HILDEGARD KNEF
Rote Rosen soll es regnen: Hildegard Knef wäre 80 geworden!

Mehrere Musicals, eine große Ausstellung im Filmmuseum Berlin und seit kurzem auch ein Denkmal erinnern an sie! 

„Hildchen“ hätte all die Aufmerksamkeit genossen. Da ist sich Paul von Schell, der Witwer von HILDEGARD KNEF, sicher. Mehrere Musicals, eine große Ausstellung im Filmmuseum Berlin und seit kurzem auch ein Denkmal erinnern an die Schauspielerin, die am 28. Dezember 80 Jahre alt geworden wäre.


„Ich glaube auch, die Hilde kriegt das mit und ist sehr ´happy´ darüber“, meint von Schell. Respekt und große Liebe spricht aus ihm, wenn er von „der Knef“ erzählt. „Sie hat unglaublich hart gearbeitet und eigentlich nie gemeckert“, sagt er über seine am 1. Februar 2002 im Alter von 76 Jahren verstorbene Ehefrau. „Ich bin dankbar für die Jahre.“


Hildegard Knef gehörte zu den wenigen deutschen Nachkriegsstars, die auch im europäischen Ausland und den USA verehrt wurden. Dabei lagen Erfolg und Niederlage in ihrem Leben stets nah beieinander. Sie war erfolgreiche Schauspielerin und Chansonsängerin, gefeierter Broadway-Star und Bestseller-Autorin («Der geschenkte Gaul»). Immer wieder aber gab es auch Phasen, in denen die richtigen Angebote und Engagements fehlten. Auch privat gab es Tiefschläge: Scheidungen, Krebs und Drogen. Ihre Gesundheit war stark angegriffen, allein 50 Mal wurde sie bis zu ihrem Tod operiert.


Zwischen Berlin und Hollywood, Babelsberg und dem Broadway führte die Künstlerin ein Leben wie auf der Achterbahn. „Diva Courage“, „Die Überlebenskünstlerin“, „Der elektronische Gaul“ und „Die Frau, die sich verkaufte“ sind die Kapitel einer großen Ausstellung im Filmmuseum am Potsdamer Platz. Unter dem Titel „Hildegard Knef. Eine Künstlerin aus Deutschland“ erinnert die Schau noch bis zum 17. April 2006 an Knef. Zu sehen sind bisher noch unveröffentlichte Dokumente, Fotos und Briefe ebenso wie Drehbücher und Filmausschnitte.


Als „Sünderin“ im gleichnamigen Film von Willi Forst wurde Knef zu Beginn der prüden 50er Jahre schlagartig berühmt. Ihre Freundin Marlene Dietrich hatte ihr zugeredet: „Wenn du das spielst, bist du wieder drin im Geschäft.“ Dabei hatte Knef mindestens drei Karrieren: als Schauspielerin („Die Mörder sind unter uns“), Chansonsängerin („Für mich soll´s rote Rosen regnen“, „Eins und eins“) und Bestsellerautorin: Die Autobiografie „Der geschenkte Gaul“ verkaufte sich millionenfach in aller Welt.


Die am 18. Dezember 1925 in Ulm geborene Knef ließ sich bei der Ufa zur Trickfilmzeichnerin ausbilden, bevor sie die Filmschule in Babelsberg besuchte. Noch während des Krieges drehte Knef die UFA-Filme „Fahrt ins Glück“ und „Unter den Brücken“. 1946 stand sie für den ersten deutschen Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“ von Wolfgang Staudte vor der Kamera. Victor de Kowa und Boleslaw Barlog holten sie auf die Bühne der Berliner Tribüne und ans Berliner Schlosspark-Theater.


Cole Porter sah das Talent der Schauspielerin und holte sie an den Broadway, wo sie in dem Ninotschka-Musical „Seidenstrümpfe“ einen der größten Triumphe ihres Lebens feierte – 675 ausverkaufte Vorstellungen von 1954 bis 1956.


Im Berliner Theater Tribüne wurde Mitte Dezember eine Büste von Knef enthüllt. Dort hatte sie ihren ersten Auftritt nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Schwule Museum Berlin erinnert mit einer Ausstellung unter dem Motto „´Halt mich fest´ – Erinnerungen – Erkenntnisse – Impulse“ bis zum 27. Februar 2006 an „Hilde“. Am Theater Tribüne läuft ein „musikalisch-seelische Porträt“ Hildegard Knefs mit dem passenden Titel „Für mich soll´s rote Rosen regnen“.


www.filmmuseum-berlin.de


www.schwulesmuseum.de

dpa

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