INA DETER
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Die Sängerin und Liedermacherin hat sich bereits vor einigen Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen!

 

INA DETER (* 14. Januar 1947 in West-Berlin als Ingrid Deter) ist eine ehemalige deutsche Sängerin und Liedermacherin aus den Bereichen NDW, Pop, Rock und Chanson. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch ihr Lied „Neue Männer braucht das Land“, dessen Titelzeile unverändert oder mit beliebigem Objekt und Adjektiv als „geflügeltes Wort“ zum Kulturgut wurde.
Leben und Karriere 
Anfänge und Liedermacherzeit 
Ina Deter stammt aus Lübars, einem ländlich geprägten Stadtteil im seinerzeit eingeschlossenen West-Berlin. Als Elfjährige begann sie Gitarrenunterricht zu nehmen. Mit 16 Jahren gründete sie die bewusst rein weiblich besetzte Skiffle-Band Lucky Girls, der sie bereits als Sängerin vorstand. Nach deren Zerfall gab sie eine Zeit lang Auftritte als Country-und-Western-Musikerin vor den stationierten Soldaten der alliierten Streitkräfte. Anschließend führte ihr Weg in die legendäre West-Berliner Szene der Folk-Liedermacher um Danny Marino, Reinhard Mey, Hannes Wader, Schobert & Black. Auf den Charlottenburger Kneipenbühnen „Danny’s Pan“, „Go In“ und „Steve Club“ interpretierte die Nachwuchskünstlerin dabei vornehmlich Lieder von Joan Baez und Bob Dylan.
Beruflich war Ina Deter nach ihrem an einer privaten Schule absolvierten Grafik- und Designstudium nunmehr in einer Werbeagentur beschäftigt. Mit dieser zusammen verließ sie ihre Heimatstadt 1969, 22-jährig, in Richtung Köln. Dort geriet ihre musikalische Laufbahn ins Stocken, da sie zunächst noch keine der gewohnten Kneipenbühnen vorfand. Umso mehr wandte sie sich der Frauenbewegung zu, welche sich in Köln um Alice Schwarzer scharte. In jenen Jahren ging vor allem der Kampf gegen das Abtreibungsverbot nach § 218 StGB in die heißeste Phase. Ina Deter steuerte dazu 1974 ihre erste eigene Komposition „Ich habe abgetrieben“ bei. Vorfinanziert durch einen Gönner, erschien das Lied noch unter ihrem bürgerlichen Namen Ingrid Deter als Single.
Allmählich ergaben sich wieder Auftrittsmöglichkeiten und Ina Deter entdeckte das Komponieren und Texten für sich. Mit einem ihrer neuen Stücke, dem durchgehend in sehr hohen Tönen gehaltenen Liebeslied „Wenn du so bist wie dein Lachen“ fiel sie Talentsichtern auf. Daraufhin erhielt sie eine Einladung zur deutschen Vorausscheidung des Eurovision Song Contest 1976. Offenbar für diesen Wettbewerb nahm sie den Künstlernamen Ina Deter an, wahrscheinlich um grundsätzlich Verwechslungen mit der Gesangskollegin Ingrid Peters zu vermeiden (bei der dies wiederum einen Künstlernamen darstellt). Heraus sprang Platz zehn unter zwölf Beiträgen. Tage später rückte sie nach der Disqualifizierung des Siegertitels von Tony Marshall auf Platz neun vor. Gemäß einer oft – wenn auch nicht faktensicher – von Ina Deter erzählten Anekdote meldeten sich infolge der verbesserten Platzierung mehrere Plattenfirmen bei ihr. Sie entschied sich für einen Vertrag mit CBS. „Wenn Du so bist wie dein Lachen“ begleitete den weiteren Karriereverlauf verständlicherweise als Kult-Lied.
In der Folgezeit legte Ina Deter ihre Tätigkeit als Grafikerin nieder, um sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Mehrere Alben entstanden im Liedermacherstil. Damit ist auch ihr Anspruch verbunden, Noten und Text stets selbst zu entwickeln. Inhaltlich drehten sich ihre Lieder bereits um die verschiedensten Themen. Von großer Bedeutung war die Begegnung mit dem Bassisten und Produzenten Micki Meuser sowie dem Gitarristen Manni Holländer. Zu dritt erweiterten sie nicht nur den Klangkörper der Musik, sondern arbeiteten auch daran, Ina Deters Gesang von der hellen Kopfstimme zur kräftigeren Bruststimme zu verlagern. Auf dem vierten Album „Aller Anfang sind wir“ (1981) sind diese Tendenzen teilweise schon hörbar. Das war rückblickend der Wendepunkt. Nach Kündigung durch CBS erschien die LP bei einer kleinen Plattenfirma (blaues Cover, „Ina Deter & Band“), wegen Rechtsstreitigkeiten dann auch nochmal beim ab sofort einsteigenden Verlag Phonogram (pinkfarbenes Cover, „Ina Deter Band“).
Durchbruch, Hochphase und Abebben 
1982 veröffentlichte die Ina Deter Band das von der NDW beeinflusste Pop-Album „Neue Männer braucht das Land“. Hinter der Interpretenbezeichnung steckte gleichwohl keine feste Gruppe (selbst die treuen Mitarbeiter Micki Meuser und Manni Holländer hatten eigentlich ihre eigene Band namens Nervous Germans). Frontfrau Ina Deter präsentierte sich auf der Bühne nun manches Mal beängstigend kämpferisch und divenhaft, wenn sie etwa in den Refrains der Lieder „Neue Männer braucht das Land“ sowie „Ob Blond, ob Braun, ob Henna“ alle vorhandenen Männer als unbrauchbar und auszutauschen herabwürdigte. Diese Vorstöße wurden jedoch zugleich mittels vieler anderer Elemente beschwichtigt, z. B. durch ulkige und bezugslose Strophentexte gerade in jenen Liedern, durch die männliche Bandbesetzung, oder auch durch ebenfalls zahlreich gesungene Liebeslieder.
Erst im Sommer 1983 stiegen Album und Titelsong in die deutschen Charts ein. Dass trotz monatelanger Verweildauer darin keine einstelligen Platzierungen erreicht wurden, steht im Missverhältnis zur Bedeutung des Liedes. Mit seiner weithin als schwammig emanzipatorisch gedeuteten Titelzeile gilt dieses bis heute als Politikum. Zudem hielten die Rundfunksender damals wegen der angespannten bundespolitischen Lage Vorsicht für geboten. Andererseits entwickelte sich der Spruch „(Neue) (Männer) braucht das Land“ schon bald in allen Kreisen und im gesamten deutschen Sprachraum zu einem „geflügelten Wort“. Eine Google-Abfrage ergibt mehrere hunderttausend Treffer.
Dank des Trubels um „Neue Männer braucht das Land“ zählte Ina Deter Mitte der 1980er-Jahre zu den Stars der deutschen Musikszene. Die Ina Deter Band bestritt dazu eine Tournee mit rekordverdächtigen 180 Konzerten, darunter auch Beteiligungen an Festivals in den Niederlanden und in Dänemark. Weitere Höhepunkte der Phase: Konzertmitschnitte im Fernsehen bei „Rock aus dem Alabama“ bzw. „Live aus dem Alabama“ (1983, 1986), Live-Gesang in der live ausgestrahlten „ZDF-Hitparade“ (2 × 1983, 1986), Auftritt beim Festival des politischen Liedes in der DDR (1983), Porträt für die Fernseh-Doku „Frauen unter Strom“ (1984), Mitwirkung am Benefiz-Projekt Band für Afrika (1985), Bestandteil des Aufgebots von „Rock am Ring“ (1987). Anders als auf den Tonträgern wurde die Musik bei den Konzerten in der Tat rockig umgesetzt. Obwohl schon im vierten Lebensjahrzehnt befindlich, wirkte Ina Deter noch immer sehr jugendlich, nicht zuletzt wegen ihrer quirligen Natur bei 1,50 m Körpergröße. Als Konstante an ihrem oft wechselnden Erscheinungsbild fungierte eine pinkfarbene E-Gitarre, die jetzt im Gronauer Rock’n’Popmuseum ausgestellt ist.
Hatten die Ideen für das schwächer angenommene Album „Mit Leidenschaft“ (1984) wohl unter der fehlenden Ruhe gelitten, gelang mit dem Nachfolger „Frauen kommen langsam – aber gewaltig“ (1986) wieder ein größerer Erfolg. An der Arbeit hierfür waren ihr damaliger Lebenspartner Jo Steinebach und als Produzent Edo Zanki beteiligt; als Interpretin ist nur noch „Ina Deter“ angegeben. Der Titelsong wandelte auf dem erprobten schmalen Grat zwischen Provokation und Harmlosigkeit, nur dass Ina Deter bei Auftritten zusätzlich per geballter Faust die Reaktionen des Publikums testete.
Zwölf Jahre nach der ersten Zusammenarbeit begannen Ina Deter und Manni Holländer ab 1990 eine Privatbeziehung miteinander. Darum siedelte sie von Köln zu ihm nach Aachen-Vetschau über. Beruflich war der Karriereknick dagegen nicht zu stoppen. Der Hit mit der berühmten Zeile „Neue Männer braucht das Land“ entwickelte sich mehr und mehr zum Fluch, weil sich jedes neue Werk von vorneherein mit dessen Erfolg messen lassen musste. In Anbetracht der stetig gesunkenen Absätze und Hallengrößen zog sich Ina Deter 1993 aus dem Musikgeschäft zurück.
Aktivitäten nach der Pause 
Währenddessen widmete sie sich ihren weiteren Interessen Theater, Schreiben und Malerei. 1997 setzte sie dann die musikalische Laufbahn ohne den vorherigen Erfolgsdruck fort. Nach der Jahrtausendwende reifte in ihr eine neue Idee, über die sie sich nach eigenen Auskünften besonders glücklich schätzt: Chansons der von ihr verehrten einstigen französischen Sängerin Edith Piaf ins Deutsche zu übertragen. Mit Unterstützung eines Kammerorchesters führte sie das Programm als Ina Deter & Die Compagnons auf Bühne und Album auf. Im gleichen Zeitraum musste sie allerdings auch eine Brustkrebserkrankung durchstehen.
2005 zog Ina Deter zurück in ihre Heimatstadt Berlin. Soweit bekannt, lebt sie heute in Berlin und in Spanien. Auftritte erfolgten zuletzt nur noch sporadisch für Veranstaltungen zugunsten der Brustkrebs-Vorsorge.

Textquelle/Bildquelle:
Wikipedia.de (Textvorlage)

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