CHRIS ROBERTS
Heute (13.03.2019) wäre er 75 Jahre alt geworden!

Lesen Sie HIER noch einmal „‚Du kannst nicht immer 17 sein‘ – Die große Chris Roberts Story“ …:

 

 

Der am 13.03.1944 als Sohn eines im „Vier Jahreszeiten“-Hotel arbeitenden Portiers im in München-Schwabing als Christian Franjo Klusacek geborene Schlagersänger CHRIS ROBERTS, der tschechisch-slowenischer Abstammung ist,  absolvierte 1961 eine Berufsausbildung als Elektromechaniker bei Siemens und begann später ein Studium der Polytechnik an der technischen Hochschule („Oskar von Miller Polytechnikum“) München. Nebenbei war er seit 1962 Sänger und Schlagzeuger der aus vier Mitgliedern bestehenden Rock’n’Roll-Coverband „Blue Rockets“. Dort wurde er von Rolf Arland, der als Komponist für den Produzenten Hans Bertram viele  Erfolgstitel geschrieben hatte, 1966 entdeckt. Produzent Bertram (, dessen Sohn Henry und Enkel Maxi ebenfalls erfolgreich im Musik-Business sind,) verhalf Chris Roberts zu Probeaufnahmen in die Polydor-Studios Köln (Olpener Straße), aufgrund derer ein „Titel-Vertrag“ mit der Firma abgeschlossen wurde.

Die unter dem Namen „Chris Robert“ (seinen  Künstlernamen wählte der Beatles-Fan von deren Stück „Dr. Robert“) veröffentlichten ersten Singles, „Baby’s Gone“ (wurde im November 1966 veröffentlicht; verkauft wurden davon ca. 4.000 Exemplare) und „Welchen Weg soll ich gehen (One more mountain to climb)“  waren Flops; mit den ersten Schallplatten im Beat-Stil gelang der Durchbruch nicht.

Dennoch entschloss man sich, Chris Robert(s) einen Drei-Jahres-Platten-Vertrag anzubieten – wohl auch, um einen Gegenpol zum damals ebenfalls von Hans Bertram, dessen Frau Elisabeth unter dem Pseudonym Lilibert bereits textete,  äußerst erfolgreich produzierten Roy Black zu finden. Bedingung war, dass Chris Roberts sein Studium ruhen lassen musste, um sich voll auf die Karriere konzentrieren zu können. Das romantischer gehaltene, im März 1968 letztmals als „Chris Robert“ veröffentlichte „Wenn ich mal einsam bin“ führte dann 1968 zum ersehnten Durchbruch: Ohne großen Promotion-Aufwand (keine TV-Auftritte!) wurde die auf dem vom damaligen Autoren-Erfolgs-Team Les Reed und Barry Mason („Delilah“) komponierten englischen Titel „Robottom Square“ basierende Single (Text: Lilibert) 140.000 mal verkauft und erreichte somit auf einen beachtlichen 15. Platz der deutschen Single-Charts. Der Song lief auch gut im Rundfunk.

Dieser Erfolg war Anlass genug, sich ganz der Musik zu widmen und Gesangs- und Sprechunterricht zu nehmen – u. a. , um seinen Dialekt loszuwerden und um sich für Filmrollen zu qualifizieren. Auch band Chris sich an die Film- und Fernsehagentin Ruth Killer, die seinerzeit Roy Black fest unter Vertrag hatte – auf diesem Wege wurde Roberts später sogar zum Kino-Schauspieler; er spielte zwischen 1970 und 1973 in insgesamt zehn Filmen mit – darunter in Kassenschlagern wie „Musik Musik, da wackelt die Penne“, „Wenn die tollen Tanten kommen“ und „Rudi benimm Dich“.

Mit einer deutschen Version des gleichnamigen Box-Tops-Hits „Choo Choo Train“ (Text erneut: Lilibert) schloss Chris Roberts das Jahr 1968 ab.

Im April 1969 war Chris Roberts in einer „historischen“ Sendung der ZDF-Hitparade zu Gast. Gegen etablierte Namen wie vor allem Freddy Quinn, aber auch Alexandra und Peggy March, setzte er sich mit seinem Lied „Der große Hit“ durch und verwies die Etablierten auf die Plätze. Für Freddy Quinn war das so schlimm, dass er nie wieder in der ZDF-Show auftrat (, wobei das wohl mehr am ebenso erfolgreichen Newcomer Heino lag). Der Song, eine deutsche Fassung des Orietta Berti Hits „Se m’innamoro di un ragazzo come te“, konnte sich drei mal in der Sendung platzieren, so dass Chris Roberts insgesamt vier mal mit dem Lied zu sehen und hören war (das berühmte „drei mal dabei – bitte nicht wiederwählen“ wurde dort erst später eingeführt). Für ihn war es eine Genugtuung, weil er als junger Interpret einst in Berlin bei einem Nachwuchswettbewerb teilnahm und schlecht abschnitt (Platz 13 von 14 Teilnehmern) – der Auftritt in der ZDF-Hitparade hat ihn somit rehabilitiert.

Vermutlich auch wegen solcher TV-Auftritte – wie gesagt gab es zuvor für die ersten Songs ja so gut wie keine Medienpräsenz, zumal bei der ersten Hit-Single nicht mal ein Foto von „Chris Robert“ abgebildet war – kam die Karriere richtig in Schwung, da nun auch viele weibliche Teenager ihr Herz für den Sänger entdeckten. Chris Roberts avancierte zum Publikumsliebling, der in den Jahren 1971 und 1972 sogar den damals überaus erfolgreichen Roy Black bei der BRAVO-Otto-Wahl hinter sich lassen konnte und den „Goldenen Otto“ abgeräumt hatte.

Ende 1969 hatte Chris Roberts seinen ersten Top-10-Hit in Deutschland mit dem zweiten Titel, den er in der ZDF-Hitparade präsentieren durfte. In seinem Fall kam der „eigene“ (Nicht-Cover-) Song besser an als seine deutschen Versionen. „Die Maschen der Mädchen“, eine Komposition seines Entdeckers Rolf Arland (Text: Georg Buschor) führte zu Roberts‘ endgültigem Durchbruch als Schlagersänger. Interessant ist übrigens, dass Renate Kern nur Monate zuvor einen Hit hatte mit „Du musst mit den Wimpern klimpern“ und in Chris‘ Hit die Textpassage „schau her wie sie klimpern – mit Augen und Wimpern“ vorkommt. Die Schlagertextdichter waren schon damals sehr kreativ.

Es folgten gleich fünf Top-10-Hits in Folge, die alle nach ähnlichem Strickmuster produziert wurden. Der nächste Meilenstein war „Ein Mädchen nach Maß“. Mit dem von Werner Twardy komponierten und Lilibert getexteten Schlager war Chris erstmals Spitzenreiter der ZDF-Hitparade. Das gleiche Autorengespann schrieb dem Sänger auch „Ich bin verliebt in die Liebe“ auf den Leib. Damit kam Roberts sogar in die Top 3 der deutschen Single-Charts und landete erstmals auch in Österreich einen Top-15-Hit. Erneut überschlug Textdichterin Elisabeth Bertram vor Kreativität. In Bezug auf die Liebe sagte sie: „Sie ist okay-ay(!) für mich“. Die Leser der Bravo fanden’s super und wählten den Song regelmäßig in die Bravo-Hitparade. Das Lied sang Chris auch in den Kinofilmen „Unsere Pauker gehen in die Luft“ und „Rudi benimm Dich“.

Privat war Chris in dieser Zeit nicht ganz so fröhlich – im September 1970 verstarb seine geliebte Mutter an Magenkrebs.

Im Sommer 1971 war Chris‘ Devise „Mein Name ist Hase“. Auch Dieter Thomas Heck wusste von nichts –ausnahmsweise war Roberts damit nicht in der ZDF Hitparade vertreten. Ein Top-10-Erfolg wurde das Lied dennoch – vielleicht, weil Chris es erneut in einem Kinofilm sang („Tante Trude aus Buxtehude“). Der Text hatte es in sich in freier Natur hatte Chris lt. seiner Textaussage Oral-Sex („Dein Kopf auf meinem Schoß“) – und schließlich sogar Geschlechtsverkehr („Wo wir beide uns liebten, liegt heute nur noch Stroh“). In den 70er Jahren war die Welt noch in Ordnung – wo heute alle das Smartphone zücken würden, um das zu filmen und sofort die Polizei zu rufen, hieß es damals tolerant: „Mein Name ist Hase – ich weiß von nichts“.

Es kam aber noch besser. „Lilibert“ setzte noch einen drauf mit dem Top-3-Hit „Hab ich Dir heute schon gesagt, dass ich Dich liebe?“, den Chris ebenfalls in der Rudi-Carrell-Filmklamotte „Rudi benimm Dich!“ zum besten gab. (Die B-Seite, „Dein Teddybär“, präsentierte Chris übrigens im Film „Musik, Musik – da wackelt die Penne“.) In den Babyboom-Jahren setzte Frau Bertram doch tatsächlich Kindergeschrei mit Luftverschmutzung gleich: „Kinderlärm und Steuerprüfer, Luftverschmutzung, 1000 Spießer – machen jede Stunde zum Vulkan“. Was wäre wohl los, wenn in den Zeiten der heutigen wohl extrem übertriebenen „political correctness“ solche Lieder veröffentlicht würden? Vermutlich würde die Familienministerin das Thema im Bundestag einbringen. Damals war es ein Riesenhit, der auch in der Schweiz die Top-10-Marke knackte.

Der Erfolg kannte damals keine Grenzen – noch VOR Roy Black und Peter Alexander wurde Chris von über 150.000 Bravo-Lesern 1971 wie gesagt zum Sänger des Jahres gewählt – er erhielt den „Goldenen Otto“ der Jugendzeitschrift.

Mit dem nächsten Titel bot das inzwischen etablierte Erfolgsgespann Werner Twardy (Komposition), Lilibert (Text) und Hans Bertram (Produzent) eine weitere tolle Einnahmequelle für Chris Roberts an: Wem es draußen zu kalt ist, der hat nämlich laut „Hab Sonne im Herzen“ folgende Option: „Bestell sie am besten bei mir!“. Auf der gleichnamigen LP finden sich weitere umwerfende Textideen wie „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ und „Wie kann ein süßes Mädchen nur so sauer sein“ – fürwahr Wortspiele auf höchstem Niveau. A propos „Niveau“ – auch diesen Titel präsentierte Chris in einem Film: „Meine Tochter – Deine Tochter“.

Nach diesen sechs Top-10-Hit in Folge riss die Serie im Herbst 1972, „Love Me“ (ein Lied aus dem Kinofilm „Immer Ärger mit Hochwürden“) schaffte es aber immerhin noch bis auf Platz 21 der deutschen Charts. Deutlich besser lief es wieder mit „Mein Schatz, Du bist ’ne Wucht“. Mit dem Song, der auch Bestandteil des Films „Mensch ärgere Dich nicht“ war, kam Chris gleich zwei mal auf Platz 1 der ZDF-Hitparade, und auch in den Single-Charts war zumindest ein 12. Platz wieder drin. Die Single gibt es übrigens in zwei Versionen. Ursprünglich war wohl das Lied „Du ahnst es nicht“ als A-Seite vorgesehen – der Song war aber nicht vom Autorengespann Twardy/Lilibert geschrieben. Ob das der Grund war, den „Wucht“-Song als Zugpferd zu nehmen, ist nicht überliefert. Jedenfalls hat sich auch diesmal Elisabeth Bertram selber übertroffen mit der Textzeile „Du kannst wie ein Kätzchen schnurren – und hast ganz verrückte Ticks – Du hast keine blasse Ahnung – wie süß Deine Schnute(!) küsst – ich könnte schon heute knurren(!) – aus Angst, dass Du mich vergisst“. Laut Aussage von Chris Roberts tut er „alles, dass Du mich liebst“. Lassen wir das mal buchstäblich so stehen – Lyrik vom feinsten, die auch in Österreich gut ankam – auch bei unseren Nachbarn wurde das Lied ein Top-20-Hit.

Danach ging es kommerziell 1973 etwas bergab. „Eine Freude vertreibt 100 Sorgen“ war immerhin noch ein Top-30-Hit.

Das nächste Lied von Chris Roberts hat einen tragischen Hintergrund. Am 12. April 1973 fand im Münchner Löwenbräukelle die von der Zeitschrift Bravo veranstaltete „Superdisco“ statt, bei der u. . Peter Maffay und Sweet auftratetn. Für 2 DM konnte man sich die Stars ansehen. Die Veranstaltung endete in einer Katastrophe – in einer Massenpanik kamen die 15jährige Schülerin Barbara Mayr um 22.15 Uhr zu Tode – sie wurde buchstäblich totgetrampelt. Kurz darauf verstarb auch die 14jährige Olga Tschirwa, die ihr erstes Konzert erlebt hatte. Im für 1.800 Menschen zugelassenen Saal drängten sich 3.000 Jugendliche, es war nur ein 99 cm breiter Ausgang verfügbar.

Auch Chris Roberts war einer der teilnehmenden Künstler. Es war ihm ein Bedürfnis, der Familie Barbaras auf seine Art und Weise zu helfen – auf der Rückseite seiner Single „Warum?“ ist zu lesen: „Bestürzung und Trauer löste im Frühjahr dieses Jahres die Meldung vom tragischen Ende der „Super-Disco“-Veranstaltung der größten deutschen Popzeitung im Münchner Löwenbräu aus. Viele Musikfans wurden schwer verletzt, die 15jährige Schülerin Barbara Mayr fand den Tod. Einer der Stars der Veranstaltung handelte spontan: „Plötzlich wusste ich, was ich tun konnte: Diesem Mädchen eine Platte widmen, die allen Betroffenen zugute kommt“. „Warum“ ist Chris Roberts‘ Lied für Barbara. Sein Gewinnanteil und der des Produzenten sowie seiner Plattenfirma werden an die Betroffenen überwiesen“. – Eine noble Geste, die von Gerhard „Ente“ Eisenmann komponierte Single schaffte es immerhin noch auf Platz 22 der Charts.

Nach Aussage eines Angehörigen der anderen Verstorbenen (Olga) hat sich bei ihm niemand gemeldet – weder Veranstalter noch die Stadt noch Besucher – lediglich Chris Roberts habe sich gemeldet und sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. Das Lied sang Chris übrigens in seinem vorerst letzten Kinofilm „Wenn jeder Tag ein Sonntag wär‘“.

Das Jahr 1973 schloss Chris mit dem Lied „Marlena“ ab, das eine deutsche Version des gleichnamigen Hits von Bobby Goldsborro war. Der Song kam in die Top-20 der Charts – es war aber auch das erste Lied von Chris überhaupt, mit dem er sich in der ZDF-Hitparade nicht platzieren konnte, obwohl der Song in der Hitparade vorgestellt wurde. Vermutlich ist ER derjenige, den Andrea Berg in ihrem späteren Hit meinte – Roberts sang: „Ich habe oft gelogen, manches Mädchen auch betrogen“ – böser Junge! …

Rolf Arland und Kurt Hertha schrieben das Lied „Du und ich allein“ – das war im Januar 1974 der letzte Chris-Roberts-Hit, der auf Polydor erschien. Als „Nachzügler“ wurde von der Plattenfirma noch die Single „Chiquita Ho“ nachgeschoben.

Ungeachtet der vielen  Hits, die er allesamt mit Produzent Hans Bertram erfolgreich landen konnte, beschloss er bei langsam nachlassendem Erfolg 1974, mit einem anderen Produzenten zusammenzuarbeiten. In dieser Zeit fragte die Jugendzeitschrift BRAVO im Januar 1974 ihre Leser, ob Chris künftig lieber Probleme behandeln soll, oder doch lieber fröhlicher Schlagersänger bleiben soll. Mit überwältigender Mehrheit baten die Fans Chris (angeblich zu dessen Leidwesen), dass er so bleiben soll, wie er ist.

Entgegen skeptischer Prophezeiungen aus der Branche gelang mit Ralph Siegel und dessen junger Plattenfirma „Jupiter Records“ gleich mit der ersten Zusammenarbeit ein spektakulärer Erfolg mit „Du kannst nicht immer siebzehn sein“. Der von Ralph Siegel komponierte und produzierte Song mit dem Text von Kurt Hertha wurde Chris Roberts‘ größter Hit überhaupt. Auch die gleichnamige LP wurde seine erfolgreichste, die er je veröffentlicht hatte. Jahre später (2006) wurde das Album sogar auf CD als Re-Release noch einmal veröffentlicht. – Gleich zwei mal kam er mit dem Lied auf Platz 1 der ZDF Hitparade. Im Vergleich zu Liliberts Texten wurde es nun wirklich großartig: „…bist noch schön in den Jahren – wenn in den Haaren – Silber ist…“ –

Auch die Nachfolgenummer wurde ein großer Erfolg – ebenfalls eine Nummer 1 in Hecks Hitparade: „Ich mach ein glückliches Mädchen aus Dir“, erneut von Siegel/Hertha geschrieben. Viele Jahre später entdeckte „Big Brother“-Bewohner Jürgen das Lied für sich und produzierte eine Coverversion von dem Klassiker.

Überraschender war, dass Siegel-Hit Nummer drei, „Mit Liebe durch den Winter“, in Hecks ZDF-Show nicht präsentiert wurde – und das, obwohl er damals „Hitparaden-König“ mit den meisten Auftritten in Hecks Parade war – ein Titel, den er über Jahrzehnte innehatte. Ob es daran lag oder an dem Song selber – jedenfalls konnte dieser Song nicht an die beiden Vorgänger-Erfolge anknüpfen, allerdings reichte es immer noch  für eine Platzierung im unteren Bereich der Musikmarkt-Single-Bestseller-Liste. Interessanterweise verkoppelte Chris Roberts viele Jahre später für einen der in den Neunzigern beliebten Hit-Mixes die B-Seite dieser Single, „Man soll die Feste feiern wie sie fallen“ in das Hit-Medley („Happy Chris-Mix“) – vermutlich hätte der Song das Potenzial zu einem größeren Erfolg gehabt.

Für seine großen Erfolge wurde Chris 1975 mit der Goldenen Europa der Europawelle Saar ausgezeichnet. Mit dem Rückenwind wurde Chris‘ neue Single, „Du wirst wieder tanzen gehen“, veröffentlicht nebst gleichnamigen Album. Ein kleiner Top-40-Hit sprang dabei heraus, allerdings wurde weiter „ZDF-Hitparaden-Pause“ gemacht. Erst mit dem nächsten Song, „Du, sag einfach Du“, ging es wieder in die Heck-Revue. Immerhin 14 Wochen lang war der Siegel/Hertha-Titel vor 40 Jahren in den Charts. Den Titel präsentierte er auch im Rahmen der damaligen großen Hitparaden-Tournee durch ganz Deutschland.

Die nächste Single war wieder ein echter Volltreffer – oder, um es mit der Plattenfirma zu sagen: „Eine Frage, die ins Ohr geht“ – Chris fragte: „Do You Speak English?“ – und auf der Single sang eine weibliche Stimme „Honey, I Do!“ (, wobei wohl eine der letzten ungeklärten Rätsel des deutschen Schlagers ist, wer auf der Single die weibliche Stimme gesungen hat). Mit dem Song trat Roberts auch in der ZDF Hitparade auf und wurde damit wieder mal zwei mal Spitzenreiter. Das hatte seinen Grund – die weibliche Stimme sang nämlich Dieter Thomas Heck – heute undenkbar. Man stelle sich vor, ein erfolgreicher Schlagersänger würde bei Carmen Nebel auftreten, sich erdreisten, da live(!) zu singen und auch noch erwarten, dass Carmen Nebel „Honey I Do“ ins Mikrofon haucht – absolut unvorstellbar, damals gab es diese Form der selbstironischen und nicht wichtigtuerischen TV-Unterhaltung noch – das Publikum honorierte das mit einem soliden Top-15-Erfolg.

Für den nächsten Song holte sich das aus Ralph Siegel und Kurt Hertha bestehende Stammautorenteam Verstärkung mit Werner Schüler – und schon wurde es recht frivol. Im Zeitalter der freien Liebe ohne AIDS-Angst wird geschildert, wie Chris Roberts ein „Mädchen am Straßenrand“ aufgabelt, deren „Kleider pitschnass“ sind und beschließt, ein Zimmer zu mieten, was mit sich brachte: „Endlich zogen wir unsere Kleider aus“. „Hier ist ein Zimmer frei“ wurde ein kleiner Hit (Platz 39 in den Charts).

Zu Weihnachten 1976 veröffentlichte Chris Roberts ein schönes Weihnachtsalbum („Dezember“). Die Werbung besagte „mit bekannten Liedern und ausgefallenen Christmassongs“ – und damit nicht zu viel versprochen. Es finden sich auf der LP wirklich originelle neue Weihnachtslieder wie „Hilfe! Die Verwandtschaft kommt!“ und „Oma ist der beste Weihnachtsmann“. Gemeinsam mit einigen Kollegen (sie werden jetzt gnadenlos alle aufgezählt: Nina Lizell, Roberto Blanco, Jerry Rix, Martin Mann, Anne-Karin, Teddy Parker, Martin Griffiths und John Kincade) brachte man den Song „Fröhliche, fröhliche Weihnachtszeit“ auch als Single heraus.

Anscheinend hatte Chris seine Libido 1977 nicht so ganz unter Kontrolle, jedenfalls gab ihm Günther Behrle folgenden Text an die Hand: „Händchenhalten und Diskutieren, das hält kein Mann lange aus“, „in Romanen, da liest Du viel über Männer und über Sex – bleib nicht bloß bei der Theorie, sonst kriegst Du noch einen Komplex!“. Schließlich geht Roberts (bzw. Textdichter Behrle) sogar so weit, dass er die Angebetete als „Naturtalent“ bezeichnet. Ob er für „Liebe ist gar nicht so schwer“ die „Saure Gurke“ der Zeitschrift „Emma“ bekommen hat, ist nicht überliefert – jedenfalls reichte es erneut für Platz 1 in der ZDF Hitparade, obwohl nach langer Zeit eine Single von Chris wieder NICHT die Verkaufshitparade erreichte.

Im Herbst 1977 landete Chris mit dem erneut von Günther Behrle verfassten, diesmal romantischen Text „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara?“ einen „Beinahe-Top-10-Hit“ (Platz 11). Im Zuge einer Regel-Änderung konnte er den Titel gleich 5 mal in der ZDF-Hitparade präsentieren. Den Song brachte er auch in einer speziell für den niederländischen Markt produzierten Version heraus. Offensichtlich war man mit dem Erfolg zufrieden, der Vertrag mit Jupiter Records wurde verlängert. Im Branchenblatt Musikmarkt war zu lesen: „Nach dem Erfolg seines Titels „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara?“ hoffen Jupiter und die Vertriebsfirma Ariola auf eine erfolgreiche Zukunft.

Während Kultsänger Dieter Thomas Kuhn, der viele von Roberts‘ Songs gecovert hat, sich ein „Brusthaartoupet“ zugelegt hat, hat Chris Roberts das offensichtlich nicht nötig, wie man das auf dem Single-Cover von „Du bist mein Mädchen“ erkennen kann. Es wurde damals wie folgt inseriert: „10 Jahre Chris Roberts. Wir gratulieren zum Jubiläum und zu seiner neuen Single“. In der Tat lag der erste Hitparadenerfolg von Chris schon 10 Jahre zurück. Die erste von Bernd Meinunger für Chris getextete Single war leidlich erfolgreich – der Song konnte sich 15 Wochen in den deutschen Charts halten und wurde sogar in Österreich ein kleiner Hit.

Im Herbst 1978 veröffentlichte Roberts dann eine Single mit dem etwas bizarr anmutenden Titel „Ich tausch‘ den Sommer gegen 7 Tage Regen“. Den Text schrieb Bernd Meinunger. Warum sich Komponist Ralph Siegel für dieses Lied ein Pseudonym zugelegt hat („Peter Match“), das weiß er wohl nur höchstselbst. Jedenfalls hat Roberts mit der Single, die er am 21. September des Jahres sogar in Rainer Holbes Starparade vorstellen durfte, metaphorisch schön belegt, was er in Kauf nehmen würde, wenn die entschwundene Geliebte wieder zu ihm zurückkehren würde. Der Top-40-Song war für knapp 2 Jahre der letzte Hit in den Charts, den Chris hatte.

1978 machte Roberts auch einen Ausflug in die Musical-Welt: Er war Hauptdarsteller des Musicals „Sweet Charity“ im „Kleinen Theater in Godesberg“; dort stand er zwei Monate lang vor täglich ausverkauftem Haus und erhielt sehr gute Kritiken.

Die erste 1979er Nummer von Chris Roberts, „Komm leg Deinen Kopf an meine Schulter“, kam beim (wohl vor allem weiblichen) Publikum verständlicherweise nicht an. Roberts bietet sich darin als Verflossener als „guter Kumpel“ an, um sofort wieder andere Ziele zu verfolgen –das fanden die Fans nicht so originell – auch die TV-Präsenz war überschaubar- immerhin durfte Chris den Song am 15. März 1979 in der Drehscheibe vorstellen.

Der große Fußballer der damaligen Zeit (Ender der 1970er Jahre) war wohl Kevin Keegan. Damals war es noch nicht unüblich, dass solche Stars sich auch musikalisch betätigen – man denke nur an Franz Beckenbauers legendäres „Gute Freunde darf niemand trennen“ oder an Gerd Müllers „Dann macht es bumm…“. Im Gegensatz dazu nahm sich Keegan eines recht seriösen Popsongs an, der auch ein guter Hit wurde: „Head Over Heels In Love“. Textdichter Günther Behrle dachte sich dazu „Hals über Kopf verliebt“ aus – es wurde ein kleiner Hit, den Chris immerhin 2 mal in der ZDF Hitparade präsentieren durfte.

Mit der deutschen Version des „Exile” Hits „The Part Of Me That Needs You Most”, „Lass meine Hand nicht los!”, schloss Roberts sehr unspektakulär die 1970er Jahre ab.

Anfang der 1980er Jahre hatte Chris internationale Ambitionen, als „Chris & Friends“ wurde die Single „Easy Hours“ veröffentlicht – ein Erfolg wurde der Tonträger nicht, ebenso wenig wie die LP, die in englischer Sprache produziert wurde.

Im Sommer 1980 wurden neue Tonträger veröffentlicht – so auch die neue LP „Denk daran, ich brauche Dich“, die Roberts co-produziert hat und auf der er viele eigene Texte beigesteuert hat. Am 07. Juni 1980 stellte der Künstler in der sehr wichtigen TV-Show „Deutscher Musikladen“ daraus die Single „Wo warst Du?“ vor – es wurde sein größter Hit seit langer Zeit – es war allerdings auch sein letzter überhaupt. Letztmals erreichte er Platz 1 der ZDF-Hitparade – und letztmals kam er mit einem seiner Schlager in die Charts – immerhin verbuchte er noch mal einen 26. Platz. Der letzte Hit von Roberts war bezeichnenderweise eine Siegel-Produktion.

Zum letzten mal unter Dieter Thomas Heck trat Chris am 9. Februar 1981 in der Hitparade auf mit „Hörst Du, sie spielen unser Lied“, einem von Martin Mann komponierten Lied, dessen Text Roberts selbst schrieb, der auch die Single gemeinsam mit Horst Hornung produzierte. Vermutlich wollte der Sänger (wie so viele seiner Zunft) etwas anderes machen, als fröhliche Stimmungslieder zu singen – sein Trennungslied kam aber schlicht nicht an, offensichtlich wurde es ihm nicht abgekauft, obwohl das Lied auch in der Disco mit Ilja Richter vorgestellt wurde.

Freundinnen und Freunde des gepflegten Brusthaars kamen beim Cover der Single „Wir liegen im Gras“, nun wieder produziert von Ralph Siegel, mehr als auf ihre Kosten. Der Schunkelwalzer konnte sich nicht durchsetzen, also ging man wieder einen anderen Weg: „Allein…“, geschrieben vom damaligen Heidi-Brühl-Produzenten Danny Santos (Text und Produktion Chris Roberts) war im Zeitalter der Neuen deutschen Welle auch nicht der richtige Griff.

Mensch Mausi“ schrieb Ralph Siegel 1982 unter dem Pseudonym „Werner Zylka“, auch Bernd Meinunger konnte sich mit dem Titel wohl nicht wirklich identifizieren und versteckte sich hinter dem Namen „Bernd Bastino“. – Es nutzte nix – der Titel wurde kein Erfolg. Interessanterweise wurde für Chris‘ damals aktuelle LP „…und dafür Dankeschön“ auf der Rückseite Werbung gemacht, „Mensch Mausi“ war (im Gegensatz zu „Allein..“) auf dem Album aber nicht zu finden – die in der Werbung aufgeführte Idee, ein Lied „für alle Mausis dieser Welt“ zu ersinnen ging offensichtlich nicht auf.

Die nächste Single wurde vom Erfolgsautoren und –produzenten Joachim Heider komponiert, den Text schrieb Chris selber: „Ich bin an der Seite“, der Schlager im zeitgemäßen Synthesizer-Sound vermochte gegen die damals allgegenwärtige Neue deutsche Welle zu punkten. Interessant ist, dass damals Heider „Haus- und Hofproduzent“ Roland Kaisers war und auch zu der Zeit einen guten Namen hatte. Hoch interessant ist die B-Seite dieser Single, „Dich will ich lieben“. Das ist ein Remake des 1970er Top-40 Hits von Christian Anders. (Vielen Dank an Joachim-Heider-Kenner Claus Stimpfig für diesen interessanten Hinweis).

Besser als mit den Tonträgern lief es anno 1983 im Kino. Nach längerer Zeit nahm Chris Roberts mal wieder einen Film auf – der Kultstrifen „Sunshine Reggae auf Ibiza“ (mit Karl Dall) war in damals ein recht erfolgreicher Publikumsrenner. Mit einer der Schauspielerinnen des neuen Films, Bea Fiedler, produzierte er sogar eine Single (Hauptsänger der Nummer war ein gewisser „Alex„, ein damaliger Nachwuchsschauspieler) – der Titel „Du Du Du (bist so unbeschreiblich weiblich)“ floppte aber gewaltig.

Die Single war die erste Auskopplung aus Roberts‘ 1984er Album „Hautnah“. Genau in dem Jahr hat übrigens auch Udo Jürgens sein Album „Hautnah“ genannt, ein Jahr zuvor kam schon die Gruppe „Neue Heimat“ auf diese Idee (damals mit dem Riesenhit „Sehnsucht“). Leonard, Mary Roos, Anna Maria Zimmermann, Frank Schöbel, Edo Zanki, Oliver Frank… – im Prinzip gibt es kaum einen Sänger, der kein Album dieses Namens herausgebracht hätte, Chris war da noch einer der Ersten…

Die zweite Nummer aus dem Longplay war „Bella Bella Bianca (am Canale Grande)“. Den Song von Günther Behrle produzierte Chris wieder selber. Er gibt in dem Lied einen Schwerenöter, der es auf eine liierte Dame abgesehen hat…

Ein moderner Chris Roberts, der aber von seinem alten Charme nichts vermissen lässt“ –das verspricht der Promotiontext zur 1984er Single, „Fantasia“. Erneut schrieb Roberts selbst den deutschen Text zur internationalen Nummer von Eddie Phillips. Trotz des Hinweises im Pressetext „dt. Text: Chris Roberts“ scheint es sich um ein Original zu halten und nicht um einen Cover-Song. Erneut interessant ist die B-Seite der Single, „Gestohlene Stunden“ – ein Spätwerk des begnadeten Textdichters Fred Jay.

Aufgrund mangelnder Tonträger-Erfolge entdeckte Chris das Gala-Geschäft für sich, 1984 hatte er allein 100 Auftritte dieser Art absolviert – so nachzulesen im Musikmarkt vom 15.09.1984.

1985 war Roberts Bestandteil einer bunt zusammengewürfelten Sängertruppe – mit sechs Leuten ging man zum Grand Prix Eurovision für Luxemburg an den Start. Gemeinsam mit Ireen Sheer(!), Margo, Franck Olivier, Diane Solomon und Malcolm Roberts nahm sang er den dreisprachig gehaltenen Ralph-Siegel-Song „Children, Kinder, Enfants“. Raus sprang ein enttäuschender 13. Platz im Wettbewerb – der deutsche Beitrag („Für alle“ von der Gruppe Wind) war da mit Rang 2 weit erfolgreicher.

Auch die nächste Solo-Single, „Der La La La Song“, wurde kein Erfolg. Die vom arrivierten, inzwischen leider verstorbenen Liedermacher Pete Wyoming Bender komponierte Nummer zeichnete sich nicht gerade durch einen höchst anspruchsvollen Text aus. Spannender ist da erneut die B-Seite der Single: „Was hat ER, das ich nicht habe“ – die Adaption des kurz zuvor von Katja Ebstein herausgebrachten Liedes aus weiblicher Perspektive.

„So wie es früher war“ (Titel der B-Seite) ,war es 1986 nicht mehr – folglich lief der langjährige Vertrag mit Ralph Siegels Jupiter Records in jenem Jahr mit der Single „So wie Du“ aus. Es folgte eine Tonträger-Pause über mehrere Jahre.

Privat bandelte Chris im September 1985 mit seiner späteren Ehefrau Claudia Oesterling an, die er im Mai 1989 heiratete, kurz darauf bekam das Paar eine kleine Tochter namens Jessica Vanessa, die von Chris mit dem Lied „Hallo Leben!“ begrüßt wurde, das zunächst als Tonträger veröffentlicht werden sollte, aber wohl dann doch nicht erschien.

Erst 1990 erschien wieder eine neue Single – inzwischen als Duett mit seiner damaligen Ehefrau Claudia, die wohl einen mindestens ähnlich innigen Bezug zu Chris hatte wie damals Nora zu ihrem Thomas Anders. Claudia textete dann auch gleich den Song, der die deutsche Originalversion des Milli-Vanilli-Hits „Girl I’m Gonna Miss You“ war: „Ich vermiss Dich!“. Auf der Single-Rückseite ist der romantische Text zu lesen: „…und ich geb mein Leben für Dich her, ich werd‘ Dir treu sein. Und ich brauch‘ Dich jeden Tag – liebe mich, und Liebling, ich vermiss Dich!“ Die Realität sah Jahre später leider etwas anders aus, inzwischen ist die Scheidung erfolgt und Claudia hat nach der Schlagertexterei ein weiteres Spezialgebiet entdeckt, die Beratung von Menschen in Ehe- und Lebenskrisen….  – So oder so wurde in einer Biographie von Chris Roberts augenzwinkernd verlangt, dass er mit dem Song einer der ersten Deutsch-Rapper war – quasi ein Vorgänger von Sido und Bushido

Im Zuge der Anfang der 1990er Jahre sehr populären Hit-Mixes und Medleys, wurde 1993 auch ein Chris-Roberts-Medley veröffentlicht mit dem originellen Namen „Happy Chris-Mix“, auf dem die großen Erfolge der Jupiter-Records-Ära von Ralph Siegel verkoppelt wurden.

Nach dem großen Erfolg der von RTL ausgestrahlten TV-Serie „Ein Schloss am Wörthersee“ mit Roy Black versuchte man, ein ähnliches Konzept zum Erfolg zu führen. Für „Almenrausch und Pulverschnee“ wurde Chris Roberts als Schauspieler reaktiviert – immerhin ca. 6 Millionen Menschen sahen in Deutschland zu; weitere ca. 1,3 Mio. Zuschauer hatte die 8-teilige Serie in Österreich (- dort wurde sie vom ORF ausgestrahlt). Dummerweise wollte (musste) er seine Frau zu den Dreharbeiten nehmen. Die war so eifersüchtig, dass Chris nicht die komplette Serie abdrehen konnte, sondern durch Hans Jürgen Bäumler in vielen Szenen ersetzt werden musste (die Kussszenen machten ihr zu schaffen). Ihr Einfluss war so groß, dass sie sogar eine Nebenrolle in der Serie spielte (Sekretärin Gerda). Die Serie ist seit Herbst 2015 auf DVD in einer Komplettbox erhältlich

Zum Jahresende 1992 bewies Roberts‘ Frau erneut, was sie für eine „Sympathieträgerin“ ist. Chris und sie waren im Trash-Kult-TV-Format „Die Gailtalerin“ zu Gast. Die Gastgeberin deutete an, dass die beiden ja nicht über ihr Privatleben wollten – daher hätte er eine Überraschung: Sie müssten gar nicht mit ihm reden. Claudia war „not amused“ und kippte der Gailtalerin ein volles Glas Bier über den Kopf. Vergeblich versuchte sie, die Ausstrahlung der TV-Sendung zu verhindern.

1994 wurde eine gemeinsame CD mit Kinderliedern veröffentlicht – inspiriert von Chris‘ Kindern David, Jessica und Jerome. Der Titelsong daraus, „Traumluftballon“, wurde von Claudia und Chris Roberts im November 1994 sogar in Uwe Hübners ZDF-Hitparade präsentiert. Den Song und die Lieder zur gleichnamigen CD komponierte und textete „Multitalent“ Claudia, die zuvor schon als PR-Beraterin, Model und Radiomoderatorin tätig war. Die Erlöse aus der Schallplatte gingen übrigens an die Aktion „Kinder in Not“ von UNICEF.

David Brandes machte sich 1995 im Zeitalter der Rave-Musik daran, den Klassiker „Du kannst nicht immer 17 sein“ in einer modernisierten Fassung zu veröffentlichen. Das Projekt „Middle Of the Rave feat. Chris Roberts“ blieb aber nur eine Eintagsfliege, später sollte die Zusammenarbeit aber fortgesetzt werden.

Zum 30-jährigen Plattenjubiläum veröffentlichte die Plattenfirma Arcade ein Album unter dem Motto „Diese wunderbaren Jahre“. Der Titelsong war Programm – er hielt darin Rückblick auf seine imposante langjährige Karriere.

1997 erschien eine weitere CD des Duos Claudia und Chris Roberts mit Liedern, die von Claudia getextet und hochprozentig auch komponiert wurden. Als Single wurde u. a. „Sommer, Sonne, Urlaub (Dip Dap)“ ausgekoppelt. Ganz wichtig ist sicher das „Dip Dap“ im Text….

Der Song „Manchmal trocknen Tränen eben langsam“ fiel auch in diese Zeit – fast unbemerkt von den Schlagerfreunden.

Erst 2002 ging Chris Roberts wieder ins Studio – diesmal wieder unter der Produktionsregie von David Brandes – und fast alle Titel sang er auf dem Album „Momente“ selber (ohne Claudia) ein. Die erste Single, „Wenn Du fühlst, was ich fühl‘“ war ein kleiner Radio-Hit, im November 2002 war der Titel der am meisten im Radio gespielte Schlager.  Als zweite Auskopplung aus dem Album wurde „Mein Freund“ ausgewählt. Bemerkenswert ehrlich bemerkte Chris in der NDR-Talkshow, dass er trotz guter Airplay-Einsätze mit dem Verkauf seines Albums („Momente“) nicht zufrieden sei.

Im Oktober 2004 war ein Tiefpunkt in der Karriere Chris Roberts‘ erreicht, er musste eine „eidesstattliche Versicherung“ abgeben – Schlagzeilen machten die Runde, er sei pleite.

2008 ging Roberts auf Weihnachts-Tournee. Mit Kollegen wie Tina York ging es unter dem Motto „Winter Zauberland“ auf Konzertreise. Auch 2012 war er mit Kollegen auf Winter-Tour.

Chris‘ altes Motto „Du kannst nicht immer 17 sein“ wurde vom Sender RTL ausgebuddelt, um eine Dokumentation auszustrahlen über Schlagersänger, die mal ganz oben waren und deren Erfolg im Laufe der Jahre nachließ.

2010 besann sich Chris auf alte Zeiten und veröffentlichte seinen 1977er Erfolg „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara 2010“ neu – produziert von Oliver Hintz und nein, nicht Kunz, sondern Andreas Rosmiarek. Das gleiche Team versuchte sich dann auch an dem Klassiker „Hab Sonne im Herzen 2011„.

Im Herbst des Jahres nahm Chris an der Vox-TV-Sendung „Cover My Song“ teil – der Rapper MoTrip coverte – na was wohl? – Roberts‘ Klassiker „Du kannst nicht immer 17 sein“ und landete damit einen kleinen Hit in den Download-Charts. Im Rahmen dieser Sendung entstand auch der von Sohn Jerome produzierte Song „Was Du jetzt nicht siehst„.

2012 gab es einen echten Leckerbissen für Chris-Roberts-Fans. Die geniale „Originale“-Serie veröffentlichte seine LP „Chris Roberts“ aus dem Jahre 1971 neu – die Fans haben sich gefreut über einige Aufnahmen, die zuvor nie auf CD veröffentlicht wurden. Sehr interessant: Auch auf dem Album findet sich ein Song namens „Barbara“. Seine Single „Warum?“ war einer Barbara gewidmet. Und sein großer Hit „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara?“ ist auch diesem Namen verbunden. Ob Chris eine Affinität zu den Barbaras dieser Welt hat?

Im Juli 2013 war bei smago.de zu lesen: „CHRIS ROBERTS – Neu bei der MMG Müller Music Group unter Vertrag – Jeanette Müller, Chefin von MMG Müller Music Group freut sich ganz besonders über das Vertrauen von Chris Roberts und auf die Zusammenarbeit und die Umsetzung der neuen Pläne! In Zusammenarbeit mit der MMG Müller Music Group werden dieses Jahr im Herbst und zu Weihnachten noch zwei nagelneue Singles veröffentlicht und für 2014 entsteht zusammen mit einem Team großartiger Komponisten und Textdichter ein ganzes Album.“ Diese Singles und das Album müssen wohl top-secret sein. Wenn jemand die großspurig angekündigten neuen Songs gehört hat, möge er sich bitte melden – meine diesbezügliche Recherche verlief im Sande…

Im Oktober 2015 veröffentlichte Chris Roberts dann wirklich wieder eine neue Aufnahme: Mit seinem von Denny Schönemann und Sascha Eibisch produzierten Song „Gewinner“ versucht er an alte Zeiten anzuknüpfen.

Chris Roberts erlag am 2. Juli 2017 in der Berliner Charité 73-jährig einem Lungenkrebsleiden.

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Textquelle: Stephan Imming (smago! Archiv-Artikel aus dem Jahre 2015)

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