DJ ÖTZI u.a.
Heute (26.04.2013) zum Thema „Eltern, Kind – ein Bund fürs Leben?“ in der Talk-Show „NACHTCAFé“ zu Gast!

„Die Talkshow mit Wieland Backes“ // Südwest Fernsehen, 22:00 Uhr – 23:30 Uhr! 

Ob Rabenmutter, Glucke oder Übervater – die emotionale Bindung eines Kindes zu seinen Eltern prägt und formt die weitere Entwicklung maßgeblich und stellt Weichen fürs Leben. Doch wie sieht eine gelungene Beziehung zwischen Eltern und Kind aus und wann wird daraus ein harmonischer Bund fürs Leben?

Nicht immer gelingen Eltern-Kind-Beziehungen. Leidtragende sind dabei oft Kinder, deren Eltern keinerlei Interesse an ihnen zeigen und dadurch emotional verwahrlosen. Diese Narben aus der Kindheit brechen oft erst im Erwachsenenalter auf und führen nicht selten zu einem kompletten Bruch mit dem Elternhaus.
 

Andere wiederum verlieren ihre Eltern schon als Kind durch einen Unfall oder wachsen im Heim auf, ohne ihre Eltern jemals kennengelernt zu haben. Und manche wohnen auch mit 50 immer noch im Hotel Mama und weigern sich, sich von zuhause abzunabeln.

Wann ist es besser, die Beziehung zu den Eltern zu kappen? Warum verstoßen Eltern ihre Kinder – und warum sagen sich Kinder von ihren Eltern los?

 

Die Gäste:

DJ Ötzi kennt man als erfolgreiche Stimmungskanone, die dunklere Seite von Gerhard Friedle ist weniger bekannt: Seine damals 17-jährige Mutter gab ihn sofort nach seiner Geburt weg. Er wuchs zuerst bei Pflegeeltern, dann bei seiner Großmutter auf. Später waren Depressionen und Ängste seine ständigen Begleiter: „Ich fühlte mich ganz unten, es ging nicht tiefer. Ich hatte keine Kraft mehr, an meine Freunde, an meine Familie, an mich zu denken.“

Für Psychologin Dr. Sandra Konrad ist die Auseinandersetzung mit der familiären Vergangenheit Voraussetzung, um sich aus alten leidbringenden Mustern zu befreien. „Jede Familie hat ihre hellen und dunklen Seiten. Wir alle sind geprägt von den Erfahrungen unserer Eltern und Großeltern und so ziehen sich Konflikte, Verletzungen und Geheimnisse oftmals wie ein roter Faden durch mehrere Generationen.“, sagt die Familientherapeutin.

Dr. Bence Toths Sohn sitzt als verurteilter Mörder lebenslänglich hinter Gittern. Nach einem Indizienprozess kam das Gericht zu dem Urteil, dass er aus reiner Habgier seine millionenschwere Tante mit 24 Hieben getötet hat. Doch sein Vater glaubt weiterhin fest an seine Unschuld und kämpft für ein Wiederaufnahmeverfahren: „Ich stehe zu meinem Sohn. Nichts kann das Band zwischen meinem Sohn und mir zerschneiden“.

„Mutter, Du bist für mich gestorben.“ Diese schockierende SMS von ihrem Sohn erreichte Lydia Scholz aus heiterem Himmel und veränderte ihr Leben komplett. Es folgte ein Brief vom Rechtsanwalt, seitdem ist der Kontakt abgebrochen. Bis heute weiß sie nicht warum. Dennoch glaubt sie an ein Happy End: „Ich denke, dass wir uns eines Tages wiedersehen – ohne Vorwürfe, ohne warum, weshalb, wieso.“

Abweisung, Dauerkritik, Schläge – in einer Welt umgeben von mütterlicher Kälte wuchs Franziska Tenner auf. Nie konnte sie den Ansprüchen ihrer Mutter gerecht werden. Als sie den Glauben an ein besseres Verhältnis aufgegeben hatte, brach die Filmemacherin vor vier Jahren den Kontakt zu ihren Eltern ab: „Eine Versöhnung kann ich mir nicht vorstellen, denn dann müsste meine Mutter auf mich zukommen – und das würde sie NIE tun.“

Ganz innig ist das Verhältnis zwischen Cerstin Hoffmann und ihrer Adoptivmutter. Seit einem Schlaganfall vor elf Jahren pflegt die 38-Jährige sie liebevoll zu Hause. Obwohl die Pflegesituation viel Geduld und Kraft kostet, will sie ihrer Mutter zurückgeben, was sie an Liebe und Aufmerksamkeit in der Kindheit bekommen hat: „Für mich war es nie ein Thema, meine Mutter in ein Heim zu geben, auch wenn dabei mein kleiner Sohn und mein Mann zurückstecken müssen.“

An der Bar:

Drei Generationen unter einem Dach: Seit vier Jahren wohnt Ralf Bischoff mit seinem Mann Alexander, Ralfs Eltern und seinem Opa im extra dafür neu gebauten Haus. Für den 40-Jährigen ist mit dem Mehrgenerationenhaus in Gondelsheim ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen: „Es ist ein schönes Gefühl, die Eltern versorgt zu wissen. Der Familienzusammenhalt ist mehr wert als alles andere.“

 

 

 

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SWR

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