer auch kommt<\/em><\/p>\n<p>Starwatch (Textvorlage)<br \/>http:\/\/www.starwatch.de<br \/>http:\/\/www.rogercicero.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Album ist seit Freitag (28.03.2014) im Handel erh\u00e4ltlich!\u00a0 Was immer auch kommt, Es kommt mir entgegen Inmitten des Dschungels<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":104630,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[27],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104629"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104629"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104629\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/104630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}