NOCKIS
Das große smago! Exklusiv-Interview mit Gottfried „Friedl“ Würcher zur neuen ‚Best Of‘ CD „Alles Hits!“!

Darauf enthalten: 18 Hits der Nockis sowie 2 brandneue Songs!

 

 

Wie habt ihr die „Corona-zwangsfreie“ Zeit für euch genutzt?

Ich kann nur für mich sprechen. Wir sind ja weit auseinander, meine Kollegen und ich. Mit meinem Kollegen Wilfried, der ca. 15 km von mir entfernt wohnt, mit dem habe ich mich schon nach den Lockerungen getroffen. Die anderen Kollegen sind in Klagenfurt und in Graz, in der Steiermark. Dank der modernen Technik können wir zwar gut miteinander kommunizieren, aber gesehen habe ich die Kollegen leider schon lange nicht mehr persönlich. Wir sind jeder einzeln für sich ins Studio gegangen, haben ein bisschen gearbeitet, auch die beiden neuen Titel produziert. Wir basteln jetzt am neuen Album. Ich persönlich habe viele Dinge erledigt, zu denen ich sonst nur wenig Zeit hatte. Zum Beispiel Büroarbeit oder Holz für den Winter gehackt. Das sind Arbeiten, die man sonst hinausschiebt. So habe ich die Zeit ein bisschen genutzt.

Wie weh hat es getan, nach 32 Jahren erstmals das Nocki-Fest verschieben zu müssen? Hatten die Fans dafür Verständnis?

Die Fans haben sehr großes Verständnis. Ich glaube, es geht da ja auch um die Sicherheit von jedem. Es ist ja nicht so, dass wir das einfach so verschieben. Wir wissen alle, dass die Gesundheit an erster Stelle steht. Wenn die Vorschriften, die wir in Österreich haben, erschwerend hinzukommen, bleibt uns nichts anderes übrig, als das Fest auf das nächste Jahr zu verschieben. Vom 17. bis 19. September 2021 werden wir das Fest machen, darauf freuen wir uns genauso wie die Fans. Das tut natürlich weh, aber das geht ja nicht nur uns so, sondern auch allen anderen Kollegen.

Du hast angekündigt, mit Wilfried ein touristisches Ersatzprogramm zu bieten. Gibt es da schon Details?

Wir werden das bald finalisieren. Es gibt viele Leute, die schon beschlossen haben, obwohl kein Nockisfest 2020 stattfindet nach Millstatt zu kommen. Das ist ein gutes Zeichen, dass die Fans und Freunde nicht nur unsere Musik sondern auch unsere Heimat Kärnten mögen.

Für diese Menschen werden wir ein kleines Ersatzprogramm gerne auf die Beine stellen.

Anhand welcher Kriterien habt ihr die Songs eures Best-Of-Albums ausgewählt?

Wir haben ca. 700 Lieder veröffentlicht. In den 38 Jahren unserer Karriere entstanden ca. 70 bis 80 Singles. Daraus 18 Lieder auszuwählen  ist nicht einfach. Man muss die Lieder, die im Lauf der Jahre zu Hits wurden  herausfiltern. Da waren wir in unserer Wahl sehr behutsam und gewissenhaft. Ich glaube sagen zu können, dass wir  eine gute Wahl getroffen haben. Es wäre auch kein Problem, ein zweites Best Of Album herauszugeben. Wir sind stolz, das über 38 Jahre geschafft haben, dass man so viele Lieder von uns kennt und mag.

Die Musikapostel haben euer Lied „Spiel nie mit dem Feuer“ gecovert. Was ist das für ein Gefühl, wenn eine junge Band euren Song in die Neuzeit führt?

Ich habe das bislang ehrlich gesagt gar nicht gewusst. Wenn man  Lieder macht, die Anklang finden, die dann auch gecovert werden, ist das eine große Wertschätzung. Das finde ich schon toll.

Nun fehlt ausgerechnet „Spiel nie mit dem Feuer!“ auf eurem Best Of. Habt ihr den Titel bewusst ausgelassen? Es war ja ein Meilenstein der früheren Jahre?

Es fehlt nicht nur dieser Titel, sondern es fehlen schon auch ganz große Titel. Natürlich hätte der Song auch Platz gehabt, aber wir hätten das Album um 10 oder 20 Lieder erweitern müssen. Wir mussten eine Entscheidung treffen. Dass dabei zahlreiche Hits fehlen ist zwar schade, aber schlimmer für uns wäre gewesen wenn wir Mühe gehabt hätten 18 Hits zu finden.

Der Vorverkauf für das Album ist großartig angelaufen. Trotz fehlender Auftrittsmöglichkeiten macht das Best Of Album den Anschein, sogar in Deutschland die Top-10 knacken zu können. Gibt es dafür eine Erklärung?

Ich kann es nicht erklären. Womöglich wollen die Leute Musik zuhause via Tonträger oder Streaming hören, weil sie sie derzeit keine Live Konzerte gibt. Jedenfalls  freuen wir uns darüber, dass das Album gerade auch in Deutschland so gut anläuft. Wir haben uns immer bemüht, Lieder zu produzieren die Menschen berühren. Schön wenn das auch Anklang findert

Plant ihr schon für 2022 etwas für euer 40-jähriges Bühnenjubiläum?

Ja es gibt schon erste Überlegungen und Ideen. Momentan haben wir aber noch andere Baustellen, z. B. das Nockis-Fest im nächsten Jahr, unser Studioalbum wird gerade produziert und in ca. zwei Monaten fertig sein. Wann es rauskommt, weiß ich noch nicht. Das beschäftigt uns momentan. Wir schauen positiv in die Zukunft.

Ihr habt als erste Band einen Fonds für Fans in Not gegründet, einen „Nockalm-Fonds“. Wird der in „Nockis-Fonds“ umbenannt?

Ist schon passiert, klarerweise. Das Ziel des NOCKIS Fond ist Fans helfen Fans. Wir sammeln bei unseren Konzerten dafür und geben auch selber Geld in den Fond. Wir haben damit auf Extremsituationen reagiert die unsere Fans uns oft erzählt haben um unbürokratisch, unmittelbar  und rasch zu helfen. Die NOCKIS Familie hält  auch hier zusammen.Hier konnten wir schon einige Male ganz unbürokratisch helfen, sei es bei der behindertengerechten Einrichtung für die Wohnung eines Fans oder aktuell auch bei einem Motorradunfall wo ein Bein amputiert werden musste und wir ganz schnell und  sofort dem Opfer aus Regensburg, einer alleinerziehenden Mutter die schon viele Jahre Nockis Fan ist finanziell geholfen haben. Wir sind keine Anlaufstelle für notleidende, oder aus welchem Grund auch immer finanziell in Schieflage geratene Menschen, sondern für NOCKIS Fans oder deren Angehörige für die durch einen Schicksalsschlag von einem auf den anderen Tag , das Leben nicht mehr das selbe ist wie am Tag zuvor.

Steht eine Wiederbelebung der „Großen 3 der Volksmusik“ zur Debatte?

Momentan steht das nicht im Raum. Wenn es gewünscht ist – wir sind alle 3 bereit, das zu tun – kein Problem, aber derzeit ist das nicht geplant.

„Zieh dich an und geh“ war der Weg in eine neue Welt des Nockis-Sounds. Sind die Fans diesen modernen Weg immer mitgegangen?

Wir wissen das die Freude über eine Weiterentwicklung unserer Sounds und auch der textlichen Inhalte bei den Fans und Freunden überwiegt. Nachdem wir ja auch die alten Hits der 80er und 90er Jahre im Programm spielen, ist für jeden etwas mit dabei. Ein Nockis Konzert ist der Soundtrack unseres Lebens und auch oft des Lebens unserer Fans und Freunde.

Trotz des neuen zeitgemäßen Sounds engagieren viele TV-Entscheider die Nockis nicht mehr im Programm in Deutschland. Ärgert euch das, oder sagt ihr euch – es läuft ja auch so?

Wir werden immer wieder auch von unseren Fans darauf angesprochen, warum wir in manche Schlager  TV Sendungen nicht vorkommen. Wir können diese Frage klarerweise nicht beantworten. Es geht ja vielen Kollegen gleich die auch erfolgreich unterwegs sind.

Entscheidend für uns ist, wie viele Menschen kommen zu unseren Konzerten, wie sieht die

Performance im CD Verkauf und im Streaming aus. Da können wir mit vielen Kollegen die in fast jeder TV Sendung  zu Gast sind durchaus mithalten. Es sind meist  die Macher der Sendungen die öffentlich nicht in Erscheinung treten, die hier entscheiden. Ob es für das Publikum spannend ist, immer die gleichen Künstler vorgesetzt zu bekommen darüber soll sich jeder selber sein Bild machen. Ich persönlich finde es nicht gut!

Im vergangenen Jahr wurden deine Bilder in einer Galerie ausgestellt. Bist du weiterhin auch als Maler tätig? Hat die Coronakrise Zeit geschaffen, sich verstärkt der Malerei zu widmen?

Ich muss vorweg sagen, dass ich mich nicht als Maler bezeichne, sondern als jemand, der gerne mit Pinsel und Farbe und Leinwand umgeht. Das ist immer mein Leitspruch. Es ist wie in der Musik,viele fühlen sich berufen, wenige sind auserwählt. Aus österreichischer Sicht ist Voka der beste zeitgenössische Maler, den wir hier haben und der wirklich malen kann. Er malt in einer Präzision wie kein Zweiter.

In der Zeit, in der ich zu Hause war, habe ich einiges gemalt. Wenn ich mir die Bilder anschaue, erfreue ich mich daran. Das schönste, was es für mich gibt, ist, wenn jemand in meine Galerie in Radenthein kommt  und die Freude an den Bildern mit mir teilt. Die Galerie ist jeden 2. Montag und individuell geöffnet, das organisiert u. a. unser Management, da kann man sich einen Termin vereinbaren. Dann bin ich auch gerne bereit, die Galerie zu öffnen. Ich habe in der Corona-Zeit glaube ich 15 neue Bilder gemalt die man auch auf meiner persönlichen Homepage sehen kann. Für mich ist jetzt  eine Phase, in der ich auch mehr Zeit für meine Enkelin und meinen Sohn habe. Ich habe auch Lieder komponiert. Ich habe die Zeit für mich persönlich genutzt. Dennoch freue ich mich schon sehr, wenn wir endlich wieder auf die Bühne dürfen um das zu machen was unser Leben ist – Musik!

Danke für das tolle Interview – für das neue Album wünschen wir alles Gute!

Auch ich bedanke mich herzlich – gerade bei Medien wie ihr, die viel dazu beitragen, dass man medial die Chance hat, stattzufinden. Dafür sage ich auch Danke, dass wir bei euch immer noch eine Rolle spielen.


Textquelle/Bildquelle:
Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de

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