WOLFGANG LIPPERT präsentiert FRANK SCHÖBEL & BAND, ANGELIKA MANN, MONIKA HERZ, HANS JÜRGEN-BEYER und EVA-MARIA PIECKERT
smago! Tournee-Bericht: „Wiedersehen mit Freunden“!

smago! Chefredakteur Andy Tichler begab sich mit auf diesen Nostalgie-Trip …:

 

 

… und die „Mocca Milch Eisbar“ gibt es doch noch … – in Eisenhüttenstadt (einer Stadt, in der sich Fuchs und Hase schon längst „Gute Nacht“ gesagt haben …), direkt neben dem Friedrich-Wolf-Theater …

Mit der von Wolfgang „Lippi“ Lippert präsentierten Tournee „Wiedersehen mit Freunden – Die Legenden sind zurück“ hat Thomann Management das Pendant zu der Erfolgsproduktion „Schlagerlegenden“ von Depro Concerts aus dem Hut gezaubert. In einer „Light-Variante“ zwar (ohne Live-Orchester), dafür aber mit mehr als doppelt so vielen Terminen. Das Durchschnittsalter der Ost-Legenden Frank Schöben, Angelika Mann, Monika Herz, Hans-Jürgen Beyer und Tour-Küken Eva-Maria Pieckert liegt mit 68 Jahren um 4,8 Jahre jünger als bei den West-Legenden Peggy March, Ireen Sheer, Lena Valaitis, Graham Bonney und Michael Holm.

Was die Ost- und West-Legenden eint: Sie alle haben ihr Handwerk von der Pike auf gelernt (und das gilt – kleines Wortspiel – nicht nur für Eva-Maria Pieckert). Doch während man die West-Legenden auch „im Osten“ kennt, ist es eine wahre Schande, dass man „im Westen“ zumindest bei Namen wie Monika Herz, Angelika Mann und Eva-Maria Pieckert weitestgehend mit den Schultern zuckt. Gut, Wolfgang Lippert kennt man bundesweit als den „Wetten, dass ..?“ ‚Quoten-Ossi‘. Auch Frank Schöbel ist in den „alten Bundesländern“ gewiss nicht gänzlich unbekannt, wird jedoch noch immer gänzlich unter Wert gehandelt, und von Klaus-Jürgen Beyer kennt man „im Westen“ zumindest den Titel „Tag für Tag“ aus dem Jahre 1974 (im Übrigen einer der absoluten Allzeit-Lieblingstitel von smago! Chefredakteur Andy Tichler).

Ein kurzer Vorschau-Trailer macht Lust und Laune auf das gut 3-stündige Tournee-Programm „Wiedersehen mit Freunden“, sicherlich in Anlehnung an die populäre Sendung „Wiedersehen macht Freude“, die 1997 – 2003 von Uwe Jensen moderiert wurde (seit der Neuauflage sitzt Axel Bulthaupt am Ruder.)

Wolfgang Lippert, „Der Harald Juhnke des Ostens“, eröffnet das Programm mit dem Roland Kaiser Titel „Ich glaub‘, es geht schon wieder los“ und hüpft mit seinen 66 Jahren von der Bühne runter und auch wieder hinauf, dass man nur noch staunen kann.  Er betont gleich zu Beginn ganz ausdrücklich, dass seine Kollegen und er „unser Handwerk gelernt“ haben.

„Lippi“ präsentierte sich auf unaufgeregter, unaufdringlicher Gastgeber eines ungemein kurzfristig Spätnachmittags (das Programm begann um 16:00 Uhr und endete gegen 19:15 Uhr).

Als erste Künstlerin betritt Monika Herz, „Die Gaby Baginsky des Ostens“, die Bühne. Sie startete ihre Karriere im Jahre 1972 mit dem Titel „Zärtlich sollst du bleiben“. Sie trägt – frei nach Wecke Mehre – ein „Ding-Dong Bama-Lama-Sing-Song-Teeny-Weeny-Flower-Power-Kleid“ und präsentiert im „Ritmo de la noch“ Rhythmus in Medley-Form eine Auswahl ihrer Erfolgstitel – neben „Wer sagt denn, dass ich weine“ und „Charly öle“ u. a. auch „Kleiner Vogel“ (zum Ersten). Einzig und allein die Playbacks sind zum Teil hanebüchen-haarsträubend! So ist „Kleiner Vogel“ im Original ein regelrechtes Kunstwerk (im Philly-Sound). Schade drum.

Nachdem sie eine „ziemlich lange Pause“ gemacht hat, habe sie ihr Sohn David vor 16 Jahren zurückgeholt. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs (als Monika Herz & Davi). Und so kommt Sohn David auch an diesem Freitagnachmittag (16.11.2018) im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt mit auf die Bühne. Mit ihm bestritt sie fürderhin den weiteren Programmteil. Zunächst mit „Einfach Seele baumeln“, dann mit einem Country-Medley („Country Roads“, „Oh, Susanna“, „Cottonfields“ und „Gloria, Gloria Hallelujah“). Auch in der Reggae Version vermochte der „Kleine Vogel“ leider nicht vollumfänglich zu überzeugen … Zumindest JETZT hätte Monika Herz ihren Superhit aus dem Jahre 1976 zum Original-Halbplayback vortragen können …

Er ging durch die Schule des legendären Leipziger Thomanerchors. Allerdings sei er nicht von Anfang an mit dabei, wusste „Lippi“ zu berichten. (Da der Thomanerchor bereits 1212 gegründet wurde, wäre er sonst ja auch 807 Jahre alt …) Da er über eine „Festival-Stimme“ verfüge, kann man Hans-Jürgen Beyer getrost als den „Jürgen Marcus des Ostens“ bezeichnen. Der immer noch sensationell gut aussehende Sänger, der In nahezu allen Musikgenres zu Hause ist und sich bereits in Tokio das „silberne Glöckchen“ ersungen hat, ging sogleich in die Vollen, in dem er seinen Monsterhit „Tag für Tag“ als ersten Titel sang. Er freue sich, mit an dieser Tournee teilnehmen zu dürfen, „wo alle Kollegen schon vor vierzig Jahren große Hits hatten“. Beyer verriet, dass er in Kürze seinen 70. feiert. „Ich musste euch das jetzt sagen, sonst denkt ihr, ich wäre noch älter“, witzelte er. Mit der „Barcerole“ von Jacques Offenbach sowie dem Gefangenenchor von Nabucco. Auch brillierte er mit seiner Version des Harry Styles-Hits „Sign Of The Times“. Weiter ging’s mit „Oh When The Saints Go Marchin‘ In“ und einer Cover-Version des Christian Franke-Klassikers „Ich wünsch‘ dir die Hölle auf Erden (wenn du heut‘ gehst)“, mit der ER 1999 bei der ersten „Show Palast“ Ausgabe von und mit Dieter Thomas Heck zu Gast war. (Da Hans-Jürgen Beyer frisch verliebt sein soll, billigte man ihm in Eisenhüttenstadt diese Zugabe zu …)

SIE ist „Die Lady in Red“ des wilden Ostens und darf sich mit der goldenen Bernsteinnachtigall schmücken ..: Eva-Marie Pieckert. 1984 eröffnete sie mit Helga Hahnemann den Berliner Friedrichstadtpalast. Mit !Alles beim Alten“ gab sie ihren musikalischen Einstand bei der „Wiedersehen mit Freunden“ Tour. Sie sei ja „das Küken unter den Kollegen“. „Diese Tournee ist eines der schönsten Geschenke in diesem Jahr für mich“, bekannte sie, die 1979 mit dem Titel „Wie die Steine im Bach“ ihre Karriere startete. Nachdem sie diesen Titel vorgetragen hatte, holte sie „Hansi“ Beyer für das Duett „Was kann ich denn dafür?“ („Something Stupid“) auf die Bühne zurück. Aus „Porgy & Bess“ sang sie „Summertime“, „It Ain’t Necessariliy So“ und „Ich hab alles und gar nichts“. Als Zugabe sozusagen präsentierte sie „Weil mein Herz dich nie mehr vergisst“ von Vicky Leandros, das sie nahtlos in die Originalversion „My Heart Will Go On“ von Celine Dion übergehen ließ.

Die nächste Künstlerin sei „hundebegabt“, schwärmte „Lippi“ und übertrieb nicht die Spur. Denn Angelika Mann, die seit Kindertagen den Beinamen „Die Lütte“ trägt (, an dem sie sich aber überhaupt nicht stört), zählt zu den wandlungsfähigsten Künstlerpersönlichkeiten der ehemaligen DDR überhaupt. Mit „Guten Morgen, guten Morgen“ präsentiert sie zu Beginn ein Stück aus dem „Traumzauberbaum“, das gleichzeitig auch „das schönste Lied, das jemals für mich geschrieben wurde“ ist. Die sieben Zwerge hat sie bereits vor 45 Jahren auf ihre ganz eigene Art und Weise besungen. „Das war ungefähr vor 25 Kilo“, verriet sie und schloss daraus „Der Bauch muss weg“, weil ihr „Emil“ es so wolle, um sich letztendlich doch dagegen zu entscheiden … Ihr Rat stattdessen: „Versuch’s doch mal mit Champagner“.
Angelika Mann blieb gleich auf der Bühne, als „Lippi“ „zwei weitere sehr scharfe Puppen hinter der Bühne“ ausmachte: Monika Herz und Eva-Marie Pieckert. Die drei Damen wurden nämlich als Background-Sängerinnen zu seinem (im Western durch Hugo-Egon Balder bekannt gewordenen) Kult-Hit „Erna kommt“ benötigt. „Der Text ist relativ übersichtlich“, versicherte er.
Im Alter von 66 Jahren genießt Wolfgang Lippert das Privileg, dass seine Mutter – mittlerweile 98-jährig – noch lebt. Und SIE habe über den nächsten Künstler gesagt, dieser sei „ein ehrenwerter Mann“, weil er seine (Ex-)Frauen so gut versorgt habe. Die Rede ist von Frank Schöbel, der im kommenden Jahr sein 55-jähriges Tonträger-Jubiläum feiert. Von seinem Stellenwert her ist Frank Schöbel ganz locker „Die Helene Fischer des Ostens“. Unterstützt von seiner (für diese Tournee auf drei Musiker abgespeckten) Band bewies er beim Griff in seine endlos tiefe Schatzkiste genau das richtige Händchen. Obwohl stramm auf die 76 zugehend, hat er noch immer ein Gesicht so glatt wie ein Babypopo (und da wurde nichts herumgeschnippelt!). Mit „Das ist der Moment“, „Schreib es mir in den Sand“, „Mit mir könn’n se’s ja machen“, „Komm, wir malen eine Sonne“, „Wann, wenn nicht jetzt“, „Einer von uns“, „Sternenzelten“, „Alles ist bio“, „Hast du deine Tabletten geschluckt?“ und „Wie ein Stern“ (leider nur in einer fast schon unverschämt kurzen Kurzfassung!) sorgte er für wahre Begeisterung. 1971 hatte er es mit diesem Titel, der seine musikalischen Visitenkarte wurde, sogar in die (west)deutschen Single Charts geschafft. Allerdings sei „Wie ein Stern“ im Westen mit einem anderen Cover erschienen, das ihm „nicht so gefallen“ habe. Und überhaupt: „Ich bin gerne hier“, bekannte er sich zu „seinem“ Osten. Mit „Ich geh’ vom Nordpol zum Südpol“ (tatsächlich geht gerade jemand vom Nordpol zum Südpol zu Fuß !!!), „Danke für jede Stunde“ und „Gold in deinen Augen“ gab er gleich mehrere Zugaben. Und zu „Alt wie die Welt“ gesellten sich dann alle Kolleginnen und Kollegen zum großen Finale zu ihm und zu seiner Band mit auf die Bühne, um sich dann mit einem „Dankeschön“ endgültig zu verabschieden.
Großes Lob zollte Wolfgang Lippert ganz zum Schluss im Übrigen auch Tournee-Leiterin Elke Derks („Die schmiert Brötchen, da werden sie ohnmächtig!“).

 

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Textquelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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