MATTHIAS REIM
smago! exklusiv: Rückblick auf „30 Jahre“ einer bemerkenswerten Karriere!

Ein neues „Best-Of“-Album zeigt, wie viele Hits REIM in seiner langen Karriere schon gelandet hat …:

 

Es ist nunmehr über 30 Jahre her, seit MATTHIAS REIM mit seinem Hit für die Ewigkeit „Verdammt ich lieb dich“ durchstartete und seitdem aus der Schlagerszene nicht mehr wegzudenken ist. Grund genug, zurückzublicken und einen Blick auf das beeindruckende Schaffen des Superstars in den letzten 30 Jahren zu werfen. Diese Zeitspanne war ja schon für andere bedeutende Schlagerstars wie WOLFGANG PETRY Grund genug, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Nicht weniger als 20 Perlen von Reims umfangreichem Schaffen wurde von der Plattenfirma Universal verkoppelt. Auffällig ist dabei, dass die Originalaufnahmen der ersten Jahre genau so fehlen wie Originalaufnahmen der letzten fünf Jahre. Los geht es gleich mit DEM Überhit, der im Jahr 1990 nicht weniger als 16 Wochen auf Platz 1 der deutschen Singlecharts stand, was umso bemerkenswerter ist, als deutsche Schlager damals alles andere als „angesagt“ waren. Verkoppelt wurde die 2014er Neuaufnahme von „Verdammt, ich lieb dich“. REIM lief in seiner Anfangszeit durchaus unter dem Label „Rockschlager“, obwohl er seine ersten TV-Auftritte in konservativen Unterhaltungsshows wie WIM THOELKEs „Der Große Preis“ und der ZDF-Hitparade hatte. Gemeinsam mit BERND DIETRICH, mit dem er sich später überwerfen sollte, gelang dieser Sensationshit, zusammen haben DIETRICH und REIM auch das erste Album „Reim“ produziert.

Zeitsprung: Einen der größten Hits des Jahres 2018 (wenn nicht gar DEN Hit des vorletzten Jahres) landete MATTHIAS REIM mit seiner „Ex-Frau“ MICHELLE. „Nicht verdient“ wurde in diversen TV-Shows präsentiert, das dazu produzierte Video ging durch die Decke. Der im modernen Clubsound produzierte Schlager überzeugte Jung und Alt – sowohl MICHELLE- als auch REIM-Fans waren und sind begeistert. Klar, dass dieser Duettsong auf dem 30-Jahre-Album nicht fehlen darf.

Danach geht es wieder in die Anfangsjahre MATTHIAS REIMs. Sein zweiter großer Erfolg, mit dem er an „Verdammt ich lieb dich“ nahtlos anschließen konnte, war „Ich hab geträumt von dir“ – mit dem Song bewies REIM, dass er mit „Verdammt ich lieb dich“ seinen Stil gefunden hatte – er präsentierte Rockschlager mit einer deutlichen Sprache aus dem Alltag („jetzt rebelliert mein Magen“). Das Publikum hat das dem blonden Sänger einfach abgenommen – auch der 2. REIM-Song wurde ein Top-10-Hit – auf der neuen Hitkopplung wurde die Version 2014 verkoppelt.

Ganz im Stil seiner Klassiker gehalten ist der 2010 erschienene mit dem Erfolgsproduzenten THORSTEN BRÖTZMANN aufgenommene Song „Du bist mein Glück“ – das typische REIM-Rezept des Rockschlagers ging auch 20 Jahre nach dem ersten Hit auf – die Single schaffte es immerhin in die Top-50 der Singlecharts (für einen Schlager seit vielen Jahren schon ein ganz großer Erfolg), und das dazugehörige Album „Sieben Leben“ schaffte es sogar in die Top-5 der Albumcharts.

Mit „Unendlich“ schaffte es „MATZE“ im Jahr 2013 erstmals seit 1990 auf Platz 1 der offiziellen deutschen Albumcharts. Der Hit des Albums, „Einsamer Stern“, ist ein weiterer echter Meilenstein in der Karriere des blonden Barden mit der markanten Stimme. Die Rechnung, einen kommerziellen Mitsing-Kracher mit diesmal etwas weniger Gitarren als Single zu veröffentlichen, ging auf – ohne den „Einsamen Stern“ ist ein REIM-Konzert heute kaum noch vorstellbar.

Ein Jahr später schaffte REIM mit dem Album „Die Leichtigkeit des Seins“ erneut eine Top-Platzierung (diesmal 2. Platz) in den Albumcharts. Den recht philosophischen Titelsong schrieb MATZE zusammen mit seinem Sohn JULIAN REIM.

Weiter geht es mit einem Top-5-Hit aus der Anfangszeit MATTHIAS REIMs. Mit seinem damaligen kongenialen Partner BERND DIETRICH schrieb er die viel beachtete Nummer „Ich hab‘ mich so auf dich gefreut“, den größten Hit des zweiten Albums mit dem bezeichnenden Titel „Reim 2“ – knallhartes Gitarrensolo inklusive. Bei diesem Sampler gibt es die 2014er Version auf die Ohren.

Fünfzehn Jahre nach seinem Durchbruch – und vor genau fünfzehn Jahren veröffentlichte REIM im Jahr 2005 das Top-10-Album „Unverwundbar“. Die von JOACHIM HORN-BERNGES geschriebene Vorab-Single „Ich bin nicht verliebt (Unverwundbar)“ kam bei den Reim-Fans einmal mehr sehr gut an, zumal er seinen größten Trumpf, die Authentizität, einmal mehr ausspielt. Nach vielen Enttäuschungen will REIM es dem Song zufolge langsamer angehen lassen – diesmal wurde dem Song sogar ein Mundharmonika (Bluesharp)-Teil spendiert, ansonsten ist auch dieser Titel wieder sehr Reim-typisch und schaffte es 2005 in die Singlecharts.

Für Aufsehen sorgte 2002 der REIM-Hit „Hallelujah“, der nach langen Jahren erneut mit BERND DIETRICH zusammen entstanden ist. Besonders originell: Das mit Mönchsgesängen (grogoreanischen Chorälen)  veredelte Arrangement, das diesen Titel aus dem Top-20-Album „Morgenrot“ aus dem Rahmen fallen lässt. In dieser Zeit begann MATZE, den Sprechgesang in seinen Aufnahmen zu etablieren.

Im gleichen Jahr (2002) erschien das erste Duell MATTHIAS REIMs mit seiner schon damals „Verflossenen“, der Sängerin MICHELLE. Den 18 Jahre alten Song „Idiot“ singen sowohl MICHELLE als auch REIM noch immer gerne bei ihren Konzerten, manchmal, z. B. im Rahmen der so genannten „Schlagernächte“ gemeinsam. Hier wurde allerdings die „Version 2011“ verkoppelt. Wie bei vielen anderen REIM-Stücken ist auch bei „Idiot“ das Identifikationspotenzial mit dem Hit einfach bei sehr vielen Fans gegeben. Das Besondere an diesem Song ist der Sprechgesang MATTHIAS REIMs.

Im Jahr 2003 trumpfte REIM erneut mit dem gleichnamigen (nach ihm selbst benannten) Album und der Hammersingle „Ich liebe dich“ auf, die einmal mehr viele Fans wohl vor allem wegen der in Alltagssprache gehaltenen Kernaussage besonders liebten („Hab‘ mir den Entzug von dir nicht so vorgestellt, hab‘ nicht gewusst, dass dein Gemecker mir einmal so fehlt„).

Einen ungewöhnlichen Song veröffentlichte MATZE 1994 – das Thema Tod ist nicht unbedingt ein typisches Schlagerthema. REIM hat sich mit seiner damaligen Frau MAGO des Themas angenommen und mit „Im Himmel geht es weiter“ aus der 1994er-LP „Zauberland“ einen kleinen Hit gelandet – der Mut, den Schmerz des Verlustes eines geliebten Menschen mit positiver Zukunftsperspektive zu verbinden, wurde nur bedingt belohnt. Schön, dass die Nummer als Neuaufnahme (vermutlich 2004) auf der Hitkopplung Platz gefunden hat.

Der Titel „Träumer“ aus dem 2003er „Reim“-Album kam gut bei den Fans an, allerdings war der Song schon arg „inspiriert“ vom einige Jahre zuvor erschienenen Riesenhit Ozzy Osbornes („Dreamer“). Immerhin reichte es auch in diesem Fall für eine Top-100-Single-Chartnotiz.

Zusammen mit ANDRÉ FRANKE schrieb Reim im Jahr 2004 einen Song, der es ebenfalls in die Charts schaffte. Auf „Deja vu“ erschien 2004 der Titel „Jedes Bild von dir“. Der gitarrenlastige Song greift REIMs (so nannte er sich damals – ohne „Matthias“) Lieblingsthema auf – Mann wird von geliebter Frau verlassen.

Mit „Atemzug“ wurde ein Titel verkoppelt, der 2003 nicht als Single veröffentlicht wurde, aber viele Fanherzen gewinnen konnte. Natürlich geht es wieder um enttäuschte Liebe in dem Song.

Einige Jahre nach Polarkreis 18 veröffentlichte MATTHIAS REIM 2014 auf seinem Album „Die Leichtigkeit des Seins“ einen eigenen Titel namens „Allein allein“, eine Ballade im Slowrock-Sound.

Danach gibt es einen Sprung zurück in eine Zeit, als die erste große Karriere des Schlagerstars langsam etwas abzuebben begann und der nächste Karriereschub noch nicht in Sicht war. Auf dem Album „Reim 3“ findet sich die sentimentale Nummer „Hallo, ich möcht‘ gern wissen, wie’s dir geht“ – produziert zusammen mit der Schlagerlegende ADAM SCHAIRER. Immerhin ging es mit dem fiktiven Brief an eine ehemalige Lebenspartnerin in die Top-100 der Singlecharts.

Eines seiner seltenen Coversongs veröffentlichte MATTHIAS REIM im Jahr 2013 auf seinem Erfolgsalbum „Unendlich“. Darauf veredelte er den KARAT-Klassiker „Schwanenkönig“ im typischen Reimsound.

ANDRÉ FRANKE und JOACHIM HORN-BERNGES schrieben 2007 den Titelsong des Top-10-Albums „Männer sind Krieger“. Sicher kein Beitrag zur Emanzipation, dafür ein eindringlicher kraftvoller Titel, der auf typisch-männliche Eigenschaften abzielt und musikalisch Ethno-Elemente beinhaltet.

Abgerundet wird die REIM-Werkschau mit einem Powerduett aus dem Jahre 2004, als sich zwei Reibeisenstimmen fanden – BONNIE TYLER war eine gute weibliche Duettpartnerin im zweisprachigen Song „Vergiss es (Forget It)“, der einen leichten Countrytouch hat. Der Song konnte sich immerhin 9 Wochen in den deutschen Singlecharts halten – länger als jeder andere Solo-Song des Künstlers danach.

Wer einen Querschnitt über MATTHIAS REIMs Werk haben möchte, ist mit „30 Jahre“ gut bedient – abgesehen von seinen aktuellen Hits wie „Eiskalt“ und „Tattoo“, die man auf seinem aktuellen – bei RCA Deutschland / Sony Music erschienenem – Album „MR20“  zu hören bekommt, sind alle wichtigen Meilensteine seiner Karriere auf dem Retrospektive-Album veröffentlicht. Fans von Originalaufnahmen sollten allerdings bedenken, dass viele der großen Hits nicht im Original, sondern in modernen Neuaufnahmen aus früheren Alben auf das Album genommen wurden.

Insgesamt ist es schon beeindruckend, wie viele Hits REIM in seiner langjährigen Karriere landen konnte und wie klar er seinen Stil gefunden hat, sich dabei modernisiert hat, ohne sich dabei zu verbiegen. Es ist sicher davon auszugehen, dass MATTHIAS REIMs Karriere auch nach „30 Jahren“ noch lange nicht beendet ist.

 

Hier fing alles an …: Matthias Reim, Mago sowie „Smago“ (Andy Tichler, damals bei WOM – World Of Music (in Freiburg) tätig; Matthias Reim gab in der Freiburger WOM-Filiale die erste Autogrammstunde seines Lebens – gerade hatte er es mit „Verdammt, ich lieb dich“ auf Platz 1 der Offiziellen Deutschen Single Charts geschafft … Insgesamt konnte er sich 16 Wochen auf der #1 behaupten …

Textquelle/Bildquelle:
smago!

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