TONY SHERIDAN
Der „fünfte Beatle“ ist tot:

Tony Sheridan starb am Samstag (16.02.2013) im Alter von 72 Jahren nach langer, schwerer Krankheit! 

TONY SHERIDAN eigentlich Anthony Esmond
Sheridan MacGinnity, (* 21. Mai 1940 in Norwich, England; † 16. Februar
2013 in Hamburg, Deutschland[1]) war ein britischer Musiker. In den
frühen 1960er Jahren war er einer der Begründer der Beatmusik.

Anthony Esmond Sheridan McGinnity war
der Sohn eines Iren und einer Engländerin. Er wuchs unter dem Einfluss
klassischer Musik auf und erlernte früh das Geigenspiel. Als
kunstbegabter Schüler wechselte er vom Gymnasium auf die Kunstschule und
tauschte als Teenager die Geige mit der Gitarre. 1956 gründete er seine
erste Skiffle-Gruppe The Saints, mit der es ihn 1957 nach
London verschlug. Dort wurde Tony Sheridan innerhalb kurzer Zeit ein
gefragter Gastmusiker. Er begleitete unter anderem Conway Twitty, Gene Vincent und Eddie Cochran auf Tourneen, war von Ende 1958 bis 1959 Gitarrist bei Vince Taylor & The Playboys und erhielt in der von Jack Goode
moderierten Fernsehshow „Oh Boy“ bei der englischen BBC als erster
Musiker die Möglichkeit, am 9. Mai 1959 mit einer E-Gitarre live im
Fernsehen aufzutreten. 1959 gründete er das Tony Sheridan Trio
mit Brian Locking und Brian Bennett, die beide später bei Cliff Richards
Begleitgruppe The Shadows landeten und ging als Begleitband der Eddie Cochran & Gene Vincent Rock ’n’ Roll-Show auf Tournee. Diese Tour endete mit dem tragischen Tod von Eddie Cochran.

Nach Hamburg verschlug es Tony Sheridan als Mitglied der Gruppe The Jets
im Jahr 1960, wo sie im „Kaiserkeller“ auf der „Großen Freiheit“
auftraten. Mitglieder der Jets zog es wieder zurück nach England,
während Tony Sheridan in Hamburg blieb und als Solo-Sänger im „Top Ten“
auf der Reeperbahn auftrat. Begleitet wurde er von verschiedenen Bands,
zum Beispiel Gerry & the Pacemakers, doch die bekannteste Begleit-Gruppe waren ein paar junge Musiker aus Liverpool, die sich The Beatles
nannten und damals noch zu fünft mit Stuart Sutcliffe am Bass und Pete
Best am Schlagzeug auftraten.[2] Die Beatles begleiteten Tony Sheridan
nicht nur auf der Bühne, man wohnte auch monatelang zusammen und
verbrachte einen Großteil der knappen Freizeit gemeinsam. Noch heute
spricht Paul McCartney von Sheridan als dem „Teacher“ (deutsch:
‚Lehrer‘), und George Harrison sowie John Lennon erlernten einige
Techniken und Tricks auf der Gitarre von ihm. Unter der Leitung des
Musikproduzenten Bert Kaempfert nahm Tony Sheridan 1961 für Polydor
mehrere Titel mit den Beatles auf, die aufgrund eines Einwandes der
Plattenfirma bei dieser Aufnahme als Beat Brothers in
Erscheinung traten. Darunter war der Titel „My Bonnie“, der Ende 1961
immerhin bis auf Platz 32 in der deutschen Hitparade kam und so den
Erfolg der Beatles mitbegründete, da sich aufgrund der Nachfrage nach
dieser Single der spätere Manager der Beatles, Brian Epstein, für die
Gruppe zu interessieren begann.

Später wurde Tony Sheridan für diese LP eine Goldene Schallplatte für bis dahin über 1.000.000 verkaufte Exemplare verliehen.

Ein Wiedersehen mit den Beatles fand im
April 1962 statt, als der legendäre „Star-Club“ eröffnet wurde. Im
Programm unter anderem die Beatles und Tony Sheridan. Beim letzten
Auftritt der Beatles im Star-Club im Dezember 1962 entstand
auch die einzige gemeinsame Komposition von McCartney und Tony Sheridan:
Tell Me If You Can. Während der Jahre in Hamburg nahm Tony Sheridan für
Polydor mehrere Alben auf, sein größter Hit dieser Zeit wurde „Skinny
Minnie“, aufgenommen 1964 mit der Band Big Six aus Schottland.
Im selben Jahr unternahm er eine Tour durch Australien, aufgrund des
großen Erfolges seines dortigen Hits „Why“.

In Sydney besuchte er die Familie
seines schottischen Saxophonisten Alex Young. Die jüngeren Young-Brüder
Angus und Malcolm bestürmten Sheridan, ihnen seinen Gitarrenstil
stundenlang zu demonstrieren, was er gerne tat. Später gründeten diese
die Band AC/DC.

Nachdem er zwischen 1960 und 1967
Auftritte in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Israel,
Australien, der Tschechoslowakei, Skandinavien, den Niederlanden,
England und Irland absolviert hatte, verschlug es ihn im August 1967 als
US-Truppenbegleiter nach Vietnam. Nach seiner Rückkehr Ende 1969 ging
Tony Sheridan nach Deutschland zurück und tourte von da an durch Europa,
lebte teilweise auch in London. Es war in dieser Zeit, dass sein
Interesse für religiöse Themen, zum Beispiel Buddhismus, geweckt wurde.

Zurück aus Vietnam wechselte Tony
Sheridan auf „unplugged“-Musik. Seine Soloauftritte mit teilweise
eigenen Titeln waren stark von Blues- und Folk-Einflüssen geprägt. In
den 1970ern übernahm er die Moderation und Zusammenstellung der ersten
Blues-Radiosendung im Norddeutschen Rundfunk (NDR 2) Blues am Dienstag,
die erfolgreich lief und eine große Fangemeinde ansprach, vor allem auch
in der DDR (ab 1986 folgten in der DDR sechs Tourneen auf Einladung der
staatlichen Konzertagentur). 1978 zog ihn eine Anfrage aus den USA nach
Los Angeles, wo er – als erster Musiker nach dem Tode Elvis Presleys –
mit Presleys TCB-Band und Klaus Voormann das Album Worlds Apart aufnahm.
Mit der TCB-Band eröffnete er während dieser Zeit den zweiten Hamburger
Star-Club.

Bereits seit Jahren auf der Suche nach sich selbst wurde Tony Sheridan 1982 Sannyasin und erhielt den Namen Swami Prabhu Sharan.

Nach weiteren Konzert-Touren weltweit
verschlug es Tony Sheridan 1986 nach Italien, wo er mit seinem alten
Freund, dem Gitarristen Albert Lee die LP „Dawn Colours“
aufnahm, die ausschließlich eigene Songs enthielt. Weitere
Album-Produktionen mit verschiedenen Musikern weltweit folgten in den
anschließenden Jahren, größtenteils mit Eigenkompositionen Sheridans.
Diverse erfolgreiche Tourneen durch Europa, die USA und Asien schlossen
sich bis heute an. Seit 1989 und insbesondere in den 1990er-Jahren wurde
Sheridan bei Tourneen durch ganz Deutschland regelmäßig von der
deutschen Rock ’n’ Roll-Coverband Larry and the Handjive
begleitet. 2002 erschien bei Bear Family Records das Album „Vagabond“,
das ausschließlich Sheridan-Kompositionen enthielt. Am 20. Dezember 2003
wagte Tony Sheridan einen Ausflug in die Filmbranche – in der
Jubiläumsfolge der ZDF-Krimireihe Stubbe – „Von Fall zu Fall“ war
Sheridan als Star-Gast an der Seite von Wolfgang Stumph zu sehen. Ende
2004 erschienen die Live-CD und -DVD „Chantal meets Tony Sheridan“, auf
denen Sheridans Titel, angefangen bei den frühen 1960-ern bis heute, mit
orchestraler Begleitung in neuem musikalischen Gewand interpretiert
werden – so auch die McCartney-Sheridan-Komposition „Tell Me If You
Can“. 2008 trat Sheridan zusammen mit Chuck Berry in Deutschland auf.

Mit seiner eigenen Band bot Tony
Sheridan ein Live-Programm, das unterschiedliche Stilrichtungen
präsentierte: Rock, Blues, Folk und Balladen. Tony Sheridan lebte
zuletzt in Seestermühe (Kreis Pinneberg) in Schleswig-Holstein. Er starb
am 16. Februar 2013 nach langer, schwerer Krankheit in der Asklepios
Klinik Barmbek.[3]

 

 

  1. Tino Lange: Star-Club-Legende Tony Sheridan ist gestorben, www.abendblatt.de, abgerufen am 17. Februar 2013
  2. Barry Miles: Paul McCartney: Many years from now, Übersetzt von Carl-Ludwig Reichert und Fritz Schneider, Rowohlt-Taschenbuch, Reinbek 1999, ISBN 3-499-60892-8, S. 100
  3. NDR: Trauer um Beatles-Förderer Tony Sheridan vom 17. Februar 2013

Wikipedia.de

Schreibe einen Kommentar

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Anzeige

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie auf der Webseite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Informationen zu Cookies und Ihre Widerspruchsmöglichkeit Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen