CHRISTIAN ANDERS
Immer noch eine Lichtgestalt!

Im Rahmen des „Musik für Sie“ Tournee-Gastspiels am 13.01.2014 im Friedrichstadtpalast Berlin degradierte der nunmehr 69-Jährige mit der glockenklaren Stimme sämtliche Kolleginnen und Kollegen zu reinen Statisten!  

"Sehr verehrte Damen und Herren, den nächsten Künstler, den brauche ich natürlich nicht vorstellen. Weil: Er ist schon zu Lebzeiten eine Legende. Er hat Hits geliefert am laufenden Band. Er hat das Gespür für Hits."  – Mit diesen Worten sagte UTA BRESAN im Rahmen des "Musik für Sie" Tournee-Gastspiels am 13. Januar 2014 im Berliner Friedrichstadtpalast.

Und siehe da: Ein gutes geschätztes Drittel des Publikums war eigens seinetwegen gekommen.

Und was soll man sagen…: CHRISTIAN ANDERS, der am 15. Januar 2014 noch immer eine Lichtgestalt ist, degradierte die anderen Tournee-Mitwirkenden mehr (Rosanna Rocci, leider auch Uta Bresan und – ganz, ganz schlimm! – die Schürzenjäger, die teilweise Vollplayback machten!!!) oder weniger (Christian Franke und Harpo) zu reinen Statisten.

Die instrumentale "Introduction" von seinem Debütalbum "Christian Anders" (1970) darf mittlerweile bei nahezu allen Auftritten des Sängers mit der glockenklaren (und glockenhellen) Stimme nicht mehr fehlen…

Mit "Gespensterstadt 3000" ging es dann auch gleich richtig zur Sache.

Nun ist Christian ja schon seit jeher ein bisschen anders – und so trug er bei seinem Auftritt in Berlin Frauenschuhe.

"Wie gefallen Ihnen eigentlich meine Schuhe? Es herrscht doch Gleichberechtigung. Was die Damen dürfen, dürfen wir auch – ne? – mal so. Das ist mal so ein Gag. Ich dachte, jetzt mache ich das einfach mal", feixte er und freute sich wie ein kleines Kind.

"Ich darf natürlich nicht von Euch gehen, ohne 'Es fährt ein Zug nach Nirgendwo' gesungen zu haben. Und das tue ich jetzt hiermit – bitte sehr."  Diesmal hatte er sich für das Halbplayback von Peter Orloff aus den 90er Jahren entschieden.

Dass er auch noch seinen legendären Karatesprung, der bislang meist bei "Verliebt in den Lehrer" zum Einsatz kann, beherrschte,  bewies er äußerst eindrucksvoll, bevor das Halbplayback von "Ruby 2010" einsetzte.

Im Gespräch mit Ute Bresan betonte Christian Anders: "Wenn heute Abend nur ein Mensch gekommen wäre, hätte ich genauso gesungen – denn für mich ist jeder Mensch wichtig."

Dann – der große Moment des Abends: Christian Anders sang seinen ersten großen Nr. 1-Hit aus dem Jahre 1969: "Geh nicht vorbei" – und zwar zum Original-Halbplayback – produziert von Joachim Heider!!! Hierzu ließ Christian Anders sprichwörtlich "die Schäflein zu ihm kommen". Er setzte sich auf die fast ebenerdige Bühne und lud seine Jünger dazu ein es ihm gleichzutun. Ein Moment, der einem die Tränen in die Augen trieb!

Dieser Mann hat immer noch eine Aura, die einfach unbeschreiblich ist.

Und auf einmal versteht man den von ihm überlieferten Satz "Wenn alle anderen längst wieder in irgendwelchen Großraumbüros arbeiten, dann bin ich immer noch Christian Anders".

Das war ganz, ganz großes Kino!!!

Last but not least bot er seinen Fans dann noch sein Hit-Medley, bestehend aus "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo", "Einsamkeit hat viele Namen", "6 Uhr früh in den Straßen", "In den Augen der ander'n" und "Geh nicht vorbei".

Schön dumm nur, dass Christian Anders nur für einige der ohnehin wenigen "Musik für SIe" Tournee-Termine gebucht wurde – angeblich aufgrund irgendeiner Verfügung des MDR.

Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de
http://www.suessmatz.eu
http://www.christiananders.com


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