UWE BUSSE, PEGGY MARCH, NOCKIS ((vormals: NOCKALM QUINTETT)), OLSEN BROTHERS
smago! Event-Bericht: Feierliche Verleihung der „Goldenen Antennen 2018“ von BRF 2!

Josef Gaspers

Den weiteren Showteil bestritten Mara Kayser, Jay Alexander, Zwirn, die Froschtaler, Anna-Carina Woitschack sowie Stefan Mross! Moderation: Biggi Müller und Volker Seiler! Regie und „Mastermind“ für alles: Horst Senker!

 

 

Ein (Schlager-)Leben ohne die feierliche Verleihung der „Goldenen Antennen“ des Senders BRF 2 ist im Grunde genommen überhaupt nicht mehr denkbar. Auch wenn sich die Reise ins ost-belgische St. Vith mit öffentlichen Verkehrsmitteln als ganz besonders abenteuerlich herauskristallisiert. Aber: Die durch und durch gut gelaunte Taxifahrerin, die einen von Eupen nach St. Vith kutschiert, reißt alles wieder auf. Immer und immer wieder philosophiert sie über die „Goldene Feder“. Die es ja schon so lange gebe, die „Goldene Feder“. Sie kenne auch viele, die SEIT JAHREN immer wieder zur „Goldenen Feder“ fahren. – Zu köstlich! Die „Goldene Feder“ gibt es zwar auch. Aber in DIESEM Bericht dreht sich alles um die „Goldenen Antennen“, die einmal jährlich im Herbst von BRF 2 verliehen werden.

 

Die Veranstaltungen sind zumeist Ewigkeiten im Vorfeld restlos ausverkauft. Und kaum, dass die „Goldene Feder“, Pardon: die Verleihung der „Goldenen Antennen“ über die Bühne gegangen ist, sehnt man sich schon die nächste herbei.

Auch das Bühnenbild begeistert Jahr für Jahr aufs Neue. Allein in diesem Jahr wirkte die Bühnen-Dekoration mit ihren Überdimensional großen „Grablichter Gefäßen“ ein bisschen makaber. Wobei das natürlich alles im Auge des Betrachters liegt.

Die Verleihung der „Goldenen Antenne“ wurde auch in diesem Jahr von dem Dream-Team Biggi Müller und Volker Seiler gewohnt kompetent und auf das Perfekteste vorbereitet moderiert.

Biggi Müller präsentierte sich diesmal eher „klassisch-elegant“, dafür glitzerte und funkelte das Kleid von Mara Kayser umso mehr. „Mara Wildkatze“ fegte im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne, besang „Die wirklich guten Männer“, um dann festzustellen „Du bist perfekt für mich“. Nebenbuhlerinnen sind bei Mara Kayser unerwünscht, wie sie im „You Win Again“ Stampf-Rhythmus der Bee Gees musikalisch mit „Lass die Finger weg von ihm“. Denn das sei „Total daneben“ – so ihr letzter Titel an diesem noch früheren Vorabend.

„Das ging überhaupt nicht daneben – ein toller Auftritt“, befand Volker Sailer kennerhaft.

Star-Tenor Jay Alexander ließ sich von einer höchst attraktiven Dame am E-Piano begleiten. Mit „You Raise Me Up“, „Be My Love“ (Maria Lanza), „Weine nicht, bricht eine schöne Frau Dir das Herz“ und „Halleluja“ (Leonard Cohen) zog er das Publikum voll und ganz in seinen Bann. Den Einstiegssong „You Raise Me Up“ widmete er dem Sender BRF 2, den er als „Den Fels(en) in der Brandung“ bezeichnete.

Bei Peggy March seien es „2 Minuten und 25 Sekunden, die ihr Leben verändert haben“, so Volker Sailer. „Ihre Musik bleibt zeitlos jung.“ 2 Minuten und 25 Sekunden? – Nun, ihr erster großer Welthit – „I Will Follow Him“ – ist 2 Minuten und 25 Sekunden lang. „Vor 150 Jahren habe ich das Lied auf die Welt gebracht“, witzelte Peggy, der Song sei „ein Baby“. Mit „Fly Away, Pretty Flamingo“ (in der deutschen Fassung) präsentierte sie ihren großen 70er-Hit zum Original-Playback. Peggy March hatte ein ziemliches langes Kleid an. Als sie in Richtung Publikum marschierte, sagte sie keck: „Wenn ich hinfalle, hebt ihr mich wieder auf“. An dieser Stelle machen wir einen kleinen Cut, überspringen einen Titel, auf den wir irgendwann demnächst wieder zurückkommen werden … BRF-Direktor Toni Wimmer hielt die erste Laudatio des Abends. Er hatte für sie den Slogan „(einst) bekannt für die kürzesten Miniröcke auf der Bühne“ vorbereitet, worauf Peggy March schlagfertig entgegnete: „Jetzt trage ich die längsten“. Auch verriet sie ihre Lebensphilosophie: „Leben und Leben lassen ist mir sehr wichtig“ – sehr, sehr sympathisch. Wimmer würdigte Peggy March als „ein frühes Phänomen der globalen Popmusik“.

Natürlich gab das auch als Schlagersängerin bekannte frühe Phänomen der globalen Popmusik auch noch ein Hit-Medley zum besten, wozu sie sich allerdings ihrer Schuhe entledigte. Bei „Romeo & Julia“, „In der Carnaby Street“, „Memories Of Heidelberg“, „Mit 17 hat man noch Träume“, „Einmal verliebt – immer verliebt“ sang der ganze Saal mit. Und als Peggy dann noch einmal a capella „Mit 17 hat man noch Träume“ kullerte beim Publikum die eine oder andere Träne (der Rührung). Man muss sich immer wieder neu vor Augen halten, dass diese durch und durch bescheidene Künstlerin ein echter Weltstar ist und sogar als noch immer jüngste Nr. 1-Künstlerin der offiziellen US Single-Charts mit „I Will Follow Him“ (1963) im Guinness Buch der Rekorde steht.

Zeit für die „Goldene Antenne Nr. 2“ an diesem Abend: Uwe Busse hat sie sich mehr als redlich verdient. Mit „Lass das Leben auf uns regnen“ – seinem aktuellen Radio-Hit – sowie mit dem „Sommer 76“, den „Sieben Sünden“ und „Nur zu Gast auf dieser Welt“ – einem Song, dem wohl Uriah Heep’s „Lady In Black“ ein ganzes Stück weit (musikalisch!) als Vorlage diente – bot er einen perfekten Querschnitt seines künstlerischen Schaffens als Sänger. Die Lobrede auf ihn hielt der erfolgreiche Textdichter Tobias Reitz. Das Lebensmotto von Uwe Busse lautet: „Wenn man zu viel arbeitet, zieht das eigentliche Leben schnell an einem vorbei.“ In St. Vith sagte er zudem den schönen Satz: „Mit Musik kann man – über Grenzen gehend – die Herzen der Menschen erreichen“. Seinen Hit-Titel „Horst ist ein Held“ hatte er zwar nicht mit im Gepäck, aber er widmete diese Titelzeile an diesem Abend dem „Mastermind“ der „Goldenen Antenne“ – Horst Senker. „Horst ist DER Held“, pflichtete Tobias Reitz ihm bei. Und Uwe Busse bekräftigte, Horst Senker sei für ihn „der beste Musikjournalist in Europa“. Chapeau, lieber Horst !!!

Nachdem Uwe Busse aus den Händen von Tobias Reitz seine „Goldene Antenne“ bekommen hatte, mixte er für die Zuschauerinnen und Zuschauer geschwind einen „kleinen Cocktail an Liedern, die ich geschrieben habe“: „Die rote Sonne von Barbados“, „Cheerio“, „Mona Lisa“, „Ein Herz aus Schokolade“, „Mama Lorraine“ (in der deutschen Version von Andrea Jürgens, über die er sagte: „Der liebe Gott hat die Andrea Jürgens selig“) sowie „Der kleine Floh in meinem Herzen“.

Als 100 % Party kompatibel erwies sich die Gruppe Zwirn aus Oberösterreich. Mit „Ich umarm die ganze Welt“, „#hobidi“, „“Wüst du“ und „Solang du bei mir bist“ mischten sie den Saal so richtig auf.

„Wow! Was für eine Veranstaltung!“, schwärmte Biggi Müller gegen Ende des ersten Programmteils.

In der Pause gaben die Stars fleißig Autogramme.

Nach etwa 30 Minuten ging es weiter mit einer Formation namens die Froschtaler aus Schönberg in der Eifel. Die 10-köpfige Band, die zur Hälfte aus „Bläsern mit Ständern“ (O-Ton Biggi Müller) besteht, feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum.

Anna-Carina Woitschack bestritt ihren Part zunächst als Solistin („Ich liebe das Leben“ und“Verliebt, vorbei, vergiss mich nicht“). Ihr Satz des Abends: „Man kann alles lesen, aber man sollte nicht alles glauben.“. Für die nächsten drei Songs holte sie ihren Stefan mit auf die Bühne: Stefan Mross. Gemeinsam sangen sie „Lo siento“, „Felicita“ und „Gebor’n um dich zu lieben“, bevor Anna-Carina ihrem Schatz die Bühne überließ. Und jener bewies mit der Titelmelodie seiner ARD-Sendung „Immer wieder sonntags“ und mit seinem „Blumenmedley“ („Rot sind die Rosen“, „Vielen Dank für die Blumen“, „Tulpen aus Amsterdam“ und „Blau blüht der Enzian“, das er „ein Entertainer par excellence“ ist, wie auch Biggi Müller feststellte. Die eigentliche Überraschung des Abends: Für Stefan Mross gab es KEINE „Goldene Antenne“. Umso höher ist ihm anzurechnen, dass er dennoch mit nach St. Vith gekommen ist.

Die „Goldene Antenne“ für das „Lebenswerk“ ging an die „dänischen Amigos“: die Olsen Brothers. Und die bewiesen mit „Walk Right Back“, „Can’t Help Falling In Love“, (natürlich!) „Fly On The Wings Of Love“ und ihrem gut 8-minütigen „Brothers Medley“, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Ganz im Gegenteil! Seit dem Jahre 1965 sind sie im Geschäft, haben in 45 verschiedenen Ländern gespielt, sicherlich auch des Öfteren schon mal in Belgien. Nur in St. Vith sind sie bislang noch nie gewesen. Ihr zweistimmiger Live-Gesang: absolut überragend; ihr Repertoire: „Sender übergreifend“, wie ihr Laudator Andreas Ryll (BRF) treffend anmerkte. Ihr Humor: einzigartig. So berichteten sie, sie seien unlängst in Nashville / Tennessee gewesen: „Wir wollten Elvis Presley besuchen, aber er war leider nicht zu Hause“. Ryll würdigte die Gebrüder Olsen als die „größte dänische Pop-Band aller Zeiten“.

Die letzte „Goldene Antenne 2018“ ging an die Nockis. Das Nockalm Quintett heißt mittlerweile nämlich auch auf dem Papier nicht mehr Nockalm Quintett. Sondern: das Nockalm Quintett trägt jetzt hochoffiziellen seinen (Kose-)Namen Nockis. Mit „Weil du meine Liebe bist“, „Von ganzem Herzen: nein!“ sowie (neu aufgenommen!) „Und über Rhodos küss ich dich“ unterstrichen sie glaubwürdig ihre musikalische und auch optische Neuausrichtung. Die eigentlich Zäsur hat im Grunde genommen bereits vor einigen Jahren mit „Zieh dich an und geh“ begonnen.

Ein absolutes Highlight ist Jahr für Jahr die durchweg in Reim-Form vorgetragene Rede von Oliver Paarsch, dem Minister der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Und so zeigte sich sogar Ober-„Nocki“ Gottfried Würcher richtiggehend gerührt und in jedem Fall richtig begeistert über diese „sehr, sehr außergewöhnliche Laudatio“. Mit dem Nockis-Kulthit „Schwarzer Sand von Santa Cruz“ fand die diesjährige Verleihung der „Goldenen Antennen“ in St. Vith ihren gelungenen Abschluss.

 

Josef Gaspers

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