„ICH BIN EIN STAR – HOLT MICH HIER RAUS!“
Das Wort zum „Dschungelcamp“ – von Frank Ehrlacher!

Warum ER völlig unabhängig von seiner Tätigkeit für „Die ultimative Chart Show“ – dafür ist, dass RTL das „Dschungelcamp“ nicht abgesagt hat …:

 

Australien ist ein Kontinent. Ein ziemlich großer sogar – 9 Mio. Quadratkilometer. Fast so groß wie Europa. In einem Teil Europas, der Ukraine, herrscht seit Jahren ein grausamer Krieg mit mehreren tausend Toten. Dennoch ist bisher niemand auf die Idee gekommen, dass in anderen Teilen Europas, z.B. Deutschland, nicht mehr gelacht werden darf und keine Fernsehsendungen mehr produziert oder es geschmacklos wäre, deutsche Fernsehsendungen in anderen Teilen der Welt auszustrahlen. Warum auch? Unterhaltung und Lachen sind dann am nötigsten, wenn es den Menschen am dreckigsten geht – ein Grund, warum in Köln auch nach dem Zweiten Weltkrieg so schnell wie möglich wieder ein Rosenmontagszug gehen sollte und einige Klassiker in den Kriegswirren entstanden.

Dennoch zieht sich durch das Netz gerade die Forderung, RTL (und das nachfolgende hat – ich schwör – nichts damit zu tun, dass unsere Chart Show auch bei diesem Sender ausgestrahlt wird und ich mit einigen Beteiligten freundschaftlich verbunden bin) habe unter allen Umständen das Dschungelcamp ersatzlos abzusagen. Warum? „Weil es in Australien brennt“… Eine ziemlich verquere Logik, die sich mir nicht erschließt, zumal das Programm ja für DEUTSCHLAND produziert wird.

Würden durch die Produktion die Brände oder die Leiden vieler Australier in irgendeiner Form verschlimmert – ich wäre glaube ich der erste, der für eine Absage wäre. So wie ich auch die Fußball-WM in Katar absagen würde, da dort die Menschen JETZT SCHON für die WM 2022 leiden. Aber davon ist in Australien nicht mal etwas zu spüren: Kein Känguru weniger wird verenden, wenn das Dschungelcamp abgesagt wird und kein Zentimeter Busch wird dadurch weniger brennen.

Einige sprechen von „Pietät“ – da wird es komplett absurd: In Australien selbst werden weiterhin Unterhaltungssendungen, auch lustige und auch vielleicht geschmacklose, für Australien produziert, damit die Australier etwas zu lachen haben. Das wird alles weiter laufen – aber Sendungen „für Deutschland“ sollen in Australien nicht mehr produziert werden dürfen, damit wir am besten in 120 Gedenkminuten täglich vor dem Fernseher verharren, während sich Australien amüsieren darf…

Und viele sprechen davon, man müsse den Australiern helfen – die Forderung nach einer Absage des „Dschungelcamps“ bewirkt allerdings das genaue Gegenteil, denn viele Australier leben von der Arbeit im Camp. Denen würde man von heute auf morgen die Jobs wegnehmen – und nach Deutschland verlagern (denn hier müsste dann ja schnell ein Ersatzprogramm produziert werden). 

Wer meint, er kann am „Dschungelcamp“ vor dem Hintergrund der Buschbrände in diesem Jahr keinen Spaß haben (und ich vermute, viele davon hatten, wenn sie ehrlich sind, noch nie Spaß am Camp und fanden das immer schon geschmacklos), wird mit Sicherheit nicht gezwungen, einzuschalten – aber daraus direkt eine Petition zu machen und es darzustellen, als sei die Produktion dieser „weltbewegenden“ Fernsehsendung auf dem Kontinent Australien das geschmackloseste, was es jemals gab und das geschmacklosestes, was da jemals kommen wird, passt eher in die Reihe des täglichen „Dagegen“-Empörungswahns, den die Welt offenbar gerade braucht.

Vielleicht einfach mal vor dem nächsten „Ich finde das un-un-unmöglich“-Post überlegen, was genau in Australien dadurch besser wird, wenn das Camp abgesagt wird. Ist übrigens nur Fernsehen…


Textquelle/Bildquelle:
RTL (Textvorlage)

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