{"id":102421,"date":"2014-06-04T00:00:00","date_gmt":"2014-06-04T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=102421"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Sein-Album-Mitten-102420","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Sein-Album-Mitten-102420\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/> Sein Album &quot;Mitten im Leben&quot; im Test von&#8230;: Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Ganze drei Tage lang hat DER Musikjournalist an dieser CD-Kritik gesessen und einen regelrechten &#8222;Aufsatz&#8220; \u00fcber das aktuelle Album von &#8222;U.J.&#8220; geschrieben&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie doch die Zeit vergeht&hellip; In denjenigen Tagen, als ich vor 30 Jahren mein allererstes Konzert des aus K&auml;rnten stammenden Gro&szlig;meisters des gehobenen Schlagerchansons, <strong>UDO J&Uuml;RGENS<\/strong>, besuchen wollte, raschelte es im Bl&auml;tterwald. Die Verantwortlichen von Udos damaligem Konzertveranstalter &bdquo;Funke&ldquo; (heute: &bdquo;Funke Media&ldquo;) planten, seine Tournee 1984\/85 &ndash; mal wieder eine Mammutreise mit weit &uuml;ber 50 Terminen, fast durchwegs ausverkauft &#8211; unter dem Motto &bdquo;Udo &acute;50&ldquo; stattfinden zu lassen. Warum &bdquo;Udo &acute;50&ldquo;? Ganz einfach: Der ewig junge Chansonnier sollte am 30. September 1984 das magische Alter von 50 Jahren erreichen. Diesen runden Geburtstag wollte man nutzen, um die kurz darauf beginnende Livetour eben mit diesem Ereignis zu bewerben. Doch, wie ich mich erinnere, entschied man sich dann doch noch anders. Begr&uuml;ndung in der Boulevardpresse: W&uuml;rde man bei der Konzertpromotion auf Udos 50. Ehrentag anspielen, k&ouml;nnten wom&ouml;glich die jungen und v.a. die jungen <u>und<\/u> weiblichen Fans des hei&szlig;begehrten Lebemannes mit heutigem Wohnsitz Zumikon im Schweizer Kanton Z&uuml;rich abschreckt werden, ein Konzert des (angeblich!) &sbquo;alten Mannes&rsquo;, der nun mal kein &ndash; um in der Zeit zu bleiben &ndash; Simon Le Bon oder Limahl (mehr) war, zu besuchen&hellip; Naja, die 50 Jahre sah und h&ouml;rte man dem unschlagbaren Gratwandler auf der Balance von Schlager, Pop und Chanson damals, im Herbst 1984, tats&auml;chlich keinesfalls an. Die Tourneebewerbung bezog sich fortan aber, nach einiger interner Diskussion, auf Udos hoch gelobtes 1984er-LP-Meisterwerk &bdquo;Hautnah&ldquo;; ich besuchte am Dienstag, dem 27.11. desselben Jahres, den ersten Udo-Auftritt meines damaligen, 13j&auml;hrigen Lebens im &bdquo;Saal I&ldquo; des Hamburger CCH &ndash; ja, und genau 30 Jahre sp&auml;ter k&auml;me wirklich keiner mehr auf die Idee, die anstehende Konzertreise des geb&uuml;rtigen Klagenfurters wom&ouml;glich &bdquo;Udo&acute;80&ldquo; zu nennen, auch wenn der K&uuml;nstler am 30. September diesen Jahres tats&auml;chlich seinen &ndash; man mag es kaum glauben &ndash; 80. Geburtstag feiert.<\/p>\n<p>Nix da, mit gem&auml;chlichem Ruhestand oder zur&uuml;ckgezogenem Seniorendasein f&uuml;r den Erschaffer unz&auml;hliger Klassiker deutschsprachiger Unterhaltungsmusik. Vielmehr <strong>&bdquo;Mitten im Leben&ldquo;<\/strong> will Udo J&uuml;rgens auch und gerade in seinem 80. Lebensjahr sein: Genauso nannte er seine neue, insgesamt (laut Berechnungen des Kollegen Andy Tichler von Smago.de) 53. Studioproduktion &ndash; und bereits die ersten Takte des aus sage und schreibe zw&ouml;lf brandneuen, schier phantastischen Liedern plus vier k&uuml;rzeren Intermezzi bestehenden Albums beweisen, dass alleine schon die Betitelung von Udos neuer Scheibe und der f&uuml;r Herbst 2014 anstehenden Tournee den Nagel ohne jegliche Zweifel oder Abstriche punktgenau auf den viel zitierten Kopf trifft!<\/p>\n<p>Gleich im ersten Beitrag wird kraftvoll drauflos gerockt und gerollt, als h&auml;tten &bdquo;Status Quo&ldquo; soeben beim &bdquo;Orchester Pepe Lienhard&ldquo; angeheuert, das den K&uuml;nstler schon seit unz&auml;hligen Jahren bei seinen Live- wie Studiodarbietungen mit steter Regelm&auml;&szlig;igkeit so kongenial wie kollegial begleitet. Im Er&ouml;ffner <strong>&bdquo;Der Mann ist das Problem&ldquo;<\/strong>, einem fetzigen, lauten, Boogie-Rocker, der perfekt harmonierend mit hei&szlig;en Big-Band-Bl&auml;sern, lautstark h&auml;mmerndem Schlagzeug und gro&szlig;orchestralen Soundw&auml;llen best&uuml;ckt, und somit enorm aufregend, geradezu aufwiegelend arrangiert wurde, parodiert Udo auf &uuml;beraus gekonnt drastisch austarierter musikalischer Grundlage grandios und mit spitzer Satire sein eigenes Geschlecht und dessen immer wiederkehrende Widerspr&uuml;che. Eing&auml;ngig, trotzig, aber dennoch immer mit viel Verst&auml;ndnis und deutlichem Augenzwinkern ausformuliert, spie&szlig;t Udo im ersten Titel von <strong>&bdquo;Mitten im Leben&ldquo;<\/strong> die Diskrepanz des Maskuline auf, die z.B. daran erkennbar ist, dass manche M&auml;nner etwa hoch moralisch das Z&ouml;libat einfordern, andere Geschlechtsgenossen dagegen lustvoll die k&auml;ufliche Liebe nutzen (nicht selten auch dieselben, im &Uuml;brigen!), w&auml;hrend starke (oder auch nur sich stark gebende) M&auml;nner per se zwar oft Angst vorm Zahnarzt haben, aber gleicherma&szlig;en in einer skrupellosen Kriegsf&uuml;hrung stets vorn anstehen. Der legend&auml;re Linzer Poptexter Wolfgang Hofer, der schon f&uuml;r Udo-Gassenhauer der Sorte &bdquo;Mit 66 Jahren&ldquo;, &bdquo;Buenos Dias Argentina&ldquo;&nbsp; oder &bdquo;Boogie Woogie Baby&ldquo; lyrisch verantwortlich zeichnete, ersann die spitzfindigen, aber niemals verletzenden Wortspielereien zu Udos durchaus selbstironischer Abrechnung mit der holden M&auml;nnlichkeit (nachdem Hofer &uuml;brigens bereits 2005 f&uuml;r seinen langj&auml;hrigen Weggef&auml;hrten Udo J&uuml;rgens die passenden Reime f&uuml;r dessen liebevolle, poppig-jazzige Ehrerbietung an die &bdquo;Frauen&ldquo; dieser Welt gefunden hatte, die als eines der erfolgreichsten und beliebtesten Lieder der seinerzeit immens gefeierten CD &bdquo;Jetzt oder nie&ldquo; gilt!)<\/p>\n<p>Es folgt das an romantische Musicalmelodien und &auml;hnlich ausgerichtete Filmschlager der 50er Jahre erinnernde, opulent ausgelebte Piano-Chanson <strong>&bdquo;Was ich gerne w&auml;r&rsquo; f&uuml;r Dich&ldquo;<\/strong>, das sich nach und nach aus aller Sanftheit heraus, gnadenlos und &auml;u&szlig;erst trefflich zu einer streicherverzierten Monumental-Ballade mit internationalem Klangbild und latent klassisch-symphonischen Reminiszenzen ausw&auml;chst.<\/p>\n<p>Locker-flockig, aus jeder einzelnen Note mehr als nur sympathische Fr&uuml;hlingsfrische verspr&uuml;hend, liebenswert jugendlich-naiv, durchaus kess, burschikos, aber stets voller reifer Contenance und Weisheit, erklingt daraufhin der elit&auml;re, schon jetzt als zeitlos und ewigkeitstauglich zu bezeichnende Big-Band-Swing <strong>&bdquo;Alles aus Liebe&ldquo;<\/strong>. Das mitrei&szlig;ende, munter vor sich hin swingende Pop-Kleinod ist stilistisch irgendwo zwischen typisch US-amerikanischem Jazz\/Funk\/Soul der 70er a la George Benson und nat&uuml;rlich gru&szlig;spurigem, pr&auml;chtig drall inszenierten Gro&szlig;stadt-Swing im Sinne von Udos gro&szlig;em Vorbild Frank Sinatra angesiedelt, und lebt ganz besonders durch die kaum zu z&auml;hlenden Bl&auml;ser und Streicher, die mittels ihrer feurigen Spielfreude f&uuml;r ein zutiefst edles, gro&szlig;b&uuml;rgerlich-urbanes Flair dieses h&ouml;llisch hei&szlig;en Jazz-Rock-Epos sorgen!<\/p>\n<p>Nach dem still-grazilen, nur knapp 40sek&uuml;ndigen ersten Intermezzo <strong>&bdquo;Dieser Tag&ldquo;<\/strong>, betextet, wie &uuml;brigens alle vier, stets sehr kurz und pr&auml;gnant gehaltenen musikalischen Zwischenspiele, von der M&uuml;nchener Lektorin, Journalistin und Krimiautorin Katharina Gerwens, vernehmen wir ein weiteres, &uuml;beraus anspruchsvolles und mit viel Liebe zum Detail arrangiertes und inszeniertes Slow-Tempo-Chanson, welches hei&szlig;t <strong>&bdquo;Wohin geht die<\/strong> <strong>Liebe, wenn sie geht?&ldquo;<\/strong>, f&uuml;r das ebenso die geb&uuml;rtige M&uuml;nsteranerin, die nun als Freie Autorin in der bayerischen Landeshauptstadt lebt, die sacht philosophischen, stets &uuml;berzeugenden Reime fand.<\/p>\n<p>Ein klassischer, kraftvoll und aufmunternd vorantreibender Udo-J&uuml;rgens Hymnus auf Lebenssinn, Hoffnung, Liebe und Zukunft nennt sich <strong>&bdquo;Das Leben bist Du&ldquo;<\/strong> und basiert auf intelligentem Poprock, der erneut mit gro&szlig;em, fulminant ert&ouml;nenden Orchesterarrangement umgesetzt wird, das sich mit den phonstarken, f&uuml;hrenden E-Gitarren und sogar mit ein paar knarzig bluesigen Trompetenfragmenten auf gro&szlig;artige Art und Weise paart und so zu einer un&uuml;bertrefflichen klanglichen Einheit fusioniert. Bei &bdquo;Das Leben bist Du&ldquo; handelt es sich um eine unendlich optimistische Aufforderung an das imagin&auml;re Gegen&uuml;ber des Vortragenden, sich von nichts und niemandem vom ureigenen, selbstbestimmten Leben abbringen zu lassen, in dem man zwar f&uuml;r alles selbst verantwortlich ist und daher durchwegs auf sich und seine Handlungsoperationen aufpassen m&ouml;ge, aber eben auch eigenst&auml;ndig, unbeschwert und von niemand B&ouml;swilligem beeinflusst sein Dasein ausgestalten und genie&szlig;en solle: &bdquo;Du drehst Dir Deine Welt zur H&ouml;lle \/ Oder auch der Sonne zu \/ Du bist das Leben \/ Das Leben bist Du!&ldquo;.<\/p>\n<p>Wiederum ist ein sehr ruhiges, getragenes Intermezzo, genannt <strong>&bdquo;Unser Gl&uuml;ck&ldquo;<\/strong>, an der Reihe, bevor ein reifes, bet&ouml;tend zur&uuml;ckhaltend und zugleich hoffnungsvoll aufbrausend dargebotenes, weitschweifig, einmal wieder trefflich bombastisch, von mutma&szlig;lich Tausenden von Streichern, Celli, Geigen, Pauken (&uuml;brigens aus dem personellen Bestand des &bdquo;Filmorchesters Babelsberg&ldquo;!) bestimmtes, zutiefst pers&ouml;nliches &bdquo;My Way&ldquo; (vgl. F. Sinatra) des durchgehend juvenil, intensiv, machtvoll, aber auch h&ouml;rbar sehr weise und lebenserfahren, zugleich donnernd, ehrlich, offensiv intonierenden immerjungen, scheinbar niemals alternden Entertainers und sprichw&ouml;rtlichen Weltb&uuml;rgers Udo J&uuml;rgens aus den Boxen dringt.<\/p>\n<p>Kurz darauf wird der Jubilar zum lautstarken, drallen, aufwiegelnden &ndash; ja, nicht lachen! &#8211; Hardrocker &ndash; ich sagte aus vollster Seele: Hardrocker! (und meinte dies auch!) &#8211; per Excellance: In dem zutiefst kritisch, widerstandsfreudig ausgerichteten Brachial-Opus <strong>&bdquo;Die riesengro&szlig;e Gier&ldquo;<\/strong> rechnet Udo, politisch absolut up to Date, aber niemals belehrend oder unn&ouml;tig betroffen, voller ehrlicher Wut im Bauch, mit Globalisierung, Turbokapitalismus und sinnlosen Geldverschwendungen f&uuml;r Bankenrettungen ab. Schneller, harter, hymnischer, bluesdurchtr&auml;nkter Stadionrock, n&auml;her bei Springsteen, als bei belanglosem Schlagertrallala &ndash; g&auml;be es nicht so viele Beitr&auml;ge auf &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;, die man schlussendlich nur zu realen Geniestreichen ausrufen kann, w&uuml;rde ich vermutlich &bdquo;Die riesengro&szlig;e Gier&ldquo; als meinen pers&ouml;nlichen Favoriten aus Udos aktueller Songkollektion bezeichnen, der da gipfelt in der so schlichten, wie den Kern der Sache auf den wunden Punkt bringenden Feststellung: &bdquo;Nur ein Gedanke macht mich krank \/ w&auml;r&rsquo; unsere Erde eine Bank \/ Ich h&auml;tte glatt gewettet \/ Sie w&auml;re l&auml;ngst gerettet&ldquo;!<\/p>\n<p>Nach Intermezzo Numero Drei, <strong>&bdquo;Der Augenblick&ldquo;<\/strong>, folgt das besonders in lyrischer Hinsicht einwandfrei hochwertige, geradezu bestechende, kompositorisch rasende, fast ruhelose, enorm direkte, treibende Rockdrama &bdquo;Liebe bleibt Liebe&ldquo;, in dem Udo die Irrungen und Wirrungen, die immer schneller vonstatten gehenden &Auml;nderungen von Zeit und Geist, von technischem Status und gesellschaftlichen Normen, hieb- und stichfest karikiert: Das Lied-Ich beobachtet in einem Cafe&rsquo; ein junges Paar, dass beieinander sitzt, sich jedoch nicht anschaut, sondern statt dessen den Blick starr auf das jeweilige Handy richtet. Die beiden schreiben und tippen schweigend auf der kleinen Tastatur, aber pl&ouml;tzlich k&uuml;ssen sie sich&hellip; dann doch noch, denkt sich der Protagonist lakonisch. Denn trotz jedweder technischer Neuerungen, in Anbetracht aller &uuml;bertrieben modischer Kommunikationsm&ouml;glichkeiten, gilt sogar anno 2014, wenn sich zwei Menschen m&ouml;gen, immer noch und immer wieder: <strong>&bdquo;Liebe<\/strong> <strong>bleibt Liebe&ldquo;<\/strong>! In ebenjenem knackigen Pop\/Rock-Hammer l&auml;sst Udo nun zig &Auml;nderungen und Wandlungen der letzten Jahre Revue passieren: Die gute, alte D-Mark gibt&rsquo;s nimmer, man zahlt nun schon l&auml;nger mit dem Euro, erstmals in der Kirchengeschichte ist ein Papst zur&uuml;ckgetreten, statt einer Landkarte, nutzt man heute beim Autofahren einen Navi oder, wie es im schier genialen Text aus der Feder des in Hamburg lebenden Poplyrikers Frank Ramond so sch&ouml;n hei&szlig;t. &bdquo;Aus Peter wird Sandy \/ Aus RAIDER wird TWIX \/ aus Kohl wurde Merkel \/ aus manchen wird nichts!&ldquo;. Dem ist nichts mehr hinzuzuf&uuml;gen!<\/p>\n<p>Eher traditionell und vorhersehbar bleibt die chansonhafte Piano-plus-Streicher-Ballade <strong>&bdquo;Vogel im K&auml;fig<\/strong>&ldquo;; kein &uuml;bles Lied, aber schon oft so oder &auml;hnlich in den letzten Jahres von Udo vernommen. Dieser Beitrag pl&auml;tschert vor sich hin, bietet nichts Neues (und erinnert in seiner lyrischen Intention zudem unverkennbar an Udos musikalische Verbeugung vor Flugpionier Otto Lilienthal, &bdquo;Flieg &ndash; Flieg in die Sonne&ldquo;, aus der 1991er-LP &bdquo;Geradeaus&ldquo;). Viel, viel aufregender und nachdenkenswerter wird&rsquo;s dann wiederum in Udos bissiger und inhaltlich sehr notwendiger Abrechnungen mit der Datensammelwut von Geheimdiensten, der Unpers&ouml;nlichkeit sog. &bdquo;Sozialer Netzwerke&ldquo; im Internet, der digitalen Kontrolle von Allem und Jedem, <strong>&bdquo;Der Gl&auml;serne Mensch&ldquo;<\/strong>, einem weiteren drallen, krossen Poprocker h&ouml;chster Qualit&auml;t, verbunden mit lyrischer Brillanz und brennender thematischer Aktualit&auml;t.<\/p>\n<p>Das vierte (und letzte) Intermezzo unter der Bezeichnung <strong>&bdquo;Diese Lieder&ldquo;<\/strong> leitet &uuml;ber in den wahrlich phantastischen, nur von geballter Power und offensivem Lebenswillen, ehrlichen Zukunftshoffnungen und zugleich realit&auml;tsorientierter Bodenst&auml;ndigkeit nur so strotzenden Titelgeber von Udos fraglos ph&auml;nomenalem neuen Album, <strong>&bdquo;Mitten im Leben&ldquo;<\/strong> &ndash; ein zielstrebiger, lebensbejahender, enorm aufbauender Ewigkeitshymnus voller Energie, Lust und Vorfreude, auf das, was noch kommen mag!<\/p>\n<p>Der immens liebevolle, so nachdenkliche, wie sehns&uuml;chtige, einwenig n&auml;chtlich-abgekl&auml;rte Schleicher <strong>&bdquo;Zehn<\/strong> <strong>nach Elf&ldquo;<\/strong> erz&auml;hlt aus der Ich-Perspektive &uuml;ber das allt&auml;gliche Tourneeleben eines K&uuml;nstlers. Autobiographisch angehaucht, l&auml;sst Udo seine intimsten Gef&uuml;hle zu Worten und T&ouml;nen werden, die ihn regelm&auml;&szlig;ig durchziehen, wenn er nach dem kr&ouml;nenden Ende eines Auftritts, meist so gegen 23.10 Uhr, ersch&ouml;pft in seine Garderobe geht, sich frisch macht, seinen Bademantel abwirft, zwar all den Jubel zuvor freudig genossen hat &ndash; sich nun aber extrem einsam und alleingelassen f&uuml;hlt, weshalb er sich nichts sehnlicher w&uuml;nscht, als dass seine geliebte Partnerin nun, im unpers&ouml;nlichen Hotelzimmer, bei ihm sein k&ouml;nne und die ellenlang wirkenden Stunden nach dem Konzert, bis zum Aufbruch zur n&auml;chsten Tourneestation, mit ihm in intimer Zweisamkeit verbr&auml;chte!<\/p>\n<p>Ja, so oder &auml;hnlich war es bestimmt auch damals, am 27. November vor 30 Jahren, als ich im Zuge der Tournee &bdquo;Udo &ndash; Hautnah&ldquo; die damals 50j&auml;hrige Showlegende zum ersten Mal &sbquo;live&rsquo; sah. Mit Tourposter bewaffnet, hatte ich im Foyer des &bdquo;Saal I&ldquo; des CCH, mit zig anderen Fans, auf den Star des Abends gewartet, bis dieser, nat&uuml;rlich mit eben beschriebenem, inzwischen l&auml;ngst Legendenstatus innehabenden Wei&szlig;en Bademantel bekleidet, &#8211; es d&uuml;rfte irgendwann zwischen zehn und halbelf gewesen sein &#8211; endlich dort, nach einer kurzen Pause im Anschluss an die letzte Zugabe, erschien und uns allen, auch mir 13j&auml;hrigem Neuntkl&auml;ssler, der am darauffolgenden Schultag im Englischunterricht sich mit der &bdquo;Landlady&ldquo; des britischen Humoristen Roald Dahl und in Erdkunde mit dem ach so spannenden Themenkomplex &bdquo;Landwirtschaft in den USA&ldquo; auseinanderzusetzen hatte, und somit &ndash; wie meine Mutter kritisch anmerkte &ndash; nat&uuml;rlich viel zu sp&auml;t ins Bett kommen sollte, ein Original Autogramm auf mitgebrachte Photos, Bilder, Platten und andere Erinnerungsst&uuml;cke schrieb!<\/p>\n<p>Damals war Udo soeben 50 Jahre alt geworden, hatte diesem speziellen Geburtstags auf der &bdquo;Hautnah&ldquo;-LP den Titel &bdquo;Noch mal 25&ldquo; gewidmet, wie er schon ein Jahr zuvor auf dem Hitalbum &bdquo;Traumt&auml;nzer&ldquo; mittels &bdquo;Lebe wohl mein halbes Leben&ldquo; &uuml;ber diesen ersten Abschnitt seines Daseins im balladesken Kontext sinniert hatte.<\/p>\n<p>30 Jahre sind seitdem ins Land gezogen. Es folgten viele tolle Udo-J&uuml;rgens-Konzerte, die ich stets gerne und regelm&auml;&szlig;ig besuchte, verbunden mit oft bis zu zwei neuen Albumproduktionen pro Jahr. Nun wird der gute Mann also 80, naja wer&rsquo;s glaubt&hellip;! W&auml;hrend manche in jenem Stadium schon jeden Tag ihres Rentnerlebens grau in grau, voller &Ouml;dnis und Langeweile sehen und erleben, hat Udo dagegen kurz vor einem 80. Geburtstag &ndash; im wahrsten Sinne des Wortes &ndash; noch mal mit vollster Wucht in die Tasten seines schneewei&szlig;en Konzertfl&uuml;gels gehauen! 80 mag eine Zahl sein, doch dieses hohe Lebensalter sp&uuml;ren, kann man beim besten Willen nicht, in keinem einzigen Takt, in nicht einer Note im Rahmen des gesamten Liederreigens <strong>&bdquo;Mitten im<\/strong> <strong>Leben&ldquo;<\/strong>, das ohne jegliche Zweifel zu den besten, vielseitigsten, farbenfrohesten, und vor allem kraftvollsten und rockigsten kreativen Aufwartungen gez&auml;hlt werden muss, die Herr J&uuml;rgens in seiner knapp sechzigj&auml;hrigen musikalischen Laufbahn vorgelegt hat. Ich selbst bin seit Mai 1981 (&bdquo;Gaby wartet im Park&ldquo;) &uuml;berzeugter Udo-J&uuml;rgens-Fan. Er ist einer derjenigen K&uuml;nstler, die mich seitdem, also seit knapp 33 Jahren, stets im Leben begleitet haben. So wie es im eher sanften, schlagerbetonten Spektrum z.B. Roland Kaiser, Howard Carpendale oder Roger Whittaker waren und sind, bzw. an der phonst&auml;rkeren Deutschrockfront in erster Linie Heinz Rudolf Kunze, &bdquo;BAP&ldquo;, Herbert Gr&ouml;nemeyer oder der andere Udo!<\/p>\n<p>Ich habe unz&auml;hlige Udo-J&uuml;rgens-Platten auf Vinyl und CD zu Hause. Ein tats&auml;chlich schwaches, wom&ouml;glich langweiliges, oder gar aussageloses Werk, hat der begnadete Komponist und Pianist in seiner gesamten Karriere m.E. niemals vorgelegt. Jedes einzelne Album stand f&uuml;r sich, die meisten gl&auml;nzten hell und sind haltbar f&uuml;r die Ewigkeit. Doch selbst unter &uuml;ber 50 hochqualitativen, von vielen Menschen aller Generationen hei&szlig;geliebten LPs\/CDs von Udo J&uuml;rgens gibt es immer wieder solche, die ganz besonders hervorstechen, &auml;u&szlig;erst magisch wirken, beim Anh&ouml;ren durchwegs prickeln, einen in ihren Bann ziehen, die vielleicht auch nur mich ganz pers&ouml;nlich im Speziellen beeindruckt haben. Ja, dazu z&auml;hlt sicherlich &bdquo;Hautnah&ldquo; von vor 30 Jahren, aber auch &bdquo;Willkommen im Leben&ldquo; (1981), &bdquo;Deinetwegen&ldquo; (1986), &bdquo;Jetzt oder nie&ldquo; (2005) oder &bdquo;Geradeaus&ldquo; (1991). Und mit ihrer unb&auml;ndigen Kraft, dem darauf festgehaltenen klanglichen Sturm, der kompositorischen, wie lyrischen Hochwertigkeit, mit all diesen Faktoren, die Udos brandneue Silberscheibe in nahezu jedem der darauf verarbeiteten Titel unwiderruflich festh&auml;lt und ausstrahlt, verbreitet, lebendig macht, wird daf&uuml;r gesorgt, dass &bdquo;Mitten im Leben&ldquo; auf jeden Fall zu den ganz gro&szlig;en, bleibenden musikalischen Leistungen des unvergleichlichen &bdquo;Marathon-Mannes&ldquo; (so ein Titel aus erw&auml;hnter 1991er-LP &bdquo;Geradeaus&ldquo;) aus der K&auml;rntner Landeshauptstadt gez&auml;hlt werden muss.<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 20. bis 22. Februar 2014 (Textvorlage)<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganze drei Tage lang hat DER Musikjournalist an dieser CD-Kritik gesessen und einen regelrechten &#8222;Aufsatz&#8220; \u00fcber das aktuelle Album von<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":102422,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102421"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/102422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}