VICKY LEANDROS
„Sing mit Vicky“ ODER „Ein neues Programm für die Elphie“ – smago! Konzert-Kritik!

smago! Chefredakteur Andy Tichler war für Vicky’s „persönlichstes Konzert“ eigens nach Hamburg gefahren …:

 

 

Dem Medienschaffenden Hans-Peter Schmidt-Treptow sei Dank konnte smago! Chefredakteur Andy Tichler VICKY LEANDROS am Samstagabend (15.02.2020) ein zweites Mal in der Elbphilharmonie in Hamburg erleben. (Der großen Nachfrage wegen hatte sie – am gleichen Tag – um 15:00 Uhr ein zusätzliches Konzert gegeben, das eben ratzfatz ausverkauft war.)

smago! sah Vicky diesmal „von hinten“. Aber: Ein schöner Rücken kann bekanntlich auch entzücken. (Und auch ein schöner Po macht froh.) Aber so ist das nun mal in der Elbphilharmonie.

Die soeben vom Hamburger Abendblatt völlig zu Recht zur „popkulturellen Weltbürgerin im besten Sinne“ empor gehobene Ausnahme-Konzertkünstlerin hatte sich „Ein neues Programm für die Elphie“ ausgedacht. In Ansätzen könnte man es „Sing mit Vicky“ nennen. Oder auch „Vicky (& Band) unplugged“. Selbst die Schlagzeuger schlägt das Zeug nicht, vielleicht „streichelt“ er es mit einem „Pinsel“.

Das neue Programm war mit vielen Überraschungsmomenten gespickt. Die erste gab es gleich zu Beginn. Denn Vicky Leandros begann dieses ganz besondere Konzert direkt mit „Ich liebe das Leben“. A Cappella gesungen und aus dem Publikum kommend. Ihre Musiker(innen) kamen nach und nach aus allen Himmelsrichtungen der Elbphilharmonie auf die Bühne.

Nach einem Song in griechischer Sprache („Ximeroni“) sang sie sogleich einen weiteren Titel, der bei einem Konzert von Vicky Leandros nicht fehlen darf: „Ich bin“. (Und man vermag es kaum zu glauben, dass dieser Song in diesem Jahr bereits sein 50-jähriges Hit-Jubiläum feiert.)

Aus ihrem 1975 in Amerika mit dem Soul-Produzenten Brad Shapiro aufgenommenem Album „Across The Water“ präsentierte sie gleich Lieder: „You Make Me Feel Brand New“, „More Than That I’m Losing You“ und „If I Can’t Be Your Woman“.

Es folgte „Le temps des fleurs“, die französische Version des Welthits „Those Were The Days“. Das „Schwanensee“ Thema von Peter Tschaikowsky hatte Vicky (oder vielmehr ihre seinerzeitigen Autoren) zu dem Stück „Wie die wilden Schwäne“ inspiriert. Mit „A Taste Of Honey“ und „Scarborough Fair“ und „Wie sich Mühlen dreh’n im Wind“, geschrieben von dem 3-fachen „Oscar“ Preisträger Michel Legrand, setzte Vicky Leandros ihr Programm fort.

Getreu dem bereits angedeuteten Motto „Sing mit Vicky“ lud sie ihre Fans jetzt zum Karaoke-Singen ein. Als Vorlage diente ihr mittlerweile 53 Jahre zurückliegender (erster) Beitrag beim „Eurovision Song Contest 1967“ – „L’amour est bleu“. Und zwar in der deutschen Fassung („Blau wie das Meer“).

Mit einem griechischen Medley, welches u. a. die griechische Version des Milva-Kult-Titels „Zusammenleben“ enthielt, endete der erste Programmteil – mit einer Sirtaki tanzenden Vicky Leandros.

Etwas hat überlebt – aus ihrer „Jack-White-Zeit“, nämlich der Song „Ich fange ohne dich neu ein“, den Vicky Leandros bis heute liebend gerne singt (und zwar meist als ersten Titel nach der Pause).

Mit „Verlorenes Paradies“ schenkte sie ihren Fans dann tatsächlich auch noch einen weiteren ihrer (Schlager-)Hits.

Immer noch zum Träumen schön: ihr durch und durch autobiografischer Titel „Fremd in einer großen Stadt“.

„Er hat mir geschrieben“ – Vicky’s deutsche Version des Welthits „The Letter“ von The Box Tops – gehört fast schon zum Pflicht-Repertoire bei ihren Konzerten.

1978 war es, als ihre „Berater“, wie man heute sagen würden, dringend davon abrieten, den Titel „Valentin“ aufzunehmen, in dem es um ein homosexuelles Pärchen geht. Sie habe kurz überlegt und dann gesagt: „Jetzt erst recht!“. Und natürlich hat Vicky diesen Song aufgenommen! Diesmal präsentierte sie ihn mit ihrer Band in einer gekonnten A cappella Version.

Bei „Après toi“ passierte Vicky dann ein kleiner Faux Pas. Vicky musste kurz husten. Husten in der Elbphilharmonie? – Das geht doch wohl gar nicht !!! „Handy-Geräusche und Husten können das Konzerterlebnis beeinträchtigen !!!“, wurden die Besucher unmittelbar vor Vorstellungsbeginn gemaßregelt. Ebenso wie den Damen der Schöpfung dringend angeraten wird, möglichst lautlos in ihren Handtaschen herumzukramen.

Nach „Après toi“, Vicky’s Siegertitel beim „Eurovision Song Contest 1972“, erwies sie sich gnädig und legte den „Tango d’amour“ aufs Parkett.

Den folgenden Song hatten die Zuschauerinnen und Zuschauer zwar schon einmal zum Gehör gebracht bekommen – die Rede ist von „Ich liebe das Leben“ -, aber an Vicky’s Top-Evergreen kann man sich einfach nicht satt hören! Dennoch bestand Vicky auf einer „Probe“ – „Aus alter Tradition“. Ebenfalls zur Tradition geworden ist, dass sie den ersten Durchlauf mit den Worten „Das war sehr sensibel“ kommentiert, nach der zweiten Probe meinte sie diesmal: „Das war wundervoll“.

Als erste Zugabe sang Vicky noch einmal einen Titel in griechischer Sprache, der sie – nachdem sie abermals von der Bühne abgegangen war – noch zwei weitere folgen ließ: „Halleluja“ von Leonard Cohen („ein Lieblingslied von mir“, das sie zunächst in englischer, dann in deutscher und dann wieder in englischer Version sang) und – A Cappella (ihre Musiker hatten die Bühne mittlerweile verlassen) – „Ich hab‘ die Liebe geseh’n“ (griechisch – deutsch).
Vicky Leandros punktete nicht nur mit einem dem besonderen Rahmen Rechnung tragenden Lied-Repertoire, sondern vor allem auch durch ihre Publikumsnähe.

Textquelle/Bildquelle:
Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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