„EUROVISION SONG CONTEST“
Gast-Kommentar von Frank Ehrlacher zum deutschen ESC-Vorentscheid 2019!

NDR

Das Konzept sei „verblüffend“, so der ultimative Chart- und Musikexperte!

 

Der NDR hat bekannt gegeben, wer im kommenden Jahr an der deutschen Vorentscheidung zum ESC teilnehmen soll.

Das Konzept ist verblüffend: Man nehme Teilnehmer, die in den vergangenen Jahren bei einer der zahllosen Casting-Shows durchgefallen sind. Aber das Publikum hat ja keine Ahnung. Der NDR weiß es besser. Deshalb hat sich der NDR die Acts noch einmal angeschaut, zusammen mit Zuschauern, die der NDR nach seinen geheimen Maßstäben ausgewählt hat. Damit es aber für alle nachher nicht ganz so peinlich wird, hilft ihm dabei ein unbestechliches Unternehmen, das der NDR nach genauso geheimen Kriterien ausgewählt hat. Das nennt sich Transparenz. Sagt der NDR. Und um dem Publikum seine eigene Beurteilungsunfähigkeit zu demonstrieren, setzt er diese Interpreten dem Publikum dann noch einmal vor nach dem Motto: Hier, friss! Denn wir wissen es besser!

Dazu kommen vielleicht noch zwei Interpreten, die eigentlich gar nicht am ESC teilnehmen wollten. Aber die haben ja keine Ahnung. Der NDR weiß es besser. Und will diese Interpreten nun überreden, doch noch mitzumachen. Damit es aber für alle nachher nicht ganz so peinlich wird, werden diese Namen erst mal nicht bekannt gegeben.

Dann haben wir vielleicht schon mal einen Interpreten. Wäre aber doof, wenn der beim Vorentscheid drei Minuten stumm auf der Bühne steht und wartet, bis Casting-Heidi ihm ein Foto bringt. Na gut, überredet, leider heißt das ja SONG Contest. Also müssen wir wohl auch noch einen Song finden.

„Früher“ hat man alle Autoren Songs einreichen lassen und eine Fachjury aus der Musikbranche zusammen mit dem Publikum daraus Songs aussuchen lassen. Aber Fachleute und das Publikum haben ja keine Ahnung. Der NDR weiß es besser. Deshalb hat er 24 Autoren nach seinen eigenen, genauso streng geheimen Maßstäben, bestimmt, die Songs einer Musikrichtung schreiben, die dem NDR genehm ist. Damit es aber für alle nachher nicht ganz so peinlich wird, gibt man die Namen auch gar nicht bekannt. Sind ja nur Autoren und Songs könnten sich ja auch von selbst schreiben.

Normalerweise verdienen Song-Autoren ihr Geld mit dem Schreiben von Songs und wissen, was sie tun und wie sie am besten arbeiten. Aber die haben ja keine Ahnung. Der NDR weiß es besser. Deshalb lädt er sie alle auf eine lustige „Camp Woche“ ein und da darf jeder mal mit jedem… schreiben. Aber bitte nicht konzentriert und geplant arbeiten, sondern jeden Tag in einer anderen Konstellation. Damit es aber für alle nachher nicht ganz so peinlich wird, entscheidet später der NDR, ob er diese Songs überhaupt nimmt, oder nicht doch noch andere Autoren „von außen“ fragt, ob die nicht noch was in der Schublade haben…

Zusammengefasst:
Vom NDR ausgesuchte Castingshow-Teilnehmer singen zusammen mit vom NDR überredeten ESC-Verweigerern Songs, die vom NDR ausgesuchte Autoren in einer vom NDR festgelegten Arbeitsweise geschrieben haben und die dem NDR gefallen haben – und wenn nicht, durch Songs, die der NDR in Auftrag gegeben hat, ersetzt werden.

Das System ist also einfach und klar zielgerichtet konzipiert, transparent und berücksichtigt in jedem Punkt den Willen des Publikums und derjenigen Menschen, die sich mit dem ESC auskennen und den ESC lieben.

Der NDR kann damit nicht gemeint sein, denn der schlägt sich seit 2013 (mit einer Ausnahme – aber auch im DFB-Pokal gewinnt alle Jubeljahre mal ein Amateur gegen den FC Bayern) um die letzten Plätze…

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Textquelle: Facebook-Seite von Frank Ehrlacher - Mit freundlicher Genehmigung von Frank Ehrlacher

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