"ECHO"
VOX hat’s geschafft: Mit Abstand schlechteste Echo-Quote aller Zeiten!

Stephan Imming „gratuliert“ und erläutert, wie es dazu kommen konnte …: 

2012 war die Welt für die Organisatoren des ECHOs noch in Ordnung. Die Veranstaltung wurde von Barbara Schöneberger moderiert, und HELENE FISCHER bekam einen ECHO in der ohnehin nicht ernst genommenen Kategorie Schlager. Okay, dummerweise bekam Jean Frankfurter den Preis als Produzent für Helenes Album, aber da konnte man drüber hinwegsehen. – Einschaltquote: 2,58 Mio. Zuschauer.

2013 moderierte erstmals HELENE FISCHER den ECHO – ja, sie war sogar im Showprogramm dabei und sang „Let Me Entertain You“. Vermutlich hat damit niemand gerechnet, aber es kam so – eine deutliche Verbesserung der Quote sollte sich einstellen: 3,73 Mio. waren aller Ehren Wert.

2014 moderierte erneut HELENE FISCHER den Echo. Sie sang beim ECHO ihren Song „Atemlos durch die Nacht“ und ein Duett mit James Blunt. Neben der Rubrik „Schlager“ räumte sie auch noch das „Album des Jahres“ ab. Spätestens jetzt kamen Bezeichnungen wie „Helene-Fischer-Festspiele auf“. Mit 4,21 Mio. hatte man die höchste Zuschauerzahl bei der von Helene Fischer moderierten Show mit Helene-Showeinlagen, die während der ARD-Zeit je erreicht wurde.

2015 übernahm Barbara Schöneberger wieder die Moderation. Wer gehofft hatte, dass es damit etwas weniger HELENE wird – weit gefehlt… Sie hat mal eben lässig den „Hit des Jahres“ gehabt, das „Album des Jahres“ abgeliefert, war in der Rubrik „Schlager“ wieder siegreich und holte noch den DVD-Preis ab… – Zur Belohnung gab es mit 3,39 Mio. eine bessere Quote als bei der letzten von Barbara Schöneberger moderierten Gala – da Helene aber nicht moderierte, konnte der Vorjahreswert nicht gehalten werden.

2016 war die ausrichtende Phonoakademie es leid – eigentlich sollte der ECHO ja der Preis für den erfolgreichsten Interpreten sein – aber wenn dann mit Helene Fischer hier jemand der Superstar ist, der kein Pop-, Rap-, Rock- oder Danceinterpret ist? Das ist doch peinlich. Ganz „schlau“ hat man dann tolle Regeln erfunden, um die Helene-Preisflut einzudämmen. So richtig ist das nicht gelungen, weil Helene ein Weihnachtsalbum veröffentlicht hat. Trotz der Gaga-Regeländerung hat sie tatsächlich schon wieder vier ECHOs abgeräumt, war also doch wieder omnipräsent – entsprechend war die Quote mit 3,37 Mio. noch immer halbwegs zufriedenstellend.

2017 übernahm dann VOX die Fernsehübertragung – die ARD hatte keine Lust mehr – insbesondere, weil die Preisträger wohl den Award teilweise nicht wirklich ernst nahmen (kooomisch, dabei geht es in den letzten Jahren doch sooo seriös zu…). Man überlegte sich gaaanz tolle Neuerungen – beispielsweise sollte es keine Liveübertragung, sondern nur noch eine Aufzeichnung geben. Wirklich eine tolle Idee, die die Übertragung echt spannend macht. Was unter ALLEN UMSTÄNDEN zu verhindern war: dass erneut HELENE FISCHER die schöne Atmosphäre des Echos zerstört. Die war zwar auch 2016 wieder die erfolgreichste Interpretin überhaupt und hätte gut und gerne erneut ECHOs gewinnen können – aber dem konnte man einen Riegel vorschieben mit weiteren Verarschungs-Regeländerungen. Mit Xavier Naidoo hat man einen Moderator gefunden, der es innerhalb von einer Stunde auf (gefühlt!) sieben Mal „Ladies And Gentlemen“ und „Meine Damen und Herren“ gebracht hat – viel mehr hatte er (zum Glück) nicht zu sagen. Drei der wichtigsten Kategorien wurden mehr oder weniger unter den Tisch fallen gelassen – Band International, Sängerin International und Volkstümliche Musik.

Wenn ein Andreas Gabalier lieber seinen Auftritt in München absolviert, wenn AnnenMayKantereit lieber in Saarbrücken spielen als zum ECHO zu kommen, wenn Metallica und Sia (eine der größten Lachnummern, dieser Preis) auch keine Lust auf ECHO haben, sollten sich die Verantwortlichen wirklich mal fragen, ob sie mit dem Trend, nur persönlichen Geschmack („keine Helene Fischer“, „mehr Rock“) einfließen zu lassen und damit die WIRKLICH erfolgreichen Künstler zu boykottieren, nicht doch auf dem Holzweg sind…

Ach ja, hier die Quote einer von Helene Fischer und Schlagern weitgehend befreiten Show: 1,28 Mio. Zuschauer – herzlichen Glückwunsch! …

Stephan Imming, 08.04.2017
http://www.musikindustrie.de
http://www.echopop.de/pop-startseite/


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